Kind sein ist manchmal schmerzhaft – diese Wundarten gibt es

Die Welt aus Kindersicht ist aufregend und spannend: Alles möchte angefasst, erkundet und ausprobiert werden. So werden die Bastelschere, ein herkömmliches Wasserglas oder der frisch gebackene und noch heiße Kuchen jedoch für Kinder auch schnell zur Gefahr. Die Folgen: Schnitt-, Schürf-, Brandwunden und Co. Welche Wundarten besonders häufig bei Babys auftreten und was charakteristisch für diese ist, lesen Sie hier.

Mutter schaut sich Wunde ihres Kindes an

Autsch! Wenn das Baby hinfällt und eine Schürfwunde entsteht

Wenn Babys Laufen lernen, sind sie meist noch recht wackelig auf den Beinen. Daher kann es schnell passieren, dass es sich das Knie oder den Ellenbogen aufschlägt: Eine Schürfwunde tut dem Sprössling ganz schön weh. Meist wird bei dieser Wundart lediglich die oberste Hautschicht durch harten Untergrund wie Kies oder Asphalt abgeschabt. Das blutet zwar nicht, ist für das Baby aber trotzdem sehr schmerzhaft, da die Nervenzellen der Haut bei einer Schürfwunde verletzt werden.

Auch wenn Ihr Baby wahrscheinlich vor Schmerzen schreien wird – eine Schürfwunde ist eine der Wundarten, die für Menschen eher ungefährlich ist. Für das Kind sind nun die tröstenden Arme seiner Mutter das A und O. Zudem sollte sie sich die Wunde genau anschauen und dabei auf Folgendes achten:

  1. Ist die Wunde stark verschmutzt? Wenn die aufgeschürfte Stelle dreckig ist, dann muss diese zuerst mit lauwarmem Wasser gereinigt werden.
  2. Sind kleine Fremdkörper zu sehen? Falls ja, können Mütter diese vorsichtig mit einer Pinzette entfernen.
  3. Stecken größere Steine oder Splitter in der Wunde fest und blutet sie stark? In diesem Fall ist es ratsam, sich an einen Arzt zu wenden, damit dieser die großen Fremdkörper professionell entfernt und die Blutung stillt.

Eine sorgfältige Erstversorgung der Schürfwunde bei Ihrem Baby ist sehr wichtig, damit die Heilung reibungslos ablaufen kann. Um zu verhindern, dass Fremdkörper wie Keime leicht in die aufgeschürfte Hautstelle eindringen können, ist es in jedem Fall wichtig, dass Sie diese Wundart nach der Reinigung desinfizieren und anschließend mit einem sterilen Verband abdecken.

Achtung

Da sich Tetanus-Erreger im Erdboden aufhalten, sollten Babys möglichst früh gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) geschützt werden, um eine Ansteckung durch eine Schürfwunde zu verhindern. Im Notfall kann jedoch noch eine Impfung in der Notaufnahme gemacht werden.

Messer, Schere, Feuer, Licht sind für kleine Baby Finger nichts: Brand- und Schnittwunden

Die Schürfwunde ist bei Babys und Kindern wohl die häufigste unter den Wundarten. Genauso schnell kann jedoch auch die Schere beim Basteln oder ein unachtsamer Moment in der Küche die Ursache für eine Schnittwunde am Finger des Kindes oder Babys werden. Im ersten Moment fährt den Eltern der Schreck in die Knochen, vor allem, wenn die Schnittwunde am Finger des Babys zu bluten beginnt. Dabei ist das austretende Blut nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass es sich um eine besonders schlimme Verletzung handelt, es zeigt lediglich, dass der Schnitt mehrere Hautschichten durchstoßen hat. Die Blutung kann sogar von Vorteil sein, da so Keime und Krankheitserreger direkt wieder ausgespült werden. Wenn die Schnittwunde übermäßig stark blutet und nicht gestoppt werden kann, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er kann dann überprüfen, ob größere Blutgefäße, Sehnen oder Nerven betroffen sind.

