Husten bei Babys und Kindern: Ursachen, Behandlung und Tipps für die Nacht

30. September 2019
23 Min.

Husten gehört bei Babys und kleinen Kindern zu den häufigsten Gründen für einen Arztbesuch. Dahinter stecken besonders oft Atemwegsinfektionen, die durch Viren ausgelöst werden. Welche Ursachen es außerdem gibt, wie sich ein Reizhusten von einem produktiven Husten unterscheidet und was Sie tun können, um Ihrem Kind zu helfen, erfahren Sie, wenn Sie weiterlesen.

Kind mit Reizhusten beim Arzt


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Wie entsteht eigentlich Husten?

So unangenehm Husten auch ist, er erfüllt einen wichtigen Zweck: Gelangt ein Fremdkörper in die Atemwege oder hat sich dort infolge eines Infekts Schleim angesammelt, hilft der Husten, uns davon zu befreien. Es handelt sich dabei also um einen Schutzmechanismus des Körpers.

Die reflexartige Reaktion wird durch die Stimulation von Schleimhaut-Rezeptoren eingeleitet, die beispielsweise in hoher Dichte am Kehlkopf und im Rachen sitzen. Die Rezeptoren fungieren als eine Art Sensor, die bestimmte Reize wahrnehmen und sie über das Nervensystem an das Gehirn weiterleiten. Dieses aktiviert dann die am Husten beteiligten Muskeln im Bereich des Zwerchfells, der Stimmritze (spaltförmiger Raum zwischen den Stimmlippen) und des Kehlkopfs.

Im Allgemeinen können hustenauslösende Reize folgenden Kategorien zugeordnet werden:1

  • temperaturbedingt: beispielsweise durch das Einatmen von kalter Luft
  • mechanisch: dazu gehören eingeatmete Fremdkörper (wie Staub) oder Nahrungsbestandteile sowie eine übermäßige Ansammlung von Schleim
  • chemisch: hierzu zählen unter anderem reizende Gase
  • biologisch: darunter fallen sogenannte Entzündungsmediatoren (verschiedene Signalstoffe, die beispielsweise während einer Infektion oder einer Allergie ausgeschüttet werden und die Entzündungsreaktion vorantreiben)
Gut zu wissen:

Physikalisch betrachtet ist Husten ein ruckartiger Luftausstoß, der dadurch zustande kommt, dass sich im Brustkorb ein Druck aufbaut, während die Stimmritze im Kehlkopf zunächst verschlossen ist. Das Öffnen der Stimmritze führt dann zu einem explosionsartigen Entweichen von Luft zusammen mit dem Sekret und anderen Partikeln, die sich in den Atemwegen gesammelt haben.

Ursachen für Husten: Welche Krankheit steckt dahinter?

In den meisten Fällen ist Husten bei Babys und Kindern das Symptom einer Erkrankung, die mit einer Schleimhautentzündung in den Atemwegen einhergeht. Diese umfassen neben der Lunge selbst auch die Teile des Körpers, die die Luft zur Lunge führen (Hals-Nasen-Rachenraum, Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien). Darüber hinaus kann aber auch eine allergische Reaktion, beispielsweise gegenüber Pollen, oder das versehentliche Verschlucken beziehungsweise Einatmen von Substanzen, den Hustenreflex auslösen.

Diese Erkrankungen können für Husten bei Babys und Kindern verantwortlich sein:

  • Erkältung
  • Keuchhusten
  • Bronchitis
  • Lungenentzündung
  • Pseudokrupp
  • Asthma
Wie lange dauert Husten an?

Eine pauschale Antwort lässt sich hier nicht geben, denn die Dauer ist immer abhängig von der jeweiligen Ursache. Während Husten, der beispielsweise aufgrund von Verschlucken entsteht, von relativ kurzer Dauer ist, kann erkältungsbedingter Husten bis zu zwei Wochen anhalten.2 Sollte der Husten länger als 4 Wochen bestehen, wird empfohlen, diesen ärztlich untersucht zu lassen, um ernstere Erkrankung der Atemwege auszuschließen.3

Erkältung (grippaler Infekt)

Die viral bedingte Entzündung der oberen Atemwege (Nase, Rachen, Nebenhöhlen) zählt im Kindesalter zu den häufigsten Ursachen für Husten. Bis zu acht Mal im Jahr können Kinder sich eine Erkältung zuziehen.4

Zu den bekanntesten Symptomen gehören neben Husten auch

  • Halsschmerzen,
  • Schnupfen sowie
  • eine erhöhte Temperatur (37,6 bis 38,5 Grad)2.

