Babys erster Infekt: Was dahinterstecken kann

21. November 2018

Als Infektionskrankheit (umgangssprachlich auch Infekt) wird eine durch Viren, Bakterien oder andere Mikroorganismen hervorgerufene Erkrankung bezeichnet. Um uns gegen die potentiellen Eindringlinge zur Wehr zu setzen, besitzen wir ein Immunsystem – ein komplexes Verteidigungsnetzwerk, das in der Lage ist, Krankheitserreger zu erkennen und zu beseitigen. Seine volle Funktionsfähigkeit erreicht das Abwehrsystem jedoch erst in der Pubertät. Bis dahin sind Kinder und vor allem Babys besonders anfällig für Infekte unterschiedlicher Art.

Ärtzin untersucht Kind auf Infekt

Infekte der Atemwege – bei Babys besonders häufig

Zu den frühesten Krankheiten, mit denen das Immunsystem von Babys kämpfen muss, gehören Infekte der Atemwege. Die Atemwege umfassen neben der Lunge selbst auch diejenigen Teile des Körpers, die Luft zur Lunge führen (Hals-Nasen-Rachenraum, Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien). Der ständige Kontakt mit der Atemluft und den darin enthaltenen Keimen macht die Schleimhäute, die die Atemwege auskleiden, zu einem Angriffspunkt für Viren und Bakterien. Dabei sind bei Babys Infekte in den Atemwegen noch häufiger als bei Erwachsenen, denn ihre Immunabwehr ist noch nicht ausgereift.

Folgende Atemwegsinfektionen kommen bei Kindern besonders oft vor:

  • Erkältung (grippaler Infekt) und Grippe
  • Bronchitis
  • Lungenentzündung
  • Keuchhusten
  • Pseudokrupp (Schleimhautentzündung im Bereich des Kehlkopfes oder der Stimmbänder)

Wir alle kennen die bekanntesten Anzeichen für Atemwegsinfektionen wie Husten, Schnupfen, Fieber und eine allgemeine Abgeschlagenheit. Die genaue Ausprägung der Symptome sowie die Kombination hängt unter anderem von der Art der Erkrankung ab, aber auch von dem jeweils verantwortlichen Krankheitserreger. So sind beispielsweise sowohl Grippe als auch Erkältung viral bedingte Erkrankungen der oberen Atemwege und deshalb häufig mit einer verstopften Nase verbunden. Im Gegensatz dazu betrifft eine Bronchitis die unteren Atemwege, sodass Schnupfen nicht zu den typischen Beschwerden zählt. Stattdessen macht sich in diesem Fall oft ein besonders ausgeprägter Husten bemerkbar.

Impfung und Co.: Vorbeugung von Infekten beim Baby

Zahlreiche, zum Teil gefährliche, Infektionskrankheiten werden bei Kindern immer seltener. Der Grund ist die Verfügbarkeit effektiver Impfungen, die Ihr Baby vor den Infekten schützen können. Zu den Erkrankungen, gegen die Impfungen von Kinderärzten empfohlen werden, gehören beispielsweise:

  • Diphterie
  • Tetanus
  • Pertussis (Keuchhusten)
  • Poliomyelitis (Kinderlähmung)
  • Masern
  • Mumps
  • Röteln

Wie jedes Medikament können auch Impfstoffe mit Nebenwirkungen verbunden sein. Allerdings werden die für Kinder empfohlenen Impfungen in den allermeisten Fällen sehr gut vertragen und bieten Schutz gegen Infekte, die für Babys zum Teil lebensgefährlich sein können. Dennoch liegt die Entscheidung, ob Sie Ihr Kind impfen lassen wollen oder nicht, bei Ihnen. Eine Verpflichtung besteht in Deutschland nicht.

Neugeborenengelbsucht bei Babys: Ein Infekt ist nicht die Ursache

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das Wort Gelbsucht (Ikterus) häufig als Synonym für die viral bedingte Leberentzündung (Hepatitis) verwendet. Aus medizinischer Sicht beschreibt der Begriff Gelbsucht allerdings lediglich ein Phänomen, bei dem sich die Haut, die Schleimhäute und das Augenweiß gelb färben – und das kann neben der Leberentzündung zahlreiche andere Ursachen haben.

