Warum Sie schwanger ständig erkältet sind: Mögliche Gründe

Ein „Hatschi“ hier und ein Huster dort: Während der Erkältungszeit sind diese Geräusche nahezu allgegenwärtig. Als ob eine Erkältung nicht schon nervtötend genug wäre, ist die Ansteckungsgefahr in der Schwangerschaft zudem auch noch größer als sonst. Sie sind schwanger und ein Schnupfen jagt bei Ihnen den nächsten? Wir verraten, warum Sie ständig erkältet sind.

Schwangere Frau sitzt mit Erkältung im Bett und frägt sich, warum sie ständig erkältet ist

Die Ursachen einer Erkältung

Eine Erkältung (grippaler Infekt) ist eine Virusinfektion der oberen Atemwege. Genauer gesagt leiden Betroffene unter einer Entzündung der Nasen- und Rachenschleimhaut. Die Krankheit ist ansteckend und wird durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Das bedeutet, dass schon ein Husten oder Niesen genügt, um sich bei einem anderen Menschen anzustecken. Auch Türklinken oder Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln sind wahre Virenherde.

Keine Sorge: Eine Erkältung ist für das ungeborene Baby im Normalfall nicht ansteckend. Die Symptome wie Kopfschmerzen und Schnupfen beschränken sich meist „nur“ auf die werdende Mama.

Die Ansteckungsgefahr ist das ganze Jahr über groß, allerdings steigt sie in den kalten Monaten von Oktober bis März noch an. Der Grund: In dieser Zeit kommt es aufgrund des Wetters häufiger zu Unterkühlungen und dadurch zu einem geschwächten Immunsystem. Das vegetative Nervensystem (nicht bewusst steuerbar) minimiert daraufhin die Durchblutung der Atemwege. Dadurch sinkt die Abwehrfähigkeit der Schleimhäute und die Viren können sich so leichter einnisten.

Während der Schwangerschaft ist Ihr Immunsystem damit beschäftigt, das wachsende Baby anzunehmen. Deswegen ist die Gefahr einer Ansteckung für die werdende Mama in dieser Zeit größer.

Das Immunsystem in der Schwangerschaft

Bloß keine Panik: Nur weil Sie jemand anniest, müssen Sie sich nicht sofort erkälten. Wann die Erkältung nicht ausbrechen sollte:

  • Wenn Sie zuvor schon Kontakt zu genau diesen Viren hatten, wird Ihr Körper bereits immun dagegen sein.
  • Die Virendosis reicht nicht immer für einen Ausbruch der Krankheit aus. Ein gestärktes Immunsystem kann die Erkältung entweder komplett verhindern oder sie unscheinbar verlaufen lassen.

Da das Immunsystem in der Schwangerschaft aber grundlegend gedrosselt läuft, kann der Körper eine große Anzahl von Viren nicht mehr selbst bekämpfen. Eine Erkältung bricht aus. Im Übrigen können auch nicht-schwangere Menschen das Problem einer geschwächten Immunität haben. Das Immunsystem kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst beziehungsweise geschwächt werden.

Dazu zählen:

  • gereizte oder geschwächte Schleimhäute (zum Beispiel durch trockene Luft)
  • Stress
  • zu wenig Schlaf
  • Schwäche durch Medikamente (etwa bei einer Organtransplantation)
  • ungesunde Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Zigaretten (auch indirekt eingeatmeter Qualm)
  • Vitamin-D-Mangel

Durch die Kombination verschiedener Risikofaktoren potenziert sich die Ansteckungsgefahr. Vermeiden Sie deswegen diese schädigenden Umstände in der Schwangerschaft so gut es geht. Gönnen Sie sich genug Ruhe und Schlaf, essen Sie gesund und bewegen Sie sich regelmäßig.

Risikofaktoren meiden:

Während der Schwangerschaft können Sie ruhig einmal einen Familien-Termin absagen, wenn Sie beispielsweise wissen, dass die Oma eine Erkältung oder der Neffe einen hartnäckigen Schnupfen hat. Denken Sie daran, in der Schwangerschaft auf sich und Ihr Immunsystem zu achten.