Ist Ihr Baby jünger als drei Monate, sollten Sie bereits ab einer Körpertemperatur von 38 Grad ärztlichen Rat einholen. Anderenfalls ist ein Arztbesuch notwendig, wenn das Fieber auf über 39 Grad steigt.5 Ärztlicher Rat ist aber ebenfalls dann zu empfehlen, wenn die erkältungsbedingten Symptome besonders stark ausgeprägt sind oder länger als eine Woche anhalten.6

Gut zu wissen:

Auch eine Grippe (Influenza) geht mit Beschwerden wie Husten, Halsschmerzen und Fieber einher. Im Gegensatz zur Erkältung sind diese allerdings stärker ausgeprägt und treten plötzlich auf. Bei Verdacht auf eine Grippe, sollten Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen. Er kann eine eindeutige Diagnose stellen und die geeignete Behandlung verordnen.


Keuchhusten (Pertussis)

Typisch für diese Atemwegserkrankung, die vor allem im Kindesalter auftritt, ist ein anfallsartiger, nächtlicher Reizhusten. Die Ursache ist eine Infektion durch das Bakterium Bordetella pertussis, gegen das eine effektive Impfung zur Verfügung steht. Da bei dieser Krankheit eine Meldepflicht besteht, sollten Sie bei Anzeichen für Keuchhusten mit Ihrem Kind in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Die Behandlung erfolgt dann meist mithilfe von Antibiotika.

Bronchitis (bronchiale Schleimhautentzündung)

Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der Bronchien (Teile der Atemwege, die von der Luftröhre abzweigen). Wenn Ihr Baby oder Kind an Bronchitis leidet, stellt die produktive Hustenart mit Auswurf oft das Hauptsymptom dar. Verschiedene Krankheitserreger können für diese Erkrankung verantwortlich sein. Meist liegt jedoch eine virale Infektion vor (beispielsweise durch Rhinoviren). Da der Durchmesser der Luftkanäle in den Atemwegen von kleinen Kindern noch verhältnismäßig gering ist, kann die Schwellung der Schleimhäute im Rahmen der Entzündung zu Schwierigkeiten beim Atmen führen. In diesem Fall sollten Sie dringend mit Ihrem Kind zum Arzt zu gehen.

Lungenentzündung (Pneumonie)

Im Gegensatz zur Bronchitis sind bei der Lungenentzündung nicht die Bronchien, sondern die kleinen Lungenbläschen (Alveolen) beziehungsweise das Lungengewebe betroffen. Die Erkrankung ist sehr schwerwiegend und kann sich durch

Als Ursache der Krankheit kommt die Infektion durch verschiedene Arten von Bakterien, Viren oder Pilze infrage. Wenn Ihr Kind schwer Luft bekommt oder sich seine Lippen blau verfärben, rufen Sie unverzüglich einen Notarzt. Doch auch wenn sich der Husten nicht bessert oder mit Fieber (ab 38,5 Grad Celsius) einhergeht, sollten Sie einen Arzt konsultieren, um eine mögliche Lungenentzündung rechtzeitig zu erkennen.7

Pseudokrupp (akute stenosierende Laryngotracheitis)

Heftige, trockene Hustenanfälle sind bei kleinen Kindern mitunter auch ein Hinweis auf Pseudokrupp (Krupphusten). Ein weiteres typisches Kennzeichen ist ein pfeifendes Atemgeräusch, das durch die Verengung der Atemwege entsteht.

Die akute stenosierende Laryngotracheitis wird durch Schleimhautentzündungen im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder ausgelöst und kann bei Babys und Kindern bis zum Alter von fünf Jahren zu lebensbedrohlicher Atemnot führen. Kinder, die Anzeichen von Pseudokrupp zeigen, gehören deshalb in ärztliche Behandlung.8 Mögliche Ursachen sind neben viralen und bakteriellen Infektionen auch allergische Reaktionen.

