Warum kommt es in der Schwangerschaft zu Sodbrennen?

Bei Sodbrennen in der Schwangerschaft gelten besondere Umstände und dementsprechend sind auch andere Ursachen zu berücksichtigen. Die drei klassischen Ursachen für Sodbrennen – Ernährung, Gewicht und Stress – spielen zwar auch in der Schwangerschaft eine Rolle, der Hauptgrund für das unangenehme saure Aufstoßen ist aber ein anderer. Durch die Schwangerschafts-Hormone wird der Verschlussmuskel des Magens – genau wie alle anderen Muskeln im Körper – weicher und nachgiebiger. Drückt dann die immer größer werdende Gebärmutter nach oben, steigt unverdauter Speisebrei aus dem Magen in die Speiseröhre und führt zu Sodbrennen, vor allem, wenn der Magen voll und der Platz im Bauchraum knapp bemessen ist.

Schwangere Frau liegt im Bett und frägt sich, warum Sodbrennen in der Schwangerschaft auftritt

Verstärkte Sodbrennen-Ursachen im letzten Drittel der Schwangerschaft

Der Großteil aller werdenden Mütter ist vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel vom Rückfluss der sauren Magensäure in die Speiseröhre betroffen. Die Symptome zeigen sich besonders in Rückenlage oder beim Bücken. Die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre ist gereizt und verursacht Beschwerden.

Kleiner Trost:

Durch die Hormone werden in der Schwangerschaft Bänder, Sehnen und Muskeln des weiblichen Körpers weicher, dehnbarer und geschmeidiger. Das hat die Natur so eingerichtet, damit das Kind einfacher geboren werden kann. Sieht man das Sodbrennen also als vorübergehenden „Nebeneffekt der Geburtsvorbereitungen“, dann fällt es eventuell leichter, damit umzugehen.

Zu den möglichen Ursachen für Sodbrennen außerhalb der Schwangerschaft gehört der Konsum von Alkohol und Nikotin. Beides senkt die Spannung des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen, sollte in der Schwangerschaft jedoch ohnehin tabu sein. Kaffee darf zwar in Maßen getrunken werden, kann aber ebenfalls ein Auslöser von Sodbrennen sein.

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Dem Warum auf der Spur: Sodbrennen in der Schwangerschaft

Um die Frage nach dem Warum bei Sodbrennen in der Schwangerschaft klären zu können, hilft ein Blick hinter die Kulissen des Körpers. Der Magen ist ein muskuläres Hohlorgan. Er umschließt mit seinem Gewebe einen Hohlraum. Der Magen nimmt den gekauten und geschluckten Speisebrei auf und bereitet ihn für die Verdauung vor. Mithilfe der Muskeln in den Magenwänden knetet das Organ die Nahrung durch, gibt Magensäure hinzu und schickt die Masse zuletzt Richtung Darm, wo sie weiterverarbeitet wird. Spezielle Zellen an der Darmwand entziehen dem Speisebrei die wichtigen Nährstoffe und leiten sie zur Versorgung des Körpers an das Blut weiter.

Der Magensaft ist so sauer, dass er Bakterien, die auf diesem Weg versuchen, in den Körper zu gelangen, abtöten kann. Dem Magen selbst macht die Säure nichts aus, denn er ist mit einer speziellen Schleimhaut ausgekleidet. Diese Schleimhaut ist deutlich robuster und dicker als beispielsweise die in der Speiseröhre und ist außerdem von einer schützenden Schleimschicht (Mukus) bedeckt. Da der Magen durch einen ringförmigen Schließmuskel (Ösophagussphinkter) verschlossen ist, wird der Rückwärtsfluss des aggressiven Magensafts in die Speiseröhre im Normalfall verhindert. In der Schwangerschaft allerdings schließt dieser Ring nicht mehr dicht und erleichtert es der Magensäure, aufzusteigen und zur Ursache für das unangenehme Sodbrennen zu werden. Wird im Magen zu viel Magensäure produziert, zum Beispiel durch besonders fettreiches Essen, wird der Vorgang zusätzlich begünstigt. Auch zu süße oder zu scharfe Speisen führen zu einer Überproduktion von Magensäure, die sich dann einen Weg nach außen sucht.

Die Zusammensetzung der Nahrung beeinflusst das Sodbrennen

Die Ernährung spielt bei Sodbrennen eine entscheidende Rolle. Auch wenn schwangeren Frauen geraten wird, sich ruhig auch mal was zu gönnen, ist hier Vorsicht geboten. Es gibt zahlreiche Lebensmittel, die die Produktion von Magensäure besonders anregen und damit in der Schwangerschaft eine entscheidende Ursache für Sodbrennen darstellen. Getränke mit Kohlensäure und bestimmte Fruchtsorten mit viel natürlicher Säure sollten beispielsweise allgemein besser vermieden werden. Die folgende Übersicht zeigt Ihnen, von welchen Nahrungs- und Genussmitteln Sie in der Schwangerschaft oder Stillzeit lieber die Finger lassen sollten, wenn Sie zu Sodbrennen oder saurem Aufstoßen neigen und warum. Diese Lebensmittel können die Ursache für Sodbrennen in der Schwangerschaft sein:

