Wenn das Baby schreit: Ursachen für den lautstarken Protest

Aufregendes Leben: In den ersten Wochen nach der Geburt muss sich ein Neugeborenes an das Leben außerhalb des Mutterleibs gewöhnen. Unzählige Reize wie Geräusche, Gerüche, Licht und viele andere Menschen – die ersten Lebenswochen sind eine aufregende Zeit für ein Baby. Viele Kinder schreien in dieser Phase besonders viel. Frischgebackene Eltern wissen das Weinen oft noch nicht richtig zu deuten und sind verunsichert. Lesen Sie hier, warum Ihr Baby in den ersten Lebenswochen schreit und wie Sie ihm das neue Leben erleichtern können.

schreiendes Baby wird von Eltern getröstet

Warum schreit mein Baby? Eine neue Welt voller Reize

Aufregende Umstellung: Nach der Geburt findet sich das Kind in einer völlig neuen Welt wieder. Und das ist für manch ein Kind nur schwer zu verkraften. An das Leben außerhalb des Mutterleibs müssen sich Babys erst gewöhnen. Der Umgang mit den vielen neuen Reizen und Eindrücken ist anstrengend, der richtige Schlaf-Wach-Rhythmus muss gefunden werden und auch elementare Dinge wie das Stillen des Hungers müssen erst erlernt werden.

In den ersten Lebensmonaten schreien viele Babys deshalb besonders viel. Vor allem Erstlingseltern überfordert das nicht selten. Sie können noch nicht unterscheiden, warum der Nachwuchs gerade keine Ruhe gibt, und stoßen schnell an ihre Grenzen. Doch das ist ganz normal. Es dauert eben etwas, bis sich Eltern und Baby aufeinander eingestimmt haben. Mögliche Ursachen für das Schreien können sein:

  • Hunger
  • Zuneigungsbedürfnis
  • eine volle Windel
  • Müdigkeit
  • falsche Temperatur (zu warm oder zu kalt)
  • Schmerzen
  • Krankheit

Sind Sie sich unsicher, ob das Baby Schmerzen hat oder krank ist und deshalb schreit, sollten Sie nicht zögern und den Kinderarzt oder die Hebamme um Rat fragen.

Grummelnder Magen: Das Baby schreit vor Hunger

Die häufigste Ursache, warum ein Baby schreit, ist sein Hunger. Neugeborene können sich noch nicht anderweitig verständigen und müssen ihre Eltern mit Schreien und Weinen auf sich und ihre Bedürfnisse aufmerksam machen. Stillen und auch das Saugen an einem Fläschchen beruhigen das Kind. Schreit das Baby ständig, kann das Füttern helfen. Die Nähe zu Mutter oder Vater wirkt zusätzlich beruhigend und kann dabei helfen, den kleinen Schreihals zu besänftigen und ihm das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu geben. War Hunger der Grund für das Schreien, wird das Baby bereits während des Fütterns ruhiger.

Zuneigungsbedürfnis: Das Baby sucht Nähe zu den Eltern

Manchmal ist schlichtweg das Bedürfnis nach Nähe zu den Eltern der Grund für Babys Schreiattacken. Das Kind fühlt sich alleine und sucht Geborgenheit. Das Wiegen in den Armen, ganz nah am Körper, kann helfen, das Neugeborene zu beruhigen. Mamas Herzschlag ist für das Baby ein gewohntes Geräusch und wirkt beruhigend und einschläfernd. Verschiedene Wickeltechniken mit (Trage-)Tüchern simulieren die Enge der Gebärmutter und helfen vielen Babys dabei, zur Ruhe zu kommen und sich sicher zu fühlen. Die Hebamme kann dabei unterstützen, die Techniken zu erlernen.

Das Baby schreit vor Müdigkeit

Viele Babys schreien, weil sie müde sind, aber nicht schlafen können. Die ganzen neuen Eindrücke prasseln auf die Kleinen ein und sie sind aufgedreht. An Schlaf ist trotz starker Müdigkeit nicht zu denken. Die Folge: ein weinender, schreiender oder quengeliger Nachwuchs. Es kann helfen, das schreiende Baby mit immer derselben Routine ins Bett zu bringen. Je weniger Reize auf das Kind wirken, desto besser. Legen Sie das Kind in einem abgedunkelten Raum zur Ruhe. Achten Sie darauf, dass die Temperatur angenehm ist und das Baby weder schwitzt noch friert. Viele Kinder beruhigt ein Schlaflied. Singen Sie immer dasselbe Lied oder spielen Sie immer dieselben Geräusche ab. Viele Kinder reagieren positiv auf monotone Hintergrundgeräusche: Ein laufender Staubsauger, das Rauschen der Klimaanlage oder eine schleudernde Waschmaschine erinnern an die Geräusche im Mutterleib und können dabei helfen, das schreiende Baby zu beruhigen.

Schreibabys: Schwere Umstellung auf das Leben außerhalb des Mutterleibs

Manche Babys schreien, obwohl kein offensichtlicher Grund vorliegt. Schreien sie in mindestens drei aufeinanderfolgenden Wochen an mindestens drei Tagen über drei Stunden, spricht man von exzessivem Schreien oder Schreibabys. Es wird vermutet, dass diesen Kindern die Umstellung auf das Leben außerhalb des Mutterleibs besonders schwerfällt. In den ersten drei Lebensmonaten äußert sich das durch nervenaufreibendes, nahezu ununterbrochenes Schreien. Das bringt Eltern an ihre Grenzen: Sie fragen sich, ob sie etwas falsch machen, fühlen sich überfordert und wissen nicht, warum ihr Baby schreit.
Auch wenn dieser Zustand an den Nerven zehrt, müssen sich Eltern immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass es sich um einen zeitlich begrenzten Zustand handelt. Nach den ersten Lebensmonaten pendelt sich der Rhythmus des Babys ein und das Schreien lässt nach. Spezielle Sprechstunden für Schreibabys, Schrei-Ambulanzen oder Eltern-Kind-Gruppen können helfen, mit der belastenden Situation umzugehen.

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