Mein Baby hat Neurodermitis: Was hilft?

„Was hilft meinem Baby bei Neurodermitis?“ Diese Frage stellen sich viele Eltern, deren Kind betroffen ist. Denn wenn das Kind leidet, dann tun es seine Eltern in aller Regel auch. Wer sieht schon gerne machtlos zu, wie das eigene Baby bei Neurodermitis nachts nicht schlafen kann, weil seine Haut so sehr juckt? Auch wenn es kein Patentrezept für die Behandlung von Neurodermitis gibt, können Eltern einige Maßnahmen treffen, um ihrem Kind Linderung zu verschaffen.

Neurodermitis-Therapien im Überblick

Alles über Hautpflege
Die richtige Neurodermitiscreme
Wissenswertes über Kortison
Maßnahmen gegen den Juckreiz
Allgemeine Tipps

Finger fasst in Creme zur Behandlung von Neurodermitis

Therapieformen bei Neurodermitis

Vorweg: Egal, welche Therapie Eltern für ihr erkranktes Kind auswählen, gänzlich heilbar ist Neurodermitis nicht. Symptome wie Trockenheit, Juckreiz und entzündete Stellen der Haut können jedoch durch verschiedene Behandlungsverfahren abgeschwächt werden.

Jede Therapieform der Neurodermitis verfolgt das Ziel, die Lebensqualität Betroffener zu verbessern. Das bedeutet primär: Die Behandlung soll den Juckreiz lindern und dafür sorgen, dass das Baby vor allem nachts wieder zur Ruhe kommt. Generell verfolgen Ärzte zwei grundlegende Ansätze:

  • Allergenkarenz: Äußere Einflüsse wie Pollen, bestimmte Nahrungsmittel oder Zigarettenrauch können einen Neurodermitis-Schub bei Kindern auslösen. Wenn Kinder nachweislich auf bestimmte Auslöser allergisch reagieren, sollen diese Faktoren daher strikt gemieden werden.
  • Hautpflege: Hier liegt der Fokus darauf, die entzündeten und trockenen Stellen mit geeigneten Produkten in den Griff zu bekommen.

Entzünden sich Hautstellen, sollte eine Therapie gewählt werden, die dazu dient, vorrangig die Entzündung zu mindern sowie der Entstehung neuer Schübe vorzubeugen. Das kann unter anderem durch entzündungshemmende Medikamente geschehen, die beispielsweise die Wirkstoffe Kortison oder Antihistaminika enthalten.

Hautpflege als tragende Säule: Neurodermitis-Cremes für Babys und Kinder

Entzündung in den Griff zu bekommen. Innerhalb der Basispflege bei Neurodermitis empfehlen Ärzte vor allem rückfettende Cremes. Diese sollen

  • der trockenen Haut des Babys Feuchtigkeit verleihen,
  • die gestörte Hautbarriere unterstützen und
  • gleichzeitig das Erscheinungsbild der Haut verbessern.

Tritt ein Neurodermitis-Schub auf und die Haut des Babys verschlechtert sich wieder, dann reicht eine Basiscreme nicht mehr aus. Jetzt ist es wichtig, die Entzündung unter Kontrolle zu bringen. Cremes, die Kortison enthalten, sorgen beispielsweise dafür, die entzündeten Stellen schnell zu beruhigen. Eine Verwendung sollte aber in jedem Fall vorher mit dem Kinderarzt abgesprochen werden.

Welche Creme ist für mein Baby die richtige bei Neurodermitis?

Wichtig ist in jedem Fall, dass die individuelle Verträglichkeit des Kindes im Vordergrund steht.
Wenn Sie ein neues Produkt verwenden, empfiehlt sich der Halbseitenversuch: Die neue Creme vorerst nur auf einer Körperseite des Kindes auftragen, einige Stunden abwarten und dann mit der anderen Seite vergleichen. Finden Sie eine deutliche Verbesserung des Hautbildes vor, dann scheint die Pflege für die Bedürfnisse der Haut die richtige zu sein. Da Bedürfnis und Verträglichkeit der Haut jedoch schwanken können, ist es empfehlenswert, mehrere Produkte mit unterschiedlichem Fettgehalt im Haus zu haben, da Sie die Pflege dann dem jeweiligen Hautzustand Ihres Kindes anpassen können.

Kortison gegen Neurodermitis – hilfreich oder schädlich fürs Kind?

Zeigen Eltern dem Kinderarzt die trockenen und entzündeten Hautstellen ihres Sprösslings, verschreibt dieser im Regelfall Cremes mit Kortison (Glukokortikosteroide). Bei einigen Müttern und Vätern läuten dann die Alarmglocken, da Kortison aufgrund seiner möglichen Nebenwirkungen – wie eine erhöhte Gefäßverletzlichkeit oder schnelleres Infektionsrisiko der betroffenen Hautstelle – ein sehr umstrittenes Thema ist. Doch ist die Verwendung von kortisonhaltigen Cremes bei Babys und Kindern mit Neurodermitis wirklich so gefährlich?

