Verstopfung bei Babys und Kindern: Wenn der Stuhlgang ausbleibt

22. Februar 2020
12 Min.

Ist das Kind einfach ein “Selten-Geher” oder leidet es an Verstopfung? Diese Frage stellen sich Eltern, wenn sich der Bauch des Babys oder Kindes gespannt anfühlt und es über mehrere Tage hinweg keinen Stuhlgang hat. Tatsächlich ist Stuhlgang etwas sehr Individuelles, so hängt er beispielsweise von den Ernährungsgewohnheiten ab. Und: Sie können Ihrem Nachwuchs helfen – es gibt einige Möglichkeiten, den Stuhlgang anzukurbeln.

Kind mit Verstopfung sitzt auf Toilette

Überblick:


Häufig gestellte Fragen zu Verstopfung bei Babys und Kindern

Was sind typische Symptome einer “echten” Verstopfung bei Babys und Kindern? Wenn sich Ihr Baby sichtlich quält, es etwa die Beinchen krampfhaft anzieht, anhaltend schreit, es Appetitmangel hat oder an hartem Stuhl leidet, kann dies auf Verstopfung hindeuten. Bei Kleinkindern zählen Bauchschmerzen, Schmerzen beim Stuhlgang, sehr fester Stuhl, Blähungen und ein ausladender Bauch zu den Hauptsymptomen.

Wann muss ich mit einem Kind, das an Verstopfung leidet, zum Arzt? Große Eile ist geboten, wenn die Verstopfung mit weiteren Beschwerden einhergeht, beispielsweise sehr starken Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schleim- oder Blutabgang und schlechtem Allgemeinzustand. Hier besteht der Verdacht auf einen Darmverschluss oder eine Blinddarmentzündung.

Ab wann sprechen Experten bei gestillten Babys von Verstopfung? Zwischen zehnmal am Tag und einmal alle zehn Tage ist alles im Rahmen.3 Bei einem voll gestillten Säugling, der keine weiteren Beschwerden hat, sprechen Mediziner häufig auch von “Scheinverstopfung”. Es sind keine Maßnahmen nötig, das Problem erledigt sich normalerweise von selbst – und das häufig mit “einem großen Knall”.

Wie oft sollten Flaschenkinder Stuhlgang haben? Einmal täglich sollte sich Stuhlgang in der Windel befinden.1 Ist dies seltener der Fall, suchen Sie bitte frühzeitig das Gespräch mit dem Kinderarzt oder der Hebamme, da sich sonst das Risiko einer Verstopfung erhöht.

Wir haben gerade die ersten Breiversuche gestartet. Kann das der Grund für die Verstopfung meines Babys sein? Am besten ist leicht bekömmliche Schonkost, zu der beispielsweise Zwieback oder Toast zählen. Vergessen Sie nicht, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei Ihrem Nachwuchs zu achten, falls die Magenschmerzen mit Erbrechen oder Durchfall einhergehen.

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Hat mein Baby beziehungsweise Kind eine Verstopfung?

Was ist “normal” beim großen Geschäft, was spricht für eine gesunde Magen-Darmtätigkeit? Unter anderem deuten folgende Merkmale bei Babys auf eine normale Verdauung hin:

  • grün-schwarzer, zäher und klebriger erster Stuhl nach der Geburt (als Kindspech bezeichnet)
  • fester, hellgelber oder gelblich-bräunlicher Stuhl (bei Flaschenkindern)
  • heller, breiiger Stuhl (gestillte Babys)
  • dunkler, fester Stuhl (nach Umstellung auf Brei und feste Nahrung)

Bei Kindern sind es im Übrigen diese Faktoren:

  • regelmäßiger Stuhlgang
  • beschwerdefreies Stuhlabsetzen
  • kein harter Kot
  • wenig Mühe/Pressen erforderlich

Die Dauer der Verdauung ist bei jedem Menschen anders und abhängig von mehreren Umständen wie zum Beispiel der Ernährung oder wie schnell sich der Verdauungstrakt des Babys beziehungsweise Kindes entwickelt. Wenn bei Ihrem Schützling der Stuhlgang also einmal ausbleibt, ist das prinzipiell noch kein Grund zur Panik.

Gut zu wissen:

Ein Baby, das mit der Flasche gefüttert wird, sollte am besten einmal täglich Stuhlgang haben.1 Wenn bei kleinen Kindern länger als einen Tag lang die Windel ohne Stuhlgang bleibt und sie zusätzlich quengelig werden, ist es empfehlenswert, einen Kinderarzt oder die Hebamme um Rat zu fragen.

