Wenn der Stuhlgang ausbleibt – Verstopfung bei Babys und Kindern

Eine Windel ohne Stuhlgang über mehrere Tage hinweg – die meisten Eltern machen sich in diesem Fall Sorgen, dass mit der Verdauung Ihres Babys etwas nicht in Ordnung ist. Bei gestillten Babys ist es meist kein Problem, wenn der Stuhlgang über eine Woche ausbleibt. Wie sieht es bei Flaschenkindern aus und welche Beschwerden können auftreten, wenn ein Baby an Verstopfung leidet?

Hat mein Baby Verstopfung? Die goldene Hebammen-Regel

Verstopfung oder einfach eine langsame Verdauung? Diese Frage stellen sich frischgebackene Eltern, wenn Ihr Baby über mehrere Tage keinen Stuhlgang hat. Solange es Ihrem Kind gut geht und es nicht quengelig ist oder Anzeichen von Schmerzen zeigt, brauchen Sie sich vorläufig keine Sorgen machen.

Die goldene Hebammen-Regel: Die Hebammenregel über die Häufigkeit des Stuhlgangs bei gestillten Babys besagt: Zwischen zehnmal am Tag und einmal alle zehn Tage ist alles im Rahmen.

Kinder, die mit der Flasche gefüttert werden, sollten am besten einmal täglich Stuhlgang haben. Doch bleibt dieser einmal aus, ist auch das kein Grund zur Panik. Die Dauer der Verdauung ist bei jedem Menschen anders und abhängig von mehreren Faktoren wie zum Beispiel der Ernährung oder wie schnell sich der Verdauungstrakt des Kindes entwickelt. Solange das Kind genügend trinkt und die Windel dementsprechend mehrmals am Tag nass ist, besteht vorerst kein Hinweis, dass das Baby an Verstopfung leidet.

Folgende Merkmale deuten auf eine normale Verdauung hin:

  • Der erste Stuhl nach der Geburt ist schwarz-grün und zäh und wird als Kindspech bezeichnet.
  • Flaschenkinder haben in der Regel einen festeren, dunkleren Stuhl.
  • Gestillte Babys weisen einen hellen, breiigen Stuhl auf.
  • Die Umstellung auf Brei und feste Nahrung sorgt für einen dunklen und festen Stuhl.

Wenn bei Flaschenkindern länger als einen Tag die Windel ohne Stuhlgang bleibt und Ihr Kind zusätzlich quengelig wird und Bauschmerzen hat, sollten Sie einen Kinderarzt oder die Hebamme um Rat fragen.

Kind mit Verstopfung sitzt auf Toilette

Symptome einer Verstopfung bei Kindern

Wenn Ihr Baby an einer Verstopfung leidet, merken Sie, dass sich Ihr Kind zusätzlich zum fehlenden Stuhlgang unwohl fühlt. Sollte Ihr Kind eine Verstopfung haben, können folgende Anzeichen auftreten:

  • harter Bauch
  • Appetitlosigkeit
  • Bauchschmerzen
  • übelriechende Blähungen
  • wenn Stuhlgang vorhanden: kugelförmig, hart
  • Kind ist beim Pressen sehr angestrengt
  • Kindspech wird nicht ausgeschieden (normalerweise innerhalb der ersten zwei Tage nach der Geburt)
  • Blut im Stuhl

Suchen Sie beim Auftreten der Symptome in allen Fällen einen Kinderarzt auf, um eine fachlich korrekte Diagnose stellen zu lassen und eine geeignete Behandlung durchzuführen. Leidet Ihr Kind häufig an Verstopfungen, kann dies auf eine Laktose- oder Glutenunverträglichkeit hindeuten.

Still- oder Flaschenkind? Mögliche Ursachen einer Verstopfung beim Baby

Eine Verstopfung bei Babys, die gestillt werden, ist sehr selten. Flaschenkinder hingegen können schneller an einem erschwerten Stuhlgang leiden. Dies liegt an der besseren Verträglichkeit der Muttermilch gegenüber der Säuglingsmilchnahrung. Füttern Sie Ihr Kind mit der Flasche, sollten Sie auch auf die Dosierung des Pulvers entsprechend den Angaben des Herstellers achten. Zu viel Pulver kann unter Umständen zu einer Verdickung des Stuhls führen.

