Sodbrennen in der Schwangerschaft – das steckt dahinter

Neben den klassischen Schwangerschaftsanzeichen wie Müdigkeit, Heißhunger oder Übelkeit kann Sodbrennen ein erstes Anzeichen dafür sein, dass Sie ein Baby erwarten. Meistens aber tritt es erst gegen Ende der Schwangerschaft auf. Im letzten Schwangerschaftsdrittel klagt ein Großteil der werdenden Mütter über Aufstoßen oder Sodbrennen.

Frau leidet an Sodbrennen in der Schwangerschaft

So äußert sich Sodbrennen in der Schwangerschaft

Folgende Symptome sind typisch für Sodbrennen:

  • brennende Schmerzen hinter dem Brustbein (vom Oberbauch aufsteigend)
  • saures oder bitteres Aufstoßen
  • unangenehmer Geschmack im Mund
Die Ursache für Sodbrennen – sowohl allgemein als auch in der Schwangerschaft ist Magensäure, der es gelungen ist, in die Speiseröhre zurückzufließen und dort Schmerzen zu verursachen. Langfristig kann der saure Magensaft auch zu Schädigungen in der Speiseröhre führen.

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Welche Gründe stecken hinter Sodbrennen in der Schwangerschaft?

Täglich produziert unser Körper bis zu drei Liter Magensaft1. Darin enthalten ist die für die Verdauung wichtige Magensäure. Diese schafft ein saures Milieu und ist ein entscheidender Bestandteil des Verdauungsprozesses. In Kombination mit der Peristaltik des Magens wird mit ihrer Hilfe die Nahrung, die wir zu uns genommen haben, zerkleinert und so aufbereitet, dass die enthaltenen Nährstoffe gut aufgenommen werden können.

Zusätzlich tötet die Säure schädliche Bakterien ab. Dem Magen selbst macht dieser Vorgang nichts aus – er hat im gesunden Zustand eine dicke Schutzschicht – was auf die Speiseröhre nicht zutrifft. Gerät nun Magensäure oder angedauter Essensbrei in die Speiseröhre und reizt diese, dann führt das zu Beschwerden, die allgemein als Sodbrennen bezeichnet werden. Gewisse Faktoren können diesen Vorgang verstärken und sind zum Teil verantwortlich für Sodbrennen in der Schwangerschaft.

Dazu gehört:
  • unausgewogene Ernährung, zum Beispiel viel Zucker, zu scharfes oder sehr fettreiches Essen
  • hektisches Essen
  • Genussmittel wie Kaffee (Nikotin und Alkohol können ebenfalls Sodbrennen auslösen, sind jedoch in der Schwangerschaft und Stillzeit ohnehin tabu)
  • Übergewicht

Eine Diagnose zu stellen, ist für den Arzt nicht immer einfach, da es viele mögliche Auslöser gibt. Einer kann aber mit Sicherheit ausgeschlossen werden: die Haarpracht des Babys.

Schon gewusst? Ein Ammenmärchen besagt, dass ein Baby mit vielen Haaren das unangenehme Brennen auslösen könne. Angeblich, weil die Haare den Magen der Mutter kitzeln. Das ist allerdings schon rein anatomisch gar nicht möglich.

Sodbrennen: Warum gerade in der Schwangerschaft?

Dass so viele Frauen gerade in der Schwangerschaft zum ersten Mal mit Sodbrennen zu kämpfen haben, hat mehrere Gründe. Zum einen spielen die Schwangerschaftshormone eine Rolle. Sie machen die glatte Muskulatur weicher, um den Körper an die neuen Bedingungen anzupassen und auf die Geburt vorzubereiten. Und damit werden auch solche Muskeln schlaffer, bei denen das gar nicht vorgesehen ist, wie der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen. Das führt zu einem Rückfluss der Magensäure, einem sogenannten Reflux. Zum anderen drückt das Baby mit fortschreitender Größe immer mehr auf den Magen und nimmt ihm Platz weg. Dadurch kann ebenfalls Magensäure nach oben gedrückt werden.

Sodbrennen in der Schwangerschaft: Wann ist ein Arztbesuch nötig?

Hinter dem Sodbrennen können sich auch schwerwiegendere Gründe verbergen, wie zum Beispiel eine Magenfunktionsstörung, eine Entzündung der Speiseröhre oder Asthma. Entscheidend für die Diagnose sind die das Sodbrennen begleitenden Symptome, wie:

  • Völlegefuehl,
  • Magenschmerzen,
  • Druckschmerzen am Brustbein oder
  • ein dauerndes Hüsteln oder Räuspern.

