Was sind die Ursachen für plötzlich wunde Brustwarzen?
Die häufigste Ursache für wunde Brustwarzen ist ein falsches Anlegen des Kindes beim Stillen. Je nachdem, in welchem Winkel das Baby an die Brust gelegt wird, kann es diese besser oder schlechter in den Mund nehmen. Gerade wenn der ungeduldige Säugling nur wenig Brust im Mund hält oder zu weit vorne an der Brustwarze saugt, kann das unangenehm werden.
Richtig anlegt ist das Baby, wenn:1
- sein Kinn die Brust berührt.
- sein Mund weit geöffnet ist und es den „Mund voll Brust“ hat.
- seine Unterlippe nach außen gestülpt ist.
Eine wichtige Rolle beim Anlegen spielt die Stillposition: Muss das Baby den Kopf zu sehr drehen oder ist zu weiter ober- beziehungsweise unterhalb der Brust, kann es die Brustwarze schwerer umfassen.
Übrigens:
Brustwarzen können nicht abgehärtet werden — weder vor der Geburt noch während der Stillzeit. Zähne zusammenbeißen und die heldenhafte Super-Mami markieren bringt also nichts.
Daher gilt bei Schmerzen während des Stilles: Nicht lange leiden, sondern lieber einen Finger in den Mundwinkel des Babys stecken, um den Saugschluss zu öffnen. Versuchen Sie es nun erneut. Es können durchaus mehrere Versuche nötig sein, bis Mutter und Kind gemeinsam die richtige Saug- und Stillposition gefunden haben.
Wunde Brustwarzen müssen nicht zwangsläufig durch falsches Anlegen oder eine fehlerhafte Stillposition kommen, auch andere Ursachen kommen infrage:
- fehlerhafter Einsatz der Milchpumpe, zum Beispiel falsche Trichtergröße
- mangelnde Hygiene, wodurch sich Erreger und Keime über die Hände oder Stilleinlagen ausbreiten
- Hautreizungen durch bestimmte Chemikalien in Seifen oder Pflegeprodukten
- Hauterkrankungen wie Herpes, Neurodermitis oder eine Pilzinfektion
- Feuchtigkeit, Stauwärme oder Druck, beispielsweise aufgrund eines zu engen Still-BHs
- falsche Anwendung von Stillhütchen, beispielsweise unnötig langer Gebrauch
Im Laufe des ersten Lebensjahres beginnen die meisten Babys zu Zahnen. Um die damit einhergehenden Schmerzen und Druck zu lindern, beißen und nagen Baby vermehrt - auch auf der Brustwarze. Das kann zu schmerzhaften Rissen, Blasen und Entzündungen der Brustwarzen führen.
Wunde Brustwarzen durch Soor
Wie erkennt man wunde Brustwarzen?
Wunde Brustwarzen machen sich oft durch folgende Symptome bemerkbar:
- unangenehmes Brennen
- Stechen
- Spannen
Viele Betroffene spüren vor allem beim Stillen oder Kontakt mit Kleidung ein deutliches Ziehen oder Schmerzen. Die Haut der Brustwarzen kann zudem gerötet, trocken oder rissig wirken – manchmal kommt es sogar zu kleinen Blutungen oder Verkrustungen.
In einigen Fällen ist die Brustwarze sehr empfindlich oder fühlt sich heiß an. Wenn zusätzlich Schwellungen, eitriges Sekret oder Fieber auftreten, kann auch eine Infektion (beispielsweise eine Brustentzündung) vorliegen und sollte ärztlich abgeklärt werden.
Was tun gegen wunde Brustwarzen beim Stillen?
Beim Stillen sollten Sie Ihr Baby am besten zuerst an die weniger schmerzende Brust anlegen, dann ist es etwas ruhiger und schon leicht gesättigt, wenn es an die andere Brust wechselt.
Sind die Brustwarzen nur leicht gereizt und ohne offene Wunden, können Sie nach dem Stillen überschüssige Muttermilch auf die Brustwarzen auftragen. Das wirkt entzündungshemmend.
Bei starken Schmerzen kann eine vorübergehende Stillpause eingelegt werden, während der die Brust aber weiterhin von Hand oder vorsichtig mit einer Milchpumpe entleert werden sollte, damit kein Milchstau entsteht.
Stillen trotz wunder Brustwarzen – geht das?
Auch wenn wunde Brustwarzen sehr schmerzhaft sein können, ist ein kompletter Stillstopp in der Regel nicht notwendig. Ein bewährter Tipp: Beginnen Sie mit der weniger schmerzempfindlichen Seite oder pumpen Sie kurz an, damit der Milchspendereflex schon einsetzt – so saugt das Baby später sanfter.
