Dreimonatskoliken: Wenn Babys ohne ersichtlichen Grund viel weinen

3. Dezember 2019
19 Min.

Unruhe, abendliche Schreiattacken und ein harter Bauch beim Baby – dahinter stecken oft die sogenannten Dreimonatskoliken. Der Name kommt zustande, weil sich die Beschwerden bei der Mehrzahl der Kinder nach drei Monaten bessern oder ganz verschwinden und Mediziner ursprünglich davon ausgingen, dass heftige Bauchschmerzen dafür verantwortlich sind. Ganz sicher ist man sich allerdings heute nicht mehr, weswegen auch von exzessivem Schreien oder einer Regulationsstörung die Rede ist. Doch was ist bislang zu den Ursachen bekannt und wie können Eltern ihren Babys helfen?

Baby weint wegen Dreimonatskoliken, deren Ursachen jedoch noch nicht bekannt sind.


Inhaltsverzeichnis



Das Wichtigste auf einen Blick

  • Das Baby schreit unaufhaltsam, krümmt sich und lässt sich kaum oder gar nicht beruhigen – all das können Anzeichen für Dreimonatskoliken beziehungsweise Regulationsstörungen sein.
  • Lange hielt man Blähungen beziehungsweise Koliken für die Ursache der Schreiattacken. Mittlerweile wird jedoch davon ausgegangen, dass ein Zusammenspiel mehrere Faktoren dafür verantwortlich ist.
  • Dem ständigen Weinen von Säuglingen können anstelle der Regulationsstörung auch andere Auslöser wie das KiSS-Syndrom oder Unverträglichkeiten zugrunde liegen.
  • Auch wenn es noch kein Allheilmittel gibt, haben Eltern verschiedene Möglichkeiten um Regulationsstörungen zu lindern oder ihnen vorzubeugen.

Dreimonatskoliken: Woran sind Sie zu erkennen?

Dass Babys hin und wieder weinen ist ganz normal und sollte für Eltern kein Anlass zur Beunruhigung sein. Wenn das allerdings zum Dauerzustand wird und das Kind ohne ersichtlichen Grund ständig weint, wird es als „Schreibaby“ bezeichnet. Als Faustregel, ob die Brüll-Attacken noch in der Norm sind oder nicht, wird häufig die 3er-Regel herangezogen: Demnach wird ein Säugling als Schreibaby bezeichnet, wenn er mehr als drei Stunden pro Tag, an mindestens drei Tagen in der Woche, über einen Zeitraum von drei Wochen schreit. In diesem Fall sollte ein Kinderarzt zu Rate gezogen werden, der den Verdacht bestätigen oder andere Ursachen für die Schreiattacken finden kann. Folgende Merkmale sind darüber hinaus typisch:

  • Die Unruheneigung beginnt vor allem in den späten Abendstunden.
  • Das Baby hat während der Schreiattacken ein ganz rotes Gesichtchen.
  • Der Bauch fühlt sich hart und prall an.
  • Der Säugling zieht die Beinchen häufig zum Körper hin.2

Dreimonatskoliken beginnen meist in der zweiten und haben ihren Höhepunkt in der sechsten Lebenswoche.3 Betroffene Kinder lassen sich nur schwer beruhigen. Aber keine Sorge: Je älter das Baby wird, desto kürzer werden die Schreimomente. Bis zur 12. Lebenswoche nehmen die Unruhe-Episoden in der Regel wieder ab, nur selten dauern sie über das komplette erste Halbjahr hinweg an.1

Welche Ursachen sind für Dreimonatskoliken bekannt?

