Wenn der Stuhlgang ausbleibt – Verstopfung bei Babys und Kindern

Der Bauch Ihres Kindes ist prall gespannt? Zudem konnte Ihr Schützling seit mehreren Tagen keinen Stuhl mehr absetzen? Unter Umständen ist eine Verstopfung dafür verantwortlich. Bei einem Baby bemerken Sie diese beispielsweise durch eine Windel ohne Stuhlgang über mehrere Tage hinweg – die meisten Eltern machen sich in diesem Fall Sorgen, dass mit der Verdauung Ihres Babys etwas nicht in Ordnung ist. Doch welche Beschwerden können auftreten, wenn bei Babys oder Kindern eine Verstopfung vorliegt?

Hat mein Baby beziehungsweise Kind eine Verstopfung?

Verstopfung oder einfach eine langsame Verdauung? Diese Frage stellen sich Eltern, wenn Ihr Baby oder Kind über mehrere Tage hinweg keinen Stuhlgang hat. Solange es Ihrem Kind gut geht und es nicht quengelig ist oder Anzeichen von Schmerzen zeigt, brauchen Sie sich vorläufig keine Sorgen machen.

Die goldene Hebammen-Regel: Die Hebammenregel über die Häufigkeit des Stuhlgangs bei gestillten Babys besagt: Zwischen zehnmal am Tag und einmal alle zehn Tage ist alles im Rahmen.1

Doch was spricht nun für eine gesunde Magen-Darmtätigkeit? Unter anderem deuten folgende Merkmale bei Babys auf eine normale Verdauung hin:

  • schwarz-grün und zäher erster Stuhl nach der Geburt (als Kindspech bezeichnet)
  • oft fester, dunkler Stuhl (bei Flaschenkindern)
  • hellen, breiigen Stuhl (gestillte Babys)
  • dunkler, fester Stuhl (nach Umstellung auf Brei und feste Nahrung)

Bei Kindern sind es im Übrigen diese Faktoren:

  • regelmäßiger Stuhlgang
  • beschwerdefreies Stuhlabsetzen
  • kein harter Kot
  • wenig Mühe/Pressen erforderlich

Die Dauer der Verdauung ist bei jedem Menschen anders und abhängig von mehreren Umständen wie zum Beispiel der Ernährung oder wie schnell sich der Verdauungstrakt des Babys beziehungsweise Kindes entwickelt. Wenn bei ihrem Schützling der Stuhlgang also einmal ausbleibt, ist das prinzipiell noch kein Grund zur Panik. Zum Arzt gehen sollten Eltern jedoch vorsichtshalber, wenn der Schützling Bauchschmerzen hat.

Gut zu wissen:

Babys, die mit der Flasche gefüttert werden, sollten am besten einmal täglich Stuhlgang haben. Solange es genügend trinkt und die Windel dementsprechend mehrmals am Tag nass ist, besteht vorerst kein Hinweis darauf, dass das Baby an Verstopfung leidet. Wenn bei kleinen Kindern länger als einen Tag lang die Windel ohne Stuhlgang bleibt und sie zusätzlich quengelig werden, ist es empfehlenswert, einen Kinderarzt oder die Hebamme um Rat zu fragen.



Kind mit Verstopfung sitzt auf Toilette

Symptome einer Verstopfung bei Babys und Kindern

Wenn bei Ihrem Baby beziehungsweise Kind eine Verstopfung in Erscheinung tritt, merken Sie, dass es sich zusätzlich zum fehlenden Stuhlgang unwohl fühlt. Sollte Ihr Baby oder Kind eine Verstopfung haben, können folgende Anzeichen auftreten:

  • harter Bauch
  • Appetitlosigkeit
  • Bauchschmerzen
  • übelriechende Blähungen
  • wenn Stuhlgang vorhanden: kugelförmig, hart
  • Kind ist beim Pressen sehr angestrengt
  • Blut im Stuhl
  • Kindspech wird bei Babys nicht ausgeschieden (normalerweise innerhalb der ersten zwei Tage nach der Geburt)

Suchen Sie beim Auftreten der Symptome in allen Fällen einen Kinderarzt auf, um eine fachlich korrekte Diagnose stellen zu lassen und eine geeignete Behandlung durchzuführen. Leidet Ihr Baby beziehungsweise Kind häufig an Verstopfungen, kann dies auf eine Laktose- oder Glutenunverträglichkeit hindeuten.

