Jetzt wird’s eng – Magendruck in der Schwangerschaft

Übelkeit und Rückenschmerzen – darauf stellen Schwangere sich ein. Aber auch Bauchschmerzen gehören zu einer Schwangerschaft dazu. Sie zeigen sich entweder als ziehende, pochende oder krampfartige Schmerzen, oft auch als Druck in der Magengegend, und nicht selten lösen sie Ängste bei den werdenden Eltern aus. Schließlich könnten die Schmerzen ein Anzeichen für Komplikationen sein. Doch in den meisten Fällen hängt der Magendruck mit den körperlichen Veränderungen während der Schwangerschaft zusammen, die die Frau spüren kann.

Frau hält die Hände auf ihren Schwangerschafts-Bauch aufgrund von Magendruck

Schon das Einnisten der Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut kann ein Ziehen im Bauchraum verursachen, das bis zum Magen ausstrahlt. Auch die in der Schwangerschaft träger werdende Muskulatur des Verdauungstraktes kann ziemliche Schmerzen in der gesamten Bauchgegend bewirken, die sich als Magendruck, Magenschmerzen oder sogar in Form von Magenkrämpfen zeigen. Ernst nehmen sollten Schwangere solche Schmerzen aber auf jeden Fall, denn hinter Magendruck in der Schwangerschaft können viele Ursachen stecken – harmlose und gefährliche.

Magendruck in der Schwangerschaft: Keine Krankheit, sondern ein Symptom

Die Schwangerschaft ist eine Höchstleistung des weiblichen Körpers. Und eine enorme Umstellung. Gerade im ersten Drittel leiden viele Schwangere unter dauernder Übelkeit und damit einhergehend unter Magendruck.

Tipp: Es heißt zwar Morgenübelkeit – das Unwohlsein kann aber den ganzen Tag andauern. Vielen Schwangeren ist wochenlang latent schlecht. Als Zaubermittel dagegen gilt Ingwer – übers Essen gerieben, als Aufguss oder in Keksform. Aber auch das Schnuppern an einem Stück frischer Zitrone kann das unangenehme Gefühl vertreiben.

Die Übelkeit wird durch Hormone ausgelöst – genau wie viele andere Prozesse, die sich schmerzhaft bemerkbar machen. Das Weicherwerden der Muskeln beispielsweise, das durch das Hormon Progesteron hervorgerufen wird, betrifft auch die Muskeln im Bereich des Verdauungsapparates. Sie erschlaffen während der Schwangerschaft und arbeiten dadurch langsamer. Das kann sich als Magendruck bemerkbar machen. Folgende Symptome weisen in der Schwangerschaft zusätzlich auf Probleme mit der Verdauungsmuskulatur hin:

Diese Symptome lassen sich am besten vermeiden, wenn die Schwangere auf leicht verdauliche, weniger fette und gewürzte Kost umsteigt, kleine Mahlzeiten zu sich nimmt und für das Essen genug Zeit einplant. Außerdem sollte sie reichlich trinken – allerdings immer zwischen den Mahlzeiten, um den Magen nicht noch zusätzlich zu füllen und kein Druckgefühl auszulösen.

Zu den für eine Schwangerschaft typischen Verdauungsbeschwerden kommt hinzu, dass das in der Gebärmutter (Uterus) wachsende Baby immer mehr Platz beansprucht. Der Magen hat dabei die schlechteste Position, weil er direkt Druck von unten bekommt, was unter anderem Sodbrennen auslösen kann.

Den Druck, den die anderen Organe aufgrund des Platzmangels auf den Magen ausüben, kann die schwangere Frau spüren. Meistens geht er einher mit Atemnot und schnell einsetzendem Völlegefühl, vor allem nach einer Heißhungerattacke. Auch die Bewegungen des wachsenden Babys sind teilweise schmerzhaft spürbar. Zum Beispiel dann, wenn das Ungeborene seine Füßchen in der Nähe des Magens hat und kräftig tritt.

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Das Dehnen der Mutterbänder kann bis zum Magen ausstrahlen

Die meisten Schwangeren spüren über die ganze Schwangerschaft hinweg immer wieder das Dehnen der Mutterbänder. Es handelt sich dabei um zwei Muskelbänder, die die Gebärmutter sozusagen halten, während das Kind in ihr wächst. Die Schmerzen werden von den Frauen ganz unterschiedlich beschrieben: als krampfartige Schmerzen im Unterleib oder auch als solche, die bis zum Magen ausstrahlen und Magendruck verursachen.

