Melisse: Wirkung, Anwendungsgebiete und Co.

Schon im elften Jahrhundert nach Christus kannten Ärzte die Wirkung der Melisse. Die Heilpflanze hat sich unter anderem in Sachen Magen-Darm-Beschwerden bewährt. Doch was kann Melisse noch?

Melisse

Melisse – Wirkung und Anwendungsgebiete

Vor allem das in der Melisse enthaltene Melissenöl scheint eine krampflösende Wirkung zu besitzen. Das ist ein Grund, weshalb sich die Heilpflanze bei der Behandlung von Problemen wie etwa Magenkrämpfen bewährt hat. Darüber hinaus soll Melisse den Magen und Darm beruhigen sowie Blähungen und Verdauungsbeschwerden entgegenwirken.

Zudem enthält Melisse Rosmarinsäure. Mitunter hat auch diese eine positive Wirkung auf den Körper. So wird dem Inhaltsstoff nachgesagt, dass er Viren wie Herpes- oder Grippeviren bekämpft, indem er sie daran hindert, in Zellen einzudringen.2 Weitere dienliche Eigenschaften der Rosmarinsäure sind vermutlich ein

  • schmerzstillender,
  • beruhigender und
  • säurereduzierender Effekt.

Wissenswert: Auch diese Eigenschaften der Melisse sind bei Beschwerden, die den Magen und Darm betreffen, von Vorteil. Zum einen, weil Magenschleimhautentzündungen, Magen-Darm-Infekte und Co. schmerzhaft sein können. Zum anderen, da Verdauungsbeschwerden manchmal auch stressbedingt sind. Und zuletzt aufgrund der Beobachtung, dass weniger Säure zum Beispiel gut gegen Sodbrennen ist, bei dessen Entstehung Magensäure eine Rolle spielt.

Eignet sich Melisse für Kinder und Babys?

Nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder ist Melisse als pflanzliche Behandlungsalternative oftmals geeignet. Denn das Gewächs entfaltet seine Wirkung in der Regel sanft, aber kraftvoll. Bevor Melisse angewendet wird, empfiehlt es sich jedoch, Rücksprache mit einem Arzt zu halten. Ein Grund dafür ist zum Beispiel, dass es Präparate mit Melisse gibt, die nicht für Kinder unter drei Jahren gedacht sind.

Diese Darreichungsformen der Melisse gibt es

Nur die Blätter der Melisse werden für therapeutische Zwecke verwendet, von den Blüten scheint keine Wirkung auszugehen. Typische Darreichungsformen der Heilpflanze sind zum Beispiel:

  • Fertigarzneimittel
  • Tinkturen
  • Frischpflanzenpresssäfte
  • Tees

Ein Tee aus Melisse lässt sich im Übrigen auf einfache Art und Weise zu Hause herstellen und eignet sich in der Regel auch für Kinder. Geben Sie 1,5 Gramm – auf einen Teelöffel passt etwa ein Gramm – geschnittene Melissenblätter (frisch oder getrocknet) in eine Tasse.ii Gießen Sie anschließend kochendes Wasser hinein und lassen Sie das Ganze für fünf bis zehn Minuten ziehen. Natürlich können vor dem Trinken die Blätter aus der Tasse – zum Beispielsiel mit einem Sieb – entfernt werden. Jedoch ist es nicht schlimm, wenn Pflanzenbestandteile in Ihren Magen gelangen.

Die richtige Aufbewahrung

Schützen Sie Ihre Melissenblätter wenn möglich vor Licht und Feuchtigkeit. Am besten gelingt dies mit einem dichtschließenden Behältnis. Bewährt haben sich beispielsweise Glasgefäße mit Schraubverschlüssen. Von einer Aufbewahrung in Kunststoffdosen und Co. wird allerdings eher abgeraten, weil die wirkenden Inhaltsstoffe der Melisse darin leichter verfliegen.

Melisse: Spannendes Hintergrundwissen über das Gewächs mit heilsamer Wirkung

Vielleicht fragen Sie sich, wie die Pflanze aussieht, die zum Beispiel eine positive Wirkung auf Magen und Darm zu haben scheint? Falls ja, hier die Antwort: Die Melisse ist ein buschig wachsendes Gewächs, das bis zu 80 Zentimeter hoch werden kann.1 In privaten Gärten wuchert es gerne auch die Beete zu. Meist erscheint die Melisse in einem satten Grün aufgrund der Farbe ihrer Blätter. Im Juli und August blüht die Pflanze jedoch weiß.

Von Apothekern und Medizinern wird die Melisse im Übrigen auch Melissa officinalis genannt. Das Gewächs zählt zur Gattung der Lippenblütler und ist ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum – Balkan und Kleinasien – beheimatet. Heutzutage finden sich in Deutschland jedoch auch Anbaugebiete in Sachsen-Anhalt, Thüringen oder Franken.

Wussten Sie schon? Die Melisse ist eine Pflanze, die leicht nach Zitrone riecht. Daher ist sie Ihnen möglicherweise auch besser unter dem Namen „Zitronenmelisse“ bekannt. Weitere Bezeichnungen sind zum Beispiel: Zitronenkraut, Frauenkraut oder Gartenmelisse.

Dass Melisse eine Pflanze ist, die eine positive Wirkung auf den Organismus zu haben scheint, ist bereits seit vielen Jahren bekannt. Schon im elften Jahrhundert nach Christus gab der persische Arzt Avicenna seinen Patienten das Gewächs, weil er von der beruhigenden und stimmungsaufhellenden Wirkung der Melisse überzeugt war.1

Paracelsus, ein ebenfalls im elften Jahrhundert lebender Mediziner und Alchimist, behauptete sogar, dass Melisse wertvoller als Gold sei. Und genauso beeindruckt von der Wirkung der Heilpflanze scheint Hildegard von Bingen. Die Benediktinerin ist unter anderem auch für ihre natur- und heilkundlichen Schriften bekannt. Sie empfahl Melisse bei Freudlosigkeit und Herzproblemen.1

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1Siewert, Aruna: Natürliche Psychopharmaka. Ganzheitliche Medizin für die Seele. München: Gräfe und Unzer Verlag 22016. S. 53.
2Blaschek, Wolfgang: Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka. Ein Handbuch für die Praxis. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 62016. S. 418 – 419.