Wie entsteht eine allergische Hautreaktion beim Baby und Kind?

Pusteln, Quaddeln und Co.: Die Suche nach dem Auslöser einer allergischen Hautreaktion bei Babys und Kindern gestaltet sich wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Welche potentiellen Auslöser es gibt und wie der Hautausschlag entsteht, lesen Sie hier.

Entstehung von Hautausschlag bei Kindern und Babys

Mädchen kratzt sich, aufgrund einer allergischen Hautreaktion

Grundsätzlich hat das Immunsystem die Aufgabe, schädliche Eindringlinge wie zum Beispiel Grippeviren abzuwehren, um so den Ausbruch einer Krankheit zu verhindern. Bei einer Allergie handelt der Körper allerdings auch bei ungefährlichen Substanzen wie Tierhaaren und Lebensmitteln. Diese auslösenden Stoffe heißen Allergene. Die Reaktion äußert sich dann bei Ihrem Baby in Form von verschiedenen Symptomen wie einer allergischen Hautreaktion, Schnupfen oder Juckreiz. Doch wie entsteht eine allergische Hautreaktion?

  1. Trifft ein Allergen auf die Haut oder Schleimhaut in Mund- und Rachenraum sowie Darm, lösen sich Peptide – winzige Eiweißverbindungen.
  2. Die Peptide durchdringen die Hautbarriere und docken an sogenannte Immunglobulin-E-Antikörper. Generell sind Antikörper spezielle Eiweißstoffe, die für Abwehr von Eindringlingen verantwortlich sind.
  3. Die IgE-Antikörper haben sich zuvor mit Mastzellen verbunden. Diese sind vor allem in Haut, Atemwegen und Darm zu finden – also überall dort, wo sie auf Allergene stoßen können.
  4. Die Mastzellen speichern Histamin, eine Substanz, die bei Verbindung mit einem IgE-Antiköper entzündliche Prozesse in Gang setzt.
  5. Die Entzündungsstoffe führen unter anderem zu einer allergischen Hautreaktion. Die Haut schwillt an, juckt und es bildet sich ein sichtbarer Hautausschlag.

Grundsätzlich kann eine Allergie vererbt werden. Bis zu 80 Prozentii der Kinder vorbelasteter Eltern entwickeln sie ebenfalls. Allerdings kommt es nicht nur auf die genetische Veranlagung an. Besondere Lebensumstände, Umwelteinflüsse, Zeitpunkt des ersten Allergenkontakts und die Menge der Allergene spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Entstehung eines Hautausschlages beim Baby und Kind.

Pusteln, Rötungen und Quaddeln bei Kindern

Ein Hautausschlag bei Kindern und Babys kann in Aussehen, Dauer und Stärke sehr variieren. Während sie sich bei einigen Kindern durch vereinzelte blassrosa Punkte äußert, kann sie bei anderen wiederrum große Quaddeln am ganzen Körper verursachen. Folgende Krankheitsanzeichen weisen auf eine allergische Hautreaktion bei Ihrem Baby hin:

  • rosafarbene oder rote Punkte
  • Rötungen und Schwellungen
  • trockene, schuppende oder rötliche Flecken
  • Juckreiz
  • Knötchen, Bläschen oder Quaddeln
Was sind Quaddeln?

Quaddeln (Urtica) bei Kindern sind juckende Erhebungen der Haut, die punktartig bis handflächengroß sind, und größtenteils aus Wasser bestehen. Die Optik von Quaddeln wird häufig mit dem Hautbild nach einer Berührung von Brennnesseln verglichen.

Ursache einer allergischen Hautreaktion bei Babys und Kindern

Auslöser von Hautausschlängen beim Baby und Kind sind in den meisten Fällen Nahrungsmittel1. Allergien können grundsätzlich durch jedes Nahrungsmittel und jeden chemischen Zusatzstoff ausgelöst werden. Auch Lebensmittel, die zuvor keinerlei Probleme bereitet haben, führen beim heranwachsenden Kind womöglich zu Hautausschlägen. Neben Lebensmitteln gibt es noch weitere Auslöser einer allergischen Hautreaktion bei Babys und Kindern:

  • Nahrungsmittel (Kuhmilch, Hühnereier, Zitrusfrüchte, Nüsse, Hülsenfrüchte, Fisch, glutenhaltige Getreidearten)
  • Tiere wie Hunde, Katzen oder Vögel (deren Haare, Federn, Kot, Speichel, Hautschuppen)
  • Kosmetik (Cremes mit Parfümstoffen oder ätherischen Ölen)
  • Reinigungsmittel (allen voran Waschmittel und Weichspüler)
  • Pollen (von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide und Kräutern)
  • Hausstaubmilben

Hautausschläge bei Babys und Kindern können auch durch Medikamente hervorgerufen werden. Sie treten häufig nach der Einnahme von Penizillin, Röntgenkontrastmitteln und schmerzstillenden Medikamenten auf.