Vorsicht: Wildes Fleisch

Wildes Fleisch ist der umgangssprachliche Begriff für die Bildung von jungem Bindegewebe im Rahmen der Wundheilung, das stark von kleinen Blutgefäßen durchzogen ist. Bei auseinanderklaffenden Wundrändern – wie bei einer Schnittwunde – kann es etwa drei bis zehn Tage nach der Verletzung entstehen. Wildes Fleisch wächst ausgehend vom Wundrand ins Zentrum und bildet sich, um den Wundverschluss zu gewährleisten. Um das zu verhindern, muss die eingeschnittene Stelle – zum Beispiel mit Pflastern – wieder möglichst nah zueinander gebracht werden.

Eine weitere typische Wundart bei Kindern ist die Brandwunde. Häufig ist die Küche bei dieser Verletzung der Ort des Geschehens: Ob ein heißer Topf, die noch nicht abgekühlte Herdplatte oder frisch gebackene Plätzchen aus dem Ofen – die kleinen Kinderhände möchten alles entdecken und anfassen. Einmal nicht hingeschaut und schon hat sich Ihr Baby verbrannt. Harmlose Verbrennungen, also solche, die nur die oberste Hautschicht betreffen, können mühelos zu Hause behandelt werden. Dafür halten Sie die betroffene Stelle direkt unter lauwarmes laufendes Wasser. Bei großflächigen oder sehr tiefen Verbrennungen, vor allem im Gesicht sowie Anzeichen einer Entzündung (Eiter, Rötung, Schwellung) sollten Sie mit Ihrem Kind sofort einen Arzt aufsuchen. Bei einem Baby sollte sogar der Notarzt verständigt werden.

Diese Wundarten gibt es noch

Verletzungsmöglichkeiten für Kinder gibt es viele, daher sind auch die Wundarten vielfältig. Schürf-, Schnitt- und Brandwunden treten zwar wohl am häufigsten bei Kindern und Babys auf, doch noch weitere Wundarten sind möglich:

  • Splitterwunde: Diese Wundart entsteht vor allem draußen beim Spielen durch Holzspäne Dornen oder andere Splitter, die in der Haut stecken bleiben. Wichtig ist hierbei, dass Eltern immer den Fremdkörper aus der Haut ihres Kindes entfernen, um eine Entzündung zu vermeiden.
  • Platzwunde: Kinder stoßen beim gemeinsamen Spiel oft mit den Köpfen zusammen – und schon ist es passiert: eine Platzwunde. Häufig treten Platzwunden am Kopf auf, da dort die Haut direkt auf dem Schädelknochen aufliegt. Wenn sie nicht sachgemäß behandelt werden, hinterlassen sie leicht Narben. Es ist daher wichtig, zur Erstversorgung einen Arzt aufzusuchen. Dieser entscheidet dann auch, ob diese Wundart genäht werden muss.
  • Bisswunde: Familien, die Haustiere haben, kommt diese Situation sicher bekannt vor: Unbeabsichtigt zieht das Baby der Katze am Schwanz oder wird übermütig beim Spielen mit dem Hund – das Tier beißt zu. Auch wenn die Wundart zunächst recht harmlos aussieht, täuscht das bei Bisswunden oft. Reinigen und desinfizieren Sie die Stelle zunächst sorgfältig. Im besten Fall besuchen Sie einen Arzt, da hier die Infektionsgefahr besonders hoch ist. Eine wichtige Information ist für den Arzt, ob eine Tollwut-Impfung vorliegt.

Ganz egal welche Wundart sich Ihr Kind zugezogen hat, die Zuwendung seiner Eltern ist nach der Verletzung das Wichtigste: Nehmen Sie Ihren Sohn oder Ihre Tochter in den Arm und trocknen Sie die Tränen.

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