Bauchschmerzen in der Schwangerschaft

21. November 2018

Es gibt zahlreiche Gründe für Bauchschmerzen in der Schwangerschaft. Die meisten davon sind harmlos und hängen eng damit zusammen, dass das Baby sich entwickelt und der weibliche Körper die Bedingungen dafür schafft. Das spürt die Frau. Genau wie später die Vorbereitung des Körpers auf die Geburt. Trotzdem sollte eine Schwangere bei Bauchschmerzen genau auf ihren Körper hören: Denn hinter den Schmerzen im Bauch können sich zum einen Beschwerden verstecken, die mit der Schwangerschaft gar nichts zu tun haben, und zum anderen kann sich dahinter eine Gefahr für Mutter und Kind verbergen.

Bauchschmerzen können erstes Zeichen für eine Schwangerschaft sein

Schwangere Frau sitzt mit Bauchschmerzen auf dem Bett.

Die Periode lässt auf sich warten, eine latente Morgenübelkeit stellt sich ein und Sie verspüren sowohl im Unterleib als auch in den Brüsten einen ziehenden Schmerz? Das könnten erste Hinweise auf eine Schwangerschaft sein. Manche Frauen sind sogar in der Lage, die Einnistung des Eis in die Gebärmutterschleimhaut wahrzunehmen. Ist der Schwangerschaftstest positiv ausgefallen und geht das Ziehen nicht weg, dann ist es wahrscheinlich, dass Sie die Gebärmutter spüren. Sie stellt sich auf die Schwangerschaft ein und wird stärker durchblutet. Auch die umliegenden Organe, Muskeln und Bänder werden intensiv mit Blut versorgt. Die Mutterbänder, flexible Muskelfaserbänder, die die Gebärmutter halten und stabilisieren, passen sich kontinuierlich an. Das kann Schmerzen verursachen, die von Schwangeren häufig wie ein Muskelkater in der Leistengegend beschrieben werden.

Vorsicht:
Starke einseitige Bauchschmerzen können auf eine Eileiterschwangerschaft hindeuten. Bei einer Eileiterschwangerschaft nistet sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter ein. Der Embryo kann sich dort nicht entwickeln, stirbt nach wenigen Wochen und geht mithilfe von Blutungen ab. Noch Ende des 19. Jahrhunderts waren fehleingenistete Schwangerschaften die häufigste Todesursache bei jungen Frauen. Aufgrund der früherkennenden Maßnahmen liegt die Sterblichkeit heute nur noch bei 0,1 Prozent. (Quelle: Frauenärzte im Netz)

Leider kommt es im ersten Schwangerschaftsdrittel, also bis zur zwölften Schwangerschaftswoche, relativ häufig zu Abgängen. Aufgrund dieser Tatsache werden Schwangere verständlicherweise nervös, wenn es im Bauch oder Unterleib zwickt. Werden aus dem leichten Ziehen richtige Bauchschmerzen und Krämpfe, kommen Blutungen, Schüttelfrost, Durchfall und möglicherweise Fieber hinzu, dann sollte die Schwangere umgehend einen Arzt aufsuchen, da ein Abort beziehungsweise im späteren Verlauf der Schwangerschaft eine Fehlgeburt droht.

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So viel Appetit und dann Bauchschmerzen nach dem Essen?

Schwangere müssen zwar nicht für zwei essen, ein gesteigerter Appetit oder auch mal eine Heißhungerattacke sind jedoch genauso normal wie eine latente Übelkeit. Hinzu kommt: Je größer das Baby wird, desto weniger Platz ist im Bauchraum für die Organe. Ein voller Magen kann sich daher durchaus mit Bauchschmerzen bemerkbar machen, wenn es ihm an Raum fürs Ausdehnen fehlt. Mit mehreren kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt lässt sich am besten erspüren, wann es im Magen zu eng wird.

Schon gewusst? Forscher aus Stockholm haben eine Studie an einer Million schwangeren Frauen durchgeführt und herausgefunden, dass Frauen mit signifikanter Morgenübelkeit überdurchschnittlich häufig Mädchen zur Welt bringen. Sie vermuten, dass das an der höheren Konzentration des Schwangerschaftshormons HCG liegt.

Auch die Tatsache, dass werdende Mütter oft ihre Ernährung umstellen, ballaststoffreicher und insgesamt gesünder essen, führt häufig zu Verdauungsbeschwerden, die sich durch Bauchschmerzen äußern. Ein Großteil aller Schwangeren leidet zudem unter Verstopfung und Blähungen. Aufgrund der Hormone entspannt sich die Muskulatur auch im Magen-Darm-Bereich und der Verdauungsprozess verlangsamt sich. Dies führt neben unangenehmen Bauchschmerzen auch zu dem für die Schwangerschaft typischen Völlegefühl.

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft: Ein harter Bauch fordert Ruhe

Im zweiten Schwangerschaftsdrittel geht es den meisten Schwangeren am besten. Der Körper hat sich auf die veränderte Situation eingestellt, der Bauch hat eine schöne, aber überschaubare Größe. Setzen dann die ersten Braxton-Hicks-Kontraktionen ein, dann erschrecken Schwangere aufgrund der plötzlichen Bauchschmerzen. Doch diese Übungswehen sind ganz normal und können bereits um die 20. Schwangerschaftswoche auftreten. Die Gebärmutter ist ein Muskel und dieser spannt sich für etwa eine Minute an. Dieses harmlose Üben kommt in unregelmäßigen Abständen und verursacht ein Ziehen sowie das Gefühl, dass der Bauch hart wird.

Wie intensiv eine werdende Mutter den Bauchschmerz dabei spürt, hängt stark von ihrem individuellen Schmerzempfinden ab. Ein ähnliches Gefühl entsteht, wenn sich der Körper in der Schwangerschaft mit Bauchschmerzen gegen Überanstrengung und Stress wehrt. Sollten Sie zum Beispiel nach dem Staubsaugen das unangenehme Gefühl eines harten Babybauches haben, dann ist es Zeit, sich ein bisschen auszuruhen und die Füße für ein paar Minuten hochzulegen.

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft richtig behandeln

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft können sehr unangenehm sein. Trotzdem sollte die werdende Mutter sie nicht einfach mit Medikamenten bekämpfen, sondern es erst einmal mit Hausmitteln versuchen. Denn es gibt einige Wirkstoffe, die zwar rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen sind, von werdenden Müttern allerdings möglichst gemieden werden sollten: Sie passieren die Plazentaschranke und gelangen so in den Blutkreislauf des Kindes. Manche Wirkstoffe können in sensiblen Entwicklungsphasen des Embryos beziehungsweise des Fötus Störungen hervorrufen.

Bevor man eine Behandlung der Bauchschmerzen in der Schwangerschaft mit Medikamenten durchführt, sollten andere schmerzlindernde Maßnahmen in Betracht kommen:

  • Akupunktur und Akupressur
  • Sanfte Massagen
  • Entspannungstechniken
  • Verwendung von Körperölen (nach Absprache mit der Hebamme)
  • Wärme von innen (durch Tees)
  • Wärme von außen (zum Beispiel mithilfe eines Kirschkernkissens)

Sind die Bauchschmerzen allerdings gravierend oder ist das Fieber sehr hoch, dann kann das die Schwangerschaft negativ beeinflussen. In solchen Fällen wird der Arzt ein geeignetes Mittel empfehlen.

Simone Blaß
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