Die genauen Ursachen der Dreimonatskoliken beim Baby sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Dabei scheint es nicht nur einen einzelnen Auslöser zu geben, vielmehr ist ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren denkbar. Derzeit werden diskutiert:

  • Schwierigkeiten des Babys, sich selbst zu beruhigen
  • Überempfindlichkeit gegenüber Reizen aus der Umwelt
  • Müdigkeit infolge von Schlafmangel
  • Störungen der Darmflora

Da das Schreien oft nach den Mahlzeiten anfängt und sich nach dem Abgang von Darmgasen kurzfristig bessert, wurde lange davon ausgegangen, dass der Grund für das Schreien Koliken (krampfartige Anfälle von Schmerzen) infolge von Blähungen sind. Dagegen spricht jedoch, dass in Röntgenaufnahmen keine Unterschiede bezüglich der Darmgasmengen zwischen vermehrt und weniger oft schreienden Säuglingen festgestellt werden konnten.1 Der harter Bauch lässt sich beispielsweise nicht nur durch Bauchschmerzen erklären, sondern auch durch eine angespannte Bauchmuskulatur, die zum Schreien benötigt wird.

Wahrscheinlicher ist, dass das ständige Gebrüll Ausdruck einer verzögerten Verhaltensregulation ist. Demnach reagieren Schreibabys sehr sensibel auf Reize aus der Umgebung oder dem eigenen Körper (zum Beispiel Grummeln im Bauch). Zudem haben sie häufig Ess- oder Schlafprobleme.4

Gute Nachricht:

Viele Eltern mit Schreibaby befürchten, dass sich diese zu Kindern mit einem schwierigen Verhalten entwickeln könnten. Wie eine australische Studie aus dem Jahr 2018 klarstellte, müssen sich Eltern diesbezüglich aber keine Sorgen machen. Die Dreimonatskoliken haben den Ergebnissen der Studie nach keinerlei Einfluss auf die langfristige Entwicklung der Kinder.5

Dreimonatskoliken – oder doch etwas anderes?

Erste Ansprechpartner, wenn ein Baby unaufhörlich und oft weint, sind die Nachsorgehebamme und der Kinderarzt. Sie können für Gewissheit sorgen, ob eine andere Krankheit für die Beschwerden verantwortlich ist oder tatsächlich Dreimonatskoliken beim Baby vorliegen. Der Kinderarzt befragt die Eltern genau und wird – sofern erforderlich – weitere Untersuchungen veranlassen, wie beispielsweise Ultraschallaufnahmen, Röntgenuntersuchungen oder die Analyse von Blut- beziehungsweise Stuhlproben.

Folgende Ursachen können ebenfalls das Schreien des Babys auslösen und sollten daher vom Arzt abgeklärt werden:



Wichtig:

Das Kind muss unbedingt einem Arzt vorgestellt werden, wenn es

  • schlecht trinkt und nicht zunimmt,
  • sehr viel schläft, apathisch und lustlos wirkt,
  • eine sehr blasse Haut hat oder
  • häufig erbricht.

Auch wenn andere nicht erklärbare Krankheitszeichen hinzukommen, beispielsweise Fieber, Durchfall, Verstopfung oder ein ständig harter Bauch, suchen Sie bitte einen Arzt auf. Gleiches gilt, wenn das Kind sehr schrill schreit und sich spätestens nach einer Stunde gar nicht beruhigen lässt. Dahinter stecken dann vielleicht keine Dreimonatskoliken, sondern beispielhaft ein Leistenbruch oder eine Darmeinstülpung mit Darmverschluss – ein Notfall, der sofort behandelt werden muss.

Unverträglichkeiten als Ursache für das exzessive Schreien ausschließen

Alternative Erklärungen, wenn Babys nach dem Essen viel quengeln, können eine Kuhmilchallergie oder eine Milchzuckerunverträglichkeit (auch Laktoseintoleranz) sein. Bei der Allergie kommt es zu einer krankhaften Abwehrreaktion des Immunsystems auf die in der Milch enthaltenen Eiweißkomponenten. Der Körper bildet gegen das Eiweiß Abwehrstoffe (Antikörper) und bekämpft den sonst harmlosen Inhaltsstoff. Bei Babys sind Allergien auf Nahrungsmittel kein Einzelfall, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist.

Aha!

Eine Kuhmilchallergie können sowohl Flaschenkinder als auch gestillte Säuglinge entwickeln. Denn auch über die Muttermilch kommt das Baby in Kontakt mit dem Kuhmilcheiweiß.6 Um zu überprüfen, ob das Kind eine Kuhmilchallergie hat, sollten stillende Frauen daher mehrere Wochen vollständig auf Milch sowie Milchprodukte verzichten und beobachten, ob sich die Beschwerden des Kindes bessern.

