Die häufigsten Hustenarten bei Babys und ihre Ursachen

29. November 2018

Hartnäckiger Husten hat schon so manchem von uns den Schlaf geraubt – er ist störend und kann zuweilen auch schmerzhaft sein. Wenn das eigene Kind von Husten gequält wird, drängt sich als erstes die Frage nach der Ursache auf. Denn bei Babys ist starker Husten ein eher seltenes Symptom und kann ein Hinweis auf eine ernst zu nehmende Lungenerkrankung sein. Hier erfahren Sie, welche Hustenarten bei Babys auftreten und welche Krankheiten dafür verantwortlich sein können.

Kind liegt mit Reizhusten im Bett

Wie entsteht eigentlich Husten?

So unangenehm Husten auch ist, er erfüllt einen wichtigen Zweck. Gelangt ein Fremdkörper in die Atemwege oder hat sich dort infolge eines Infekts Schleim angesammelt, hilft der Husten, uns davon zu befreien. Es handelt sich dabei also um einen Schutzmechanismus des Körpers. Doch wie entsteht Husten genau?

Grob betrachtet ist Husten eine reflexartige Reaktion auf verschiedene Reizungen der Atemwege, eingeleitet durch die Stimulation von Schleimhaut-Rezeptoren. Diese sitzen beispielsweise in hoher Dichte am Kehlkopf und im Rachen. Sie fungieren als eine Art von Sensoren, die bestimmte Reize wahrnehmen und diese über das Nervensystem an das Gehirn weiterleiten. Dieses aktiviert dann die am Husten beteiligten Muskeln im Bereich des Zwerchfells, der Stimmritze, und des Kehlkopfs.

Im Allgemeinen können hustenauslösende Reize folgenden Kategorien zugeordnet werden:

  • temperaturbedingt: beispielsweise durch das Einatmen von kalter Luft
  • mechanisch: dazu gehören eingeatmete oder verschluckte Fremdpartikel (Rauch, Staub) sowie eine übermäßige Ansammlung von Schleim
  • chemisch: hierzu zählen zum Beispiel reizende Gase
  • biologisch: darunter fallen sogenannte Entzündungsmediatoren (verschiedene Signalstoffe, die beispielsweise während einer Infektion oder einer Allergie ausgeschüttet werden und die Entzündungsreaktion vorantreiben)
Wie entsteht Husten bei einem Atemwegsinfekt? Hat es ein Krankheitserreger geschafft, die Atemwege zu befallen, ist eine Entzündung die Folge. Die Atemwegsschleimhaut schwillt an und produziert vermehrt Sekret. All das reizt die Rezeptoren in der Schleimhaut – wir müssen husten.

Hustenarten beim Baby: Zwei Grundformen

Husten ist nicht gleich Husten – das gilt auch für Babys und Kleinkinder. Die Hustenarten können entsprechend verschiedener Kriterien in Gruppen eingeteilt werden, die einen Hinweis auf die zugrunde liegende Erkrankung geben. Mediziner unterscheiden dabei grob zwischen sogenanntem unproduktiven und produktiven Husten.

  • Als unproduktiv wird ein trockener Reizhusten (ohne Auswurf) bezeichnet, der mit häufigen, zum Teil schmerzhaften Hustenattacken einhergeht. Diese Form von Husten wird auch als „bellend“ beschrieben. Reizhusten kann äußerst unangenehm werden, da die Anfälle vermehrt nachts auftreten. Gerade Babys raubt diese Hustenart oft den wertvollen Schlaf.
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  • Der produktive Husten ist im Gegensatz dazu durch hohe Schleimproduktion und Auswurf gekennzeichnet. Das Abhusten des Sekrets wird oft als anstrengend empfunden.

Sowohl im Falle von trockenem Reizhusten als auch von Husten mit Auswurf gehören Atemwegsinfektionen zu den häufigsten Ursachen. Dabei ist Reizhusten ein typisches Kennzeichen der beginnenden Erkrankung. Im weiteren Verlauf eines Atemwegsinfektes verändert sich der Husten meist und wird produktiv.

Hustenarten bei Babys: Welche Krankheit steckt dahinter?

