Magenschmerzen beim Kind: Die Ursachen

Sie äußern sich unter anderem durch Stechen, Ziehen oder Druckgefühl: Magenschmerzen sind alles andere als angenehm für ein Kind. Zumal Begleiterscheinungen wie Übelkeit oder Erbrechen keine Seltenheit sind. Dass Eltern schnellstmöglich wissen möchten, was die Magenschmerzen herbeigeführt hat, ist mehr als verständlich. Doch für Magenschmerzen beim Kind gibt es mehr als eine Ursache. Ein Überblick.

Kind leidet an Magenschmerzen aufgrund zahlreicher Ursachen

Stress – eine mögliche Ursache, wenn Ihr Kind Magenschmerzen hat

Nicht sofort kommen Erwachsene auf den Gedanken, dass auch Kinder gestresst sein können. Doch auch schon unsere Kleinsten kennen ihn – den Stress. Er ist häufig die Ursache dafür, weshalb ein Kind Magenschmerzen bekommt.

Ein durcheinandergeratener seelischer Zustand kann bei Menschen jeden Alters auf den Magen schlagen. Stress beziehungsweise seelische Probleme sind in 80 Prozent der Fälle die Ursache, wenn ein Kind über Wochen und Monate an Magenschmerzen leidet.1 Werden diese begleitet von

  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Durchfall oder
  • Sodbrennen

liegt die Vermutung nahe, dass die Schmerzen wirklich stressbedingt sind.

Das ist charakteristisch für Magenschmerzen

Stechen, Ziehen oder ein Druckgefühl sind typische Merkmale von Magenschmerzen. Die Magenregion befindet sich auf der linken Seite des Rumpfes, auf Höhe des Rippenbogens beziehungsweise leicht über dem Bauchnabel. Auch Magenkrämpfe sind eine Variante von Magenschmerzen, die Ihr Kind bekommen kann. Sie äußern sich meist als Kolik – also als starke Schmerzen, die anfallartig in Erscheinung treten und nur wenige Sekunden lang anhalten, bevor sie wieder abflauen.

Warum führt Stress zu Magenschmerzen?

Seelische Belastungen können bei Ihrem Kind die Ursache für Magenschmerzen sein, weil Menschen ein sogenanntes „Bauchhirn“ besitzen – fachsprachlich auch Enterisches Nervensystem (ENS). Es handelt sich dabei um ein Geflecht aus Millionen von Nerven, welche

  • die Muskelbewegung von Magen und Darm steuern,
  • die Verarbeitung der Nahrung regulieren,
  • die Nährstoffverteilung in unserem Blut beeinflussen und
  • die Produktion von Verdauungssäften in Auftrag geben.

Das ENS ist mit dem Gehirn verbunden. Ein Grund, weshalb Stress auch einen Einfluss auf Reaktionen im Magen und Darm hat und nicht nur auf die Psyche. Bei vielen Kindern treten Übelkeit und Magenschmerzen in Erscheinung, wenn sie psychisch belastet sind. Zudem ist Stress mitunter der Auslöser dafür, wenn die Nerven des ENS die Produktion von zu viel Magensäure veranlassen – Sodbrennen ist dann eine mögliche Folge. Auch können die Muskelbewegungen des Magens anders erfolgen als sonst. Besteht dieser Fall, kommt es häufig zu Magenschmerzen durch einen zu schnellen Weitertransport von Speisebrei.

Stressfaktoren beim Kind

Stress ist eine mögliche Ursache von Magenschmerzen, soviel steht schon fest. Doch wodurch entsteht er bei Kindern? Zu den denkbaren Auslösern gehören unter anderem:

  • Probleme mit Gleichaltrigen – zum Beispiel in der Schule
  • wenig Freizeit und Termindruck – zum Beispiel direkt nach dem Unterricht zum Sport und anschließend zum Musikunterricht müssen
  • hohe Erwartungen der Eltern – zum Beispiel, dass das Kind immer gute Noten schreiben soll

Oft merken Mütter und Väter nicht, dass ihr Schützling überfordert ist. Es ist ihnen einfach nicht bewusst. Ein bewährter Tipp ist daher, den Alltag Ihres Kindes selbstkritisch zu hinterfragen. Stress als Ursache von Magenschmerzen lässt sich so leichter vermeiden.