Schwanger: Warum Sie ständig erkältet sind

Jetzt waren Sie in den letzten Monaten schon so häufig erkältet und fragen sich, warum Ihnen das ständig passiert? Zum einen: Sie sind schwanger. Ihr Köper konzentriert sich momentan auf die gesunde Entwicklung des Babys. Außerdem gibt es noch einen anderen entscheidenden Grund: Eine Erkältung wird durch über 200 verschiedene Virusarten hervorgerufen.1 Zusätzlich verändern diese Viren ständig ihr Äußeres. Es ist für den Menschen somit unmöglich, gegen alle Arten Antikörper parat zu haben. Die Folge: Der Mensch erkrankt immer wieder durch neue Erreger an einer Erkältung.

Interessant:

Erwachsene erwischt eine Erkältung zwei- bis viermal pro Jahr, bei Kindern sind es sogar acht- bis zehnmal jährlich.2 Bei den Kleinen liegt es daran, dass ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist und sie somit anfälliger sind. Der Verlauf der Krankheit muss aber nicht immer stark sein. Manchmal macht sich die Erkältung auch nur durch sehr abgeschwächte Symptome bemerkbar.

Unterschied Erkältung und Grippe – die Ursachen

Häufig wird eine Erkältung durch falsche Selbstdiagnose als Grippe (Influenza) bezeichnet. Eine „echte“ Grippe aber verläuft viel intensiver und ist auch gefährlicher als eine Erkältung. Sie tritt zwar mit ähnlichen Symptomen wie Schnupfen und Husten auf, sie sind allerdings stärker, treten plötzlich auf und das Fieber kann deutlich höher sein. Zudem sind sogenannte Influenza-Viren der Auslöser einer Grippe.

Als Vorsorgemaßnahme raten Experten schwangeren Frauen zu einer saisonalen Grippeschutzimpfung im zweiten und dritten Trimester.3 Wer sich sorgt, dass die Impfung dem Fötus schaden oder Auswirkungen auf die Geburt haben könnte, der kann beruhigt sein. Laut dem Robert-Koch-Institut müssen keine gefährlichen Impfreaktionen oder Frühgeburten befürchtet werden. Auch der Gesundheitszustand des Neugeboren wird nicht durch die Impfung beeinflusst.4

Aber: Der Impfstoff macht den Unterschied. In Deutschland werden für Erwachsene ausschließlich Totimpfstoffe verwendet. Das bedeutet, dass die Krankheitserreger abgetötet sind und sich so nicht mehr vermehren können. Oder aber, der Impfstoff enthält nur Bestandteile der Erreger. Als Folge bilden wir Antikörper, ohne dass die Erkrankung ausbricht.

Gut zu wissen:

Neben Totimpfstoffen gibt es auch Lebendimpfstoffe. Sie enthalten geringe Mengen von Krankheitserregern, die sich vermehren können. Sie sind ebenfalls abgeschwächt und lösen die Krankheit in der Regel nicht aus. Dennoch kann es manchmal zu einer abgemilderten Reaktion zum Beispiel in Form von erhöhter Temperatur kommen, etwa bei der Masernimpfung. Weitere Lebendstoffe werden für die Impfung von Röteln oder Windpocken verwendet.

Da es nach der Impfung meist 10 bis 14 Tage dauert, bis sich der Impfschutz vollständig entwickelt hat, sollten Sie rechtzeitig daran denken. Die Durchführung der Impfung wird für Oktober oder November empfohlen. Es lohnt sich aber dennoch, sich auch noch später impfen zu lassen, da meist ohnehin nicht feststeht, wie lange eine Grippesaison anhält. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt beraten.

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1 Deutsche Familienversicherung: Erkältung (grippaler) Infekt: Ursachen, Symptome, Verlauf und Therapie. URL: https://www.deutsche-familienversicherung.de/ratgeber/artikel/erkaeltung-grippaler-infekt-ursachen-symptome-verlauf-und-therapie/ (01.03.2018).
2 Deutsche Familienversicherung: Erkältung (grippaler) Infekt: Ursachen, Symptome, Verlauf und Therapie. URL: https://www.deutsche-familienversicherung.de/ratgeber/artikel/erkaeltung-grippaler-infekt-ursachen-symptome-verlauf-und-therapie/ (01.03.2018).
3 Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie: Erkrankungen. Influenza. URL: https://www.embryotox.de/influenza0.html (01.03.2018).
4 Robert-Koch-Institut: Saisonale Influenzaimpfung. URL: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Influenza/faq_ges.html (01.03.2018).