Besonders fettreich Schwer verdaulich Verstärkt Magensäurebildung
Wurst oder mit Fett durchzogenes Fleisch Zwiebeln Kaffee
Frittiertes wie Langos, Chips, Krapfen oder PommesKnoblauch Knoblauch Schwarzer Tee
Mayonnaise Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Linsen scharfe Speisen
Backwaren wie Torten Kohl Schokolade und andere Süßigkeiten
Paprika Tomaten und auch Tomatenketchup
Eier, vor allem hartgekocht Nüsse (ausgenommen Mandeln)
Mais Beerensorten wie Johannisbeere oder Himbeere
Steinobst in größeren Mengen sauer eingelegtes Gemüse

Da viele dieser Lebensmittel wichtige Nährstoffe enthalten, ist es nicht notwendig, sofort alles vom Speiseplan zu streichen. Die Wirkung der aufgeführten Lebensmittel ist individuell. Manchmal hilft es schon, die Essenszeiten ein wenig zu verschieben, um das Sodbrennen zu behandeln.

Weitere Ursachen für Sodbrennen in der Schwangerschaft

Haben werdende Mütter bereits die üblichen Ursachen für Sodbrennen in ihrer Schwangerschaft ausgeschlossen, so gibt es noch weitere, die sich etwas tiefer im System verstecken können:

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Eine gestörte Peristaltik der Speiseröhre sowie des Magens

Damit der Körper einzelne Nahrungsbestandteile optimal verwerten kann, muss er sie zum einen in kleinste Bausteine zerlegen und zum anderen dafür sorgen, dass der Speisebrei geknetet und weitertransportiert wird. Man spricht in diesem Zusammenhang von der Peristaltik: wellenförmig verlaufende Bewegungen, bei denen sich der Hohlmuskel an- und entspannt. Ist die Peristaltik gestört, dann kann der angedaute Speisebrei nicht optimal weiterverarbeitet und transportiert werden. Er sammelt sich an und baut zusätzlichen Druck auf den Ringmuskel zwischen Magen und Speiseröhre auf. Der Ringmuskel kann dem nicht mehr standhalten, vor allem, wenn er durch die Hormone bereits weicher und nachgiebiger ist. In der Folge entlässt er den säurehaltigen Speisebrei nach oben. Das ist eine der Erklärungen, warum es gerade in der Schwangerschaft so häufig zu Sodbrennen kommt.

Zu wenig Magensäure

Eher selten, aber möglich: Neben dem Magensäureüberschuss kann auch ein Magensäuremangel für das Sodbrennen in der Schwangerschaft die Ursache sein. Ist das der Fall, so versucht der Magen mit der wenigen Säure die Nahrung zu zersetzen. Dazu erhöht er die Mischbewegung, wodurch ebenfalls säurehaltiger Nahrungsbrei in die Speiseröhre zurückfließen kann.

Gewichtszunahme erhöht die Wahrscheinlichkeit für Sodbrennen

Im Durchschnitt nimmt eine werdende Mutter während ihrer Schwangerschaft zehn bis fünfzehn Kilo zu. Das wachsende Baby benötigt immer mehr Platz im Bauchraum und drückt die Organe nach oben. Dadurch ist bei einer Schwangeren auch die Wahrscheinlichkeit erhöht, einen Zwerchfellbruch zu erleiden. Dieser bildet sich zwar nach der Geburt in der Regel von alleine zurück, während der Schwangerschaft allerdings ist die Hiatushernie, wie der Zwerchfellbruch von Medizinern genannt wird, eine Ursache für Sodbrennen.

Das Baby selbst als Ursache für Sodbrennen in der Schwangerschaft

Aber noch etwas anderes kann der werdenden Mutter sprichwörtlich auf den Magen schlagen: das Baby selbst. Je nachdem, wie es liegt, passiert es, dass es mit seinen Füßchen gegen den Magen tritt und so das Aufsteigen des Magensaftes auslöst.

Senkwehen schaffen Erleichterung bei Sodbrennen: Schwangere, die stark unter Sodbrennen leiden, werden die ersten Senkwehen, die bereits Wochen vor der Geburt einsetzen können, besonders begrüßen. Denn dadurch rutscht das Baby tiefer ins Becken und macht im oberen Bauchraum den Platz frei.

In den seltensten Fällen versteckt sich hinter den Ursachen für Sodbrennen in der Schwangerschaft eine ernsthafte Erkrankung. Lässt sich die Frage nach dem Warum nicht selbst klären, hält das Sodbrennen bis weit über die Geburt an und helfen auch keine Hausmittel – dann ist der Gang zu einem Facharzt auf jeden Fall ratsam.

Kleiner Tipp für die erste Zeit mit dem Baby: Nicht nur Sie selbst, auch Ihr Säugling kann bereits unter Sodbrennen leiden. Die Ursache: der Magen-Schließmuskel funktioniert in den ersten Lebensmonaten noch nicht hundertprozentig. Sie können das Sodbrennen daran erkennen, dass das Baby beim Stillen oder Füttern den Rücken durchdrückt und sowohl währenddessen als auch danach quengelt. Hält man das Baby nach dem Füttern für einige Zeit in aufrechter Position, vergehen die Beschwerden meist.

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