Sodbrennen in der Schwangerschaft: Die wichtigsten Symptome

21. November 2018

Fast jeder Erwachsene hat in seinem Leben bereits einmal Sodbrennen gehabt. Zum Beispiel nach einer fettreichen Mahlzeit oder nach ausgiebigem Alkoholkonsum. Das Sodbrennen macht sich dann durch ein brennendes und drückendes Gefühl hinter dem Brustbein bemerkbar. Typisch sind außerdem sich häufig wiederholendes Räuspern oder Hüsteln, ein saurer Geschmack im Mund, Aufstoßen und das Gefühl, zu viel gegessen zu haben. Gerade in der Schwangerschaft sind viele Frauen von solchen Sodbrennen-Symptomen betroffen.

Frau in der Schwangerschaft liegt mit Heiserkeit auf dem Sofa, als Symptom von Sodbrennen

Nächtliches Sodbrennen: Ein typisches Symptom in der Schwangerschaft

Reflux bedeutet Rückfluss des sauren Mageninhalts zurück in die Speiseröhre. Dafür gibt es in der Schwangerschaft vor allem zwei Gründe: Zum einen wird der Muskel, der den Magen von der Speiseröhre trennt, weicher und damit nachgiebiger und zum anderen braucht das Baby mehr Platz und schiebt die Organe zusammen. Gerade im letzten Drittel der Schwangerschaft sorgt die wachsende Gebärmutter dafür, dass saurer Mageninhalt nach oben gedrückt wird, die Barriere zur Speiseröhre durchdringt und sich die Symptome von Sodbrennen zeigen.

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Gut zu wissen: Die Symptome des Sodbrennens verstärken sich in der Regel nachts und können den in der Schwangerschaft so wichtigen Schlaf rauben. Dass sich das Sodbrennen verschlimmert, liegt daran, dass das Liegen den Rückfluss der Magensäure begünstigt. Ein zweites Kissen und damit erhöhtes Liegen des Oberkörpers schaffen Linderung, manchmal sogar Abhilfe.

Lebensmittellisten können ein weiterer Anhaltspunkt bei der Ursachensuche für die Symptome des Sodbrennens in der Schwangerschaft sein. Doch nicht alle Nahrungsmittel, die sauer, fetthaltig, süß oder schwer verdaulich sind, lösen saures Aufstoßen aus. Die typischen Beschwerden zeigen sich außerdem nicht bei jedem. Schließlich müssen auch weitere Faktoren berücksichtigt werden, wie die Kombination von bestimmten Nahrungsmitteln oder die Uhrzeit, zu der sie verzehrt werden. Auch die Geschwindigkeit der Nahrungsaufnahme spielt eine Rolle. Gut vorgekaute Speisen sind leichter verdaulich.

Magensäure ist Schuld an den unangenehmen Symptomen

Sodbrennen äußert sich in der Schwangerschaft nicht immer nur durch Aufstoßen und ein brennendes, drückendes Gefühl. Die Übersicht zeigt, dass es auch versteckte Symptome gibt:

Typische Symptome von Sodbrennen in der Schwangerschaft

  • saures Aufstoßen, spürbarer Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre
  • mehr Speichelfluss
  • brennendes Gefühl in der Brust
  • drückendes Gefühl hinter dem Brustbein
  • Rachenbrennen
  • unangenehmer Geschmack im Mund

Sodbrennen in der Schwangerschaft: Häufige Symptome

  • Schmerzen im Oberbauch
  • Völlegefühl
  • Übelkeit, manchmal auch Erbrechen
  • Magendruck, vor allem direkt nach dem Essen

Versteckte Symptome bei schwangerschaftsbedingtem Sodbrennen

  • Husten, vor allem beim Einschlafen
  • Heiserkeit
  • belegte Stimme
  • dauerndes Räuspern wegen „Kloß im Hals“
  • Blähungen
  • dauerhaft verstopfte Nase
  • Stimmverlust
  • Kehlkopfentzündung
  • chronische Bronchitis
  • Rückenschmerzen
  • unbeabsichtigter Gewichtsverlust

Atemwegsprobleme aufgrund von Sodbrennen

Sodbrennen kann sogar Atemwegserkrankungen hervorrufen. Das liegt daran, dass der zurückfließende Mageninhalt nicht nur in Speiseröhre oder Mund gelangt, sondern auch in die Luftröhre sowie in den Kehlkopf- und Rachenbereich. Das passiert vor allem beim Liegen auf einer flachen Unterlage. Dabei reizt die Magensäure die Atemwege, was zu chronischen Entzündungen in Luftröhre, Bronchien und Bronchiolen führen kann. Der Zusammenhang ist nicht immer eindeutig erkennbar. Vor allem, weil die Beschwerden in den Atemwegen sich deutlich akuter zeigen als die Symptome des Sodbrennens.

Der „Stille Reflux“: Unbemerktes Sodbrennen

Vor allem der sogenannte „Stille Reflux“ zeigt sich nicht durch klassische Sodbrennen-Symptome und kann auch in der Schwangerschaft auftreten. Trotz vorliegender körperlicher Grundproblematik gibt es in diesem Fall keine Beschwerden oder Schmerzen, die symptomatisch auf einen Reflux hinweisen. Die Schwierigkeit ist, dass deshalb nicht früh genug gegengesteuert wird, zum Beispiel mit einer Ernährungsveränderung. Da die Diagnosestellung erschwert ist, wird schwerwiegenden Folgeerkrankungen der Weg geebnet. Denn anders als die robustere Magenschleimhaut verfügt die deutlich empfindlichere Schleimhaut der Speiseröhre über keinen speziellen Säureschutz. Mögliche Folgen sind:

  • Entzündungen der Speiseröhre
  • Vernarbungen
  • Geschwüre und sogar Speiseröhrenkrebs
  • Säure-Angriff auf die Zähne

Liegt die Neigung zu Sodbrennen in der Familie, sollte insbesondere bei Heiserkeit, Schluck- oder Atemwegsbeschwerden und Entzündungen im Bereich der oberen Atemwege an Reflux gedacht werden. Verschlimmern sich die Symptome nachts oder am Morgen, dann könnte Sodbrennen dahinterstecken.

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Sodbrennen-Symptome können die Schwangerschaft beeinträchtigen

Wenn ein erhöhtes Risiko für Komplikationen besteht, dann sollte die Schwangere auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Dieser kann in begründeten Fällen säurehemmende Medikamente empfehlen, die auch in der Schwangerschaft eingenommen werden dürfen. Wenn hintergründig Asthma vermutet wird, sollten sich Schwangere ebenso den Rat ihres Hausarztes einholen. Das gilt auch, wenn die Symptome von Sodbrennen die Lebensqualität in der Schwangerschaft zu stark beeinträchtigen.

Grundsätzlich ist es immer ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn das Sodbrennen über einen längeren Zeitraum auftaucht. In der Schwangerschaft sind Sodbrennen und entsprechende Symptome zwar lästig, werden aber nach der Geburt häufig wieder verschwunden sein. Ist dem nicht so, kann mithilfe einer genauen Untersuchung, beispielsweise einer Magenspiegelung, die Ursache des Sodbrennens erforscht werden.

Simone Blaß
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