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Symptome einer Verstopfung bei Babys und Kindern

Wenn bei Ihrem Baby beziehungsweise Kind eine Verstopfung in Erscheinung tritt, merken Sie, dass es sich zusätzlich zum fehlenden Stuhlgang unwohl fühlt. Sollte Ihr Baby oder Kind eine Verstopfung haben, können folgende Anzeichen auftreten:

  • harter Bauch
  • Appetitlosigkeit
  • Bauchschmerzen
  • übelriechende Blähungen
  • wenn Stuhlgang vorhanden: kugelförmig, hart
  • Kind ist beim Pressen sehr angestrengt
  • Blut im Stuhl
  • Kindspech wird bei Babys nicht ausgeschieden (normalerweise innerhalb der ersten zwei Tage nach der Geburt2)

Suchen Sie beim Auftreten der Symptome in allen Fällen einen Kinderarzt auf, um eine fachlich korrekte Diagnose stellen zu lassen und eine geeignete Behandlung durchzuführen. Leidet Ihr Baby beziehungsweise Kind häufig an Verstopfungen, kann dies auf eine Laktose- oder Glutenunverträglichkeit hindeuten.

Mögliche Ursachen einer Verstopfung bei Babys und Kindern

Mitunter spielt die Psyche eine Rolle bei der Verdauung:

  • Hatte ein Kind zum Beispiel eine schmerzhafte Darmentleerung aufgrund etwas härteren Stuhls, kann es sein, dass es sich dieses Erlebnis merkt und dadurch „Angst“ vorm nächsten Mal hat. Daher lässt das Kind den Stuhlgang nicht zu und eine Verstopfung ist wahrscheinlich.
  • Veränderungen im Alltag können ebenfalls schon Einfluss auf den Darm haben. Eine Reise oder veränderte familiäre Situationen wirken sich unter Umständen auf die Verdauung aus.
  • Das Toilettentraining ist für viele Kinder nicht so einfach. Die neue Situation führt möglicherweise dazu, dass das Kind den Stuhl verdrückt und dadurch eine Verstopfung entsteht.

In seltenen Fällen stecken Krankheiten hinter der Verstopfung bei Babys und Kindern. Angeborene Fehlbildungen des Darms, die zu einer Verengung führen, sind auch dazu in der Lage, eine Verstopfung zu verursachen. Die angeborene Krankheit Morbus Hirschsprung, bei der die Nervenzellen in der Darmwand nicht richtig ausgebildet sind, ist eine solche. Zudem können einige Medikamente den Stuhl verdicken und eine Verstopfung fördern.

Verstopfung bei Babys und Flaschenkindern?

Eine Verstopfung bei Babys, die gestillt werden, ist sehr selten. Flaschenkinder hingegen können schneller an einem erschwerten Stuhlgang leiden. Dies liegt an der besseren Verträglichkeit der Muttermilch gegenüber der Säuglingsmilchnahrung. Füttern Sie Ihr Kind mit der Flasche, sollten Sie auch auf die Dosierung des Pulvers entsprechend den Angaben des Herstellers achten. Zu viel Pulver kann unter Umständen zu einer Verdickung des Stuhls führen.
Eine Ernährungsumstellung ist möglicherweise der Grund für eine anfangs erschwerte Verdauung. An den ersten Brei oder die erste feste Nahrung muss sich der Darm langsam gewöhnen. Daher ist eine Verstopfung beim Baby in der ersten Zeit nicht ungewöhnlich.

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Verstopfung bei Babys und Kindern: Das können Sie tun

Wenn die Verstopfung des Babys beziehungsweise des Kindes keine Erkrankung als Ursache hat, ist es wichtig, den harten Stuhl zu lösen.

  • Bewegung regt die Darmbewegung an und hilft dabei, den Nahrungsbrei zu lockern. Nehmen Sie die Beinchen des Babys und bewegen Sie sie wie beim Fahrradfahren. Mit größeren Kindern einfach an die frische Luft gehen und rumtoben lassen, damit sich die Verstopfung löst.
  • Während sich bei Säuglingen Pflaumen- oder Birnensaft eignet (1 Esslöffel pro Lebensjahr), können ältere Kinder Trockenobst zu sich nehmen.3 Getrocknete Pflaumen oder Rosinen unterstützen die Verdauung. Generell ist eine ballaststoffhaltige Nahrung gut für Magen und Darm. Viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte sind wichtig für eine intakte Darmflora, die wiederum essentiell für eine optimale Nährstoffverwertung und einen korrekten Ablauf der Verdauung ist.
  • Wärme und Bauchmassagen sorgen bei Babys aber auch älteren Kindern für Entspannung. Wichtig bei der Bauchmassage ist, dass Sie die kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel ausführen. Für Wärme sorgt ein leicht erhitztes Kirschkernkissen oder ein entspannendes Bad.
  • Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um die Verstopfung beim Baby oder Kind zu lösen. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Schützling viel trinkt. Zwischen den Mahlzeiten ist es sinnvoll, ihm verdünnte Fruchtsäfte (ab dem zehnten Monat ), Tee oder Wasser zu geben.
  • Milchzucker oder Lactulose kann den Stuhl bei Säuglingen und Kindern aufweichen. Dafür einen Teelöffel davon in Wasser oder Tee geben und füttern. Es ist ratsam, diese Behandlung mit dem Kinderarzt abzusprechen, da Lactulose auch zu Blähungen führen kann.

Helfen die Hausmittel nicht, verschreibt der Arzt häufig Zäpfchen, die in den Po des Kindes eingeführt werden und die Darmtätigkeit anregen. Dann sollte die Verstopfung bald Vergangenheit sein.

Romina Enz
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Medizinredakteurin und Biologin
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