Warum sind manche Lebensmittel in der Schwangerschaft problematisch?

In der Schwangerschaft arbeitet das Immunsystem verändert – der Körper schützt das ungeborene Kind, wodurch der Körper anfälliger für bestimmte Keime und Schadstoffe seinkann. Vor allem diese 3 Faktoren spielen eine Rolle:

  • 🦠 bestimmte Erreger (z. B. Listerien1, Salmonellen) können das ungeborene Kind gefährden oder auf das Kind übergehen → Risiko für Frühgeburt oder Fehlgeburt
  • ☣️ Schadstoffe wie Quecksilber reichern sich im Körper an → kann die Entwicklung des Nervensystems beeinträchtigen3
  • ⚠️ bestimmte Inhaltsstoffe wie Vitamin A sind in hohen Mengen bedenklich → kann zu Fehlbildungen führen2

Die gute Nachricht: In den meisten Fällen reicht es, einige wenige Lebensmittel zu meiden oder auf die richtige Zubereitung zu achten.

Leberwurst & Co. in der Schwangerschaft: Was gilt bei Wurst & Rohfleisch?

Diese Produkte sollten Sie meiden:

  • Leberwurst (roh, streichfähig) – kann je nach Herstellung Listerienrisiken bergen und viel Vitamin A enthalten2
  • Rohwürste (z. B. Zwiebelmettwurst) – Listerien-Risiko;1  je nach Produkt auch Toxoplasmose-Risiko

✅ Erlaubt: Aufschnitt und Wurstwaren, die durchgehend gegart wurden – z. B. gekochter Schinken, Fleischwurst oder Mortadella (wenn frisch und gut gekühlt).

Käse und andere Milchprodukte in der Schwangerschaft

Diese Käsesorten sollten Sie meiden:3

  • Rohmilchkäse (erkennbar am Aufdruck „aus Rohmilch") – enthält nicht pasteurisierte Milch, in der Listerien überleben können
  • Weichkäse (aus Rohmilch oder wärmebehandelter Milch) – erhöhtes Listerien-Risiko (nicht jeder Weichkäse ist problematisch; entscheidend sind Rohmilch, Lagerung und Reifung)

Übrigens: Auch Joghurt aus Rohmilch (direkt vom Bauernhof) sollten Sie in der Schwangerschaft meiden. Dieser enthält nicht pasteurisierte Milch, in der Listerien überleben können.

Erlaubt: Hartkäse wie Parmesan, Gouda oder Emmentaler ist in der Regel unproblematisch.

Was gilt bei Fisch & Meeresfrüchten in der Schwangerschaft?

Was Sie meiden sollten:1

  • roher Fisch & Sushi (auch vegetarisches Sushi kann betroffen sein, wenn auf denselben Oberflächen zubereitet) – Listerien- und Parasiten-Risiko
  • Räucherfisch – Listerien-Risiko
  • Thunfisch – kann erhöhte Quecksilberwerte enthalten; maximal 1–2 Portionen pro Woche (aus der Dose, gegart)4

Erlaubt: Durchgegart zubereiteter Fisch (z. B. Lachs oder Seelachs aus dem Ofen).

Rohe Eier in der Schwangerschaft: Was Sie wissen sollten

  • Rohe Eier besser meiden, auchdaraus hergestellte Speisen und Produkte (z.B. selbstgemachte Mayonnaise, Tiramisu, Spaghetti Carbonara).2
  • Rohe oder nicht vollständig erhitzte Eier können Salmonellen enthalten.

Erlaubt: Eier, die vollständig erhitzt sind (hart gekochte Eier, Rührei, Spiegelei ohne flüssiges Eigelb). Fertig gekaufte Produkte wie Supermarkt-Mayonnaise sind in der Regel unbedenklich, da sie aus pasteurisierten Eiern hergestellt werden.

Welchen Tee sollte man in der Schwangerschaft meiden?