Mögliche Ursachen einer Verstopfung bei Babys und Kindern

Mitunter spielt die Psyche eine Rolle bei der Verdauung:

  • Hatte ein Kind zum Beispiel eine schmerzhafte Darmentleerung aufgrund etwas härteren Stuhls, kann es sein, dass es sich dieses Erlebnis merkt und dadurch „Angst“ vorm nächsten Mal hat. Daher lässt das Kind den Stuhlgang nicht zu und eine Verstopfung bei Kindern ist wahrscheinlich.
  • Veränderungen im Alltag können ebenfalls schon Einfluss auf den Darm haben. Eine Reise oder veränderte familiäre Situationen wirken sich unter Umständen auf die Verdauung aus.
  • Das Toilettentraining ist für viele Kinder nicht so einfach. Die neue Situation führt möglicherweise dazu, dass das Kind den Stuhl verdrückt und dadurch eine Verstopfung entsteht.

In seltenen Fällen stecken Krankheiten hinter der Verstopfung bei Babys und Kindern. Angeborene Fehlbildungen des Darms, die zu einer Verengung führen, sind auch dazu in der Lage, eine Verstopfung zu verursachen. Die angeborene Krankheit Morbus Hirschsprung, bei der die Nervenzellen in der Darmwand nicht richtig ausgebildet sind, ist eine solche. Zudem können einige Medikamente den Stuhl verdicken und eine Verstopfung fördern.

Verstopfung bei Babys und Flaschenkindern?

Eine Verstopfung bei Babys, die gestillt werden, ist sehr selten. Flaschenkinder hingegen können schneller an einem erschwerten Stuhlgang leiden. Dies liegt an der besseren Verträglichkeit der Muttermilch gegenüber der Säuglingsmilchnahrung. Füttern Sie Ihr Kind mit der Flasche, sollten Sie auch auf die Dosierung des Pulvers entsprechend den Angaben des Herstellers achten. Zu viel Pulver kann unter Umständen zu einer Verdickung des Stuhls führen.
Eine Ernährungsumstellung ist möglicherweise der Grund für eine anfangs erschwerte Verdauung. An den ersten Brei oder die erste feste Nahrung muss sich der Darm langsam gewöhnen. Daher ist eine Verstopfung beim Baby in der ersten Zeit nicht ungewöhnlich.

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Verstopfung bei Babys und Kindern: Das können Sie tun

Wenn die Verstopfung des Babys beziehungsweise des Kindes keine Erkrankung als Ursache hat, ist es wichtig, den harten Stuhl zu lösen.

  • Bewegung regt die Darmbewegung an und hilft dabei, den Nahrungsbrei zu lockern. Nehmen Sie die Beinchen des Babys und bewegen Sie sie wie beim Fahrradfahren. Mit größeren Kindern einfach an die frische Luft gehen und rumtoben lassen, damit sich die Verstopfung bei den Kindern löst.
  • Ältere Kinder können Trockenobst zu sich nehmen. Getrocknete Pflaumen oder Rosinen unterstützen die Verdauung. Generell ist eine ballaststoffhaltige Nahrung gut für Magen und Darm. Viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte sind wichtig für eine intakte Darmflora, die wiederum essentiell für eine optimale Nährstoffverwertung und einen korrekten Ablauf der Verdauung ist.
  • Wärme und Bauchmassagen sorgen bei Babys aber auch älteren Kindern für Entspannung. Wichtig bei der Bauchmassage ist, dass Sie die kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel ausführen. Für Wärme sorgt ein leicht erhitztes Kirschkernkissen oder ein entspannendes Bad.
  • Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um die Verstopfung beim Baby oder Kind zu lösen. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Schützling viel trinkt. Zwischen den Mahlzeiten ist es sinnvoll, ihm verdünnte Fruchtsäfte (ab dem zehnten Monat ), Tee oder Wasser zu geben.
  • Milchzucker oder Lactulose kann den Stuhl bei Säuglingen und Kindern aufweichen. Dafür einen Teelöffel davon in Wasser oder Tee geben und füttern. Es ist ratsam, diese Behandlung mit dem Kinderarzt abzusprechen, da Lactulose auch zu Blähungen führen kann.

Helfen die Hausmittel nicht, verschreibt der Arzt häufig Zäpfchen, die in den Po des Schützlings eingeführt werden und die Darmtätigkeit anregen. Dann sollte die Verstopfung des Babys beziehungsweise Kindes bald Vergangenheit sein.

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1Laue, Birgit: 1000 Fragen an die Hebamme. München: Gräfe und Unzer Verlag 2008. S. 332.
2Dohmen, Barbara: Richtig einkaufen: Babyernährung: Ernährungsplan für das erste Jahr. Stuttgart: Trias Verlag 2004. S. 80.