• Ursachen: Ein geschwächtes Immunsystem sowie eine vorangegangene Antibiotikabehandlung können die Entstehung begünstigen.
  • Symptome: Weiße Beläge im Mundraum, eine gerötete und entzündete Mundschleimhaut sowie Schmerzen und Brennen sind typisch.
  • Übertragungswege: Eine unzureichende Hygiene oder bei Stillbabys eine Übertragung durch Brustsoor der Mutter können ursächlich sein.
  • Behandlung: Die Therapie erfolgt mit pilzhemmenden Medikamenten (Antimykotika); bei Bedarf können zusätzlich symptomlindernde Maßnahmen wie kühlende Gels eingesetzt werden.
  • Wann zum Arzt? Bereits bei ersten Anzeichen zur genauen Abklärung sowie bei anhaltenden Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
  • Prävention: Eine sorgfältige Hygiene, beispielsweise durch regelmäßiges Reinigen von Saugern, sowie die Stärkung des Immunsystems helfen, einer Infektion vorzubeugen.
  • Häufig gestellte Fragen

​Was ist Mundsoor?


Mundsoor ist eine Infektion, die durch Hefepilze - meist Candida albicans - verursacht wird.1 Candida-Pilze sind in der Regel harmlos und gehören bei vielen Menschen zur natürlichen Mundflora, können sich jedoch bei einem geschwächten Immunsystem oder infolge einer Antibiotikatherapie übermäßig vermehren und so eine Pilzinfektion im Mund auslösen.  

Der Pilz tritt besonders häufig bei Säuglingen und Kleinkindern auf, da ihre Schleimhäute nicht ausreichend mit gesunden Keimen besiedelt sind und sie ihre Immunabwehr erst noch vollständig entwickeln müssen. Bei älteren Kindern kommt Mundsoor meist nur vor, wenn die körpereigene Abwehr geschwächt ist oder über einen längeren Zeitraum Medikamente wie Antibiotika oder Kortison eingenommen wurden.1  

Gut zu wissen: Mundsoor oder Milchreste? 

  • Milchreste erscheinen meist nach dem Füttern, liegen nur auf der Zunge und lassen sich leicht abwischen – die Schleimhaut bleibt unverändert. 
  • Mundsoor zeigt sich an mehreren Stellen im Mund; die Beläge haften fest, lassen sich kaum entfernen und können beim Abwischen leicht bluten – besonders, wenn man den typischen weißlichen Belag abkratzt oder die darunterliegende Mundschleimhaut entzündet ist. 

Tipp: Mit einem feuchten Wattestäbchen vorsichtig abtupfen – bleibt der Belag bestehen, spricht das für Mundsoor. 

Welche Symptome treten bei Mundsoor auf?


Belag auf Zunge als Anzeichen für Mundsoor.

Typische Symptome von Mundsoor sind: 

  • weißlich-gelber, schwer abwischbarer Belag 
  • entzündete, manchmal blutende Stellen unter dem Belag 
  • Rötungen, Brennen oder Druckschmerz 
  • Pelziges Gefühl im Mund (bleibt trotz guter Mundhygiene bestehen) 
  • erschwertes Essen und Sprechen 
  • bei Säuglingen: Trinkprobleme durch Schmerzen 

Mundsoor kann sich im gesamten Mundraum ausbreiten – häufig betroffen sind: 

  • Wangeninnenseiten 
  • Lippeninnenseiten 
  • Zunge 
  • Gaumen 
  • Rachenraum 

Verlauf und Ausprägung 

Frühes Stadium: einzelne, punktförmige weißlichgelbe Beläge 

Fortgeschrittenes Stadium: größere, zusammenhängende Belagflächen an Zunge, Gaumen, Wangen oder Lippeninnenseiten 

Unter dem Belag: entzündete, gerötete oder leicht blutende Stellen 

Ist Mundsoor ansteckend?


Baby trinkt an der Brust: Hat die Mutter Brustsoor kann der Pilz beim Stillen übertragen werden.

Ja, Mundsoor ist hoch ansteckend.  

Die Übertragungswege, über die sich Babys und Kinder mit dem Erreger anstecken kann, sind vielfältig

  • Ansteckung über Eltern und Umfeld: Candida albicans kommt bei vielen Menschen auf der Haut und Schleimhäuten vor, allen voran im Mund, Darm und Genitalbereich. Erwachsene können den Pilz unbemerkt auf Babys und Kinder übertragen – etwa durch einen in den Mund genommenen Schnuller über verschmutzte Hände oder kontaminierte Gegenstände. 
  • Hygienische Faktoren: Unzureichend sterilisierte Schnuller, Flaschensauger oder Beißringe begünstigen ebenfalls eine Infektion – insbesondere, weil Babys häufig Dinge in den Mund nehmen. Eltern sollten auch darauf achten, sich gründlich die Hände zu waschen, wenn sie ihr Baby berühren. 
  • Ansteckung bei der Mutter: Stillbabys können sich direkt anstecken, wenn die Mutter an Brustsoor leidet. Typisch ist ein „PingPongEffekt“, bei dem sich Mutter und Kind gegenseitig immer wieder infizieren. Stillen ist weiterhin möglich – entscheidend ist die gleichzeitige Behandlung beider, um die wechselseitige Übertragung zu stoppen.

Interessant: Ansteckung während der Geburt 

Bei einer vaginalen Pilzinfektion der Mutter kann sich das Kind während der Geburt mit dem Hefepilz anstecken.

Wie behandeln Sie Mundsoor richtig?


Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Candidose im Mundraum zu behandeln. Dazu zählen:  

Medikamente gegen Mundsoor

Zur gezielten Behandlung verschreibt der Kinderarzt ein Antimykotikum (pilzhemmendes Medikament) in Form eines Gels oder einer Lösung. Bewährte Wirkstoffe sind Nystatin oder Amphotericin B, die auch für Babys geeignet sind.  

Wenn sich der Pilz bereits ausgebreitet hat, kann in manchen Fällen ein systemisch wirkendes Antimykotikum notwendig sein.  

Wird das Kind gestillt, sollte die Mutter gleichzeitig mitbehandelt werden, um eine gegenseitige Ansteckung („Ping-Pong-Effekt“) zu vermeiden. 

Hinweis: Eine Antibiotikabehandlung wird nur bei zusätzlichen bakteriellen Infektionen eingesetzt – Antibiotika selbst wirken nicht gegen Pilze und können das Risiko für eine Candidose sogar erhöhen.

Pflanzliche Unterstützung zur Behandlung von Mundsoor

Viele Eltern möchten zusätzlich auf pflanzliche Mittel zurückgreifen. Diese können in Rücksprache mit dem Kinderarzt begleitend, aber nicht als alleinige Therapie eingesetzt werden. Bewährt hat sich beispielsweise das vorsichtige Betupfen der betroffenen Stellen mit einer verdünnten Myrrhen-Tinktur, die in der Apotheke erhältlich ist. Sie wirkt entzündungshemmend und leicht desinfizierend.1 

Von Kamillentee wird hingegen abgeraten, weil er die Infektion sogar begünstigen kann.1 Ebenso sollte Honig bei Babys unter einem Jahr nicht verwendet werden, da er Sporen von Clostridium botulinum enthalten kann, die Säuglingsbotulismus auslösen.2 Botulismus bei Säuglingen ist eine potenziell lebensbedrohliche Infektion, die zu Muskelschwäche führen kann.3 

Wann sollten Sie bei Mundsoor zum Kinderarzt?


Kinderärztin spricht mit Mädchen, das womöglich unter Mundsoor leidet.

Mundsoor ist in der Regel harmlos und gut behandelbar. Dennoch sollten Eltern bei ersten Anzeichen einen Kinderarzt aufsuchen, um die Diagnose zu bestätigen und das passende Medikament oder eine begleitende Behandlung zu erhalten. Ein Arztbesuch ist besonders wichtig, wenn2 

  • sich die weißen Beläge im Mund schnell ausbreiten oder trotz Behandlung bestehen bleiben 
  • das Kind Fieber bekommtschlecht trinkt oder abgeschlagen wirkt 
  • sich der Pilz auf andere Körperbereiche ausbreitet oder Schluckbeschwerden auftreten

Tipps zur Prävention: Mundsoor bei Babys und Kleinkindern vorbeugen


Es gibt einige einfache Maßnahmen, mit denen Sie einem Mundsoor vorbeugen können:1 

  • Frühzeitige Behandlung einer Scheidenpilzinfektion: Schwangere sollten einen Vaginalpilz rechtzeitig ärztlich abklären und behandeln lassen, damit der Erreger bei der Geburt nicht auf das Neugeborene übergeht. Eine frühe Therapie senkt das Risiko deutlich. 
  • Pflege der Brustwarzen beim Stillen: Regelmäßige Pflege mit Lanolin oder milden pflanzlichen Cremes beruhigt gereizte Brustwarzen, unterstützt die Heilung und beugt Infektionen sowie einer möglichen Übertragung auf das Baby vor. 
  • Händehygiene: Vor dem Stillen, Füttern und beim Umgang mit Schnullern oder Flaschen gründlich die Hände waschen. 
  • Reinigung: Schnuller, Sauger und Flaschen regelmäßig auskochen oder sterilisieren. Auch Oberflächen und Spielzeug sauber halten. 
  • Pflege: Hautfalten im Mund- und Halsbereich des Babys trocken und sauber halten. 
  • Immunsystem stärken: Durch altersgerechte Ernährung, ausreichend Schlaf und frische Luft die Abwehrkräfte unterstützen. 