Auch die sogenannte Neugeborenengelbsucht, die bei mehr als der Hälfte aller Babys beobachtet werden kann, ist nicht die Folge eines viralen Infekts, sondern eine meist harmlose, natürliche Erscheinung in den ersten Lebenstagen.2 Grund dafür ist eine Anreicherung der gelben Substanz Bilirubin im Blut von Neugeborenen. Bilirubin entsteht beim Zerfall von roten Blutkörperchen als Abfallprodukt aus dem Blutfarbstoff Hämoglobin. Bei Säuglingen kommt es aus mehreren Gründen zur Ansammlung des gelben Stoffs:

  1. Neugeborene besitzen einen Überschuss an roten Blutkörperchen, die nach der Geburt nicht benötigt werden.
  2. Der Abbau von Bilirubin ist bei Säuglingen verlangsamt, da ihre Leber, die diese Funktion übernimmt, noch nicht vollständig ausgereift ist.

In der Regel verschwindet die Neugeborenengelbsucht nach 10 bis 14 Tagen von allein.1 Sollte das nicht der Fall sein, ist es besser, den Arzt zu kontaktieren, der eine Blutuntersuchung durchführt. In seltenen Fällen kann die Bilirubin-Konzentration so stark ansteigen, dass sie eine schädigende Wirkung auf das Gehirn des Kindes ausübt. Um den Abbau von Bilirubin zu beschleunigen, erfolgt eine Therapie mit Licht einer bestimmten Wellenlänge.

Mittelohrentzündung bei Babys: Grippaler Infekt im Ohr?

Mittelohrentzündungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen bei Kleinkindern. Auslöser sind in der Regel virale oder bakterielle Krankheitserreger. In den meisten Fällen geht der Mittelohrentzündung bei Babys ein grippaler Infekt voraus, der sich vom Nasen-Rachenraum ins Ohr ausbreitet. Der Rachen und das Ohr sind über die sogenannte Eustachische Röhre miteinander verbunden. Sie dient in erster Linie dem Abtransport von Sekret sowie dem Druckausgleich. Bei Babys ist diese Röhre kürzer als bei Erwachsenen, wodurch sich der Infekt leichter ins Ohr verlagern kann.

Die folgenden Symptome sind typisch für eine Mittelohrentzündung:

  • Ohrenschmerzen (das Baby fasst sich aufgrund des Infekts häufig ans Ohr)
  • zeitweise vermindertes Hörvermögen
  • Fieber
  • allgemeine Krankheitszeichen wie Abgeschlagenheit (Schläfrigkeit) und Appetitlosigkeit
  • häufiges Weinen

Im Normalfall dauert eine Mittelohrentzündung nicht länger als zwei bis drei Tage und erfordert keine ärztliche Behandlung. Eltern können die infolge des Infekts auftretenden Schmerzen bei Ihrem Baby jedoch lindern, indem sie beispielsweise mit Zwiebeln gefüllte Säckchen auf das Ohr ihres Schützlings legen. Wenn die Symptome schwer sind oder länger anhalten, sollten Sie den Infekt Ihres Babys von einem Mediziner näher untersuchen lassen.3

Bindehautentzündung bei Babys

Die charakteristischen Anzeichen einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) sind gerötete und tränende Augen. In einigen Fällen können auch Schmerzen, Juckreiz und Schwellungen an den Augenlidern hinzukommen. Je nach zugrunde liegender Ursache werden mehrere Arten von Bindehautentzündung unterschieden, darunter:

  • infektiöse Bindehautentzündung: Ein viraler oder bakterieller Infekt kann die Erkrankung beim Baby verursachen.
  • allergische Bindehautentzündung: Wenn Ihr Kind beispielsweise allergisch auf Pollen oder Tierhaare reagiert, kann der Kontakt mit dem entsprechenden Allergen (also dem Allergie-auslösenden Stoff) die Symptome einer Bindehautentzündung hervorrufen.
  • mechanisch bedingte Bindehautentzündung: Eine Bindehautentzündung kann auch die Folge einer mechanischen Reizung der Augen sein. Ein typisches Beispiel hierfür sind die geröteten Augen des Kindes nach einem langen Aufenthalt im chlorhaltigen Wasser eines Schwimmbads.

Infektionsbedingte Bindehautentzündungen sind hoch ansteckend und übertragen sich leicht von einem Auge auf das zweite oder auch auf andere Personen. Die Krankheit verläuft meist mild und heilt selbstständig ab. Dennoch ist ein Besuch beim Arzt ratsam, um festzustellen, ob bei Ihrem Baby ein Infekt hinter der Entzündung steckt und das Kind aufgrund der Ansteckungsgefahr zu Hause bleiben sollte. Auch kann der Arzt, falls notwendig, eine Behandlung mit Antibiotika-haltigen Augentropfen veranlassen.

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