Tipp: Magendruck entsteht auch, wenn Sie sich während der Schwangerschaft viele Sorgen machen. Nicht umsonst spricht der Volksmund davon, dass einem etwas auf den Magen geschlagen hat. Jede Schwangerschaft ist von Unsicherheit und Ängsten begleitet – die Hebamme ist jetzt die richtige Ansprechpartnerin. Sie wird Ihnen viele Ihrer Sorgen nehmen können.
Da sich der seelische Zustand einer werdenden Mutter direkt auf ihr Kind auswirkt, ist es wichtig, sich Rat zu holen, sobald Ängste auftauchen. Sorgen über die eigene Gesundheit oder die des Kindes belasten sonst die Schwangerschaft.

Auch andere Organe können für Magenschmerzen sorgen

Natürlich müssen Magendruck und Magenschmerzen nicht direkt etwas mit der Schwangerschaft zu tun haben. Da die Organe gerade jetzt sehr eng beieinander liegen, können auch andere Erkrankungen als Magendruck empfunden werden, zum Beispiel solche, die von der Leber, der Bauchspeicheldrüse, der Galle oder dem Brustfell ausgehen. Ähnliche Symptome zeigen sich auch bei einer Magen-Darm-Grippe, einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, einer Magenschleimhautentzündung oder einem Reizmagen.

Magendruck in der Schwangerschaft ernst nehmen

Bei krampfartigen Magenschmerzen ist Vorsicht geboten. Sie können ein Symptom für das sehr seltene und bisher weitgehend ungeklärte HELLP-Syndrom sein. HELLP steht dabei für:

Hämolyse (Blutzerfall)

EL für erhöhte Leberwerte

LP für die niedrige Blutplättchenzahl (low platelet count)

Beim HELLP-Syndrom handelt es sich um eine schwere Form der Schwangerschaftsvergiftung, die erst in den letzten Wochen der Schwangerschaft auftritt und sowohl das Leben der Mutter als auch das des Ungeborenen gefährdet. Weitet sich der Magendruck in der Schwangerschaft zu massiven, teilweise sogar in Schultern und Rücken ausstrahlende Oberbauchschmerzen aus und kommen Symptome wie Erbrechen, starke Kopfschmerzen, plötzlich ansteigender Blutdruck und eine Gelbfärbung der Haut hinzu, dann sollten Sie umgehend einen Arzt kontaktieren.

Was tun bei Magendruck in der Schwangerschaft?

Handelt es sich bei Magendruck um Verdauungsbeschwerden, um Platzmangel, um ein fröhlich tretendes Baby oder doch um eine Gefahr? In der Regel spüren Frauen im Laufe ihrer Schwangerschaft ziemlich genau, was die Ursache für den Druck auf den Magen ist. Sie sollten ihrer inneren Stimme folgen und bei einem unguten Gefühl genauso den Arzt aufsuchen wie bei starken, immer wiederkehrenden Bauch- oder Magenschmerzen. Denn von der Gesundheit der Frau hängt auch die Gesundheit des Babys ab.

Treten die Beschwerden zum ersten Mal auf und sind sie nicht massiv, dann kann die Schwangere zunächst mit bewährten Hausmitteln gegenarbeiten. Hilfe bei Magendruck in der Schwangerschaft versprechen zum Beispiel Tees. Besonders Sorten wie Kamille, Fenchel oder Kümmel gelten als Magenberuhiger und dürfen während der Schwangerschaft – solange es bei wenigen Tassen am Tag bleibt – bedenkenlos getrunken werden. Am besten die Füße hochlegen und den Tee mit Entspannungsmomenten kombinieren. Ein Kirschkernkissen oder eine gut verpackte, nicht zu heiße Wärmflasche leisten oft zusätzlich gute Dienste. Denn Wärme hilft sowohl von innen als auch von außen.

Hilfe aus der Natur ist bei Magendruck in der Schwangerschaft nicht ungefährlich

Schwangere sollten bei den zahlreichen pflanzlichen Mitteln gegen Magendruck, die man in der Apotheke oder in Drogerien rezeptfrei erhalten kann, vorsichtig sein und vor der Verwendung von Tropfen oder Dragees besser erst einmal Rücksprache mit dem Apotheker oder der Hebamme halten. Denn die Wirkstoffe können während einer Schwangerschaft aufgrund ihrer oft hohen Konzentration problematisch werden.

Helfen weder Entspannung noch andere sanfte Maßnahmen aus dem Bereich der Hausmittel, dann ist der Besuch beim Arzt ratsam. Er geht den Ursachen des Magendrucks auf den Grund und weiß, welche Arzneimittel gegen Magendruck sowie Magen- und Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft eingenommen werden können. So lässt sich eine Therapiemöglichkeit finden, die die Beschwerden lindert und das Baby nicht gefährdet.

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