Blähbauch in der Schwangerschaft: Was sind die Ursachen?

21. November 2018

Die Entstehung von Gasen im Darm ist Teil der Verdauung. Eine vermehrte Gasbildung äußert sich jedoch in unangenehmen Blähungen. Bestimmte Lebensmittel, Unverträglichkeiten – es gibt viele Gründe, die dazu beitragen können, dass sich zu viele Gase bilden. Dass Schwangere häufig an einem Blähbauch leiden, hat jedoch noch weitere Ursachen. Welche sind das?

Blähende Lebensmittel als Ursache für Blähungen in der Schwangerschaft

Das Hormon Progesteron als Ursache für einen Blähbauch in der Schwangerschaft

Gerade in der Frühschwangerschaft leiden viele Frauen an Blähungen der Bauch fühlt sich aufgebläht an, zwickt und gelegentlich entweichen unangenehme Lüftchen. Ursache eines Blähbauchs kann das Hormon Progesteron sein, das zu Beginn der Schwangerschaft im Körper vermehrt produziert wird. Eigentlich erfüllt das Hormon eine wichtige Funktion: es entspannt die Muskulatur im Magen-Darm-Trakt, damit die Gebärmutter mit dem Baby wachsen kann. Das hat allerdings zur Folge, dass sich die Verdauung verlangsamt und auch die Darmgase länger im Darm verbleiben. Dadurch entsteht eine vermehrte Gasansammlung, die mit einem Magendruck und Bauchschmerzen einhergehen kann.

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Wie entstehen Gase bei der Verdauung?
Bei Blähungen ist umgangssprachlich häufig von „Luft im Bauch“ die Rede. Dabei handelt es sich genau genommen um verschiedene Gase, die bei der Zersetzung der Nahrung durch Darmbakterien gebildet werden. Dazu zählen hauptsächlich Stickstoff, Kohlendioxid (CO2) und Kohlenmonoxid (CO). Diese entweichen zum Großteil, ohne dass wir es überhaupt bemerken. Ist der Darm aus verschiedenen Gründen träge oder staut sich der Nahrungsbrei durch eine Verengung, werden mehr Bakterien gebildet, die Gase produzieren. Diese sind für das drückende Gefühl verantwortlich.

Körperliche Veränderungen in der Schwangerschaft als Ursache für einen Blähbauch

Mit Fortschreiten der Schwangerschaft kommt eine weitere mögliche Ursache für einen Blähbauch hinzu – die körperliche Veränderung. Das Baby wächst und damit die Gebärmutter, die immer mehr auf den Darm drückt. Diese Verengung beeinträchtigt den Darm in seiner Tätigkeit; die Verdauung wird langsamer. Dadurch stauen sich häufig Gase im Bauchraum und wölben die Bauchdecke regelrecht nach außen.

Gerade in den letzten Schwangerschaftswochen macht vielen Frauen außerdem der immer größer werdende Babybauch zu schaffen, wodurch zwangsweise die körperliche Bewegung abnimmt. Auch das kann ein Grund für Blähungen sein. Bleiben Sie daher aktiv. Bereits ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft kann dazu beitragen, die Verdauung in Schwung zu halten.

Gut zu wissen: Neben Blähungen haben Frauen in der Schwangerschaft häufig noch mit weiteren Magen-Darm-Beschwerden wie Verstopfung oder Sodbrennen zu kämpfen.

Blähungen durch Erkrankungen: Unverträglichkeiten, Reizmagen und Co.

Es können noch weitere Ursachen dahinterstecken, wenn Sie in der Schwangerschaft ständig an einem Blähbauch leiden. Auch bei diesen – vergleichsweise harmlosen – Darmerkrankungen treten Blähungen als Symptom auf:

  • Unverträglichkeiten oder Nahrungsmittelallergien: Unverträglichkeiten gegen Gluten (Zöliakie) sowie gegen Milchzucker (Laktoseintoleranz) oder Fruchtzucker (Lactoseintoleranz) machen sich neben anderen Magen-Darm-Beschwerden durch Blähungen bemerkbar.
  • Reizdarmsyndrom: Bei einem Reizdarmsyndrom passiert der Nahrungsbrei den Magen-Darm-Trakt häufig langsamer, wodurch sich Gase ansammeln und Blähungen auslösen können.
  • Bakterielle Fehlbesiedlung des Darms: Siedeln sich im oberen Teil des Magen-Darm-Trakts mehr Bakterien an, als dort hingehören, sprechen Mediziner von einem Blindsacksyndrom. Diese produzieren beim Gärungsprozess eine übermäßig hohe Menge an Gasen.

Menschen mit Herzschwäche haben ebenfalls häufiger Blähungen, da bei ihnen die Aufnahmefähigkeit der Darmschleimhaut verringert ist und Gase dadurch länger im Darm verbleiben. Häufige Blähungen können außerdem ein Hinweis auf Darmkrebs sein. Das ist zwar verhältnismäßig selten die Ursache bei einem Blähbauch in der Schwangerschaft, dennoch sollten Sie diese Möglichkeit abklären lassen, wenn Sie noch weitere Auffälligkeiten bemerken. Besonders wenn Sie zudem Stuhlunregelmäßigkeiten (zum Beispiel anhaltenden Durchfall oder Verstopfung) beobachten, sich krank fühlen oder Blut im Stuhl bemerken, sollten Sie unverzüglich einen Arzt kontaktieren.

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Blähbauch bei Schwangeren: Ernährung und Lebensstil als Ursache

Während einer Schwangerschaft achten Frauen meist besonders auf eine gesunde Ernährung Und das ist wichtig, schließlich nehmen Schwangere über die Nahrung nicht nur für sich selbst wichtige Nährstoffe auf, sondern auch für das heranwachsende Baby. Vor allem Obst und Gemüse stehen deshalb in der Schwangerschaft häufig auf dem Speiseplan. Der Nachteil: Viele Obst- und Gemüsesorten (vor allem Kohlgemüse) können Blähungen verursachen. Eine Übersicht, welche Lebensmittel als Ursache für einen Blähbauch bekannt sind und deshalb in der Schwangerschaft eingeschränkt verzehrt werden sollten, finden Sie hier. Bei anhaltenden Beschwerden kann außerdem eine Nahrungsmittelunverträglichkeit (zum Beispiel gegen Fructose oder Laktose) vorliegen.

Aber nicht nur die Lebensmittel an sich, sondern ebenso das Essverhalten spielt eine Rolle. Blähungen können beispielsweise das Ergebnis von

  • zu schnellem und hastigem Essen (durch das Schlucken von Luft),
  • zu großen Portionen,
  • oder einer krummen Sitzposition (wenn der Magen verengt wird) sein.

Da der Bedarf an Eisen in der Schwangerschaft steigt, nehmen viele Frauen außerdem Eisentabletten ein. Diese können ebenfalls die Ursache von einem Blähbauch in der Schwangerschaft sein.

Miriam Och
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Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin