Wunder Po – was hilft?

Ein wunder Baby-Po ist weder für das Kind noch für die Eltern angenehm. Über die richtige Behandlung einer Windeldermatitis kursieren viele Mythen. Sollte man Öl oder doch nur Wasser zum Reinigen der gereizten Haut verwenden? Handtuch- oder Lufttrocknen – was hilft bei einem wunden Po am besten?

Die Behandlung einer Windeldermatitis: So wird´s gemacht

Baby und Mutter mit Salbe gegen wunden Po

Ihr Baby hat gerötete Stellen im Anal- und Genitalbereich? So ein wunder Po kann den Kleinen vor allem beim Stuhlgang oder Wasserlassen ganz schön Schmerzen bereiten. Um die Beschwerden so schnell wie möglich zu lindern, sollten Sie bei jedem Wickeln folgendermaßen vorgehen:

  1. Windelbereich sanft mit warmem Wasser reinigen: Da Seife oder Feuchtigkeitstücher eher zu einer Verschlimmerung der Beschwerden führen, verwenden Sie am besten einen feuchten Waschlappen zum Säubern. Gerade wenn die Rötungen mit rissiger Haut und hellroten Pickeln verbunden sind, also schon eine stärkere Windeldermatitis vorherrscht, sollte der Bereich vorsichtig sauber getupft werden. Reiben kann die empfindliche Baby-Haut zusätzlich reizen.

  2. Windelfreie Zeiten einrichten: Lassen Sie das Kind ruhig nackt auf einer Decke im warmen Raum liegen und krabbeln. Etwas frische Luft am wunden Po Ihres Babys hilft dabei, die Wundheilung zu fördern.

  3. Gesäuberten Bereich trocknen lassen: Um eine Windeldermatitis zu behandeln, ist es sinnvoll, nach jedem Reinigen den Windelbereich komplett trocknen zu lassen. Feuchte Bereiche unter der Windel verschlimmern den wunden Po und die Symptome. Lufttrocknen ist gegenüber dem Handtuchtrocknen schonender.

  4. Mit einer Wundsalbe eincremen: Bevor eine neue Windel angelegt wird, kann eine entzündungshemmende Creme aufgetragen werden. Salben mit dem Wirkstoff Dexpanthenol unterstützen zum Beispiel dabei, den natürlichen Heilungsprozess zu fördern und die Schutzfunktion der Haut wiederherzustellen. Auch nach dem Baden ist es für Ihr Baby wohltuend, wenn Sie die Stellen mit einer feuchtigkeitsspendenden Salbe eincremen, um eine Windeldermatitis zu behandeln.

  5. Windel locker verschließen: Zwischen Bund und Bauch sollte ein Finger passen, um sicher zu gehen, dass genügend Luft an die Haut kommt. Dadurch wird ein zu feuchtes Klima verhindert und wunder Haut vorgebeugt.

Beachten Sie diese Hinweise bei jedem Wickeln. Außerdem sollten Sie bei einem wunden Po noch häufiger die Windel wechseln als normal (öfter als acht- bis zehnmal am Tag bei Neugeborenen). Legen Sie gerade nach dem „großen Geschäft“ so schnell es geht eine frische Windel an, da dieses die geröteten Stellen weiter reizen kann.

Was hilft bei einem wunden Baby-Po? Zusätzliche Tipps

Hilfe bei einem wunden Po können auch verschiedene Hausmittel bieten. Die Inhaltsstoffe von schwarzem Tee beispielweise können bei äußerlicher Anwendung Beschwerden lindern und die Haut bei der Regeneration unterstützen. Haben Sie schon einmal Quarkwickel zur Behandlung einer Windeldermatitis ausprobiert? Der feuchte Quark kühlt und wirkt abschwellend, wodurch er den Kleinen Linderung verschafft.

Auch die Ernährung der Mutter kann unter Umständen zur Entstehung einer Windeldermatitis beitragen. Zumindest dann, wenn das Kind gestillt wird, denn über die Muttermilch gelangen die Nährstoffe zum Kind. Dadurch bekommt das Baby alle wichtigen Elemente, die für ein gesundes Wachstum nötig sind. Enthält Ihre Ernährung aber beispielsweise viel saures Obst, kann die Säure über den Stuhlgang des Babys zu Hautirritationen führen. Was hilft, wenn der Po des Babys durch das Essen der Mama gereizt und wund wird? Am besten meiden Sie während der Stillzeit säurehaltige Speisen. Auch stark gewürzte Gerichte sollten in dieser Zeit nur selten auf dem Teller landen, um zusätzliche Schädigungen der Haut zu umgehen.