Diese Krankheiten sind bei Babys besonders oft für die verschiedenen Hustenarten verantwortlich:

  • Erkältung: Diese viral bedingte Entzündung der oberen Atemwege (Nase, Rachen, Nebenhöhlen) zählt im Kindesalter zu den häufigsten Ursachen für Husten. Bis zu acht Mal im Jahr können Kinder sich eine Erkältung zuziehen1. Neben Husten gehören auch Halsschmerzen, eine laufende oder verstopfte Nase sowie erhöhte Temperatur zu den bekanntesten Symptomen. Ist Ihr Baby jünger als drei Monate, sollten Sie bei Anzeichen einer Erkältung unbedingt ärztlichen Rat einholen. Anderenfalls ist ein Arztbesuch nur notwendig, wenn die Symptome besonders stark ausgeprägt sind oder länger als zwei Wochen anhalten.2
  • Keuchhusten (Pertussis): Typisch für diese Atemwegserkrankung, die vor allem im Kindesalter auftritt, ist ein anfallartiger, nächtlicher Reizhusten. Die Ursache ist eine Infektion durch das Bakterium Bordetella pertussis, gegen das eine effektive Impfung zur Verfügung steht. Da bei dieser Krankheit eine Meldepflicht besteht, sollten Sie bei Verdacht auf Keuchhusten mit Ihrem Kind in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Die Behandlung erfolgt dann meist mit Hilfe von Antibiotika.
  • Bronchitis: Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der Bronchien, also von Teilen der Atemwege, die von der Luftröhre abzweigen. Wenn ihr Baby an Bronchitis leidet, stellt die produktive Hustenart mit Auswurf oft das Hauptsymptom dar. Verschiedene Krankheitserreger können für diese Erkrankung verantwortlich sein. Meist liegt jedoch eine virale Infektion vor (beispielsweise durch das Respiratory Syncytial Virus (RSV)). Da der Durchmesser der Luftkanäle in den Atemwegen von kleinen Kindern noch verhältnismäßig gering ist, kann die Schwellung der Schleimhäute im Rahmen der Entzündung zu Schwierigkeiten beim Atmen führen.
  • Lungenentzündung: Im Gegensatz zur Bronchitis sind bei der Lungenentzündung nicht die Bronchien, sondern die kleinen Lungenbläschen (Alveolen) betroffen. Die Erkrankung ist sehr schwerwiegend und kann sich neben produktivem Husten auch durch Fieber und Atembeschwerden bemerkbar machen. Als Ursache der Krankheit kommt die Infektion durch verschiedene Arten von Bakterien, Viren oder Pilze infrage. Wenn Ihr Kind schwer Luft bekommt oder sich seine Lippen blau verfärben, rufen Sie unverzüglich einen Notarzt. Doch auch wenn sich der Husten nicht bessert oder mit Fieber (ab 38,5 Grad Celsius) einhergeht, sollten Sie einen Arzt konsultieren, um eine mögliche Lungenentzündung rechtzeitig zu erkennen2.
  • Pseudokrupp: Heftige, trockene Hustenanfälle können bei kleinen Kindern auch ein Hinweis auf Pseudokrupp (Krupphusten) sein. Ein weiteres typisches Kennzeichen dafür ist ein pfeifendes Atemgeräusch. Diese Hustenart wird durch Schleimhautentzündungen im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder ausgelöst und kann bei Babys und Kindern bis zum Alter von fünf Jahren zu lebensbedrohlicher Atemnot führen. Kinder, die Anzeichen von Pseudokrupp zeigen, gehören deshalb dringend in ärztliche Behandlung3. Ursachen können neben viralen und bakteriellen Infektionen auch allergische Reaktionen sein.
  • Asthma: Anders als die bereits genannten Erkrankungen ist Asthma nicht die Folge einer Infektion durch Krankheitserreger. Dennoch kommt es dabei zu Entzündungsprozessen und aufgrund dessen zur Verengung der Atemwege und einer vermehrten Schleimbildung. Das wiederum führt zu Atembeschwerden und Husten. Die Ursachen für Asthma sind heute noch nicht abschließend geklärt, beinhalten unter anderem jedoch allergische Reaktionen auf Substanzen wie beispielsweise Pollen oder Hausstaubmilben. Sollten Sie bei Ihrem Kind Asthma vermuten, gehen Sie mit ihm zum Arzt. Dort erhalten Sie alle wichtigen Informationen zur Behandlung von Asthma.
Hinweis:

Nicht immer ist eine Krankheit die Ursache. Wenn Ihr Kind abgesehen vom Husten keinerlei zusätzliche Symptome zeigt, können auch reizende Stoffe in der Lebensumgebung (beispielsweise Zigarettenrauch) für den Husten verantwortlich sein. Schließlich bewirkt auch ein verschluckter oder eingeatmeter Gegenstand plötzlich einsetzenden Husten und Atemnot. Es besteht Erstickungsgefahr, rufen Sie sofort den Notarzt!
Redaktion
Redakteur/in