Kinderwunsch: Wenn die Familie wachsen soll

Viele Paare kommen irgendwann an den Punkt, an dem sie sich für Nachwuchs entscheiden. Der Kinderwunsch stellt häufig das gesamte bisherige Leben auf den Kopf: Vor und während einer Schwangerschaft gibt es für die werdenden Eltern einiges zu beachten. Und nicht immer klappt es mit dem Nachwuchs auf Anhieb. Hier erfahren Sie alles Wichtige zu den Themen Fruchtbarkeit und Vorbereitung auf eine Schwangerschaft.

Kinderwunsch: Frau hält blaue Babyschuhe in den Händen

Der ideale Zeitpunkt für Nachwuchs? Den gibt es nicht

Gesichertes Einkommen, gefestigte Partnerschaft und emotionale Reife: Viele Paare machen den Wunsch nach einem Baby von äußeren Faktoren abhängig. Erst wenn alles passt, soll ein Kind das Glück perfekt machen. Frauen befinden sich immer länger in der Ausbildung, wollen zunächst beruflich Fuß fassen und sind daher bei der Geburt des ersten Kindes immer älter. Doch den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht. Wer die Lebenssituation zu sehr durchdenkt, wird immer einen Haken finden. Lediglich die biologische Uhr signalisiert, wann der Zeitpunkt für Nachwuchs geeignet ist.

Der Kinderwunsch ist im Unterbewusstsein verankert und kommt vor allem bei Frauen früher oder später auf. Mit steigendem Alter verringern sich allerdings die Chancen, ein Baby zu bekommen. Einige Tipps und Hilfestellungen sollen die Entscheidungsfindung, ob man bereit für Nachwuchs ist, unterstützen. Inzwischen ist die Mutter jedes vierten Neugeborenen, laut Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB), über 35 Jahre alt.

Wann werde ich schwanger? Kinderwunsch und der weibliche Zyklus

Wer den weiblichen Zyklus versteht, kann seine Chancen schwanger zu werden steigern und sich so hoffentlich den Kinderwunsch erfüllen. Die besten Chancen schwanger zu werden haben Frauen vor ihrem 35. Lebensjahr. Danach sinkt die Anzahl der befruchtungsfähigen Eizellen stetig. Denn nur wenn eine Eizelle im Eierstock heranreift und zur Mitte des Zyklus in Richtung Gebärmutter wandert, kann eine Befruchtung erfolgen. Der Eisprung findet etwa zwei Wochen vor dem Einsetzen der nächsten Periode statt. Für etwa 24 Stunden ist die Eizelle befruchtbar. Das Zeitfenster um schwanger zu werden besteht also aus einem Tag im gesamten Zyklus.

Doch die männlichen Samenzellen können im weiblichen Körper mehrere Tage überleben. Ungeschützter Verkehr kann so auch zwei bis drei Tage vor dem Eisprung zu einer Schwangerschaft führen. Wünscht sich ein Paar ein Kind, kann es die fruchtbaren Tage berechnen. Wichtig ist allerdings, dass Sex trotz Babywunsch und Familienplanung immer noch Spaß macht und nicht zu einem lästigen Termin wird. Denn psychischer Druck und Stress wirken sich negativ auf die Fruchtbarkeit aus. Eine entspannte Atmosphäre innerhalb der Partnerschaft kann dazu beitragen, den Kinderwunsch schneller zu realisieren.

Gut zu wissen:

Die Spermien überleben bis zu vier Tage lang im Unterleib. Verkehr zwei bis drei Tage vor dem Eisprung kann so zu einer Befruchtung führen. Die Überlebensdauer hängt von der Qualität der Samenzellen ab.

Wir wünschen uns ein Baby: Die Fruchtbarkeit steigern

Stellt sich nach mehrmonatigen Versuchen noch keine Schwangerschaft ein, gibt es einige Tipps um die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen. Dazu gehören eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung, täglich ausreichend Bewegung und der Verzicht auf Genussmittel wie Koffein, Alkohol oder Nikotin. Übergewichtige Frauen können durch eine Gewichtsreduktion die Chancen auf eine Befruchtung steigen – Fettzellen produzieren Östrogen und das kann den Hormonhaushalt und den Zyklus beeinträchtigen.

