Erkältung beim Baby und Kind: Ursachen, Symptome und Hilfe

5. April 2018
18 Min.

Eine Erkältung ist für niemanden angenehm – besonders schlimm scheint es jedoch, wenn es Babys oder Kinder erwischt hat. Husten, Schnupfen und Co. machen aus der Erkrankung für die Kleinen eine quälende Angelegenheit. Obendrein wird der Nachwuchs zumeist aufgrund der lästigen Symptome übellaunig und quengelig. Dann ist die Geduld der Eltern und viel Liebe gefragt. Mit welchen Hausmitteln und Medikamenten Sie die erkältungsbedingten Beschwerden lindern können sowie weitere wichtige Informationen, lesen Sie nachstehend.

Junge liegt mit Erkältung oder Grippe krank im Bett


Übersicht:



Alles Wichtige auf einen Blick:

  • In der Regel liegt die Ursache einer Erkältung – auch grippaler Infekt genannt – in der Ansteckung mit Viren begründet.
  • Typische Symptome sind Halsschmerzen, Schnupfen und Husten. Sie treten meist schleichend auf und sind wenig stark ausgeprägt.
  • Zur Linderung der Beschwerden stehen einerseits Medikamente wie Hustenstiller zur Verfügung. Andererseits sind altbewährte Hausmittel, beispielsweise eine Dampfinhalation, anwendbar.
  • Um unterscheiden zu können, ob es sich um eine Erkältung oder echte Grippe (Influenza) handelt, sollten Eltern auf die Symptome achten: Auch eine Grippe zeigt sich mit Husten und Co., allerdings treten die Symptome sehr plötzlich und deutlich heftiger als bei einer Erkältung. Bei Verdacht auf eine Grippe, sollten Sie mit Ihrem Schützling einen Arzt aufsuchen.

Warum entsteht eine Erkältung? Der Ursache auf der Spur

Ursachen für eine Erkältung (grippaler Infekt) – sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen – sind in den meisten Fällen Viren. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es über 200 unterschiedliche Virentypen gibt, die als Auslöser infrage kommen.1

Die Ansteckung mit den Erregern kann überall erfolgen. So ist es möglich, dass das frischgeborene Baby den grippalen Infekt schon aus der Geburtsklinik mitgebracht hat. Denn nicht jedes Neugeborene verkraftet die Umstellung – von der geschützten Gebärmutter in die Welt der Erwachsenen – gleich gut. Kommen Babys mit einem Virus in Kontakt, hat der kindliche Organismus oft noch keine eigenen Abwehrstoffe parat und die Viren können sich leichter ausbreiten.

Interessant:

Die Hochphase der Erkältungen beginnt für Kinder in der Regel nach einer gewissen Schonzeit:

  • Säuglinge sind in den ersten sechs bis neun Monaten noch durch die in der Schwangerschaft übertragenen Abwehrstoffe der Mutter geschützt.2
  • Auch durch die Muttermilch werden Abwehrkörper an das Baby weitergegeben, die dieses vor der Ansteckung mit einem Virus bewahren.

Diese sogenannte Leihimmunität von Babys endet mit dem Abstillen und dem Umstieg auf feste Nahrung. Daher erkranken Kinder ab diesem Alter besonders häufig. Acht bis zehn Erkältungen jährlich gelten bei ihnen als völlig normal.2

Doch wie kommen die Kleinen überhaupt in Kontakt mit den lästigen Krankheitserregern? Dies geschieht hauptsächlich über zwei Wege, die auch für die virale Ansteckung von Kleinkindern sowie Erwachsenen verantwortlich sind:

  • Tröpfcheninfektion: Beispielsweise werden beim Husten oder Niesen infizierte Partikel in die Luft geschleudert und von den Kindern eingeatmet.
  • Schmierinfektion: Ob Kuscheln oder kontaminierte Gegenstände wie Essbesteck oder Schnuller – sind die Viren erst einmal auf den Kinderhänden, können sie von dort an die Nasen- oder Mundschleimhaut gelangen, unter anderem dann, wenn sie sich ins Gesicht fassen.

