Schwanger und Stimmungsschwankungen: Auswirkungen des Hormon-Karussells

Mama werden bedeutet, neun Monate voller Vorfreude auf das Baby zu warten und die letzten Wochen zu zweit zu genießen – doch Angst und Sorge sind ebenfalls Gefühle, mit denen viele schwangere Frauen manchmal umgehen müssen. Gerade im ersten Drittel der Schwangerschaft, wenn die Hormone verrücktspielen, kommt es häufig zu Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft. Wichtig zu wissen ist, dass Sie damit nicht alleine sind, die Achterbahnfahrt der Gefühle bald ein Ende hat und Sie stolz auf Ihren Körper sein können.

Schwangere Frau hat Stimmungsschwankungen und streitet mit Partner

Neue Lebenssituation führt zu Stimmungsschwankungen bei Schwangeren

Die Schwelle zwischen Glück und Traurigkeit ist sehr gering und obwohl Sie eigentlich glücklich sein sollten, sind die Tage mit Frust und Aggressionen durchwachsen. Leichte Stimmungsschwankungen haben alle Menschen, abhängig von der Lebenssituation und dem Tagesablauf, gibt es Hoch- und Tiefphasen. Doch schwangere Frauen erleben diese oft viel intensiver und häufiger.

Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft können durch die veränderte Lebenssituation entstehen. Die Familie vergrößert sich und die Verantwortung steigt – da ist es verständlich, dass die Sorge um die Zukunft zunimmt. Anstatt Freude erleben viele Frauen Traurigkeit und vielleicht sogar Frust. Alle Fragen rund um die Geburt schwirren Ihnen durch den Kopf – klar, dass Sie nervös und teilweise überfordert auf die neue Situation reagieren.

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Stimmungsschwankungen und Schwanger: Die Rolle der Hormone

Die zweite Ursache für Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft sind neben der sich verändernden Lebenssituation die Hormone. Ob wir glücklich sind oder nicht, wird von sogenannten Neurotransmittern bestimmt. Neurotransmitter sind Botenstoffe, die beispielsweise in unserem Gehirn für die Kommunikation zwischen Nervenzellen sorgen. Dadurch, dass sie zur Verständigung innerhalb des Nervensystems beitragen, sind Neurotransmitter an nahezu jedem Vorgang unseres Körpers beteiligt – unter anderem an der Entstehung von Emotionen.

Im Körper nicht-schwangerer Frauen produzieren die Eierstöcke die Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Während der Schwangerschaft wird diese Herstellung vom Mutterkuchen, der zudem für die Nährstoffversorgung des Embryos zuständig ist, übernommen. Bis die „Produktionsübergabe“ vollendet ist, treten bei vielen Schwangeren Stimmungsschwankungen auf und die Gefühlslage wird aus der Bahn geworfen. Die Umstellung ist circa ab dem vierten Schwangerschaftsmonat also nach dem ersten Trimester beendet, weshalb Schwangere nach dieser Zeit häufig eine Besserung der Stimmungsschwankungen wahrnehmen.

Der „feel-good“ Botenstoff Serotonin

Neben den Aufgaben, uns glücklich zu machen und uns beim Einschlafen zu helfen, ist das Glückshormon auch für andere Funktionen zuständig:

  • Es beeinflusst den Magen-Darm-Trakt unter anderem durch Stimulation der Darmmotorik und -sekretion (Absonderung).
  • Serotonin spielt eine Rolle im Herz-Kreislauf-System, indem es zum Beispiel den Blutdruck reguliert.
  • Der Augeninnendruck wird von diesem Botenstoff gesteuert.
  • Ein Mangel kann zu depressiven Verstimmungen führen.

