Reden ohne Worte: Die Körpersprache des Babys verstehen

Das Leben mit Baby ist spannend und birgt in den ersten Monaten viele kleinere und größere Unsicherheiten. Babys können sich nur über Schreien, ihre Mimik und ihre Körpersprache mitteilen. Diese richtig zu deuten, ist für viele Eltern zunächst eine Herausforderung. Doch mit der Zeit agieren Eltern und Kind als eingespieltes Team. Im folgenden Artikel bekommen Sie einen Überblick darüber, was Ihr Baby Ihnen wie mitteilen möchte – mit Körpersprache, Gesichtsausdruck und ordentlich Geschrei.

Körpersprache: Mutter und Kind lachen und kuscheln gemeinsam

Universelle Kommunikation durch Babys Körpersprache

Babys haben nur ihre Körpersprache, ihre Mimik und ihre Stimme, um sich ohne Worte zu verständigen. Die Signale, die ein Baby sendet, sind universell und überall auf der Welt gleichermaßen zu verstehen. Der natürliche Instinkt von Eltern und Babys sorgt dafür, dass die Kommunikation auch ohne Worte oder Sprache funktioniert. So ist evolutionär sichergestellt, dass der Nachwuchs die Aufmerksamkeit eines Erwachsenen bekommt und die Bedürfnisse erfüllt werden.
Obwohl diese Kommunikationsfähigkeit angeboren ist, kommt es immer wieder zu Verunsicherung und Missverständnissen zwischen Eltern und Kind. Das ist ganz normal. Frischgebackene Eltern müssen erst lernen, was ihr Liebling ihnen mitteilen möchte, und dann auf die Signale richtig eingehen. Die Körpersprache und die Mimik des Babys helfen dabei zu verstehen, wo der Schuh drückt.

Eltern müssen Kommunikation erst lernen

Eltern müssen erst lernen, die Zeichen ihres Juniors richtig zu deuten. Dass dabei auch einmal Fehler passieren, ist ganz normal. Das Ausschlussverfahren ist am Anfang hilfreich. Schreit das Kind, wird zunächst versucht, es zu füttern, die Windel zu wechseln oder es im Arm zu wiegen. Mit der Zeit lernen sie, ihr Kind zu verstehen und Körpersprache sowie Mimik des Babys richtig einzuordnen.

Babys Körpersprache: Hunger erkennen

Ist ein Baby hungrig, wird es sich mitunter lauthals zu Wort melden. Hungrige Kinder sind unruhig und quengelig. Um herauszufinden, ob der Nachwuchs Hunger hat, ist es hilfreich, mit dem Finger sanft über die Wange nahe dem Mundwinkel zu streichen. Ein hungriges Kind wird automatisch die Lippen spitzen und mit Suchbewegungen nach der Brust oder dem Fläschchen tasten. Hält man ihm den Finger direkt an die Lippen, beginnt es zu saugen und stark zu nuckeln. Ein hungriges Baby erkennt man auch an der Körpersprache: Das Baby ist angespannt und allgemein eher unruhig. Wird der Hunger nicht gestillt, kann es heftig zu weinen und zu schreien beginnen. War der Hunger die Ursache für das Schreien, beruhigt sich das Kind mit dem Stillen oder der Gabe des Fläschchens.

Die Mimik deuten: Müde Babys wenden sich ab

Auch Müdigkeit kann Babys unruhig und quengelig werden lassen. Doch ist Müdigkeit die Ursache für das Verhalten, gibt es weitere Anzeichen. Ein müdes Baby dreht bei direkter Ansprache schon einmal den Kopf weg, reibt sich die Augen oder die Ohren und saugt sanft an seinen Fingern, der Faust oder einem Tuch. Das Nuckeln ist weniger fordernd und dient der Beruhigung. Der Körper ist nicht angespannt, sondern eher schlaff.
Die Mimik des Babys verrät die Müdigkeit zudem: Das Kind hat die Augen nur noch halb geöffnet und es gähnt immer wieder. Bietet sich dann nicht die Gelegenheit, im Bettchen, in der Wiege oder im Arm der Eltern zu schlafen, können Kinder unleidlich werden und weinen oder schreien.

Schmerzen erkennen: Durchgebogener Rücken und heftige Schreie

Hat ein Baby Schmerzen, ist das an der Körpersprache abzulesen. Es ist für Eltern oftmals ein beängstigender Anblick: Das Kind weint stark, drückt den Rücken durch oder zieht immer wieder krampfhaft die Beinchen an. Vor allem kurz nach einer Mahlzeit kann es zu diesem Verhalten kommen. Das Kind drückt durch diese starke Körpersprache aus, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Oftmals sind Bauchschmerzen durch zu viel Luft im Magen nach dem Füttern die Ursache für die Beschwerden. Leichte, beruhigende Massagen helfen dabei, die Verdauung anzuregen, ein Bäuerchen befördert drückende Luft aus dem Magen. Hilft alles nichts und ist das Kind nicht zu beruhigen, sollte ein Arzt um Rat gefragt werden.

Überforderung und Reizüberflutung

Für Babys ist unsere Welt eine neue und aufregende Umgebung. Viele Reize prasseln tagtäglich auf die Kleinen ein und können sie mitunter überfordern. Dann zeigt sich das an der Körpersprache und am Verhalten der Babys: Spricht man sie direkt an, drehen sie den Kopf zur Seite. Kleinkinder fassen sich verlegen an die Ohren oder vergraben den Kopf in Mamas Arm. Der Körper eines überforderten Babys ist stark angespannt und sie drücken sich oftmals ins Hohlkreuz. Ist das der Fall, will das Kind seine Ruhe. Es kann hilfreich sein, wenn Mutter oder Vater das Kind auf den Arm nimmt und beruhigend wiegt. Ein kleines Nickerchen im abgedunkelten und reizarmen Schlafzimmer kann ebenso helfen.

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