Eine Ernährungsumstellung ist möglicherweise der Grund für eine anfangs erschwerte Verdauung. An den ersten Brei oder die erste feste Nahrung muss sich der Darm langsam gewöhnen. Daher ist eine Verstopfung beim Baby in der ersten Zeit nicht ungewöhnlich. Neben der Ernährung kann auch die Psyche eine Rolle bei der Verdauung spielen:

  • Hatte das Baby zum Beispiel eine schmerzhafte Darmentleerung aufgrund etwas härteren Stuhls, kann es sein, dass das Kind sich dieses Erlebnis merkt und dadurch „Angst“ vorm nächsten Mal hat. Daher lässt das Baby den Stuhlgang nicht zu und eine Verstopfung bei Kindern ist wahrscheinlich.
  • Veränderungen im Alltag können ebenfalls schon Einfluss auf den Darm haben. Eine Reise oder veränderte familiäre Situationen wirken sich unter Umständen auf die Verdauung aus.
  • Das Toilettentraining ist für viele Kinder nicht so einfach. Die veränderte Situation führt möglicherweise dazu, dass das Kind den Stuhl verdrückt und dadurch eine Verstopfung entsteht.

In seltenen Fällen stecken Krankheiten hinter der Verstopfung bei Babys. Angeborene Fehlbildungen des Darms, die zu einer Verengung führen, sind dazu fähig, eine Verstopfung zu verursachen. Die angeborene Krankheit Morbus Hirschsprung, bei der die Nervenzellen in der Darmwand nicht richtig ausgebildet sind, kann sich auch durch Verstopfung bei Kindern äußern. Zudem können einige Medikamente den Stuhl verdicken und eine Verstopfung fördern.

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Verstopfung bei Kindern: Das können Sie tun

Wenn die Verstopfung des Babys keine Erkrankung als Ursache hat, ist es wichtig, den harten Stuhl zu lösen.

  • Bewegung regt die Darmbewegung an und hilft dabei, den Nahrungsbrei zu lockern. Nehmen Sie die Beinchen des Babys und bewegen Sie sie wie beim Fahrradfahren. Mit größeren Kindern einfach an die frische Luft gehen und rumtoben lassen, damit sich die Verstopfung bei den Kindern löst.
  • Ältere Kinder können Trockenobst zu sich nehmen. Getrocknete Pflaumen oder Rosinen unterstützen die Verdauung. Generell ist eine ballaststoffhaltige Nahrung gut für Magen und Darm. Viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte sind wichtig für eine intakte Darmflora, die wiederum essentiell für eine optimale Nährstoffverwertung und einen korrekten Ablauf der Verdauung ist.
  • Wärme und Bauchmassagen sorgen für Entspannung. Wichtig bei der Bauchmassage ist, dass Sie die kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel ausführen. Für Wärme sorgt ein leicht erhitztes Kirschkernkissen oder ein entspannendes Bad.
  • Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um die Verstopfung beim Baby zu lösen. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Kind viel trinkt. Zwischen den Mahlzeiten ist es sinnvoll, dem Kind verdünnte Fruchtsäfte, Tee oder Wasser zu geben.
  • Milchzucker oder Lactulose kann den Stuhl bei Säuglingen aufweichen. Dafür einen Teelöffel davon in Wasser oder Tee geben und füttern. Es ist ratsam, diese Behandlung mit dem Kinderarzt abzusprechen, da Lactulose auch zu Blähungen führen kann.

Helfen die Hausmittel nicht, verschreibt der Arzt häufig Zäpfchen, die in den Po des Babys eingeführt werden und die Darmtätigkeit anregen. Dann sollte die Verstopfung des Babys bald Vergangenheit sein.

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