Seborrhoisches Ekzem: Häufige Hauterkrankung beim Baby

Ein seborrhoisches Ekzem beim Baby wird auch als seborrhoische Dermatitis bezeichnet. Diese mit klebrigen Schuppen einhergehende Hautkrankheit kommt nicht nur bei Neugeborenen, sondern auch im Erwachsenenalter vor. Bei Säuglingen beschränkt sich die klebrige Schuppenbildung häufig nur auf den Kopf und ist deshalb als Kopfgneis bekannt. Dieser verschwindet meist innerhalb des ersten Lebensjahres und ist harmlos. Breitet sich das seborrhoische Ekzem weiter auf Babys Gesicht und Körper aus, sollte eine Behandlung erfolgen.

Warum ist mein Baby vom seborrhoischen Ekzem betroffen?

Baby mit seborrhoischem Ekzem

Warum ein seborrhoisches Ekzem beim Baby entsteht, ist bisher noch nicht eindeutig geklärt. Es gibt verschiedene wissenschaftliche Studien, die dabei unterschiedliche Faktoren in Betracht ziehen. Weit verbreitet ist die Annahme, dass das seborrhoische Säuglingsekzem durch eine Überproduktion der Talgdrüsen zustande kommt. Man geht unter anderem davon aus, dass das unter dem Einfluss mütterlicher Hormone geschieht, die sich beim Säugling nach der Geburt stetig abbauen. Auch eine Störung des Fettsäurestoffwechsels steht zur Diskussion. Bei betroffenen Säuglingen wurde ein vorrübergehender Defekt eines bestimmten Enzyms (Delta-6-Desaturase) festgestellt. Der Funktionsverlust des Enzyms führt dazu, dass einige Fettsäuren nicht ausreichend gebildet werden können, die eine wichtige Barrierefunktion für die Haut erfüllen.

Weitere mögliche Auslöser des seborrhoischen Ekzem beim Baby sind erbliche Veranlagung, eine Candidose (Pilzbefall) des Darms und ein schwaches Immunsystem.

Interessant: Die Talgdrüsen scheiden Fett (Sebum) aus, um einen Hautschutz vor Trockenheit, Fremdstoffen und Krankheitserregern zu bilden. Zu viel produzierter Talg verändert die Hautoberfläche in dem Ausmaß, dass manche Mikroorganismen vermehrt Nahrung und somit ideale Lebensbedingungen vorfinden. So können sich bestimmte Pilze, die zum normalen Hautbild gehören, vermehrt ausbreiten und die Symptome eines seborrhoischen Säuglingsekzems verstärken.

Schuppenbildung auf Babys Kopf und im Gesicht: Symptome des seborrhoischen Ekzems

Für das Säuglingsekzem sind fettige, gelbliche, auf der Haut festanhaftende Schuppen charakteristisch. Da das seborrhoische Ekzem bei Babys oft auf die Kopfhaut und das Gesicht begrenzt sind, ist die Dermatitis auch als Kopfgneis bekannt. Die Haut unter den Krusten ist bei leichteren Formen nicht oder nur gering gerötet. Juckreiz bleibt in der Regel aus, ist aber bei schweren Verläufen und Entzündungen der Haut, in Folge von zusätzlichem Bakterien- oder Pilzbefall, möglich. Außerdem kommt es vor, dass sich das Ekzem weiter auf den Körper und insbesondere in den Körperfalten des Babys ausbreiten.

Die Symptome des seborrhoischen Säuglingsekzems zeigen sich in den ersten Lebenswochen und verschwinden in der Regel von selbst wieder nach ein paar Wochen bis Monaten. Diese Beobachtung deckt sich mit der Annahme, dass die Hauterkrankung beim Baby an einer Überproduktion der Talgdrüsen liegt. Denn nach ein paar Lebensmonaten kommt es zu einer Inaktivität der Talgdrüsen, die erst in der Pubertät ihre Produktion wiederaufnehmen, was das Abklingen des seborrhoischen Ekzems beim Baby im ersten Lebensjahr begründen kann.

Wann zum Arzt?

Solange das Baby nur ein paar Schuppen auf der Kopfhaut aufzeigt, ist ein Arztbesuch nicht unbedingt nötig, da dies keinerlei Auswirkungen auf das Wohlbefinden hat. Weiten sich die betroffenen Hautpartien aus oder treten Rötungen sowie Juckreiz auf, sollte sich das allerdings ein Kinderarzt ansehen. Er kann feststellen, ob tatsächlich ein seborrhoisches Ekzem beim Baby vorliegt, welche Behandlungsschritte nötig sind oder ob eine andere Hauterkrankung wie beispielsweise eine atopische Dermatitis (Milchschorf) oder Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte) hinter den Beschwerden steckt.

Wie sieht die Behandlung des seborrhoischen Säuglingsekzems aus?

In leichteren Fällen muss keine Behandlung erfolgen, da die Hauterkrankung von selbst abklingt. Stören die Schuppen, können diese mit Olivenöl oder sogenannten Keratolytika (hornlösende Substanzen) aus der Apotheke aufgeweicht und gelockert werden. Befragen Sie dazu Ihren Apotheker, welches Mittel Sie bedenkenlos bei Ihrem Kind anwenden können. Nach dem Aufweichen der Schuppen wird die Kopfhaut mit einem milden Babyshampoo gewaschen und feine Schuppenreste aus dem Haar gekämmt.

Weitet sich das seborrhoische Ekzem beim Baby aus und ist die Haut entzündet, reicht das Entfernen der Schuppen als alleinige Behandlungsmaßnahme nicht aus. Je nach Ausprägung kann der Arzt schwach kortisonhaltige Salben verschreiben, um die Entzündung einzudämmen. Auch Cremes oder Shampoos mit Antibiotika gegen Bakterien oder Antimykotika gegen Pilze können erforderlich sein, wenn diese Erreger die Hautentzündung aufrechterhalten.

Ansonsten ist es wichtig, dass genügend Luft an die betroffenen Hautstellen kommt. Fettreiche Cremes als Pflegemaßnahme und zu warme Kleidung sollte vermieden werden, da sich das seborrhoische Säuglingsekzem dadurch verschlechtern kann.

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