Warum Jod in der Schwangerschaft wichtig ist

Vor Ihrer Schwangerschaft hatte Ihr Essverhalten nur Einfluss auf Ihren eigenen Körper – doch jetzt, da Sie ein Kind erwarten, essen Sie für zwei. Und natürlich achten Sie nun noch mehr als vorher darauf, welche Nährstoffe Sie zu sich nehmen. Jod ist dabei einer, der sich in der Schwangerschaft als besonders wichtig erweist. Doch warum ist das so? Welche Risiken bestehen bei einem Mangel? Und welche Lebensmittel gehören zu den jodhaltigen?

Was ist Jod?

Algen, Mais und Eier sind reich an Jod und daher wichtige Nahrungsquellen für Schwangere.

Jod ist ein essenzielles Spurenelement für Ihren Organismus. Es kann nur über die Nahrung aufgenommen und nicht vom Körper selbst hergestellt werden.

Die Aufgabe von Jod

Jod ist ein Stoff, der nicht nur in der Schwangerschaft benötigt wird. Der Organismus braucht das Spurenelement vor allem für die Schilddrüse. Der Grund: Ohne genügend Jod ist die Schilddrüse nicht dazu in der Lage, ausreichend Hormone zu produzieren. Besonders gilt das für Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Das Spurenelement ist ein Bestandteil dieser beiden Botenstoffe. Unter andrem steuern sie Stoffwechselaktivitäten im Körper.

Der tägliche Jodbedarf

Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren empfehlen Experten, täglich etwa 200 Mikrogramm Jod zu sich zunehmen. Wenn dies gewährleistet ist, kommt es zu keinen Mangelerscheinungen.

Zu beachten ist jedoch, dass ältere Personen – ab einem Alter von 50 Jahren – meist weniger Jod benötigen: Nicht mehr als 180 Mikrogramm am Tag.1

Wie sich ein Jodmangel auswirkt

Befindet sich zu wenig Jod im Körper, hat das Folgen – nicht nur in der Schwangerschaft. Eine langfristig zu geringe Menge kann dazu führen, dass die Schilddrüse zu wachsen beginnt. Sie bezweckt damit, den Mangel auszugleichen. Eine größer gewordene Schilddrüse bezeichnet man auch als Struma. Über das Blut, das durch dieses gewachsene Gewebe strömt, versucht der Körper die letzten Mengen an Jod, die sich noch im Organismus befinden, herauszufiltern.

Ein Struma ist nicht harmlos. Wenn es sehr groß wird, drückt es so stark auf die Luft- und Speiseröhre, dass es zu Luftnot und Schluckbeschwerden kommen kann. Eine Vergrößerung kann zudem der Grund einer Schilddrüsenunterfunktion sein. Bei dieser droht ein deutlich verlangsamter Stoffwechsel, der unter anderem Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten nach sich zieht.

Behandelt wird eine Schilddrüsenvergrößerung meist durch die Gabe von Jodid – also bestimmten Jodverbindungen. Wenn die medikamentöse Therapie erfolglos bleibt, kommt auch ein operativer Eingriff infrage, bei dem Teile der Schilddrüse entfernt werden.

Wissenswert

Kretinismus ist eine Erkrankung, die häufig aufgrund eines hohen Jodmangels entsteht. Sie kann zum Beispiel zu Taubheit, Stummheit, Innenohrstörungen oder Schielen führen. In Ländern wie Deutschland oder Österreich, die nicht zu den Entwicklungsländern gehören, ist die Krankheit jedoch äußerst selten.

Deshalb brauchen Sie Jod in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist Jod besonders wichtig, denn auch ein noch nicht geborenes Kind produziert nach zehn bis zwölf Schwangerschaftswochen Schilddrüsenhormone. Ohne genügend Jod – etwa 50 Mikrogramm benötigt Ihr Schützling täglich – kann es diese nicht herstellen.1 In seinen Organismus gelangt das Spurenelement im Übrigen durch die Nabelschnur.

Unter anderem bestehen die folgenden Risiken, wenn das Ungeborene nicht ausreichend Jod erhält:

  • Schilddrüsenvergrößerung: Auch beim Kind kann es dazu kommen. Der Körper versucht damit, einen Jodmangel auszugleichen.
  • Schilddrüsenhormonmangel: Wenn das Baby nicht genügend Botenstoffe herstellt, kann es dazu kommen, dass die körperliche und geistige Entwicklung zurückbleibt.

In der Schwangerschaft sollten Sie darauf achten, 230 Mikrogramm Jod täglich zu sich zu nehmen, damit das neue Leben in Ihrem Bauch und Sie selbst ausreichend versorgt sind.1 Zudem ist diese Menge auch in der Stillzeit zu empfehlen. Ein Säugling, der nicht gestillt wird, erhält das nötige Jod über seine Babynahrung; in der Regel enthalten die Produkte auf dem Markt eine ausreichende Menge.

Diese Lebensmittel versorgen Sie mit Jod in der Schwangerschaft

Hier finden Sie eine Auswahl an Lebensmitteln, mit denen Sie in der Schwangerschaft Ihren Jodbedarf decken können (die Angaben beziehen sich immer auf 100 Gramm):

  • Champignons 2,5 bis 18 Mikrogramm Jod
  • Thunfisch 50 Mikrogramm Jod
  • Kabeljau 120 bis 172 Mikrogramm Jod
  • Seelachs 200 bis 260 Mikrogramm Jod
  • Lebertran 860 Mikrogramm Jod
  • jodiertes Speisesalz 1500 bis 2500 Mikrogramm Jod2

Neben Lebensmitteln können auch Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft dabei helfen, genügend Jod aufzunehmen. Vor der Einnahme sollten Sie jedoch einen Arzt um Rat fragen.

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1Flemmer, Andrea: Schilddrüsenprobleme natürlich behandeln: Alle wichtigen Heilmethoden. Das können Sie tun. Hannover: Humboldt 2014. S. 66-68.
2 Flemmer, Andrea: Schilddrüsenunterfunktion erfolgreich behandeln: Wege aus dem Stimmungstief, Gewicht in Balance. Schluss mit müde, schlapp und blass! Hannover: Humboldt 2017. S. 45.