3-Monats-Koliken vorbeugen – aber wie?

5. Juni 2018
8 Min.
3-Monats-Koliken vorzubeugen ist der Wunsch vieler Eltern, da die unkontrollierbaren Schreiattacken die Nerven aller Beteiligten strapazieren. Es ist somit nur allzu verständlich nach Lösungen zu suchen, die die Belastung mildern. Leider gibt es dafür kein Patentrezept. Jedes Kind ist anders und reagiert unterschiedlich auf die Bemühungen der Eltern. Doch was können betroffene Familien tun, um die nächste Schreiattacke zu verkürzen und gelassener mit der Situation umzugehen?

Baby liegt auf dem Bauch, eine Methode um eine Kolik vorzubeugen.

3-Monats-Koliken: Tipps zum Vorbeugen

3-Monats-Koliken lassen sich nur schwer vorbeugen. Das liegt daran, dass die genauen Ursachen der Koliken noch nicht bekannt sind und deshalb nicht gezielt dagegen vorgegangen werden kann. Auch wenn das unaufhörliche Weinen innerhalb der ersten Monate weniger wird und spätestens nach einem halben Lebensjahr von selbst wieder verschwindet, belasten Säuglingskoliken Eltern und Kind gleichermaßen. Die heftigen Schreiattacken können mit einem harten Bauch, Darmgeräuschen und vermehrtem Abgang von Darmgasen einhergehen.

Damit Sie nicht warten müssen, bis die 3-Monats-Koliken von selbst nachlassen, können Sie einige Maßnahmen zum Vorbeugen bei Ihrem Kind ausprobieren. Diese Tipps wirken sich mitunter positiv auf die Verdauung und das Schreiverhalten aus:

  • Strukturieren Sie Ihren Tagesablauf so gut es geht und legen Sie Ihr Kind immer zur gleichen Zeit schlafen. Das schafft nicht nur einen gewohnten Rhythmus, sondern gibt Halt und ein Gefühl von Geborgenheit.
  • Verbringen Sie die Wachzeiten intensiv mit Ihrem Baby, singen Sie ihm etwas vor oder erzählen Sie eine Geschichte. Wenn Ihr Baby viel Körperkontakt braucht, aber Ihnen das Herumtragen auf Dauer zu anstrengend wird, versuchen Sie es mit einem Tragetuch. So haben Sie die Hände frei und Ihr Kind ganz nah bei sich.
  • Bewahren Sie nach Möglichkeit Ruhe, falls die nächste Schreiattacke naht. Schaukeln Sie Ihr Baby auf dem Arm behutsam hin und her. Auch der sogenannte Fliegergriff kann Koliken vorbeugen, das Baby beruhigen oder Blähungen lindern. Dazu legen Sie Ihr Kind mit dem Bauch auf Ihren Unterarm und halten es mit der anderen Hand fest. Jetzt können Sie umherspazieren oder das Kind sanft wiegen.
  • Lassen Sie Ihr Kind nicht nur auf dem Rücken oder der Seite liegen. Drehen Sie es immer mal wieder auf den Bauch, damit überschüssige Luft und auch Milch entweichen kann, bevor sie zu Beschwerden führen.
  • Ein warmes Kirschkernkissen auf dem Bauch des Babys tut nicht nur gut, sondern wirkt beruhigend und schmerzlindernd. Achten Sie stets darauf, dass das Kissen nicht zu heiß ist und testen Sie die Temperatur an der Innenseite Ihres Handgelenkes.
  • Wenn Ihr Kind vor dem Einschlafen im Bett weint, sollten Sie es nicht sofort hochnehmen. Singen Sie ihm leise ein Schlaflied vor und streicheln Sie es behutsam mit der Hand oder halten das Händchen, damit es Ihre Stimme hört und Ihre Anwesenheit spürt.

Darüber hinaus können stillende Mütter ausprobieren, ihr ihr Kind in einer aufrechten Position zu stillen, um das zusätzliche Verschlucken von Luft beim Saugen zu verhindern und 3-Monats-Koliken vorzubeugen. Bekommt das Baby die Flasche, probieren Sie verschiedene Sauger für die Flaschen aus. Das Loch des Saugers sollte klein genug sein, damit das Kind nicht zu schnell und hastig trinken kann. Geben Sie das Fläschchen erst dann, wenn sich die durch die Zubereitung gebildeten Luftbläschen aufgelöst haben. Unabhängig davon, ob gestillt oder die Flasche gegeben wird, sollte während und nach der Mahlzeit ausreichend Zeit sein, damit das Baby genügend Möglichkeiten bekommt, überschüssige Luft aufzustoßen.