Asthma (chronische Atemwegserkrankung)

Anders als die bereits genannten Erkrankungen ist Asthma nicht die Folge einer Infektion durch Krankheitserreger. Die Ursachen für Asthma sind zwar noch nicht abschließend geklärt, allerdings befinden sich die Atemwege von Asthmatikern in ständiger Entzündungs- und Abwehrbereitschaft. Bestimmte Einflüsse wie eine Allergie (Reaktion auf eigentlich harmlose Substanzen wie Pollen oder Hausstaubmilben) sorgen für eine heftige Abwehrreaktion. Die Atemwege verengen sich krampfartig und es wird vermehrt Schleim gebildet. Das wiederum führt zu Husten und Atembeschwerden. Ein schwerer Asthmaanfall kann mit Atemnot einhergehen und einen medizinischen Notfall darstellen, der schnellstmöglich ärztlich behandelt werden muss.

Sollten Sie bei Ihrem Kind Asthma vermuten, gehen Sie mit ihm zum Arzt. Dort erhalten Sie nicht nur alle wichtigen Informationen zur Behandlung von Asthma, sondern lernen zudem den richtigen Umgang mit der Erkrankung.

Hinweis:

Nicht immer ist eine Krankheit die Ursache. Wenn Ihr Kind abgesehen vom Husten keinerlei zusätzliche Symptome zeigt, können ebenfalls reizende Stoffe in der Lebensumgebung (beispielsweise Zigarettenrauch) für den Husten verantwortlich sein.

Außerdem bewirkt auch ein verschluckter oder eingeatmeter Fremdkörper plötzlich einsetzenden Husten und Atemnot. Es besteht Erstickungsgefahr, rufen Sie sofort den Notarzt!

Reizhusten oder produktiver Husten? Das sind die Unterschiede

Kind liegt mit Reizhusten im Bett

Grundsätzlich werden bei Erwachsenen, ebenso wie bei Kindern, zwei Haupttypen von Husten unterschieden:

  • Unproduktiver Husten: Besser bekannt ist er als trockener Reizhusten – diese Form tritt bei Babys und Kindern vor allem zu Beginn einer Atemwegserkrankung auf und zeichnet sich gegenüber der zweiten Form dadurch aus, dass es keinen Auswurf (Abhusten von Schleim) gibt. Unproduktiver Husten ist oft besonders schmerzhaft. Typisch sind außerdem nächtliche Attacken, die den Schlaf des Kindes stören.
  • Produktiver Husten: Im Verlauf einer Infektionskrankheit, die die Atemwege betrifft, verändert sich der Husten oft – er wird produktiv (mit Auswurf). Grund dafür ist eine zunehmende Bildung von Sekret durch die Schleimhäute und die Ansammlung des Schleims in den Bronchien. Durch den Husten versucht der Körper das überschüssige Sekret mitsamt den darin enthaltenen Krankheitserregern loszuwerden. Häufig setzt sich jedoch der zähe Schleim in den Atemwegen fest und lässt sich nur schwer abhusten. Gerade für Babys und Kinder ist produktiver Husten deshalb besonders anstrengend.

Was Ihrem Kind hilft, richtet sich nach der Art des Hustens

Kind bekommt von Mutter Medizin gegen Reizhusten

Zur Behandlung von Husten stehen generell zweierlei Medikamententypen zur Verfügung – und zwar entsprechend der Art des Hustens. Denn das therapeutische Ziel bei Reizhusten ist ein anderes als bei produktivem Husten.

  • Hustenblocker (Antitussiva): Medikamente aus dieser Gruppe hemmen den Hustenreiz und werden ausschließlich bei unproduktivem Husten (ohne Auswurf) eingesetzt. Für Babys und kleine Kinder ist die Einnahme bestimmter Hustenblocker (beispielsweise mit dem Wirkstoff Codein) jedoch verboten, da sie gefährliche Atemaussetzer auslösen können.
  • Schleimlöser (Expektorantien): Diese Mittel dienen der Verflüssigung des zähen Sekrets und sollen das Abhusten erleichtern. Eine Unterdrückung des produktiven Hustens ist nicht sinnvoll und würde zu einer Ansammlung von festsitzendem Sekret in den Atemwegen führen. Der zähe Schleim beeinträchtigt dann nicht nur die Atemfunktion, sondern wird auch zur Brutstätte für weitere Krankheitserreger.

