Der Kümmel und seine wohltuende Wirkung

21. November 2018

Viele Kinder mögen puren Kümmel im Essen nicht, stark verdünnt in Form von Tees wird er aber selbst von den Kleinsten gerne getrunken. Gut so, denn Kümmel kann eine positive Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt haben und zum Beispiel Blähungen lindern. Ein Grund, sich die Heilpflanze genauer anzusehen.

Kümmelpflanze

So wirkt Kümmel gegen Blähungen und Co.

Kümmel wird in erster Linie gegen Verdauungsbeschwerden wie Blähungen eingesetzt. Genau genommen ist das ätherische Öl aus den Früchten für die wohltuende Eigenschaft der Pflanze verantwortlich. Das setzt sich neben Bestandteilen wie etwa den Flavonoiden (wirken antioxidativ und stärken die körpereigene Abwehr), vor allem – immerhin mit über 60 Prozent2 – aus Carvon zusammen. Dabei handelt es sich um einen Stoff, der nachweislich Bakterien und Pilze abtötet. Carvon interagiert mit dem außerdem enthaltenen Wirkstoff Limonen, einer immunstimulierenden und antibakteriellen chemischen Verbindung. In Kombination können die Bestandteile des Kümmels gegen Magen-Darm-Beschwerden wie etwa Blähungen helfen. Kümmel wird auch für Babys eingesetzt, da er besonders sanft wirkt.

Gut zu wissen: Babys sind sehr anfällig für Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen oder Krämpfe. Das liegt daran, dass das Verdauungssystem der Kleinen noch nicht vollständig entwickelt ist. Die Darmflora (Gesamtheit der Mikroorganismen im Darm) bildet sich in den ersten Lebenswochen und -monaten noch aus und stabilisiert sich erst um das dritte Lebensjahr herum.1 Bis es soweit ist, kann Kümmel mit seiner krampflösenden Wirkung für Babys verwendet werden.

Neben der Wirkung gegen Blähungen, hat Kümmel noch folgende positive Eigenschaften:

  • appetitanregend
  • entspannend
  • verdauungsfördernd
  • erfrischend
  • krampflösend
  • durchblutungsfördernd

Kümmel kann somit auch gegen Dreimonatskoliken helfen, unter denen Babys häufig leiden. Dabei handelt es sich um starke Bauchschmerzen sowie Magenkrämpfe, denen als Ursache etwa das Schlucken von zu viel Luft beim Trinken zugrunde liegt. Kümmel für Babys kann in diesem Fall den Magen-Darm-Trakt der Kleinen entspannen.

Kümmel für Babys und Kinder: Verwendung als Hausmittel

Wenn Ihr Baby oder Kind unter Verdauungsproblemen leidet, geben Sie ihm Kümmel zur Einnahme. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Darreichungsform:

  • Tee: Eine besonders unkomplizierte Einnahme von Kümmel für Babys und Kinder ist der Tee zum Trinken. Geeignete Produkte finden Sie in der Apotheke. Sie können den Tee aber auch selbst zubereiten.