Kortison ist vor allem bei Entzündungen ein effektiver Wirkstoff. Gelangt er in die betroffenen Hautzellen, reduziert sich dort die Produktion von bestimmten Botenstoffen. Dadurch wird die bestehende Entzündung vermindert. Bei einer längeren Anwendung von Kortison kann die Haut des Kindes an den Stellen, die regelmäßig mit der Creme behandelt wurden, jedoch dünn und leicht verletzlich werden. Der Arzt verschreibt kortisonhaltige Produkte daher immer nur über einen befristeten Zeitraum. Vor allem, wenn Eltern das Produkt auf der eh schon dünnen Gesichtshaut des Kindes einsetzen, sollte ein Experte eine genaue Zeitspanne der Verwendung festgelegen.

Alternativen zu Kortison
Für besorgte Eltern gibt es genauso effektive Alternativen ohne Kortison. Bewährt hat sich beispielsweise eine Kombination aus Inhaltstoffen wie Lipiden mit einer hautähnlichen Struktur, die sich in die Hautschutzbarriere einfügen und Dexpanthenol, das die Haut befeuchtet. So kann die Hautschutzbarriere wieder stabilisiert und der Entstehung von Entzündungen vorgebeugt werden.

Quälender Juckreiz: Was hilft dem Baby oder Kind bei Neurodermitis?

Für Babys und Kinder, die an Neurodermitis leiden, ist vor allem der ständige Juckreiz schlimm. Ständig haben sie das Bedürfnis, sich kratzen zu müssen. Doch die erwartete Linderung tritt nur für einen kurzen Moment ein, dann juckt es meist noch schlimmer als zuvor. „Was hilft meinem Baby bei Neurodermitis, um diesen Teufelskreis aus Jucken und Kratzen zu durchbrechen?“, fragen sich viele Eltern verzweifelt.

Für Linderung können möglicherweise folgende Wirkstoffe sorgen:

  • Calcineurinhemmer: Neurodermitis-Cremes für Kinder, die diesen Inhaltsstoff enthalten, hemmen die Aktivität bestimmter Zellen des Immunsystems und verhindern so das Ausschütten entzündungshemmender Stoffe. Das lindert nicht nur den Juckreiz des Kindes, sondern wehrt optimalerweise auch eine Entzündung ab, bevor sie entsteht.
  • Antihistaminika: Oft entsteht der Juckreiz durch eine allergische Reaktion. Die Einnahme von sogenannten Antihistaminika kann dem entgegenwirken. Diese hemmen den Botenstoff Histamin, der maßgeblich an den allergischen und entzündlichen Prozessen im Körper beteiligt ist. Eine Gabe dieser Präparate empfehlen Ärzte vor allem abends, da der Wirkstoff leicht müde macht und so dem Kind zusätzlich beim Einschlafen helfen kann. Auch bestimmte Badeöle oder Basiscremes mit dem Zusatz Polidocanol können den Juckreiz von Babys lindern, indem es die Wasserbindungskapazität verbessert und so wieder eine intakte Hautbarriere herstellt.

Was hilft Babys und Kindern noch bei Neurodermitis?

Wer in der Basispflege mit Cremes bei seinem Kind keine deutlichen Verbesserungen des Hautbildes wahrnimmt, kann auch einmal folgende Maßnahmen ausprobieren:

  • Lichttherapie: Durch UV-Strahlung soll sich die Haut beruhigen. Bei Kindern wird diese Methode jedoch aus Angst vor möglichen Folgen, beispielsweise Hautkrebs, nur mit Vorsicht angewandt.
  • Ernährungstagebuch: Die Haut eines Kindes, das eine Veranlagung für Atopie (Neigung zur Überempfindlichkeit) hat, kann auf bestimmte Nahrungsmittel besonders sensibel reagieren. Nüsse, Fruchtsäfte oder Süßigkeiten sind beispielsweise dafür bekannt, dass Hautbild zu verschlechtern, ohne dass direkt eine Allergie vorliegt. Es ist für Eltern empfehlenswert, ein Ernährungstagebuch zu führen, um herausfinden zu können, auf welche Nahrungsmittel die Haut des Kindes reagiert.
  • Homöopathie: Nicht nur Medikamente oder bestimmte Cremes für Kinder und Babys können bei Neurodermitis helfen, vor allem bei lang anhaltender und starker Ausprägung von Neurodermitis zieht es viele Eltern auch zu alternativen Heilmethoden. Eingesetzt werden zum Beispiel Mezereum D6 (Seidelbast) oder Oleander D6.

Fazit: Die eine Heilungsmethode gibt es für Neurodermitis nicht. Was Ihrem Kind bei Neurodermitis hilft, ist individuell verschieden. Doch viele Mittel können das Leiden erträglicher machen und die Häufigkeit von Neurodermitis-Schüben deutlich senken.

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