Liegt eine Laktoseintoleranz vor, ist das Immunsystem dagegen nicht beteiligt, es bildet also auch keine Antikörper. Hierbei führt der Milchzucker (Laktose) zu Verdauungsproblemen, da er nicht in kleinere Bestandteile aufgespalten und verwertet werden kann. Eine Intoleranz ist bei Babys allerdings selten, sie entwickelt sich meist erst später und kommt häufiger bei älteren Kindern und Erwachsenen vor.

KiSS-Syndrom als weiterer Grund für unaufhörliches Weinen

Als weitere Ursache für exzessives Schreien wird häufig das sogenannte KiSS-Syndrom diskutiert. Hinter der Abkürzung KiSS verbirgt sich die Kopfgelenk-induzierte Symmetriestörung. Diese wird unter anderem für Verhaltensauffälligkeiten und Störungen der Körperhaltung bei Säuglingen und Kleinkindern verantwortlich gemacht. Man geht davon aus, dass das Syndrom Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule auslöst und durch eine Verschiebung der Wirbelgelenke während der Geburt entsteht. Einige Alternativmediziner diagnostizieren KiSS und versuchen die Blockaden und Verhärtungen durch verschiedene Therapien (zum Beispiel mit Osteopathie, Chiropraktik, Atlastherapie) zu lösen.

In der klassischen Schulmedizin ist die Diagnose jedoch nach wie vor sehr umstritten. Der Zusammenhang zwischen Fehlhaltungen und dem anhaltenden Schreien von Babys konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Was können Eltern bei Dreimonatskoliken tun?

Eltern beruhigen Kind, als Hilfe gegen Dreimonatskoliken.

Das eine wirksame Mittel gegen Dreimonatskoliken gibt es leider nicht. Da die Ursachen bisher ungeklärt sind und es mehrere Auslöser zu geben scheint, fällt die gezielte Behandlung schwer. Bei jedem Kind hilft etwas anderes besser. Dennoch können Sie eine Kombination folgender Mittel ausprobieren:

Entschäumende Medikamente

Luft im Bauch ist zwar nicht unbedingt die Ursache für die Regulationsstörung bei Säuglingen, aber oft die Folge des Luftschluckens durch das viele Schreien. Einigen Kindern helfen daher entschäumende Medikamente mit dem Wirkstoff Simeticon. Sie lassen überschüssige Schaumblasen im Darm zerfallen und wirken so Blähungen entgegen. Vor der Einnahme sollten Sie jedoch Rücksprache mit Ihrem Kinderarzt halten.

Beruhigungsmethoden bei Dreimonatskoliken

Dreimonatskoliken zehren an den Kräften und Nerven aller Beteiligten. Auch wenn es noch kein Allheilmittel dagegen gibt, können verschiedene Tricks Linderung verschaffen:

  • Vermeiden Sie zu viel Trubel am Tag: Lärm, wie er zum Beispiel durch laute Musik, Spielgeräte und tobende Geschwister ausgelöst wird, sollte nach Möglichkeit reduziert werden. Ebenso bedeutet ein übervoller Kalender mit Terminen wie Einkaufen oder Familien- und Arztbesuchen für Kinder mit Dreimonatskoliken Stress und sollte – wann immer möglich – vermieden werden.
  • Ein Einschlafritual vermittelt Ihrem Kind Geborgenheit. Singen oder summen Sie ihm vor dem Einschlafen etwas vor. Außerdem können monotone Klänge beim Beruhigen nützlich sein, wie beispielsweise das Ticken einer Uhr, eine CD mit Meeresrauschen oder das Surren von laufenden Haushaltsgeräten.
  • Halten Sie so viel Körperkontakt wie möglich. Tragen Sie Ihr Kind zum Beispiel mit einem Tragetuch, nehmen Sie es auf den Schoß oder legen Sie es von Zeit zu Zeit auf Ihren nackten Oberkörper. Dieser Tipp hilft manchmal auch während einer Schreiattacke, weil das intensive Berühren ein angenehmes Wohlbefinden im Kind auslöst.
  • Eine Babymassage oder ein warmes Bad hilft zusätzlich beim Entspannen. In Kursen (oft von Hebammen angeboten) erlernen Sie, wie Sie Ihr Kind richtig massieren. Bei Blähungen können Sie es mit einer sanften Bauchmassage probieren: Kreisen Sie (im Uhrzeigersinn) mit den Fingern vorsichtig um den Nabel des Kindes herum und ziehen Sie immer größer werdende Kreise. Machen Sie eine Massage nur dann, wenn sich der Bauch weich anfühlt.
Tipp: Denken Sie auch an sich!

