Medikamente und Co. – Hilfe bei Blähungen in der Schwangerschaft

Blähungen gehören leider zu den unangenehmen Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft. Die gute Nachricht ist, dass diese meist harmlos und gut zu behandeln sind. Mit geeigneten Medikamenten und Hausmitteln bekommen Sie Blähungen in der Schwangerschaft gut in den Griff. Was hilft in der Schwangerschaft am besten bei einem aufgeblähten Bauch?

Fenchel und Kümmel helfen bei Blähungen in der Schwangerschaft

Medikamente gegen Blähungen in der Schwangerschaft

Aufgrund verschiedener Ursachen (zum Beispiel hormonellen und körperlichen Veränderungen) leiden Frauen in der Schwangerschaft besonders häufig an Blähungen. Doch die Auswahl an Medikamenten ist für schwangere Frauen stark beschränkt. Viele Wirkstoffe sind nicht erlaubt, da sie negative Folgen für das Kind haben, beziehungsweise mögliche Nebenwirkungen für das ungeborene Baby noch nicht ausreichend erforscht sind. Dennoch gibt es Möglichkeiten, wie Sie Blähungen in der Schwangerschaft zu Leibe rücken und den lästigen Blähbauch loswerden können.

Entschäumende Wirkstoffe gegen Schwangerschaftsblähungen

In der Schwangerschaft erlaubt, sind Medikamente mit den Wirkstoffen Simeticon und Dimeticon. Sie dürfen ohne Bedenken gegen Blähungen eingenommen werden. Ihre Wirkung entfalten diese sogenannten „Entschäumer“, indem sie im Darm gebundene Gasbläschen befreien. Durch Absenken der Oberflächenspannung zerstören die Wirkstoffe den zähen Schaum, in dem Luftbläschen eingeschlossen sind. Die frei gewordenen Gase werden von der Darmwand aufgenommen oder direkt ausgeschieden. Zugleich verhindern sie aber auch vorbeugend die Entstehung von Gasansammlungen, in dem sie sich im Magen mit dem Speisebrei vermischen. Rezeptfreie Medikamente, die diese Wirkstoffe enthalten und bei Blähungen in der Schwangerschaft geeignet sind, gibt es in flüssiger Form, als Kapseln oder Kautabletten in der Apotheke zu kaufen.

Pflanzliche Medikamente gegen Blähungen in der Schwangerschaft

Gut verträglich sind außerdem pflanzliche Arzneimittel mit Kümmel- oder Pfefferminzöl. Apotheken verkaufen häufig Kapseln, die eine Kombination aus beiden Pflanzen enthalten. Kümmel gilt vor allem aufgrund seiner entblähenden Eigenschaften als Mittel der Wahl. Das Gewürz regt die Durchblutung der Schleimhäute an und löst Krämpfe in der Muskulatur von Magen und Darm. Pfefferminzöl hat ebenfalls eine entkrampfende Wirkung und lindert zudem Schmerzen.

Gut zu wissen: Blähungen in der Schwangerschaft sind etwas ganz Normales. In der Regel ist es nicht notwendig, einen Arzt aufzusuchen. Kommen zu den Blähungen jedoch noch weitere Symptome wie anhaltender weicher Stuhlgang oder Verstopfung hinzukommen, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen, um Erkrankungen, die einer Behandlung bedürfen, auszuschließen.

Aufgeblähter Bauch in der Schwangerschaft – was hilft noch?

Neben Medikamenten können noch weitere Maßnahmen dazu beitragen, Blähungen in der Schwangerschaft vorzubeugen, beziehungsweise zu lindern. Achten Sie darauf, was auf Ihren Teller kommt: Eine geeignete Ernährung während der Schwangerschaft kann einen aufgeblähten Bauch verhindern.

Blähungen durch Ernährung lindern

Haben Sie häufig einen aufgeblähten Bauch nach dem Essen? Dann sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Langsam essen: Nehmen Sie sich für die Mahlzeiten ausreichend Zeit. Durch zu hastiges Essen, kann es passieren, dass viel Luft geschluckt wird.
  • Kleinere Portionen wählen: Statt zwei bis drei großen Portionen sollten Sie mehrere kleinere, leicht verdauliche Portionen über den Tag verteilt essen.
  • Blähende Lebensmittel meiden: Einige Lebensmittel, wie Zwiebeln, Hülsenfrüchte oder Kohlgemüse, bewirken eine verstärkte Gasbildung im Verdauungstrakt und sollten deshalb in der Schwangerschaft nur in Maßen gegessen werden.
Achten Sie auf Ihr Bauchgefühl!
Bei ständigen Blähungen können außerdem Nahrungsunverträglichkeiten (zum Beispiel gegen Laktose oder Fructose) die blähenden Winde auslösen. Um eine solche Diagnose zu stellen, kann es für den Arzt hilfreich sein, wenn Sie in einem Ernährungstagebuch notieren, was Sie vor Auftreten der Beschwerden gegessen haben.

Weitere Tipps zur Entlastung bei Blähungen

Wenn der Bauch unangenehm spannt, können Sie außerdem verschiedene Hausmittel ausprobieren. Bewährt haben sich Kräutertees mit Kümmel oder Fenchel. Auch ein warmes Vollbad entspannt und wirkt entkrampfend. Achten Sie jedoch darauf, dass das Badewasser maximal eine Temperatur von etwa 37 Grad Celsius hat, um keine Kreislaufprobleme zu riskieren1. Als wohltuend empfinden viele schwangere Frauen außerdem ein erwärmtes Kirschkernkissen, das auf den Bauch gelegt wird.

Was Schwangeren häufig auch hilft, sind sanfte Bauchmassagen, mit denen sich Blähungen lösen lassen. Diese sollten Sie jedoch nicht unmittelbar nach dem Essen, sondern erst ein bis zwei Stunden später durchführen. Bewegen Sie hierfür Ihre Hand im Uhrzeigersinn langsam kreisend um den Bauchnabel. Bei Risikoschwangerschaften, wenn Sie zum Beispiel unter Diabetes leiden, sollten Sie Bauchmassagen vorher mit Ihrem Arzt besprechen.

Zudem sollten Sie sich bei Blähungen Ruhe gönnen. Machen Sie es sich beispielsweise bei einem schönen Film auf dem Sofa bequem oder lesen Sie ein paar Kapitel in einem Buch. Dann können nicht nur Sie selbst, sondern auch Ihr Magen und Darm entspannen – und die Blähungen lösen sich bald in Luft auf.

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1 Kainer, Franz; & Nolden, Anette (2009): Das große Buch zur Schwangerschaft: Umfassender Rat für jede Woche, Gräfe und Unzer Verlag.