Haben sich die Krankheitserreger erst einmal auf den Schleimhäuten der Atemwege festgesetzt, kommt es im weiteren Verlauf häufig zur Entwicklung einer Erkältung mit den typischen Symptomen.

Welche Symptome zeigt mein Kind bei einer Erkältung?

erkältetes Baby im Bett mit Kuscheltieren/wp-content/uploads/2018/04/kinderkrankheiten_erkaeltung_und_grippe_symptome.jpg

Typische Symptome einer Erkältung bei Babys und Kindern sind:

  • Schnupfen und Niesreiz
  • Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit
  • glasige Augen
  • Abgeschlagenheit und Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Gliederschmerzen

Generell sind all diese Erkältungssymptome bei Kindern ein Zeichen dafür, dass der Körper gegen die verursachenden Viren ankämpft. Auch eine erhöhte Körpertemperatur (37,6 bis 38,5 Grad) , die viele Eltern als besorgniserregend wahrnehmen, ist im Grunde ein positives Signal des Körpers und zeigt, dass das Immunsystem auf Hochtouren arbeitet und gegen die Krankheitserreger ankämpft. Fiebersenkende Medikamente oder Maßnahmen müssen deshalb nicht zwangsläufig zum Einsatz kommen – in vielen Fällen helfen zur Symptomlinderung auch altbewährte Hausmittel.

Harmlose Erkältung oder doch die Grippe?

Sowohl Erkältungs- als auch Grippeviren befallen die Atemwege und lösen daher ähnliche Symptome aus. Das Grippevirus ist jedoch aggressiver und verursacht heftigere Beschwerden. Anhaltspunkte für die Grippe können sein, dass der Schnupfen entfällt und sich stattdessen plötzlich hohes Fieber (oft 39 Grad Celsius und mehr), welches über mehrere Tage dauert, zeigt. Nicht selten kommen starke Gliederschmerzen, manchmal auch Durchfall, hinzu.4

Verlauf einer Erkältung: Auf die Halsschmerzen folgt die Schnupfennase

Typischerweise folgen die Symptome bei Babys und Kindern – wie bei Erwachsenen – einem klassischen Verlauf. Meist merken sie in den ersten ein bis zwei Tagen noch gar nichts von der Infektion. Danach stellen sich die Beschwerden allmählich ein:

  • Phase 1: Die Krankheitserreger befallen oftmals zunächst die Schleimhaut im Mund, weshalb Halsschmerzen in der Regel zu den ersten Anzeichen gehören.
  • Phase 2: Während die Kleinen das unangenehme Kratzen im Hals schon bemerken, nisten sich die Viren meist in der Nasenschleimhaut ein und verursachen einen Schnupfen, der mehrere Tage anhalten kann. Eine verstopfte Nase sorgt häufig dafür, dass Ihr Nachwuchs schlechter Luft bekommt und daher auch Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme hat. Nachts wacht er häufiger auf und weint daher vielleicht öfter als sonst. Parallel zum Schnupfen entwickeln manche Kinder Gliederschmerzen und wirken allgemein matt sowie abgeschlagen. Die Körpertemperatur kann – muss aber nicht – ansteigen. In der Regel sollte eine leicht erhöhte Körpertemperatur nach ein bis drei Tagen überstanden sein.5
  • Phase 3: Der Husten schlägt meist als letzte Phase der Erkältung zu. Er ist zunächst trocken und wandelt sich im Verlauf des grippalen Infekts zu einem produktiven Husten (mit Auswurf).

Wie lange dauert eine Erkältung?

Je nachdem, wie fit das Immunsystem der Kleinen ist, variiert die Dauer zwischen einigen Tagen und mehr als einer Woche. Bei über 50 Prozent der Babys hält die Erkältung länger als vier Tage an, bei 20 Prozent sogar über sieben Tage.2 Sollten Husten und Schnupfen nach einer Woche noch nicht verschwunden sein oder werden die Beschwerden und das Fieber sogar stärker, sollten Sie mit Ihrem Nachwuchs zum zum Arzt gehen.16

Chemisch vs. pflanzlich: Welche Medikamente sind geeignet?