Manchmal wird alles zu viel. Häufig sind es Mütter, die die meiste Zeit mit ihrem Baby verbringen. Wenn das Kind über Stunden hinweg weint, ist es verständlich, dass die Nerven irgendwann blank liegen. Haben Sie eine liebe Freundin, Nachbarin oder die Großeltern in der Nähe, die Sie einmal für einen Spaziergang mit dem Kinderwagen ablösen können? Sollten Sie allein sein und das Schreien kein Ende nehmen, gewinnen Sie kurz Abstand von der belastenden Situation. Gehen Sie minutenweise aus dem Zimmer, holen Sie kurz Luft und verschaffen sich eine Verschnaufpause.

Versuchen Sie beim Austesten der verschiedenen Möglichkeiten stets Ruhe zu bewahren und nicht zu schnell vom einen zum nächsten Versuch zu wechseln. Ihr Baby braucht Zeit, um darauf zu reagieren und sich zu beruhigen. Zudem sollten Sie sich immer wieder bewusst machen, dass manche Tipps nicht immer funktionieren. So können sie an einigen Tagen kleine Wunder bewirken und an anderen völlig wirkungslos bleiben.

Sanfte Mittel aus der Homöopathie

Manche Eltern schwören bei Regulationsstörungen auf Homöopathie. Die Heilmethode gilt als sehr gut verträglich und deshalb als sanfte Hilfe bei kleineren Beschwerden. Dennoch sollten Sie Ihren Kinderarzt um Rat fragen, bevor sie Globuli und Co. verabreichen. Er kann Sie auch bei der Wahl eines geeigneten Mittels unterstützen. Nachfolgend ein paar Substanzbeispiele mit kurzer Erläuterung, wann diese zum Einsatz kommen:

  • Chamomilla recutita: Das Homöopathikum, das aus der Kamille gewonnen wird, hat sich bei Babys bewährt, die überempfindlich auf Schmerzen reagieren, häufig ungeduldig sind, viel schreien und viel getragen werden möchten.7
  • Colocynthis: Das Mittel wird eingesetzt, wenn das Kind während der Schreiattacken die Beinchen einzieht.7
  • Avena sativa: Wenn das Kind kaum schläft und sehr erschöpft wirkt, empfehlen Heilpraktiker häufig die aus der Tinktur des Hafers hergestellte Arznei.8
  • Lycopodium clavatum: Das Baby hat ständig Hunger, ist jedoch bereits nach wenigen Minuten Trinken satt und verträgt keine enge Kleidung?7 Dann wird häufig Lycopodium clavatum verordnet.

Professionelle Unterstützung

Wenn das Baby ununterbrochen schreit, kann das frischgebackene Eltern sehr belasten. Deshalb: Wenn Sie merken, dass die Situation Sie überfordert, ziehen Sie die Notbremse und suchen Sie sich rechtzeitig professionelle Hilfe. Diese erhalten Sie zum Beispiel beim Kinderarzt, bei Erziehungsberatungsstellen oder Schreiambulanzen. Aber auch eine therapeutische Betreuung durch einen Psychologen in den ersten Monaten kann hilfreich sein.

Bei der Methode des Videofeedbacks werden Eltern in alltäglichen Situationen mit ihrem Kind in Einzelterminen gefilmt. Anschließend wird das Verhalten analysiert und gemeinsam mit dem Therapeuten besprochen. Beispielsweise wird erläutert, was schon sehr gut funktioniert oder welche Möglichkeiten Eltern haben, anders auf Belastungssituationen zu reagieren, um so bisherige Selbstzweifel oder Unsicherheiten auszuräumen.