Sprechen Sie vor der medikamentösen Behandlung von Husten bei Ihrem Kind mit dem Arzt. Wenn möglich sollte bei Babys und Kindern ganz auf Husten-Medikamente verzichtet werden – alternativ können Eltern auf bewährte Hausmittel setzen.

Tipps und Hausmittel gegen Husten bei Babys und Kleinkindern

Ob zur Schleimlösung oder gegen den Hustenreiz – bei kleinen Kindern ist im Hinblick auf Medikamente generelle Zurückhaltung geboten. Das Motto lautet: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Oftmals sind dabei pflanzliche Wirkstoffe und Hausmittel gegenüber synthetischen Mitteln vorzuziehen. Um Ihrem Baby das Husten zu erleichtern, können folgende Hausmittel und Tipps helfen:

  • Selbstgemachten Hustensaft für Kinder verwenden. Dazu benötigen Sie: 1 Teelöffel getrockneten Thymian, 1 Teelöffel getrockneten Salbei, ¼ Liter Wasser, 100 Gramm gehackte Zwiebel und 100 Gramm braunen Zucker. Geben Sie alle Zutaten in einen Topf und bringen Sie sie zum Köcheln. Lassen Sie die Mischung so lange kochen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Anschließend drücken Sie den Sud durch ein Sieb. Vom so gewonnenen Hustensaft können Sie Ihrem Kind, wenn es im Kindergartenalter ist, drei Mal täglich je einen Esslöffel geben. Bei Babys ist hingegen auch selbsthergestellter Hustensaft nicht uneingeschränkt anwendbar. Fragen Sie daher erst einen Arzt um Rat.9
  • Ab einem Alter von zwei Jahren dürfen Halswickel angewandt werden.10 Bei Husten kann ein kalter Halswickel wohltuend sein, da er zur Kühlung der entzündeten Partien beiträgt. Ein warmer Wickel mit beispielsweise Kartoffeln eignet sich vor allem nachts: Das Lebensmittel ist ein idealer Wärmespeicher und gibt diese über einen längeren Zeitraum ab.
  • Achten Sie darauf, dass die Raumluft nicht zu trocken ist. Trockene Heizungsluft kann die angegriffenen Atemwegsschleimhäute Ihres Kindes zusätzlich reizen und den Husten verschlimmern. Daher gilt: Lüften Sie regelmäßig und erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit im Raum, in dem Sie beispielsweise spezielle Luftbefeuchter aufstellen.
Zusätzlicher Tipp:

Lassen Sie im Bad für einige Minuten heißes Wasser in die Dusche oder Badewanne laufen. Wenn sich genügend Dampf gesammelt hat, können Sie Ihr Kind für etwa 15 Minuten ins Badezimmer setzen und die feuchte Luft einatmen lassen. Dadurch kann sich der Schleim in den Atemwegen etwas lösen und Ihr Kind besser atmen.11

Alternativ können Sie auch eine Dampfinhalation über einer mit heißem Wasser gefüllten Schüssel durchführen. Aber Vorsicht, es besteht Verbrühungsgefahr. Warten Sie daher, bis das Wasser etwas abgekühlt ist.

  • Geben Sie Ihrem Nachwuchs viel zu trinken. Dadurch wird das zähe Sekret, das sich in seinen Atemwegen festgesetzt hat, etwas verflüssigt und das Kind kann den Schleim besser abhusten. Zusätzlich wird der Hustenreiz gelindert, wenn man den Rachenbereich durch häufiges Trinken feucht hält. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt für Babys zwischen 0 und 4 Monate täglich 620 Milliliter (ml) Flüssigkeit, bei Säuglingen bis 12 Monate 400 ml und bei Kindern im Alter von 1 bis 4 Jahre 820 ml.12
  • Kräutertees sind ein bewährtes Hausmittel zur Bekämpfung von erkältungsbedingtem Husten. Für ältere Kinder sind zum Beispiel Malvenblüten-, Thymian-, Hohlzahnkraut- oder Wollblumentee geeignet. Babys sollten nur die letzten beiden Teesorten erhalten.6 Bei Unsicherheiten fragen Sie vorher den Kinderarzt.
  • Tee mit Honig hat sich zur Linderung von Reizhusten bewährt. Für Kinder wird die Zugabe allerdings erst ab einem Alter von einem Jahr empfohlen, da Honig ein Bakterium enthalten kann, das für die Kleinen möglicherweise gefährlich ist.13