Stimmungsschwankungen und schwanger – diese Kombination existiert aufgrund der Wirkung eines bestimmten Neurotransmitters, dem Serotonin. Es wird auch als „Glückshormon“ bezeichnet und trägt dazu bei, ob wir uns glücklich fühlen oder nicht. Serotonin bringt uns innere Ruhe, wirkt einschlaffördernd, schmerzhemmend, entspannend und sorgt für Motivation, wenn wir sie brauchen. Was genau haben jetzt Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft und Serotonin gemeinsam? Die Entstehung des Glückshormons wird von den Geschlechtshormonen beeinflusst. Da Östrogen aber in der Schwangerschaft einer großen Umstellung unterliegen, verändert sich auch die Bildung von Serotonin. Eine Folge ist die verminderte Wirkung von Serotonin, wodurch die veränderte Gefühlslage bei Schwangeren entsteht.

Stimmungsschwankungen sind auch nach der Schwangerschaft möglich:

Nach der Geburt haben Sie es bald geschafft. Allerdings ist die hormonelle Achterbahnfahrt des weiblichen Körpers noch nicht ganz zu Ende: Da die Plazenta die Produktion der Geschlechtshormone übernommen hat und diese zusammen mit der Nabelschnur nach der Entbindung ausgeschieden wird, kommt es zu einem drastischen Abfall der Hormone Östrogen und Progesteron. Dieser kann sich ebenfalls auf die emotionale Stimmung der Frauen auswirken und eine sogenannte Wochenbettdepression zur Folge haben.

Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft: So finden Sie zurück zur Balance

Nicht nur der Partner, sondern auch man selbst leidet unter der eigenen Launenhaftigkeit. Aber versuchen Sie sich immer vor Augen zu halten, dass mit Ihnen gerade etwas Wunderbares passiert und geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich auf die Veränderung einzustellen. Nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel legen sich die Stimmungsschwankungen und Sie werden sich sehr wahrscheinlich emotional gefestigter fühlen. Stimmungsschwankungen und schwanger – diese Zustände müssen nicht immer zusammen auftreten, denn auch während der Phase der verwirrten Gefühlswelt können ein paar Tipps helfen, sich besser zu fühlen:

  • Suchen Sie das Gespräch mit Partner, Verwandten und Freunden. Ihr Partner hat es in dieser Phase ebenfalls nicht ganz einfach und kann eventuell nicht verstehen, warum Sie erst lachen und im nächsten Moment weinen und rummeckern. Sich mitteilen und erzählen, warum Sie sich so verhalten, welche Ängste Sie haben und was Sie in diesen Momenten der Traurigkeit am meisten brauchen, kann sowohl Ihnen als auch dem Partner helfen, die Situation richtig einzuordnen.
  • Hebamme und Frauenarzt tragen zur Beruhigung bei. Eine fachliche Beratung und vertraute Gespräche sorgen bei vielen Frauen für Sicherheit. Hebammen und Ärzte haben es schon mit vielen werdenden Müttern und Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft zu tun gehabt und können daher beruhigende Worte aussprechen und Ihnen helfen.
  • Gönnen Sie sich Wohlfühlzeiten. Ob ein Kinobesuch mit der besten Freundin oder einfach nur ein Entspannungsbad am Abend mit einer guten Lektüre – tun Sie etwas für sich, das Sie glücklich macht und auf andere Gedanken bringt.
  • Sport hilft als Ausgleich und für gute Laune. Auch schwangere Frauen dürfen Sport machen, allerdings nur so viel, wie der Körper zulässt. Die Sportarten Schwimmen oder Nordic Walking zum Beispiel sind sehr gut geeignet, um dem Alltag zu entfliehen und dem Körper etwas Gutes zu tun. Zusätzlich regt Sport die Bildung des Glückshormons Serotonin an, an dem es gerade Schwangeren mit Stimmungsschwankungen mangelt. Nach einem Workout fühlen Sie sich glücklich und in Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung tun Sie gleichzeitig Ihrer Gesundheit einen Gefallen.
Fazit: Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft sind ganz normal und werden unter anderem durch hormonelle Schwankungen hervorgerufen. Machen Sie sich also keine Sorgen, diese Phase geht wieder vorbei und Sie können dann wieder voller Vorfreude auf das bevorstehende Ereignis blicken.

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