Was passiert nach dem Kaiserschnitt?

Die Phase direkt nach dem Kaiserschnitt gestaltet sich etwas schwieriger als bei einer natürlichen Geburt, weil die Versorgung der Schnittwunde viel Zeit in Anspruch nimmt und die Mutter meist etwas länger braucht, um sich von der Bauchoperation zu erholen. Hier erfahren Sie mehr!

Mutter und Baby liegen nach Kaiserschnitt im Krankenhausbett

Direkt nach dem Kaiserschnitt

Bei einem Kaiserschnitt kommt das Baby mithilfe einer Operation auf die Welt. Die Ursachen für diese Methode der Geburt sind unterschiedlich. Nach der Operation wird das Baby wenn möglich der Mutter zum Bonding für die Mutter-Kind-Bindung gereicht. Sobald die Wunde vernäht ist und die Frau in den Kreißsaal gebracht wurde, sollte das Baby zum Stillen an die Brust gelegt werden.

Das Stillen wie auch die Rückbildung nach dem Kaiserschnitt können zu Beginn einige Schwierigkeiten bereiten, weil die stimulierenden Hormone, die während einer natürlichen Geburt ausgeschüttet werden, mitunter fehlen. Deshalb und auch zur Überwachung der Wundheilung bleiben Frauen nach einem Kaiserschnitt länger in der Klinik.

Wie sieht die Rückbildung nach einem Kaiserschnitt aus?

Grundsätzlich verläuft die Rückbildung nach dem Kaiserschnitt genauso wie nach einer natürlichen Geburt. Die Gebärmutter beginn sich direkt nach der Entbindung zusammenzuziehen. Nach und nach schieben sich die inneren Organe, die während der Schwangerschaft an den Rand gedrückt wurden, zurück in ihre alten Positionen. Dieser Prozess, der sich über viele Wochen erstreckt, wird von sogenannten Nachwehen begleitet. Diese sind zwar nicht so schmerzhaft wie Geburtswehen, können aber durchaus unangenehm sein.

Ebenfalls Teil der Rückbildung ist der Wochenfluss, der allerdings nach einem Kaiserschnitt im Durchschnitt etwas schwächer ausfällt. Dabei handelt es sich um postnatale Blutungen, über die der nun nicht mehr benötigte Schleim der Gebärmutter und das restliche Plazentagewebe ausgeschieden werden. Die Rückbildung benötigt nach einem Kaiserschnitt meist etwas länger, eine gezielte Rückbildungsgymnastik kann diese aber fördern und beschleunigen.

Bitte beachten: Frauen sollten nach einem Kaiserschnitt mindestens sechs Wochen warten, bevor sie Sport treiben, um nicht die Heilung der Schnittwunde zu gefährden.

Stillen nach einem Kaiserschnitt

Das Stillen nach einem Kaiserschnitt gestaltet sich anfangs meist schwierig. Die Milchproduktion kommt langsamer in Gang und Babys haben nach einem Kaiserschnitt häufiger Probleme mit dem Saugen. Aufgrund der Wundschmerzen ist es außerdem nicht leicht, eine bequeme Stillhaltung zu finden. Dennoch lohnt es sich, nicht zu früh aufzugeben. Neben den üblichen Vorteilen des Stillens kommen nach einem Kaiserschnitt noch zwei weitere Faktoren hinzu. Da der Säugling nicht mit den Bakterien in der Vagina in Kontakt gekommen ist, trägt Stillen dazu bei, Verdauungsbeschwerden vorzubeugen. Außerdem fördert Stillen die Rückbildung nach dem Kaiserschnitt.

Tipps: So klappt es mit dem Stillen nach dem Kaiserschnitt:

  • Den Säugling am besten noch im Kreißsaal das erste Mal anlegen. Im Anschluss alle zwei bis drei Stunden stillen. Denn häufiges Saugen kurbelt die Milchproduktion an und das Baby gewöhnt sich schneller an die neue Art der Nahrungsaufnahme.
  • Viele Babys sind nach einem Kaiserschnitt zu schläfrig oder zu unruhig, um sich für die Brust der Mutter zu interessieren. Viel Hautkontakt hilft ihnen dann, seelisch anzukommen und den natürlichen Instinkt, nach der Brust zu suchen, zu entwickeln.
  • Alternativ kann das Kolostrum, wie die Erstmilch auch genannt wird, anfangs per Hand oder Pumpe gewonnen und dem Baby mit einem Löffel gefüttert werden, wenn Saugen und Milchfluss anfangs noch nicht so gut klappen.
  • Schmerzen blockieren die Hormone, die die Milchproduktion unterstützen. Sobald die Betäubung nachlässt, sollte die Mutter deshalb lieber stillverträgliche Schmerzmittel nehmen anstatt sich zu quälen.
  • Nach einem Kaiserschnitt kann die Mutter nicht aufstehen und sich das Baby zum Stillen holen. Deshalb ist Hilfe vom Partner, einer anderen Begleitperson, einer Hebamme oder Stillberaterin nötig. Wichtig ist, dass alle unterstützenden Personen wissen, dass es nicht darum geht, der Mutter das Baby abzunehmen, sondern ihr beim Finden einer guten Stillposition und beim Anlegen zu helfen.

Wundheilung nach dem Kaiserschnitt

Der Kaiserschnitt ist zwar heutzutage ein Standardeingriff mit überschaubaren Risiken, dennoch hinterlässt er eine tiefe Wunde, die schmerzt und Zeit zum Heilen braucht. Nach einem Kaiserschnitt sind Mütter deshalb sehr viel ruhebedürftiger als nach einer natürlichen Geburt. Dennoch sollten Frauen, sofern es keine größeren Komplikationen gibt, bald nach der Operation aufstehen und etwas herumlaufen: Das

  • beugt einer Thrombosebildung vor,
  • regt die Verdauung an und
  • fördert den Kreislauf.

Auch wenn es anfangs Überwindung kostet, eine schnelle, aber schonende Mobilisierung nach dem Kaiserschnitt reduziert Schmerzen auf lange Sicht. Schon frühzeitig sollten Sie auch mit der Pflege der Kaiserschnittnarbe beginnen. Dexpanthenolhaltige Salben fördern die Wundheilung und silikonhaltige Gels beugen einer Wulstbildung vor.

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