Vor der Anwendung von Hausmitteln sollten Sie beachten, dass einige Maßnahmen für Babys ungeeignet sind. Daher ist es ratsam, vorab Rücksprache mit Ihrem Kinderarzt zu halten. Das gleiche gilt für Naturarznei. Für Kinder ab einem Jahr sind beispielsweise pflanzliche Hustenreizstiller aus der Eibischwurzel geeignet. Hinweise zur Einnahme von Arzneimitteln für Kinder entnehmen Sie stets der Packungsbeilage oder Sie fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Schokolade gegen Husten – zu schön, um wahr zu sein?

Forscher wollen in Schokolade einen Stoff entdeckt haben, der gegen Husten hilft und so arm an Nebenwirkungen ist, dass er sogar für Babys geeignet sein könnte. Verantwortlich hierfür soll ein Bestandteil der Kakaobohne sein: Theobromin.

Die Substanz hemmt den Hustenreiz und übersteigt laut Studienergebnissen in seiner Wirksamkeit sogar den Arzneimittelstoff Codein, der typischerweise in Hustenstillern vorkommt. Während Codein bei Kindern aufgrund der teils schweren Nebenwirkungen (beispielsweise Atembeschwerden) nicht verwendet werden darf, bleiben bei Theobromin derartige Probleme fern.14 Einen Haken hat die Sache allerdings: Obwohl die Forschungsergebnisse für die Entwicklung eines neuen Medikaments auf der Basis von Theobromin relevant sind, bessert sich der Husten nicht durch ein gelegentliches Stück Schokolade. Um eine echte Wirkung zu erzielen, müsste täglich mindestens eine Tafel Bitterschokolade gegessen werden.


Ihr Kind hustet nachts? So können Sie ihm helfen!

Unter Reizhusten leidendes Kind schläft tief, aufgrund von guten Tipps für die Nacht

Warum der Hustenreiz ausgerechnet zu nächtlicher Stunde stärker ist, kann verschiedene Gründe haben: Beispielsweise ist bei einer Erkältung mit Schnupfen nicht selten die Nase verstopft, was die Atmung erschwert. Folglich atmet das Kind durch den Mund, wodurch die empfindlichen Schleimhäute in Mund- und Rachenraum weiter austrocknen und gereizt reagieren – es kommt zum Hustenanfall. Eine ähnliche Reaktion ruft zum Beispiel eine zu trockene Raumluft im Schlafzimmer hervor.

Das Ärgerliche daran: Besonders nachts kann ein hartnäckiger Husten zur Qual werden und dem betroffenen Kind den Schlaf rauben. Dabei tragen gerade Ruhe und Erholung entscheidend zur Genesung bei. Um den Husten Ihres Kindes nachts zu lindern, sollten Sie folgende Tipps ausprobieren:


Viel Flüssigkeit hilft dem Kind auch nachts gegen den Husten

Ob es nun trockener oder produktiver Husten ist, der Ihrem Kind nachts den Schlaf raubt, die wichtigste Gegenmaßnahme ist in jedem Fall eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr.

  • Ist der Husten trocken, wird die Schleimhaut befeuchtet und der Hustenreiz gelindert.
  • Handelt es sich um Husten mit Auswurf, dient die Flüssigkeit dazu, das zähe Sekret zu lösen und so die Atemwege zu befreien.

Um nachts eine Besserung des Hustens zu erreichen, geben Sie Ihrem Baby vor dem Schlafengehen zu trinken – Wasser oder bestimmte Kräutertees eignen sich am besten. Säuglinge, die noch gestillt werden, sollten häufiger die Brust bekommen, wenn sie krank sind. Älteren Kindern können Sie für nachts auch ein Getränk ans Bett stellen.

Gut zu wissen:

Viele kennen Kamillentee als Hausmittel bei Erkältungskrankheiten. Doch gerade bei trockenem Reizhusten ist dieser nicht die beste Wahl. Kamille besitzt zwar eine beruhigende Wirkung, kann jedoch die Schleimhäute austrocknen und dadurch den Hustenreiz verstärken.