Löffel mit Medizin gegen Erkältung

Eines sollten Eltern vor der Behandlung wissen: Eine Erkältung ist ein durch Viren ausgelöster Infekt – und gegen diese Krankheitserreger gibt es keine ursächlichen Therapiemöglichkeiten. In erster Linie geht es bei der Behandlung daher um die Linderung der Beschwerden.

Antibiotika bei Erkältung?

Sofern Ihr Nachwuchs an einer viral bedingten Erkältung leidet, wird Ihnen der Kinderarzt in der Regel keine Antibiotika verschreiben. Denn diese helfen nur gegen Bakterien. In einigen Fällen ist es jedoch möglich, dass sich die bakteriellen Erreger zu einem grippalen Infekt dazu gesellen – dann spricht man von einer sogenannten Superinfektion. Hier kann es durchaus sinnvoll sein, Antibiotika nach Rücksprache mit dem Arzt zu nehmen.

Wenn Sie dem Kleinen Arzneimittel geben möchten, um die Symptome zu mildern, sprechen Sie dies bitte mit einem Kinderarzt ab. Geeignet für Babys und Kinder sind zum Beispiel pflanzliche Präparate – sie sind oft schonender als Arzneimittel auf chemischer Basis und teilweise schon für Kinder ab einem Jahr zugelassen.

So kommen bei Husten unter anderem infrage:

  • Arzneimittel mit Primelwurzel, Efeu oder Thymian: wirken auswurffördernd bei einem Husten mit Schleimbildung
  • Mittel mit Eibischwurzel-Extrakt: können bei trockenem Reizhusten ohne Sekretbildung Linderung verschaffen.6

Zur Abklärung der genauen Altersempfehlung und Dosierung wenden Sie sich am besten an Ihren Arzt oder einen Apotheker.

Und gegen Schnupfen? Da hilft oft der Griff zu sanften Nasentropfen. Hier gibt es spezielle Präparate für Kindernasen, die ohne Altersbegrenzung anwendbar sind. Denn Nasensprays mit abschwellenden Wirkstoffen wie Xylometazolin lösen zwar die Verstopfung in der Nase, sind jedoch als Medikament bei einer Erkältung nicht für Kinder unter zwei Jahren geeignet.7 Grund ist, dass die Inhaltsstoffe ins Blut übergehen und zu schweren Nebenwirkungen, beispielsweise Erbrechen oder Atembeschwerden, führen können. Zudem besteht die Gefahr von Abhängigkeitseffekten.

Zusatzinfo: Meerwasser bei kleinen Schnupfennasen

Eine sanfte Behandlungsmöglichkeit bei Schnupfen sind Nasensprays mit einer isotonischen Meerwasserlösung. Das Meerwasser hat einen leicht abschwellenden Effekt und befeuchtet Kindernasen zusätzlich auf sanfte Art.

Hohem Fieber wird üblicherweise mit fiebersenkenden Zäpfchen mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol entgegengetreten. Bei der Dosierung ist dabei immer auf penible Genauigkeit und die Angaben von Arzt und/oder Apotheker zu achten. Der bei Erwachsenen beliebte Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) kommt im Übrigen bei Babys nicht infrage: Er kann schlimmstenfalls in Leber und Gehirn schwere Schäden verursachen.

Sicher und natürlich: Hausmittel als Alternative

Zitronen, Zwiebeln und Tee - Hausmittel bei Erkältung.

Um den Körper der kleinen Erkältungsgeplagten zu schonen und gleichzeitig bei der Heilung zu unterstützen, setzen viele Eltern auf Hausmittel. Aber welche Maßnahmen sind bei welcher Beschwerde angebracht?




Halsschmerzen: Hausmittel zur Linderung

Ein leichtes Kribbeln im Hals kann sich zu handfesten Schluckbeschwerden und Heiserkeit entwickeln – Halsschmerzen gehören oft zu den ersten Anzeichen einer Erkältung und sind besonders unangenehm. Ein altbewährtes Hausmittel gegen Erkältungen für etwas ältere Kinder (ab 3 bis 4 Jahren)7 ist Gurgeln, da es die Rachenschleimhaut von Krankheitserregern reinigt.