Wichtig ist zudem, die Ursache zu erkennen – häufig liegt es an einer falschen Anlegetechnik, die sich gut korrigieren lässt. Stillberaterinnen oder Hebammen können dabei helfen, eine schmerzfreie Stillposition zu finden und das Baby richtig anzulegen.
Des Weiteren bieten sich bei wunden Brustwarzen folgende Maßnahmen an:
- Nach dem Stillen können warme Kompressen, Hydrogel-Auflagen oder Lanolin (Wollfett) helfen, Schmerzen zu lindern und die Heilung zu fördern. Auch Wundcremes mit Dexpanthenol sind geeignet.
- Mehrmals täglich die Brüste und Brustwarzen mit warmem Wasser und einer milden, pH-neutralen Seife waschen. Anschließend mit viel klarem Wasser nachspülen und zum Abtrocknen ein sauberes Handtuch nutzen.
- Zusätzlich können Sie die wunden Brustwarzen mit Kochsalzlösung spülen – am besten aus der Apotheke.
- Zum Schutz vor Reibung durch Kleidung helfen Salbenverbände oder Brustwarzenschoner wie der „Wiener Brust-Donut“. Sie entlasten die empfindliche Stelle und fördern die Heilung.
Zusätzliche Maßnahmen bei Infektion oder besonders schlechter Heilung von wunden Brustwarzen sollten immer mit dem Facharzt abgestimmt werden.
Tipp: Brustwarzenschutz selbst herstellen
„Wiener Brust-Donuts“ können sehr leicht aus handelsüblichen Einmalstilleinlagen und Schlauchverband (oder Mullbinden) selbst gebastelt werden: Dazu wird pro Donut ein Bündel von drei bis vier Einmalstilleinlagen übereinander gepackt, in die Mitte der Einlagen jeweils ein Loch geschnitten und die sich ergebenden Ringe dann mit dem Schlauchverband zur typischen Donut-Form umwickelt.
Tipps: Wie lassen sich wunde Brustwarzen beim Stillen vorbeugen?
Um wunde Brustwarzen zu vermeiden, sollten Mütter folgende Tipps beachten:
- Beim ersten Anzeichen von Hunger das Kind direkt anlegen, damit es nicht ungeduldig wird.
- Lieber öfter anlegen und lange Stillpausen vermeiden, das reduziert das Risiko unnötig praller Brüste und das Baby saugt weniger intensiv.
- Vor dem Anlegen vorsichtig die Brust massieren, so wird das Brustgewebe weicher und der Milchspendereflex angeregt.
- Beim Anlegen tief atmen, nicht verkrampfen und die Brust etwas zusammendrücken, sodass das Baby besser zugreifen kann.
- Wenn die Brust nicht tief genug im Mund des Babys ist oder sich das Saugen des Kindes unangenehm anfühlt, unbedingt korrigieren.
- Gute Hygiene und korrekte Pflege der wunden Brustwarzen sind in jedem Fall wichtig.
- Zuhause auf BH und Stilleinlagen verzichten, um unnötige Feuchtigkeit zu vermeiden, ansonsten beides möglichst häufig wechseln.
- Brustwarzenschoner aus der Apotheke können vor unangenehmer Reibung schützen, aber auch die Schoner möglichst nicht zu lange tragen und häufig wechseln.
Häufig gestellte Fragen zu wunden Brustwarzen
Wunde Brustwarzen entstehen meist durch ein falsches Anlegen des Babys: Wenn es zu wenig Brustgewebe erfasst oder zu nah an der Spitze der Brustwarze saugt, wird die empfindliche Brustwarze gequetscht. Auch Faktoren wie flache oder große Brustwarzen sowie eine ungünstige Stillposition können das Risiko erhöhen.
Wenn das Stillen schmerzt, hilft es, den Saugschluss bewusst zu lösen und das Baby erneut korrekt anzulegen, bis eine schmerzfreie Position gefunden ist. Zudem können Unterstützung durch eine Hebamme oder Stillberaterin und korrektes Stillen in verschiedenen Positionen helfen, die Beschwerden rasch zu lindern.
Nein, ein sofortiges Abstillen ist meist nicht nötig. Häufig helfen eine korrigierte Stilltechnik und Hilfsmittel wie Stillhütchen, um das Stillen fortzusetzen und eine gesunde Stillbeziehung zu erhalten.
Achten Sie auf korrektes Anlegen, bei dem das Baby möglichst viel Brustgewebe im Mund hat und nicht nur die Spitze der Brustwarze. Wechselnde Stillpositionen (wie Wiegehaltung, zurückgelehnte Position), Unterstützung durch eine Hebamme und regelmäßige Kontrolle der Stilltechnik helfen, Reizungen und Einrisse von vornherein zu verhindern.