Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft: Macht das Sinn?

Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente… In der Schwangerschaft sind bestimmte Nährstoffe doppelt gefragt, denn ab sofort kümmert sich Frau nicht mehr nur um sich selbst. Um eine optimale Versorgung von Mutter und Kind zu gewährleisten, ist es manchmal sogar ratsam, Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft einzunehmen. Doch wann genau macht die zusätzliche Einnahme Sinn? Und bei welchen Nährstoffen herrscht jetzt ein erhöhter Bedarf?

Gefragte Nährstoffe vor, während und nach der Schwangerschaft

Bunte Vielfalt an Nahrungsergänzungsmitteln für die Schwangerschaft.

Zu keinem anderen Zeitpunkt im Leben haben Frauen einen so hohen Nährstoffbedarf wie in der Schwangerschaft und Stillzeit. Denn nur, wenn das Baby optimal versorgt wird, ist eine gesunde Entwicklung möglich. Schwangere Frauen stellen sich daher zu Recht die Frage: Auf welche Nährstoffe muss ich während und nach meiner Schwangerschaft explizit achten? Ein besonderes Augenmerk sollten Frauen auf folgende Substanzen legen:

Bei bestehendem Kinderwunsch oder für Frauen, die bereits schwanger sind, gilt daher: Auf eine ausgewogene und vollwertige Ernährung kommt es jetzt mehr denn je an. Wer seinen Speiseplan entsprechend anpasst, kann über die unterschiedlichsten Lebensmittel den erhöhten Nährstoffbedarf ausgleichen. Aber: Nicht immer lässt sich der Verbrauch rein über die Ernährung decken – in einigen Fällen sind vor, während und nach der Schwangerschaft Nahrungsergänzungsmittel nötig.

Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt…

…muss besonders aufmerksam sein. Bei einer (teils) pflanzlichen Ernährungsweise gelten einige Nährstoffe als kritisch, darunter zum Beispiel

  • Omega-3-Fettsäuren,
  • Jod,
  • Zink sowie
  • Vitamin B12 und D.

Allerdings sind einige der genannten Nährstoffe auch bei einer normalen Ernährung kaum ausreichend aufzunehmen. Eine sorgfältige Planung und Auseinandersetzung mit Ernährung ist daher für jede Lebensweise erforderlich. Außerdem sollten Vegetarierinnen und Veganerinnen mit ihrem Arzt Rücksprache halten, insbesondere mit dem Fokus auf die Supplementierung von Vitamin B12, da dieses nur in tierischen Produkten zu finden ist.

Nahrungsergänzungsmittel in Schwangerschaft und Stillzeit – wann machen sie Sinn?

Von Folsäuretabletten über Fischölkapseln bis hin zu Kombinationspräparaten – das Angebot an Nahrungsergänzungsmitteln, die speziell für die Schwangerschaft gedacht sind, ist riesig. Kein Wunder also, wenn sich werdende Mütter überfordert fühlen. Aber wann ist denn nun eine zusätzliche Einnahme empfehlenswert?

Folsäure

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)1 empfiehlt für Schwangere eine Einnahme von 550 µg (Mikrogramm) des Vitamins und für Stillende 450 µg. Allein über die Ernährung lässt sich der Bedarf allerdings nur schwer decken, weshalb während und nach der Schwangerschaft Nahrungsergänzungsmittel angeraten sind.

Für den Fötus und das Neugeborene ist eine ausreichende Zufuhr unverzichtbar, denn Folsäure, die synthetisch hergestellte Variante des Vitamins Folat, ist unter anderem an der Ausbildung von Knochen und inneren Organen beteiligt. Insbesondere ist sie für die Schließung des sogenannten Neuralrohrs verantwortlich, aus dem sich später das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) und periphere Nervensysteme wie das Darmnervensystem entwickeln. Liegt ein Neuralrohrdefekt vor, kann sich beispielsweise ein offener Rücken (Spina bifida) ausbilden.

Schon gewusst?

Frauen, die einen Kinderwunsch hegen, sollten mindestens vier Wochen vor einer geplanten Schwangerschaft an eine erhöhte Zufuhr von Folsäure denken.2 Der Grund: Das Neuralrohr schließt sich bereits in der vierten Schwangerschaftswoche.

Jod

Bei einem Jodmangel steigt das Risiko für Fehlgeburten sowie Fehlbildungen und auch die geistige Entwicklung des Kindes kann beeinträchtigt werden. Daher empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Neben der Verwendung von jodiertem Speisesalz und dem zweimal wöchentlichen Verzehr von Fisch wie Seelachs oder Hering, sollten Frauen in der Schwangerschaft auch auf Nahrungsergänzungsmittel mit Jod zurückgreifen. Genauer gesagt, ist eine tägliche Zufuhr von 100 bis 150 µg Jodid angeraten.3

Frauen, bei denen eine Schilddrüsenerkrankung vorliegt, sollten die Dosierung vorab mit dem behandelnden Arzt klären.

Eisen

Bei der Frage, ob der Eisenbedarf in der Schwangerschaft mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln gedeckt werden muss, sprechen sich die Fachgesellschaften gegen eine generelle Supplementierung aus – auch wenn knapp die Hälfte aller Schwangeren einen Eisenmangel aufweist.4 Denn: Ein Zuviel des Nährstoffes kann schädlich sein.

Auf alle Fälle sollte der Eisenwert aber im Blick behalten werden. Bei den regelmäßigen Vorsorge-Untersuchungen bestimmt der Frauenarzt daher auch den Hämoglobinspiegel. Hämoglobin ist ein roter Farbstoff, der dank des enthaltenen Eisens den Sauerstoff-Transport im Körper ermöglicht. Ist der Gehalt im Körper zu niedrig, verschreibt der Arzt daher in der Regel Eisenpräparate.

Fazit: Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft? Ein klares „Ja“ für Folsäure und Jod

Dass ein erhöhter Nährstoffbedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit herrscht, ist unumstritten. Viele der benötigten Vitamine, Mineralstoffe und Co. lassen sich jedoch mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung decken. Aber nicht alle: Bei Jod und Folsäure sprechen sich Fachgesellschaften und Mediziner beispielsweise klar für eine Supplementierung aus. Bei anderen Nährstoffen wiederum (wie Eisen), ist die zusätzliche Gabe eine individuelle Angelegenheit.

Grundsätzlich gilt daher: Sprechen Sie eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in der Schwangerschaft und Stillzeit immer mit Ihrem Arzt ab. Er kann Ihnen sagen, für welche Nährstoffe ein erhöhter Bedarf besteht und in welcher Dosierung die Supplemente einzunehmen sind. Auch in Sachen sinnvoller Kombi-Präparate sollten Frauen Vorsicht walten lassen, da es sein kann, dass die Dosierung nicht den Empfehlungen entspricht oder Stoffe enthalten sind, für die kein Mehrbedarf besteht. In einem solchen Fall weiß der behandelnde Frauenarzt bestens Rat: Unter Berücksichtigung der Ernährungsgewohnheiten kann er entsprechende Empfehlungen aussprechen.

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1 Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Folat. URL: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/folat/ (28.02.2018).
2 Frauenärzte im Netz: Natürliche Familienplanung. URL: https://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_natuerliche-familienplanung-tipps-fuer-eine-schwangerschaft_462.html (28.02.2018).
3 Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Erste einheitliche Handlungsempfehlungen zur Ernährung in der Schwangerschaft. URL: https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/bevoelkerungsgruppen/schwangere-stillende/handlungsempfehlungen-zur-ernaehrung-in-der-schwangerschaft/ (13.03.2018).
4 https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=43379.