Beherrscht Ihr Kind diese Technik, empfehlen sich als Gurgellösung beispielsweise:

  • Lauwarmer Salbeitee: Übergießen Sie hierfür einen Teelöffel getrocknete Salbeiblätter mit 250 Millilitern kochendem Wasser. Ihr Kind kann die Gurgelanwendung bis zu fünfmal am Tag durchführen.7 Salbei enthält entzündungshemmende Wirkstoffe, welche die Genesung beschleunigen können.
  • Salzwasser: Rühren Sie einen Teelöffel Meersalz in ein Glas warmes Wasser und lassen Sie Ihr Kind bis zu fünfmal täglich gurgeln.8

Wohltuend bei Halsschmerzen wirken auch Halswickel, die sich für Kinder ab zwei Jahren empfehlen. Je nach Vorliebe des Kindes können diese warm oder kalt angewandt werden. Bei akuten Halsschmerzen sind kalte Wickel geeignet. Diese weisen – aufgrund des Kältereizes – zudem einen milden entzündungshemmenden Effekt auf. Demgegenüber sollten Sie länger anhaltendes Halsweh mit warmen Wickeln (circa 37 Grad Celsius) behandeln.

Rezept für einen kühlen Quarkwickel:

Verrühren Sie 250 Gramm Quark (zimmerwarm) und streichen ihn etwa fünf Millimeter dick auf die eine Hälfte eines dünnen Tuchs (beispielsweise ein Geschirrtuch). Falten Sie das Tuch und legen Sie den Wickel so um den Hals, dass zwischen Haut und Quark eine Stoffschicht liegt. Fixieren Sie das Innentuch mit einem Wollschal. Lassen Sie den Wickel für zwei bis drei Stunden an Ort und Stelle.

Gegen Schnupfen: Hausmittel für verstopfte Kindernasen

Erst läuft die Nase ununterbrochen, dann ist sie wieder eher verstopft. Was nun? Neben Nasentropfen aus der Apotheke können auch Hausmittel eine abschwellende Wirkung erzielen und das Atmen erleichtern. Infrage kommen beispielsweise:

  • Muttermilch bei Säuglingen: Einfach mit einer Pipette mehrmals täglich ein paar Tropfen in beide Nasenlöcher geben. Auf diese Weise kann das Sekret leichter in den Rachenraum rutschen und dort hinuntergeschluckt werden.11
  • Kochsalzlösung: Ein bis zwei Tropfen einer Wasser-Salz-Lösung drei bis fünfmal täglich in die Nase träufeln. Für die Herstellung verrühren Sie ein Gramm Kochsalz in 100 Milliliter Wasser und bewahren die Lösung im Kühlschrank auf.12
  • Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Kind genug trinkt – auf diese Weise verflüssigt sich das Nasensekret. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt rein an Getränken folgende Flüssigkeitszufuhr:13

    • Babys 0-4 Monate: 620 ml/Tag
    • Babys 4-12 Monate: 400/ml Tag
    • Kinder 1-4 Jahre: 820 ml/Tag

    Empfehlenswert bei einer Erkältung sind – neben Wasser – zum Beispiel Malvenblüten-, Thymian-, Hohlzahnkraut- oder Wollblumentee. Die letzten beiden Teesorten sind auch für Säuglinge geeignet.9

    Tipp:

    Wenn Sie den Eindruck haben, dass der Säugling durch den Schnupfen nicht gut trinken kann, sollte der Nasenschleim abgesaugt werden. In der Apotheke gibt es spezielle Schleimabsauger zu kaufen.

    Welche Maßnahmen können bei Husten helfen?

    Wenn Erkältungsviren die ersten Stationen über Nase und Rachen genommen haben und in den Bronchien angelangt sind, entzündet sich dort die Schleimhaut: Husten ist die Folge. Im ersten Schritt hilft es, viel zu trinken und die Raumluft feucht zu halten. Letzteres erreichen Sie beispielsweise mithilfe spezieller Luftbefeuchter.

