Wenn das Essen schwer im Magen liegt – Magenverstimmung beim Baby

Der Magen ist bei Kindern ein sehr empfindliches Organ. Deshalb kommen Magenverstimmungen vor allem bei Babys häufig vor. Eltern müssen jedoch nicht verzweifeln. Damit sie ihren Nachwuchs schnell von Beschwerden wie Unwohlsein, Bauchschmerzen oder einem Völlegefühl befreien können, gibt es hier alle relevanten Informationen auf einen Blick: Lese Sie mehr zu Symptomen, Ursachen und Behandlung einer Magenverstimmung.

Baby mit Magenverstimmung schreit aufgrund des schmerzenden Magens

Wie äußert sich eine Magenverstimmung bei Babys?

Eine Magenverstimmung ist keine für sich alleinstehende Krankheit. Vielmehr handelt es sich um Symptom, dass sich als ein Unwohlsein im Magen äußert. In aller Regel verschwindet es nach ein bis zwei Tagen wieder. Wenn Babys an einer Magenverstimmung leiden, ist ihr Verdauungsorgan seinen Aufgaben – wie zum Beispiel dem Weitergeben der zerkleinerten Nahrung an den Darm – kurzfristig nicht mehr gewachsen und es kommt zu verschiedenen Symptomen wie:

Da Babys nicht mitteilen können, wo es ihnen wehtut, äußern sie ihre Beschwerden durch Schreien und Quengeln. Weitere Anzeichen für Probleme im Magen-Darm-Bereich sind ein harter und angespannter Bauch, vermehrtes Luft ablassen (Flatulenz) sowie ein ständiges Anziehen der Beine zum Bauch.

Aha!

Vor allem in den ersten drei Lebensmonaten eines Babys sind Magen-Darm-Beschwerden keine Seltenheit, da das gesamte Verdauungssystem noch nicht fertig ausgereift ist. Treten gehäuft Bauchkrämpfe in Kombination mit Blähungen auf, ist das meist ein Zeichen für Dreimonatskoliken. Diese äußern sich durch langanhaltendes Schreien des Säuglings vornehmend nach dem Essen.

Ursachen für die Magenverstimmung bei Babys

Was genau die Magenverstimmung Ihres Babys verursacht hat, ist individuell verschieden. Teilweise kann mehr als eine Ursache in Betracht gezogen werden. Hier finden Sie einen Überblick über typische Auslöser.

Wie Essen den Magen Ihres Babys beeinflussen und Magenverstimmungen auslösen kann

Beim Verdauungsprozess spielt vor allem die Magenmuskulatur eine wichtige Rolle. Bei Babys ist diese noch sehr sensibel und dadurch ist es möglich, dass sie durch

  • schnelles Schlingen von Essen,
  • große Mengen an Nahrung oder
  • Lebensmittelunverträglichkeiten

stark beansprucht wird. Dadurch kann die Muskulatur erschlaffen oder verkrampfen. Die möglichen Konsequenzen: Magenverstimmungen oder Magenschmerzen.

Generell sind Nahrungsmittel, die viel Fett oder Zucker enthalten, schwer verdaulich und daher teilweise für Magenverstimmungen verantwortlich. Das liegt daran, dass unter anderem fetthaltiges Essen nur mit viel Aufwand zerkleinert werden kann und daher lange Zeit in Magen und Darm verweilt. In dem Fall ist der Verdauungstrakt nicht optimal in der Lage, die Nahrung auf seinen weiteren Weg vorzubereiten. Die Folge: Er rebelliert, krampft, grummelt und schmerzt.

Gewusst? Allgemein sind die Verdauungsorgane bei Babys noch sehr sensibel. Über das gesamte erste Lebensjahr bleibt die Herausforderung für Magen und Darm hoch. Vor allem nach der Umstellung von Milch auf Beikost reagieren die Kleinen mit einer veränderten Verdauung. Magenverstimmungen, Verstopfung, Blähungen und Durchfall sind jetzt an der Tagesordnung, bis sich der Verdauungstrakt an die neuen Gegebenheiten gewöhnt hat.

Wenn Erkrankungen und Co. den Magen belasten

Auch wenn in den meisten Fällen hinter einer Magenverstimmung bei Babys die Nahrung steckt, besteht dennoch in einigen Fällen die Möglichkeit, dass Krankheiten und Co. die Auslöser sind. Eine sogenannte funktionelle Verdauungsstörung, wie beispielsweise der Reizmagen, kommt bei ungefähr acht Prozent aller Kinder vor.1 Diese Funktionsstörung, bei der zum Beispiel eine Störung in der Magenbeweglichkeit vorliegt und so der Verdauungsprozess verlangsamt wird, kann sich bei Ihrem Baby unter anderem durch ein flaues Gefühl und Schmerzen im Bauch nach dem Essen äußern. Treten Magenverstimmungen wie Bauchweh, Magendruck und Co. über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten regelmäßig auf, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.2

Leiden Babys neben einer Magenverstimmung, die sich als Bauchschmerz äußert, zusätzlich noch unter Symptomen wie

  • Erbrechen,
  • Durchfall und
  • leichtem Fieber,

sollten Eltern eine Magen-Darm-Infektion in Betracht ziehen. Diese wird generell durch Viren ausgelöst, die sich über die Luft (Tröpfcheninfektion) oder kontaminierte Gegenstände (Schmierinfektion) verbreiten. Ein Arztbesuch ist in einem solchen Fall sinnvoll, um die Ursachen zweifelsfrei zu klären und gegebenenfalls eine medikamentöse Behandlung zu veranlassen.

Schnelle Hilfe für Ihr Baby bei einer Magenverstimmung

Normalerweise verlaufen Magenverstimmungen ohne jegliche Komplikationen – Eltern können daher unbesorgt bleiben. Für eine schnelle Genesung Ihres Babys ist es wichtig, dass der Magen geschont wird. Folgendes hat sich bei der Behandlung bewährt:

  • Wärme: Wärmflaschen oder Kirschkernkissen tun dem kleinen Bauch bei Schmerzen und Unwohlsein gut. Dadurch entspannt er sich und die Beschwerden werden erträglicher.
  • Kräutertee: Es gibt einige Teesorten, deren Inhaltsstoffe magenberuhigend wirken. Dazu gehören zum Beispiel Fenchel, Kamille und Kümmel Sie besänftigen die Magenschleimhaut und wirken krampflösend.
  • Zuneigung: Ob durch Umarmungen, Küsse, Geschichten vorlesen oder leichte Bauchmassagen – zeigen Sie Ihrem Kind bei Magenverstimmungen Ihre Zuneigung. Dadurch entspannt es sich und wird von seinen Wehwehchen abgelenkt.

Ist die Ernährung schuld an den Magenbeschwerden, enden diese in vielen Fällen sobald das Essen oder Trinken ausgeschieden wurde. Wenn die Magenverstimmung bei Ihrem Baby nach einiger Zeit nicht verschwindet, sollten Eltern mit ihm zum Arzt gehen.

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1Müller, Beatrice/Sidler, Marc: Funktionelle Bauchschmerzen bei Kindern und Jugendlichen – Ein Update. In: Pediatrica 25 (2014) Nr. 1. S. 8-11. hier S.8.
2Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten. URL: https://www.dgvs.de/wissen-kompakt/leitlinien/leitlinien-der-dgvs/intestinale-motilitaetsstoerungen/ (20.04.18).