Krankheiten und Beschwerden, die beim Kind Ursache von Magenschmerzen sein können

Folgenden Erkrankungen und Beschwerden können infrage kommen:

  • Gastritis: Diese mögliche Ursache für Magenschmerzen bei einem Kind ist Ihnen vielleicht besser unter dem Namen Magenschleimhautentzündung bekannt. Die Schleimhaut, die den Magen von innen auskleidet und schützt, kann sich beispielsweise durch Infektionen, fettreiche Nahrung oder Stress entzünden. Ist das geschehen, macht sich dies mitunter durch Krankheitszeichen wie krampfartige Magenschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen bemerkbar.
  • Magen-Darm-Infektion: Sie wird oftmals durch Viren ausgelöst und kann die Ursache sein, wenn Ihr Kind Magenschmerzen hat. Die Infektion ist konkret eine Entzündung der Schleimhaut des Magens und des Dünndarms. Unter Umständen kann zudem auch der Dickdarm beeinträchtigt sein. Betroffene leiden in der Regel an Erbrechen, Durchfall, Blähungen sowie Magenkrämpfen. Darüber hinaus ist auch das Auftreten von Fieber möglich.
  • Reizmagen: Er wird fachsprachlich auch als funktionelle Dyspepsie bezeichnet. Es handelt sich dabei um verschiedene Beschwerden wie Magenschmerzen, Sodbrennen, Aufstoßen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und/oder Erbrechen, die oft nach dem Verzehr von Mahlzeiten in Erscheinung treten. Charakteristisch für einen Reizmagen ist zudem, dass für Ärzte keine organischen Ursachen für dessen Entstehung ausmachbar sind.
  • Refluxkrankheit: Bei dieser Erkrankung fließt der saure Mageninhalt Ihres Kindes teilweise zurück in die Speiseröhre. Mediziner bezeichnen diesen Ablauf als Reflux. Typische Symptome bei Kindern sind zum Beispiel Magenschmerzen, häufiger Schluckauf, vermehrtes Husten, Sodbrennen, saures Aufstoßen und/oder ein drückender Schmerz im Brustbereich. Ebenso wie die Anzeichen sind auch die Ursachen einer Refluxkrankheit zahlreich. Auslösbar ist sie zum Beispiel durch zu viele Süßigkeiten, fetthaltige Nahrung, zu rasches Essen oder Stress.

Wichtig ist für Sie als Mutter oder Vater, mit Kindern lieber öfter als zu selten einen Arzt aufzusuchen, wenn es um das allgemeine Wohlbefinden Ihres Schützlings geht. Denn Mediziner haben das nötige Fachwissen, um mit Sicherheit feststellen zu können, ob eine Erkrankung die Ursache dafür ist, dass Ihr Kind Magenschmerzen hat. Zudem können sie schnell die notwendigen Therapiemaßnahmen einleiten.

Magenschmerzen können ernährungsbedingt sein

Nicht immer muss gleich eine Krankheit die Ursache sein, wenn Ihr Kind an Magenschmerzen leidet. Denn häufig treten diese auch im Zusammenhang mit beispielsweise zu großen Mengen an Nahrung, zu scharfem Essen oder zu viel Fleisch in Erscheinung. All die genannten Faktoren bergen das Risiko, dass zu viel Magensäure produziert wird. Die mögliche Folge: Ihr Kind klagt über Magenschmerzen. Darüber hinaus kann auch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit – zum Beispiel gegen Gluten oder Laktose – die Ursache für Magenbeschwerden sein.

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1Keudel, Hemlut/ Capelle, Barbara: Kinderkrankheiten: Erkennen – Behandeln – Vorbeugen. Das umfassende Standardwerk. München: Gräfe und Unzer Verlag 2006. S. 30-32.