      Als weiteres Hausmittel kommen Hustentees infrage. Je nach Beschwerdebild gilt:14

      • Bei Reizhusten empfehlen sich Tees mit Schleimstoffen, welche die gereizte Schleimhaut schützen und so den Hustenreiz lindern. Mögliche Heilpflanzen sind Isländisch Moos, Eibischwurzel, Spitzwegerich oder Malvenblätter.
      • Ist der Husten nicht mehr trocken, sondern kommt es bereits zu Auswurf, benötigt Ihr Kind Tees, welche das Abhusten unterstützen. Wollblumenblüten oder Hohlzahnkraut verflüssigen den zähen Schleim und fördern den Auswurf. Sie sind so mild, dass die Tees auch als Hausmittel gegen Erkältungen bei Babys anwendbar sind.9

      Für ältere Kinder können Sie dem Erkältungstee auch Honig hinzufügen – das schmeckt nicht nur süßlich, sondern hat zudem einen antiviralen Effekt. Babys unter einem Jahr sollten allerdings auf keinen Fall Honig bekommen, da dieser unter Umständen ein Bakterium enthält, welches gefährlich für den kleinen Körper werden kann.15

      Neben wohltuenden Erkältungstees schwören viele Eltern auf Brustwickel, um den Hustenreiz zu lindern, die Durchblutung im Brustkorb anzuregen und den Schleim zu lösen. Ein besonders beliebtes Hausmittel ist der Bienenwachswickel. Fertige Auflagen aus Bienenwachs können Sie in der Apotheke kaufen. Der Bienenwachswickel gibt selbst keine Wärme ab, sondern hilft, die eigene Körperwärme zu nutzen. Er ist daher besonders sanft und für die sensible Kinderhaut gut geeignet.

      Weitere Maßnahmen: Das können Sie noch tun

      Neben den oben genannten Hausmitteln lohnt es sich auch Folgendes auszuprobieren:

      • Hat Ihr Baby oder Kind eine Erkältung, aber fiebert nicht – packen Sie es warm ein und gehen mit ihm an die frische Luft. Die Nasenschleimhäute werden dadurch besser durchblutet, was wiederum die Genesung unterstützt.
      • Nehmen Sie mit Ihrem Nachwuchs gemeinsam ein warmes Bad. Auf ätherische Öle aus Kampfer, Menthol oder Eukalyptus sollten Sie bei Säuglingen jedoch verzichten, diese sind erst bei Kindern über drei Jahren als Badezusatz erlaubt. Denn bei deren Verwendung besteht die Gefahr von schweren Atemwegsproblemen.4
      • kühlende Wadenwickel. Hierfür benötigen Sie jeweils ein Tuch, das Sie in lauwarmem Wasser (etwa 2 bis 5 Grad unter der Körpertemperatur) tränken, und jeweils ein Handtuch, welches um die nasse Auflage gewickelt wird. Die Anwendungsdauer beträgt 10 bis 20 Minuten.16

      Tipp: Zwiebel über dem Kinderbett

      Die ätherischen Öle der Zwiebel wirken entzündungshemmend und schleimlösend. Als Hausmittel gegen Erkältungen empfiehlt es sich daher, nachts eine zerkleinerte Zwiebel in einem Tuch über dem Kinderbett aufzuhängen.17 Der Geruch ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, die Dämpfe können die Erkältungsbeschwerden jedoch sanft lindern.

      Für eine schnelle Genesung Ihres Nachwuchses ist zudem unbedingt Nähe und Fürsorge notwendig. Die Kleinen können nicht einordnen, warum sie sich so elend fühlen und quälen sich mit verstopfter oder triefender Nase und lästigem Husten herum. Auch das heilsame Schlafen will aufgrund der Symptome oftmals nicht so recht gelingen, stattdessen wird geweint und gequengelt. Da helfen ausdauerndes Kuscheln und der liebevolle Trost von Mama und Papa.

      Wann sollten Sie mit Ihrem Nachwuchs zum Arzt?