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Koliken vorbeugen durch Umstellung der eigenen Ernährung oder der des Babys?

Sollten Sie Ihren Säugling stillen, ist es ein Versuch wert, auf blähende Speisen (beispielsweise Zwiebeln, Bohnen, Kohl) zu verzichten, um Bauchschmerzen und eventuell auch 3-Monats-Koliken beim Baby vorbeugen zu können. Es ist möglich, dass Bestandteile aus der Nahrung über die Muttermilch von dem Baby aufgenommen werden und Auswirkung auf die Verdauung haben. Bei Flaschenkindern können Eltern austesten, die Milchfertignahrung zu wechseln und diese von einem anderen Hersteller zu beziehen, da diese vielleicht andere Inhaltsstoffe hat und besser vertragen wird. Allerdings sollten Sie sich nicht zu viel erhoffen, die positiven Effekte sind eher als gering einzustufen.

Eine weitere Möglichkeit, vor allem wenn die Koliken mit einer Nahrungsmittelallergie in Zusammenhang stehen, ist das Füttern von hypoallergener Nahrung (HA-Nahrung). Sie macht aber nur Sinn, wenn Ihr Baby tatsächlich allergiegefährdet ist, beispielsweise weil sie selbst oder ein Geschwisterkind allergisch ist. Das Milcheiweiß liegt in der HA-Nahrung aufgespalten vor, sodass es vom Körper nicht als Fremdstoff erkannt wird. Allerdings sollte man die hypoallergene Nahrung nicht auf Geratewohl als 3-Monats-Kolik-Mittel ausprobieren. Halten Sie dazu immer Rücksprache mit Ihrem Kinderarzt. Auch alternative Milch wie Sojadrink ist keine Alternative zum Vorbeugen einer Kolik. Die darin enthaltenen Proteine können Allergien auslösen. Zusätzlich ist noch nicht sicher, welche Auswirkungen die im Sojadrink enthaltenen Östrogene auf den kindlichen Körper haben.

Nicht den Mut verlieren und rechtzeitig Hilfe suchen

Seien Sie nicht zu sehr enttäuscht, wenn das Vorbeugen der 3-Monats-Koliken bei Ihrem Kind nicht funktionieren will – jedes Kind reagiert anders auf die Maßnahmen. Außerdem gibt es noch viele weitere Möglichkeiten zur Behandlung der 3-Monats-Koliken.

Denken Sie auch an sich!

Manchmal wird alles zu viel. Häufig sind es Mütter, die die meiste Zeit mit Ihrem Baby verbringen. Wenn das Kind über Stunden weint, ist es verständlich, dass die Nerven irgendwann blank liegen. Haben Sie eine liebe Freundin, Nachbarin oder die Großeltern in der Nähe, die Sie einmal für einen Spaziergang mit dem Kinderwagen ablösen können? Sollten Sie allein sein, das Schreien kein Ende nehmen und Ihnen die Puste ausgehen, gewinnen Sie kurz Abstand von der belastenden Situation. Gehen Sie minutenweise aus dem Zimmer, holen Sie kurz Luft und verschaffen sich eine Verschnaufpause.

Sollten Sie sich mit der Situation überfordert fühlen oder Angst davor haben, die Kontrolle zu verlieren, scheuen Sie sich nicht, rechtzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Diese erhalten Sie zum Beispiel beim Kinderarzt, bei Erziehungsberatungsstellen oder Schreiambulanzen. Daneben ist es für viele Eltern hilfreich, seinen Sorgen und seiner Wut Luft zu machen. Vielleicht hilft dann nicht nur der Austausch innerhalb der Familie, sondern auch mit anderen Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe oder in einem Forum. Dazu gibt es zahlreiche Anlaufstellen im Internet.

Manch betroffene Familie kann sich zudem mit dem Gedanken etwas beruhigen, dass die Koliken nicht dauerhaft bestehen bleiben. In der Regel nimmt das Schreien mit zunehmendem Alter des Kindes ab und verschwindet in dem Ausmaß spätestens nach dem sechsten Lebensmonat.

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