Wie das Raumklima nachts den Husten bei Babys und Kindern beeinflusst

Um dem Hustenreiz entgegenzuwirken, sollte im Kinderzimmer ein angenehmes Raumklima herrschen. Mit den folgenden Tipps können Sie das erreichen:

  • Heizen Sie das Kinderzimmer nachts nicht zu sehr. Die optimale Schlaftemperatur liegt bei kühlen 16 bis 18 Grad Celsius.15 Packen Sie das Kind zum Schlafen lieber in einen etwas wärmeren Pyjama oder langärmligen Body sowie Söckchen.
  • Zimmerpflanzen (beispielsweise Farne) können dabei helfen, die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen zu erhöhen.
  • Auch elektrische Luftbefeuchter sind eine Möglichkeit. Sie erzeugen Wasserdampf und verteilen diesen im Zimmer. Achten Sie aber darauf, diese regelmäßig und sorgfältig zu reinigen, andernfalls können sich darin Bakterien ansiedeln.

Ein weiterer bekannter Tipp zur Verbesserung des Raumklimas ist Lüften. Das kurzzeitige Öffnen des Fensters ist wichtig, um verbrauchte, mit Kohlenstoffdioxid angereicherte Luft durch Frischluft zu ersetzen. Besonders wenn Ihr Kind krank ist und nachts viel mit Husten zu kämpfen hat, sollten Sie durch Stoßlüften vor dem Zubettgehen den Raum von Schadstoffen und der mit Keimen belasteten Luft befreien.

Weitere Tipps für eine hustenfreie Nacht

Neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr und einem guten Raumklima kann zudem die Schlafposition Ihres Kleinkindes einen positiven Einfluss auf die Häufigkeit des Hustens in der Nacht ausüben. So wird das Atmen erleichtert, wenn der Kopf beim Schlafen etwas höher gelagert wird. Das gilt jedoch nicht für Babys, denn hier kann ein Kissen zu gefährlichem Atemrückstau (die eigene Atemluft wird erneut eingeatmet, weshalb man weniger Sauerstoff erhält) führen.

Auf das Einreiben der Brust mit ätherischem Öl vor dem Zubettgehen sollten Sie zunächst verzichten und vorher Ihren Kinderarzt um Rat fragen. Denn bestimmte Öle, beispielsweise aus Kampfer, Eukalyptus, Thymian oder Pfefferminz, können für Säuglinge und kleine Kinder gefährlich werden. Bei falscher Dosierung und Anwendung sind Schleimhautreizungen, aber ebenfalls lebensbedrohliche Verkrampfungen des Kehlkopfes möglich.

Husten beim Baby – direkt zum Arzt?

In der Regel lässt sich Husten zu Hause gut behandeln. Allerdings sollten Sie bei Babys immer zuerst von einem Arzt abklären lassen, was der Beschwerde zugrunde liegt. Doch auch bei älteren Kindern ist medizinische Hilfe notwendig, wenn:

  • der Husten bei Ihrem Kind häufig wiederkehrt
  • sich der Husten (beispielsweise bei einer Erkältung) nach einer Woche nicht bessert16
  • zusätzlich zum Husten ein pfeifendes Atemgeräusch auftritt

Zudem ist es wichtig, den Nachwuchs aufmerksam zu beobachten und besonders nachts mehrmals den Gesundheitszustand zu kontrollieren. Der Grund: Infolge einer infektionsbedingten Entzündung der Atemwege kommt es zur Schwellung der Schleimhaut und einer verstärkten Schleimproduktion. Da die Luftwege bei Säuglingen und kleinen Kindern noch sehr eng sind, kann die Schwellung der Schleimhäute die Luftzufuhr erschweren und zu Atemnot führen.

Atemnot können Sie an den folgenden Anzeichen erkennen:

  • schnelle Atmung
  • Atemgeräusche wie Pfeifen, Rasseln oder Keuchen
  • Blaufärbung der Lippen oder der Augenlider
  • Unfähigkeit Laute zu erzeugen oder zu sprechen
  • sehr plötzlich einsetzender Husten

Wenn Sie bei Ihrem Kind eines dieser Warnzeichen bemerken, sollten Sie unverzüglich den Notarzt kontaktieren.

Tanja Albert
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