      Ob Sie mit Ihrem Kind zum Arzt müssen, hängt zum einen von seinem Alter ab und zum anderen von der Ausprägung der Beschwerden. Ist Ihr Schützling bereits im Kleinkindalter, müssen Sie nicht bei jeder Erkältung den Kinderarzt aufsuchen. Die Erkrankung verschwindet in der Regel von selbst wieder. In einigen Fällen kann es dennoch sinnvoll sein, einen Mediziner zu Rate zu ziehen, nämlich dann, wenn:4

      • es Ihrem Kind sehr schlecht geht, also sein Allgemeinbefinden deutlich getrübt ist
      • Fieber wiederholt oder schubweise auftritt
      • das Kleinkind Hautausschlag bekommt
      • Husten oder Schnupfen länger als eine Woche unverändert andauern oder sich gar verschlimmert haben18
      • Anzeichen für Komplikationen, beispielsweise Atembeschwerden hinzukommen

      Bei Babys sollten Sie etwas vorsichtiger sein. Nehmen Sie die Beschwerden ernst und gehen zum Arzt, sobald:19

      • die Körpertemperatur bei Babys unter drei Monaten 38 Grad Celsius übersteigt
      • das Fieber bei älteren Babys länger als einen Tag anhält
      • es nicht trinken will
      • ein Fieberkrampf (Krampfanfall) auftritt
      • weitere Krankheitszeichen wie Erbrechen, Durchfall oder Hautausschläge hinzukommen

      Selbstverständlich können Sie auch immer dann einen Arzt aufsuchen, wenn Sie beunruhigt sind und sich Sorgen machen. Fragen Sie lieber einmal zu oft um Rat, als zu wenig. Denn falls eine Erkältung nicht richtig auskuriert wird, besteht die Gefahr von Folgeerkrankungen, beispielsweise einer Lungenentzündung.

      Mögliche Komplikationen einer Erkältung

      In den meisten Fällen trinken und schlafen die Kleinen nach einigen Tagen wie gewohnt und haben den grippalen Infekt überstanden. Manchmal jedoch sind die Schleimhäute durch die Erkältungsviren so geschwächt, dass sich zusätzlich Bakterien ansiedeln. Mediziner sprechen dann von einer bakteriellen Superinfektion.

      Die eindringenden Bakterien können unterschiedlichster Art sein und verschiedene Erkrankungen auslösen, beispielsweise

      • eine Bronchitis (bronchiale Schleimhautentzündung),
      • eine Otitis media (Mittelohrentzündung),
      • eine Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) oder
      • eine Pneumonie (Lungenentzündung).

      Dies erkennen Eltern daran, dass sich die Symptome der Erkältung bei ihrem Kind nicht bessern, sondern stärker werden. Eine Lungenentzündung äußert sich beispielsweise durch Atembeschwerden, Schmerzen in der Brust und anhaltenden Husten. Konsultieren Sie beim Verdacht auf eine Zusatzinfektion am besten so schnell wie möglich Ihren Kinderarzt.

      Grippe? Wenn das Influenza-Virus Ihr Kind erwischt hat

      Im Gegensatz zur Erkältung, bei der eine Vielzahl an Viren die Beschwerden auslösen können, ist für die echte Grippe nur ein Erreger verantwortlich: das Influenza-Virus. Dieses löst deutlich heftigere Symptome als bei einer Erkältung aus. Dazu zählen:

      • hohes Fieber
      • starke Gliederschmerzen
      • ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl

      Eine triefende oder verstopfte Nase bleibt indes bei der Influenza häufiger aus.

      Während ein grippaler Infekt zwar lästig, an sich aber harmlos ist, kann die Influenza durchaus gefährlich werden, da sie öfter zu stärkeren Komplikationen, beispielsweise einer Lungen- oder Hirnhautentzündung führt. Um solche Folgen zu vermeiden, führt der Weg mit einem an Grippe erkrankten Kind daher unbedingt zum Arzt, der über die weitere Behandlung entscheidet.

      Interessant:

      Gegen die Grippe gibt es eine saisonale Schutzimpfung. Diese wird von der Ständigen Impfkommission für Kinder mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grunderkrankung ab einem Alter von sechs Monaten empfohlen.20 Dies trifft beispielsweise bei bestimmten Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder anderen Stoffwechselleiden zu.

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Tanja Albert
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