Häufig gestellte Fragen zu Mundsoor bei Babys und Kleinkindern


Wie erkenne ich Mundsoor bei meinem Baby oder Kleinkind?

Typische Anzeichen von Mundsoor sind weiße, cremige Flecken oder Beläge auf der Zunge, dem Gaumen, den Wangen oder den Lippen des Kindes. Diese Flecken können sich ausbreiten und leicht bluten, wenn sie beispielsweise mit einem Mundspatel abgekratzt werden. Das Baby kann sich unwohl fühlen, Schwierigkeiten beim Stillen oder Essen haben und an Gewicht verlieren.

Wann sollte ich mit meinem Baby oder Kleinkind bei Mundsoor den Arzt aufsuchen?

Wenn Sie bei Ihrem Baby oder Kleinkind Anzeichen von Mundsoor bemerken, wie zum Beispiel weiße Flecken im Mund oder Schwierigkeiten beim Essen, sollten Sie einen Kinderarzt aufsuchen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann Komplikationen, wie einen Befall der Speiseröhre, verhindern und das Wohlbefinden Ihres Kindes verbessern. Wenn der Mundsoor trotz einfacher Maßnahmen nicht weg geht, ist er mit Medikamenten zu behandeln.

Woher kommt Mundsoor bei Babys und Kleinkindern?

Mundsoor bei Säuglingen und Kleinkindern entsteht meist durch eine Infektion mit dem Hefepilz der Gattung Candida albicans. Ursachen sind ein noch nicht vollständig ausgereiftes Immunsystem, unsaubere Schnuller beziehungsweise Saugflaschen, enger Kontakt mit infizierten Personen, feuchte Umgebung und Mangelernährung. Babys können sich bereits bei der Geburt über die Vaginalschleimhaut der Mutter mit den Erregern infizieren.

Wie wird Mundsoor bei Säuglingen und Kleinkindern behandelt?

Die Behandlung von Mundsoor besteht in der Regel in der Anwendung eines antimykotischen (pilzabtötend) Mundgels oder einer antimykotischen Mundspüllösung. Diese Medikamente kann Ihnen der Kinder- oder Hausarzt verschreiben. Darüber hinaus ist es wichtig, alle Gegenstände, die mit dem Mund des Kindes in Berührung kommen, wie Schnuller, Flaschensauger und Spielzeug, gründlich zu reinigen. Eine gute Mundhygiene hilft außerdem, einer Pilzinfektion im Mund vorzubeugen.

Helfen Hausmittel gegen Mundsoor bei Babys und Kleinkindern?

Hausmittel, wie zum Beispiel eine Ratanhia-Myrrhentinktur aus der Apotheke, können zwar die Beschwerden lindern, den Pilz aber nicht direkt bekämpfen. Es ist daher wichtig, immer einen Kinderarzt aufzusuchen, um eine angemessene Diagnose und wirksame medizinische Behandlung zu erhalten.

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Stephanie Letz Schon früh schrieb Stephanie Letz gerne an eigenen Texten. Später weckte die langjährige Arbeit in der Radiologie ihr Interesse für die Medizin und Gesundheitsthemen. Um die Leidenschaft aus der Kindheit damit zu verknüpfen, entschied sie sich für ein Journalismus-Studium mit dem Schwerpunkt Medizin und Biowissenschaft an der Hochschule Ansbach. Stephanie Letz Autorin kanyo® mehr erfahren
Quellen anzeigen
  • 1 Berufsverband der Kinder- und Jungenärzte e.V.: Mundsoor. URL: https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/mundsoor/ - Stand (01.12.2025).
  • 2 Berufsverband der Kinder- und Jungenärzte e.V.: Honig – für Babys manchmal eine Gefahr. URL: www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/honig-fuer-babys-manchmal-eine-gefahr/ https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/wann-die-pilzinfektion-zur-lebensgefahr-wird-9687.php - Stand (15.12.2025).
  • 3 MSD Manual Ausgabe für Patienten: Botulismus bei Säuglingen. URL: www.msdmanuals.com/de/heim/infektionen/bakterielle-infektionen-anaerobe-bakterien/botulismus-bei-s%C3%A4uglingen. - Stand (07.01.2026).