Magenschmerzen: Was bedeutet es, wenn Ihr Kind sie nachts hat?

Magenschmerzen – oft beschrieben als Ziehen, Drücken oder Stechen in der Magenregion – sind äußerst unangenehm und können einem regelrecht den Schlaf rauben. Wenn Ihr Kind nachts an Magenschmerzen leidet, kommen viele mögliche Ursachen dafür infrage. Doch welche Gründe genau sorgen dafür, dass Ihr Schützling sich unruhig hin und her wälzt?

Mädchen liegt im Bett: Magenschmerzen treten bei Kindern oft auch nachts auf

Stress und ein zu üppiges Abendessen können bei Ihrem Kind nachts zu Magenschmerzen führen

Nicht nur die möglichen Begleiterscheinungen von Magenschmerzen wie etwa Erbrechen, Übelkeit, Völlegefühl oder Sodbrennen sind zahlreich. Auch gibt es mehr als eine denkbare Ursache dafür. Nachfolgend informieren wir Sie über die Faktoren, die sehr häufig nachts bei einem Kind Magenschmerzen auslösen können.

Üppige Mahlzeiten

Als junger Mensch kann es noch etwas schwerer fallen mit dem Essen aufzuhören, wenn es so richtig gut schmeckt. Oft sind gerade ungesunde Nahrungsmittel wie Süßigkeiten oder Pommes frites die, von denen die Kleinen fast nicht genug bekommen können.
Ein Problem besteht darin, dass sich eine Essenseskalation oft in der Nacht bemerkbar macht. Gerade, wenn ein Kind sich kurz vor dem Zubettgehen so richtig den Bauch vollschlägt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass nachts Magenschmerzen entstehen.

Einer der Gründe: Ein voller Magen hat eine prall gespannte Magenwand zur Folge, die Schmerzen verursacht. Zudem führt eine große Menge an sehr fetthaltiger oder süßer Nahrung zu einer vermehrten Produktion von Magensäure. Deren mögliche Konsequenz: Sodbrennen und saures Aufstoßen. Darüber hinaus ist in der Nacht auch die Verdauung langsamer als tagsüber.

Emotionen

Kurz vor dem Einschlafen schießen nicht nur Erwachsenen, sondern schon den Kleinsten die Gedanken nur so in den Kopf – der Mathetest am Dienstag, das Fußballturnier am Wochenende… Stress, Angst, Freude und Co. kommen daher auch bei Kindern oft vor dem Einschlafen oder nachts auf und verursachen mitunter Magenschmerzen. Wahrscheinlich hat auch Ihr Kind schon Bekanntschaft mit diesem kaum zu beschreibenden „nervösem Gefühl im Bauch“ gemacht. Es lässt sich nur schwer bestreiten, dass die Psyche auf den Magen schlagen kann. Die Gründe, weshalb das so ist, sind noch nicht im Detail ausgemacht.

Vermutet wird jedoch, dass das „Bauchhirn“ eine Rolle spielen könnte. Mediziner bezeichnen es auch als Enterisches Nervensystem (ENS). Es handelt sich dabei um ein Geflecht aus Millionen von Nerven, welche unter anderem die Nahrungsverarbeitung regulieren, die Produktion der Verdauungssäfte in Gang setzt und Muskelbewegungen im Magen steuern. Zudem steht das ENS in Verbindung mit dem Gehirn. Daher haben Emotionen gewisse Effekte auf das Nervensystem im Bauchraum. So fördert Stress beispielsweise die Produktion von Magensäure und beeinflusst die Bewegung der Magenmuskulatur.

Krankhafte Ursachen für Magenschmerzen in der Nacht bei Kindern

Neben Stress und zu viel Essen sind unter anderem auch die nachfolgend aufgelisteten Punkte denkbare Ursachen für nächtliche Magenschmerzen:

  • Refluxkrankheit: Betroffene haben das Problem, dass die aufgenommene Nahrung im Magen teilweiße wieder in die Speiseröhre zurückfließt, weil bei ihnen der Schließmuskel zwischen Magen und Speisröhre eine Fehlfunktion hat. Es kommt dadurch zu Sodbrennen. Dabei handelt es sich um den brennenden Schmerz, den die Magensäure verursacht, wenn sie über die Speiseröhre in Richtung Hals aufsteigt. Zu den Symptomen der Krankheit, die auch ein Kind bekommen kann, gehören Magenschmerzen tagsüber oder auch in der Nacht sowie saures Aufstoßen. Eine übermäßige Produktion von Magensäure ist nachteilig für Erkrankte. Zur gesteigerten Herstellung kommt es zum Beispiel durch hastiges Essen oder den übermäßigen Konsum von Süßigkeiten.
  • Magenschleimhautentzündung: Sie ist auch unter dem Namen Gastritis bekannt. Bei Kindern, die damit zu kämpfen haben, hat sich die Magenschleimhaut – sie kleidet den Magen von innen aus – entzündet. Dazu kommen kann es beispielsweise durch fetthaltiges Essen, eine Infektion oder Stress. Auch bei einem Kind sind typische Symptome Magenschmerzen – auch nachts – Übelkeit, Appetitlosigkeit und Erbrechen.

Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren, die bei Ihrem Schützling zu Magenbeschwerden führen können. Zu ihnen zählen: ein Reizmagen, Dreimonatskoliken und Magen-Darm-Infektionen.

Nachts Magenschmerzen? Das hilft Ihrem Kind

In vielen Fällen ist eine harmlose Ursache daran schuld, wenn ein Kind nachts Magenschmerzen hat. Gehen Sie dennoch unbedingt mit Ihrem Schützling zum Kinder- oder Hausarzt, wenn er regelmäßig nachts Magenschmerzen bekommt und/oder die Beschwerden nicht nachlassen. Wenn Sie sich unsicher sind, sollten Sie auch schon beim erstmaligen Auftreten einen Arzt aufsuchen. Mediziner haben die erforderlichen Mittel und Kenntnisse, um herauszufinden, was die Beschwerden verursacht. Anhand der gestellten Diagnose weiß ein Fachmann, ob möglicherweise Medikamente seinem kleinen Patienten helfen und welche weitere Behandlung zu empfehlen ist. So ist es denkbar, dass einem Kind mit einer Gastritis dazu geraten wird, auf fetthaltige Nahrung und Süßigkeiten zu verzichten, bis die Entzündung überstanden ist, um den Magen zu schonen. Hingegen können bei einer Refluxkrankheit unter andrem Magensäure neutralisierende Arzneimittel helfen.

Hausmittel
Sie als Mutter oder Vater sollten wissen, dass es auch bewährte Hausmittel gegen Magenschmerzen gibt. Beispielsweise können Bauchmassagen und Bauchwickel schon bei Säuglingen Maßnahmen zur Schmerzlinderung sein.

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