Auch Männer können etwas unternehmen, um den Kinderwunsch wahr werden zu lassen. Auch beim starken Geschlecht wirkt sich ein gesunder Lebensstil positiv auf die Fruchtbarkeit aus. Auf Saunabesuche sollte Mann aber verzichten – hohe Temperaturen beeinträchtigen die Beweglichkeit der Spermien.

Gut zu wissen: So funktioniert ein Schwangerschaftstest

Das Schwangerschaftshormon Choriongonadotropin (hCG) wird bereits 48 Stunden nach der Einnistung von der befruchteten Eizelle gebildet und über den Urin ausgeschieden. Ein Schwangerschaftstest misst den Gehalt des Hormons. Zuverlässige Testergebnisse sind ab dem ersten Tag der ausbleibenden Periode zu erwarten – circa zehn Tage nach der Einnistung ist die Konzentration des Hormons am höchsten.

Vorbereitung auf eine Schwangerschaft: Die Ernährung anpassen

Damit die Schwangerschaft ideal verlaufen kann, braucht der Körper viele Vitamine und Nährstoffe. Bereits bei bestehendem Kinderwunsch sollte die zukünftige Mama diesen Bedarf ausreichend decken. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse bilden die Basis. Ausreichend Eiweiß bekommt der Körper aus Milchprodukten, ein- bis zweimal in der Woche liefert Fleisch oder Fisch eine große Menge an Eisen. Auch grünes Blattgemüse wie Spinat oder Mangold enthält eine hohe Menge des Nährstoffs.

Doch nicht alle Elemente lassen sich ausreichend über die Nahrung aufnehmen. Nahrungsergänzungsmittel wie Folsäure, Eisen und Zink sind in den ersten Schwangerschaftswochen elementar für eine gesunde Kindesentwicklung und sollten daher bereits vorab über Supplemente zugeführt werden. Das verhindert Entwicklungsstörungen und Fehlbildungen. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln vor oder während der Schwangerschaft sollte immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen sein.

Unerfüllter Kinderwunsch

Doch nicht immer will das Schwanger-werden sofort klappen. Wartezeiten bis zu einem Jahr sind absolut normal und nicht bedenklich. Trotz berechnetem Eisprung, gesunder Lebensweise und ungeschütztem Verkehr kommt es nicht zu der gewollten Schwangerschaft? Bleibt der Kinderwunsch unerfüllt sollte der Gynäkologe um Rat gefragt werden. Es kann eine Unfruchtbarkeit bei einem der Partner vorliegen. Es gibt verschiedene Ursachen für Unfruchtbarkeit, in Spezialkliniken gibt es Mittel und Wege, den Kinderwunsch gegebenenfalls dennoch zu erfüllen.

Die Bedeutung von Risikoschwangerschaften

Ungefähr 20 Prozent aller Schwangerschaften gelten als Risikoschwangerschaften und werden als solche im Mutterpass vermerkt. Bei Schwangeren unter 18 Jahren und Schwangeren über 50 Jahren sprechen Mediziner pauschal von einer Risikoschwangerschaft – auch wenn keine Komplikationen auftreten. Bereits eine Schwangere über 35 Jahren wird im Mutterpass das Kreuzchen bei ‚Risikoschwangerschaft‘ finden. Hier handelt es sich allerdings um ein theoretisches Risiko – es müssen keine Probleme auftreten. Der Arzt wird Untersuchungsergebnisse genauer unter die Lupe nehmen.

Auch chronische Krankheit der Mutter oder eine Mehrlingsschwangerschaft ziehen besondere Vorsichtsmaßnahmen nach sich. Eine engmaschige ärztliche Betreuung sowie weitere pränatale Untersuchungen sollen die Gesundheit des Kindes sicherstellen. Die zusätzliche Diagnostik und Behandlung wird von den Krankenkassen übernommen.

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