Nickelallergie:

Nickel kann ein Kontaktekzem auslösen – einen allergischen Hautausschlag, der dort auftaucht, wo ein Allergen Berührung mit der Haut hatte. Das Metall wird unter anderem in Modeschmuck, Gürtelschnallen und Verschlussknöpfen von Hosen verwendet. Ziehen Sie bei einem Hautausschlag also auch eine Nickelallergie in Betracht.

Was Sie bei einer allergischen Hautreaktion tun können

Wenn Ihr Baby zum ersten Mal eine allergische Hautreaktion hat, sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt gehen. Er kann feststellen, ob es sich wirklich um eine Allergie handelt oder ob Quaddeln und Co. Hauterkrankungen wie eine Neurodermitis als Ursache haben. Zur Behandlung wird Ihnen der Arzt zunächst eine Salbe zur Wiederherstellung und Stabilisierung der Hautschutzbarriere verordnen, die die empfindliche Kinderhaut beruhigt und vor allem den Juckreiz lindert.

Sollte es sich bei den Symptomen Ihres Kindes um einen allergischen Hautausschlag handeln, wird im nächsten Schritt versucht, das Allergen ausfindig zu machen. Dazu führt der Mediziner nach einer Anamnese (Patientenbefragung) einen Allergietest durch. Dabei stehen ihm verschiedene Methoden zur Verfügung:

  • Pricktest: Allergenhaltige Lösungen werden auf die Haut getropft und diese an den einzelnen Stellen mit einer Nadel eingestochen. Danach beobachtet der Arzt die Reaktion der Haut.
  • Patchtest: Dabei klebt der Mediziner dem Kind ein Pflaster mit dem Allergen meist auf den Rücken. Das Ergebnis zeigt sich allerdings erst nach 48 Stunden auf der Haut.2 Dieser Test kann vor allem Kontaktallergien anzeigen, da sich diese erst nach einem längeren Zeitraum bemerkbar machen.
  • Bluttest: In einem Fachlabor wird der Gehalt von IgE- und anderen spezifischen Antikörpern gegen bestimmte Allergene untersucht.
  • Provokationstest: Der Arzt trägt das Allergen zum Beispiel direkt auf die Schleimhaut der Nase auf oder spritzt es dem Patienten unter die Haut. Da dieser Test eine starke allergische Hautreaktion hervorrufen kann, ist die Durchführung bei Kindern und Babys eher selten.

Lassen Sie sich vom Arzt einen Allergiepass ausstellen. Darin sind alle Allergene inklusive der vermuteten Auslöser aufgeführt. Ihr Kind sollte diesen Pass immer bei sich führen, damit ihm im Notfall geholfen werden kann.

Behandlung von allergischen Hautreaktionen bei Babys und Kindern

Da die Ursachen, die zur Entwicklung einer Allergie führen, noch nicht entschlüsselt sind, kann eine Allergie nicht geheilt, sondern nur gelindert werden. Dabei können Sie in drei Schritten vorgehen:

  1. Meiden des Auslösers: Die sogenannte Karenz umfasst das Weglassen der entsprechenden Lebensmittel oder zum Beispiel den Wechsel einer Creme. Pollen-Allergiker können ihrem Auslöser dagegen nicht ausweichen.
  2. Medikation: Antiallergische und antientzündliche Medikamente, zum Beispiel in Form von Salben, helfen dabei, die Beschwerden wie Juckreiz und gerötete Haut zu lindern.
  3. Hyposensibilisierung: Hierbei wird die Ursache behandelt. Sie kommt in erster Linie dann zum Einsatz, wenn sich die Auslöser nicht meiden lassen. Der Arzt verabreicht dem Patienten die relevanten Allergene wie Hausstaubmilben, bestimmte Tierhaare und Pollen in steigender Dosis über einen längeren Zeitraum. Dadurch soll sich der Körper an den Auslöser gewöhnen. Die Hyposensibilisierung wird bei Kindern ab drei Jahren angewendet.3

In der Regel reichen die ersten beiden Schritte aus, um eine allergische Hautreaktion bei Babys zu lindern. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Hausarzt oder einem Allergologen beraten.

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1Keicher, Ursula: Kinderkrankheiten. Alles, was wichtig ist. München: Gräfe und Unzer Verlag 2016. S.130.
2Lungenärzte im Netz: Allergietestung auf der Haut. URL: https://www.lungenaerzte-im-netz.de/untersuchungen/allergie-diagnostik/allergietestung-auf-der-haut/ (15.03.2018).
3Allum: Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung). URL: https://www.allum.de/krankheiten/therapiemoeglichkeiten/spezifische-immuntherapie-hyposensibilisierung (15.03.2018).