Diese Anzeichen können auf ernsthafte Erkrankungen hindeuten. Obwohl Sodbrennen in der Schwangerschaft meist harmlos ist, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, falls Sie bei sich eines der Warnhinweise entdecken sollten.

Sodbrennen in der Schwangerschaft: Folgen und Gegenmaßnahmen

Hält Sodbrennen lange an und kommt es zu einer dauernden Säurebelastung für die Speiseröhre, können dadurch Folgeschäden entstehen. Man spricht in einem solchen Fall von der Refluxerkrankung. Beim Sodbrennen wird die Produktion der Magensäure in der Regel angekurbelt. Daher hilft es, Lebensmittel zu sich zu nehmen, die die Magensäure wieder binden. Darunter fallen:

  • geschälte süße Mandeln
  • Haferflocken
  • Zwieback
  • Weißbrot
  • Bananen

Es gibt zahlreiche sanfte Methoden und Hausmittel, die Linderung und sogar Abhilfe bei Sodbrennen in der Schwangerschaft verschaffen können. Dazu gehört das Essen beziehungsweise Trinken von Milchprodukten oder der Genuss einer frischen Ananas. Zunächst sollten Schwangere auf diese Hilfsmittel zurückgreifen.

Medikamente gegen Sodbrennen – geht das in der Schwangerschaft?

Helfen Hausmittel alleine nicht oder sind die Beschwerden so stark, dass sie beeinträchtigend wirken, dann gibt es Medikamente gegen das Sodbrennen, die auch eine werdende Mutter in der Schwangerschaft einnehmen darf, ohne sich Sorgen um ihr Baby machen zu müssen. Diese Arzneimittel sind teilweise rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, ihre Einnahme sollte aber immer mit einem Arzt oder zumindest der Hebamme abgesprochen werden.

Ist Sodbrennen während der Schwangerschaft gefährlich für das Baby?

Sodbrennen tritt normalerweise phasenweise auf und hat viel mit den Lebensumständen zu tun. Auch wenn die Sodbrennen sehr unangenehm sein können und das Lebensgefühl beeinträchtigen: Sodbrennen in der Schwangerschaft stellt in der Regel keine Gefahr für das Baby dar. Wenn Sie nicht bereits vor der Schwangerschaft unter Magenproblemen gelitten haben, ist es meist eine vorübergehende Erscheinung. Sind die Beschwerden allerdings sehr stark und besteht der Verdacht auf eine Refluxkrankheit, dann sollten Sie sich in Behandlung begeben, damit es nicht zu Komplikationen kommt.

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Tipps gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft

Folgende Ratschläge helfen gerade in der Schwangerschaft, das Problem Sodbrennen zu minimieren:

  • Nahrungsmittel meiden, die Sodbrennen fördern können
  • nach einer Mahlzeit nicht sofort hinlegen, sondern aufrecht bleiben und am besten bewegen
  • erhöhtes Schlafen kann helfen: dazu den Oberkörper etwas höher lagern
  • vor allem abends keine fettreichen, scharfen oder sehr süßen Speisen mehr zu sich nehmen
  • auf kohlensäurehaltige Getränke verzichten und in den letzten Stunden vor dem Schlafengehen möglichst nichts mehr essen
  • mehrere kleine Mahlzeiten am Tag einnehmen, anstatt drei großen
  • immer wieder zu eiweißreichen Lebensmitten und Milchprodukten wie Joghurt oder Quark greifen, da diese die Magensäure neutralisieren können
  • Kaugummi kauen – das bildet Speichel und der wiederum hilft dem Magen, überschüssige Säure schneller abzutransportieren
  • viel bewegen und bewusst atmen

Da auch Stress ein Auslöser für Sodbrennen sein kann und während der Schwangerschaft grundsätzlich ungünstig ist, ist es wichtig, dass Sie sich regelmäßig Auszeiten gönnen. Planen Sie zum Beispiel täglich einen Spaziergang ein.

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1Informationen für Patienten. Magengeschwür und Magenkrebs, URL: https://www.baermed.ch/upload/cms/user/MagengeschwrundMagenkrebs.pdf (22.03.2018)