Wann zum Arzt?

Verbessern sich die Beschwerden trotz Beachten unserer Hinweise nicht, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Gerade wenn ein scharf abgetrennter, flächiger Ausschlag begrenzt durch rote Pickel entsteht und auch die Hautfalten betroffen sind, kann eine Pilzinfektion (Windelsoor) vorliegen. Der Arzt verschreibt in diesem Fall geeignete Salben zur Behandlung.

Windeldermatitis behandeln? Beugen Sie lieber vor!

Die Haut von Babys ist noch sehr empfindlich, daher bekommt fast jedes Kleinkind früher oder später einen wunden Po. Doch Sie können das Risiko einer Windeldermatitis minimieren, indem Sie richtig vorbeugen. Was hilft, um einen wunden Baby-Po zu vermeiden?

  • Gerade bei Neugeborenen sind die einzelnen Hautschichten noch nicht vollständig ausgebildet. Deswegen wird die Haut durch häufiges Säubern schnell beschädigt. Baden Sie Ihr Baby nicht zu oft. Generell gilt: So oft wie nötig, so selten wie möglich! Zwei- bis dreimal pro Woche dem Baby ein Bad zu gönnen, ist ein guter Anhaltspunkt.
  • Im Allgemeinen ist es besser, anstelle von Feuchttüchern oder Seife nur warmes Wasser zum Reinigen des Pos zu verwenden. Die Feuchttücher enthalten oft Alkohol, der Babys Po reizen kann. Seife führt zur Austrocknung im Windelbereich, vor allem, wenn die Haut sowieso schon durch eine reibende Windel vorgeschädigt ist.
  • Auch die Baby-Ernährung sollte beobachtet werden. Haben Sie einen neuen Brei eingeführt oder bei der Zubereitung andere Zutaten verwendet? Säurehaltiges Essen, wie beispielsweise Zitrusfrüchte, führen zu einem sauren Stuhl, der die empfindliche Baby-Haut belasten kann.

Windelfreie Spielwiese: Das PEKiP®-Konzept

Das sogenannte Prager Eltern-Kind-Programm zielt darauf ab, dass Eltern das erste Lebensjahr ihres Kindes noch bewusster wahrnehmen, und fördert das Zueinanderfinden zwischen Eltern und Kind. Die Kurse finden in kleinen Gruppen mit anderen Familien statt. In den Kursstunden bewegen sich die Babys nackig in einem beheizten Raum und die Eltern beschäftigen sich mit ihnen, spielen und kuscheln mit den Kindern. Neben der Eltern-Kind-Verbindung ist diese Zeit auch gut für Babys Po: Windelfreie Stunden dienen zur Vorbeugung und Behandlung einer Windeldermatitis!


Sie fragen sich, was noch hilft bei einem wunden Po? Die Wahl der Windel spielt ebenfalls eine Rolle. Manche Babys reagieren auf bestimmte Materialien mit geröteter Haut. Das ist heutzutage zwar eher selten, aber es gibt noch Hersteller, die Kunststoff in den Windeln verarbeiten, der wiederum eine Hautreaktion auslösen kann.

Die Atmungsaktivität ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Stoffwindeln werden in Bezug auf Luftdurchlässigkeit und das Wohl der Baby-Haut wieder beliebter. Sie lassen Luft an den Po und reduzieren dadurch die Feuchtigkeit. Allerdings ist ihr Gebrauch aufwendiger. Das Wickeln dauert länger, die Waschmaschine läuft öfter und auch der Urlaub mit dem Baby kann dann zu einer Herausforderung werden.

Vielleicht ist eine Abwechslung der verschiedenen Windelvarianten eine Möglichkeit? Entwickelt Ihr Baby eine Windeldermatitis, können Sie neben der Behandlung zur Stoff-Form greifen. Ist der wunde Po überstanden, steigen Sie wieder auf Wegwerf-Windeln um.

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