Weshalb Sie Eisen in der Schwangerschaft brauchen

Wer ein Kind erwartet, möchte alles richtig machen – denn es soll dem Kind von Beginn an gut gehen. Das betrifft auch die Ernährung: Für werdende Mütter bedeutet das zum Beispiel, dass sie darauf achten, täglich eisenhaltige Lebensmittel zu sich zu nehmen. Doch warum ist Eisen eigentlich so wichtig in der Schwangerschaft? Und welche Lebensmittel enthalten es?

Eisen ist nicht nur in der Schwangerschaft wichtig

Spinat, Leber und Ceshewnüsse sind aufgrund ihres hohen Eisen-Gehalts wichtige Lebensmittel in der Schwangerschaft.

Für den menschlichen Körper ist Eisen ein bedeutendes Spurenelement – sogar ein essenzielles. Das bedeutet, dass der Organismus es nicht selbst herstellen kann und es daher über eisenhaltige Lebensmittel aufnehmen muss.

Eisen wird nicht nur in der Schwangerschaft benötigt. Im Körper ist es generell an vielen verschiedenen Orten vorzufinden. Zum Beispiel im Sauerstoffspeicher der Muskeln (Myoglobin), im roten Blutfarbstoff (Hämoglobin), im Knochenmark, der Milz und der Leber.

Für den Organismus ist Eisen ein Nährstoff, auf welchen er kaum verzichten kann. Der Körper benötigt das Spurenelement für die Herstellung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Die Hauptaufgabe des eisenhaltigen Hämoglobins in den Blutkörperchen ist der Transport von Sauerstoff zu den Zellen. Eine funktionierende Sauerstoffversorgung wirkt sich unter anderem positiv auf die Leistung der Muskeln aus – mehr Sauerstoff gelangt zu ihnen.

Eisen hat jedoch auch Einfluss auf die Immunabwehr beziehungsweise den Infektionsschutz. Denn es ist Teil vieler Enzyme, von denen die meisten zur Gruppe der Eiweiße (Proteine) gehören. Bei zu wenig Eisen ist es zum Beispiel möglich, dass Makrophagen – auch Fresszellen genannt – weniger aktiv bei der Bekämpfung von Krankheitserregern und Entzündungsverursachern sind.

Eisen – die richtige Menge

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt täglich 10 Milligramm Eisen für Männer und 15 Milligramm für Frauen.1

Warum in der Schwangerschaft der Bedarf an Eisen steigt

In der Schwangerschaft ist der Eisenbedarf in der Regel höher als üblich. Gründe dafür sind beispielsweise:

  • die Ausbildung der Plazenta, die das Baby im Bauch mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt
  • das Wachstum des Ungeborenen, denn Eisen wird auch für den Aufbau von Eiweißen gebraucht, die in allen Zellen vorhanden sind
  • der Blutverlust bei der Geburt; das Spurenelement wird unter anderem auch für diesen Moment gespeichert

Allein für die Entwicklung der Plazenta und das Größerwerden des Kindes benötigt der Köper in der Schwangerschaft insgesamt 250 Milligramm Eisen. Noch einmal 250 Milligramm gehen dem Körper der Mutter bei der Geburt ihres Babys verloren. Über den gesamten Zeitraum der Schwangerschaft ist daher mit einem Extrabedarf von 500 Milligramm zu rechnen.2

Die tägliche Menge an Eisen in der Schwangerschaft

Frauen benötigen zusätzlich zum normalen Bedarf von 15 Milligramm pro Tag:

  • 6 Milligramm täglich in den Schwangerschaftsmonaten eins bis drei
  • 19 Milligramm täglich in den Schwangerschaftsmonaten vier bis sechs
  • 22 Milligramm täglich in den Schwangerschaftsmonaten sieben bis neun3
  • Vollkornprodukte

Risiken bei einem Mangel an Eisen in der Schwangerschaft

Wenn sich in der Schwangerschaft zu wenig Eisen im Körper der werdenden Mutter befindet, besteht die Gefahr, dass es zu Komplikationen kommt. Unter anderem sind folgende Risiken möglich:

  • Wachstumsverzögerungen des Ungeborenen
  • eine Frühgeburt des Kindes
  • Vollkornprodukte
  • Blutarmut (Anämie) bei der Mutter

Da Schwangere etwas mehr Eisen benötigen als sonst, sollten sie bewusst darauf achten, genügend zu sich zu nehmen. Möglichkeiten dafür sind zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel oder eisenhaltige Lebensmittel.

Wissenswert:

Der Eisenhaushalt der Mutter hat Einfluss darauf, wie viel Eisen das heranwachsende Kind in seinem Organismus speichert. Ist der Eisengehalt im Körper der Schwangeren niedrig, sind auch die Vorratskammern des Ungeborenen mit weniger Eisen gefüllt.4

Eisenhaltige Lebensmittel

Der tägliche Verzehr von eisenhaltigen Lebensmitteln ist eine einfach umsetzbare Methode, um in der Schwangerschaft ausreichend Eisen aufzunehmen. Eisenreiche Nahrungsmittel (die Angaben beziehen sich immer auf 100 Gramm) sind zum Beispiel:

  • Weizenmehl: 3 bis 4 Milligramm Eisen
  • unpolierter Reis: 3 bis 4 Milligramm Eisen
  • Roggen: 5 Milligramm Eisen
  • Haferflocken: 5 Milligramm Eisen
  • Weiße Bohnen: 6 Milligramm Eisen
  • Linsen: 7 Milligramm Eisen5

Neben der Aufnahme von Eisen ist in der Schwangerschaft auch eine ausgewogene Ernährung zu empfehlen.

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1Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.: Eisen. URL: http://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/eisen/ (30.01.2018).
2Rosenfluh Publikationen AG: Eisenmangelanämie in der Schwangerschaft. Wann und wie intravenöses Eisen verabreichen? URL: https://www.rosenfluh.ch/media/gynaekologie/2012/02/eisenmangelanaemie.pdf (22.01.2018). S. 18.
3Rosenfluh Publikationen AG: Eisenmangelanämie in der Schwangerschaft. Wann und wie intravenöses Eisen verabreichen? URL: https://www.rosenfluh.ch/media/gynaekologie/2012/02/eisenmangelanaemie.pdf (22.01.2018). S. 18.
4Rosenfluh Publikationen AG: Eisenmangelanämie in der Schwangerschaft. Wann und wie intravenöses Eisen verabreichen? URL: https://www.rosenfluh.ch/media/gynaekologie/2012/02/eisenmangelanaemie.pdf (22.01.2018). S. 19.
5Burgerstein, Lothar: Handbuch Nährstoffe. Vorbeugung und heilen durch ausgewogenen Ernährung: Alles über Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe. Stuttgart: Trias 122012. S. 215.