Bei manchen Kräutertees ist in der Schwangerschaft Vorsicht geboten, beispielsweise:

  • Salbeitee: Besser meiden – Salbei kann die Gebärmutter reizen und ist daher in der Schwangerschaft nicht empfohlen.5
  • Süßholzwurzel: Meiden, da Süßholzwurzeltee – wie auch Lakritze – Glycyrrhizinsäure enthält, die bei regelmäßigem Verzehr möglicherweise die Entwicklung des Kindes beeinflusst.2,6
  • Schwarzer und grüner Tee: In Maßen erlaubt, da sie Koffein enthalten (als Obergrenze für Koffein sind 200 mg täglich empfohlen).8
  • Himbeerblättertee: Erst ab der 34. Schwangerschaftswoche (3. Trimester) empfohlen, um die Muskulatur zu lockern und so eine leichtere Geburt zu unterstützen.7

Erlaubt: Als eher unbedenklich gelten Früchtetees, Rooibostee, Kamillentee und Pfefferminztee. Sprechen Sie im Zweifel mit Ihrer Hebamme oder Frauenarzt.

Alkohol & Koffein in der Schwangerschaft – was ist erlaubt?

  • Alkohol sollte vollständig gemieden werden: Es gibt keine bekannte Menge, die als sicher gilt. Mögliche Folge: fetales Alkoholsyndrom mit dauerhaften Entwicklungsstörungen.
  • Koffein ist in Maßen erlaubt: Maximal 200 mg pro Tag werden als Obergrenze empfohlen.8 Koffein steckt unter anderem in Kaffee, schwarzem sowie grünem Tee, Energydrinks und Cola.

Erlaubt: Koffeinfreier Kaffee und Tee, Wasser, Säfte – ohne Einschränkung.

Schnelle Übersicht: Erlaubt, verboten, in Maßen

Scroll Table
LebensmittelStatus
roher Fisch, Sushi🚫 meiden
Räucherfisch🚫 meiden
Thunfisch (Dose)⚠️ max. 1–2× pro Woche
Rohwurst (z.B. Zwiebelmettwurst)🚫 meiden
Leberwurst (streichfähig)🚫 meiden
gekochter Schinken, Mortadella✅ erlaubt
Rohmilchkäse, Weichkäse🚫 meiden
Hartkäse (Parmesan, Gouda)✅ erlaubt
selbstgemachte Mayonnaise, Remoulade🚫 meiden
Mayonnaise aus pasteurisierten Eiern✅ erlaubt
rohes Ei (z. B. in Spaghetti Carbonara)🚫 meiden
vollständig erhitzte Eier✅ erlaubt
Salbeitee, Tee mit Süßholz🚫 meiden
Himbeerblättertee⚠️ ab der 34. SSW
Früchtetee, Rooibostee, Kamillentee, Pfefferminztee✅ erlaubt
Alkohol🚫 meiden
Koffein (Kaffee, Energydrinks, Cola, schwarzer und grüner Tee)⚠️ max. 200 mg/Tag

Häufig gestellte Fragen zu verbotenen Lebensmitteln in der Schwangerschaft


Was darf man in der Schwangerschaft nicht essen?

Rohes Fleisch und rohe Wurst (Mett, Leberwurst), roher Fisch und Sushi, Rohmilchkäse, Speisen mit rohem Ei sowie bestimmte Kräutertees sollten in der Schwangerschaft gemieden werden.

Darf man in der Schwangerschaft Leberwurst essen?

Streichfähige Leberwurst sollte in der Schwangerschaft gemieden werden. Sie enthält rohes Innenfleisch (Listerien-Risiko) und sehr viel Vitamin A, das in hohen Mengen schädlich sein kann. Erhitzte Leberwurst – z. B. durchgebratene Leberwurst – ist in kleinen Mengen unbedenklich.

Welche Teesorten sind in der Schwangerschaft verboten?

Salbei- und Lakritztee sollten gemieden werden. In Maßen sind schwarzer und grüner Tee erlaubt, da sie Koffein enthalten. Ab der 34. Schwangerschaftswoche kann – in Rücksprache mit der Hebamme oder dem Frauenarzt – Himbeerblättertee zur Vorbereitung auf die Geburt getrunken werden.

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Tanja Albert Von der Schülerzeitung übers Journalismus-Studium in die Online-Redaktion von kanyo® - Tanja Albert hat das Schreibfieber gepackt. Gemischt mit ihrem Interesse für Ernährungs- und Gesundheitsthemen stürzt sie sich Tag für Tag in die medizinische Recherche - und bringt das Ganze auch in die Sozialen Netzwerke, nämlich als Social Media Managerin. Tanja Albert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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