Die richtige Ernährung bei Dreimonatskoliken

Verdauungsstörungen gelten zwar mittlerweile nicht mehr als Hauptursache für das exzessive Schreien von Babys. Dennoch kann sich die Ernährung von Mutter und Kind auf das Wohlbefinden – und so unter Umständen auf die Schreiattacken – auswirken. Beispielsweise haben viele Mütter die Erfahrung gemacht, dass es hilfreich ist, auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten.9 Es ist möglich, dass Bestandteile aus der Nahrung über die Muttermilch vom Baby aufgenommen werden und so Auswirkungen auf die Verdauung haben. Darüber hinaus können stillende Mütter ausprobieren, ihr Kind in einer aufrechten Position zu stillen, um das zusätzliche Verschlucken von Luft beim Saugen zu verhindern.

Bei Flaschenkindern können Eltern austesten, die Milchfertignahrung von einem anderen Hersteller zu beziehen, da diese vielleicht andere Inhaltsstoffe hat und besser vertragen wird. Eine weitere Möglichkeit, vor allem wenn die Beschwerden mit einer Nahrungsmittelallergie in Zusammenhang stehen, ist das Füttern von hypoallergener Nahrung (HA-Nahrung). Sie macht aber nur Sinn, wenn Ihr Baby tatsächlich allergiegefährdet ist, beispielsweise weil Sie selbst oder Geschwisterkinder Allergiker sind. Die hypoallergene Nahrung sollte nicht aufs Geratewohl als Dreimonatskolik-Mittel ausprobiert werden. Halten Sie dazu immer Rücksprache mit Ihrem Kinderarzt.

Unabhängig davon, ob gestillt oder die Flasche gegeben wird, sollte während und nach der Mahlzeit ausreichend Zeit sein, damit das Baby genügend Möglichkeiten bekommt, überschüssige Luft aufzustoßen.

Regulationsstörungen vorbeugen – hilfreiche Tipps

Dreimonatskoliken lassen sich nur schwer vorbeugen. Das liegt daran, dass die genauen Ursachen des ständigen Schreiens noch nicht bekannt sind und deshalb nicht gezielt dagegen vorgegangen werden kann. Sie können jedoch einige Maßnahmen zum Vorbeugen bei Ihrem Kind ausprobieren. Diese Tipps wirken sich mitunter positiv auf das Schreiverhalten aus:

  • Strukturieren Sie Ihren Tagesablauf so gut es geht und legen Sie Ihr Kind immer zur gleichen Zeit schlafen. Das schafft nicht nur einen gewohnten Rhythmus, sondern gibt Halt und ein Gefühl von Geborgenheit.
  • Verbringen Sie die Wachzeiten intensiv mit Ihrem Baby, singen Sie ihm etwas vor oder erzählen Sie eine Geschichte. Wenn Ihr Baby viel Körperkontakt braucht, aber Ihnen das Herumtragen auf Dauer zu anstrengend wird, versuchen Sie es mit einem Tragetuch. So haben Sie die Hände frei und Ihr Kind ganz nah bei sich.
  • Lassen Sie Ihr Kind nicht nur auf dem Rücken oder der Seite liegen. Drehen Sie es immer mal wieder auf den Bauch, damit überschüssige Luft und auch Milch entweichen kann, bevor sie zu Beschwerden führen.
  • Ein warmes Kirschkernkissen auf dem Bauch des Babys tut nicht nur gut, sondern wirkt beruhigend und schmerzlindernd. Achten Sie stets darauf, dass das Kissen nicht zu heiß ist und testen Sie die Temperatur an der Innenseite Ihres Handgelenkes.
Nicht zu sehr sorgen: Dreimonatskoliken haben eine gute Prognose

Auch wenn die Schreiattacken alles andere als angenehm und für Kind sowie Eltern sehr aufreibend sind: Dreimonatskoliken an sich stellen keine Erkrankung dar und sind gesundheitlich als harmlos einzustufen. Die Beschwerden gehen meist nach drei bis spätestens sechs Monaten von selbst zurück.10

Miriam Och
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Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin
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