    Rezept: Kümmeltee

    Übergießen Sie einen gehäuften Teelöffel zerdrückte Kümmelfrüchte aus der Apotheke oder dem Reformhaus mit 250 Milliliter kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee zehn Minuten ziehen und seihen Sie ihn danach ab. Das Heißgetränk sollte im Anschluss etwas abkühlen, sodass Sie es Ihrem Kind schluckweise zu trinken geben können. Verdünnen Sie den Tee aus Kümmel für Babys nochmals in einem Verhältnis von eins zu eins mit abgekochten Wasser.2
  • Gewürz: Kümmel wird in erster Linie als Gewürz verwendet. Da viele Kinder – sowie Erwachsene – den intensiven Kümmelgeschmack nicht mögen, müssen Sie bei der Zubereitung von kümmelhaltigen Mahlzeit für Ihre Kleinen kreativ werden. Eine Möglichkeit, den Geschmack abzuschwächen, ist keine ganzen Körner für Mahlzeiten zu verwenden, sondern das Gewürz in gemahlener Form zu benutzen. Alternativ können Sie den Kümmel beim Kochen in einem Säckchen zum Essen geben und danach wieder entfernen. So bleibt die wohltuende Wirkung (allerdings geringer als ursprünglich) erhalten, aber der Geschmack ist nicht ganz so intensiv, sodass auch die Kleinsten das Gericht essen.
  • Badezusatz: Geben Sie einen Liter starken Tee aus Kümmel in das Badewasser Ihres Kindes und lassen Sie es darin planschen. Auch die Dämpfe in Kombination mit der Wärme am Bauch können helfen, Beschwerden wie Krämpfe und Blähungen zu lindern, denn das wohltuende Bad beruhigt und entspannt die Muskulatur Ihres Schützlings.
  • Kümmel-Öl: Es eignet sich am besten zur Einnahme für Kinder ab vier Jahren. Träufeln Sie dazu fünf bis acht Tropfen des Öls auf einen Würfel Zucker zur Einnahme. Verwenden Sie das Öl aus Kümmel alternativ auch für Babys Bauch und massieren sie ihn damit. Auf diese Weise können Blähungen gelindert werden.
  • Arzneimittel: Selbst aus der Arzneimittelwelt ist Kümmel mit seiner positiven Wirkung nicht wegzudenken. Viele pflanzliche Medikamente aus der Apotheke beinhalten Kümmelfrüchte. Meist werden sie mit anderen magenfreundlichen Inhaltsstoffen wie Kamillenblüten oder Mariendisteln kombiniert. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten und klären Sie, ob das Präparat mit Kümmel auch für Babys oder Kinder geeignet ist.

Probieren Sie aus, in welcher Darreichungsart Ihr Kind den Kümmel am besten annimmt. Die meisten Babys trinken den Tee sehr gerne, da der charakteristische Geschmack nicht so stark ausgeprägt ist.

Kümmel – die Pflanze für Babys und Kinder im Überblick

Kümmel (Carvi fructus) gehört zu den Doldengewächsen. Dabei handelt es sich um eine Pflanzenfamilie, meist krautig, die einen schirmähnlichen oder büscheligen Blütenstand besitzt. Und so erkennen Sie ihn: Der kräftigere Stängel verästelt sich und es entwickeln sich mehrere, wiederum kleinere Stiele. Die Blätter sind grün, die einzelnen kleinen Blüten weiß – nur in seltenen Fällen, zum Beispiel im Gebirge, können sie rötlich bis kräftig rot sein. Insgesamt kann die Pflanze bis zu 80 Zentimeter hoch werden. Der Kümmel blüht von Mai bis Juni und wächst in Mitteleuropa

  • auf Wiesen,
  • Weiden,
  • Grasplätzen,
  • an Wegrändern,
  • Böschungen und
  • Bahndämmen.

Vorsicht beim Selbstpflücken:

Kümmel als Wirkstoff für Arzneimittel stammt aus Kulturen. Wer Kümmel selbst aus Wildbeständen pflücken möchte, sollte sehr vorsichtig sein. Die Verwechslungsgefahr mit anderen Doldengewächsen ist sehr groß. Viele davon sind sogar giftig, wie zum Beispiel der gefleckte Schierling. Wenn Sie sich also nicht sicher sind, dann lassen Sie den potentiellen Kümmel lieber an Ort und Stelle. Die Früchte des wildwachsenden Kümmels, die für die wohltuende Wirkung verantwortlich sind, werden von Juli bis September geerntet, sobald sie braun werden.

Für die richtige Aufbereitung der Früchte gehen Sie wie folgt vor:

  1. Schneiden Sie die Dolden ab und hängen Sie sie an einen luftigen Ort zum Nachreifen.
  2. Sobald die Früchte trocken sind, streifen Sie diese von den Dolden ab und lassen Sie sie etwas nachtrocknen.
  3. Bewahren Sie den Kümmel in Säckchen oder Dosen auf. Er ist bei ordentlicher Lagerung drei bis vier Jahre haltbar.

Um das ätherische Öl aus dem Kümmel zu erhalten, werden die frisch geernteten Früchte zerquetscht. Das Öl wird schließlich durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Dabei leitet man Wasser und Wasserdampf durch die pflanzlichen Bestandteile, was dem Kümmel das ätherische Öl entzieht. Da das Öl weniger dicht ist als Wasser, schwimmt es oben und vermischt sich nicht mit dem Wasser. Deswegen erfolgt die einfache Abtrennung.

Monika Hortig
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Medizinredakteurin