Bauchschmerzen in der Schwangerschaft: Das können die Ursachen sein

Kaum eine Schwangerschaft verläuft ohne Bauchschmerzen. Der Grund dafür sind die Veränderungen, die der Körper in den zehn Monaten, in denen das Baby in ihm wächst, durchmacht. Auf die leichte Schulter nehmen sollte man Bauchschmerzen in der Schwangerschaft aber nicht, sondern stattdessen nach den Ursachen suchen. Vor allem dann, wenn die Schmerzen sehr heftig sind und/oder begleitet werden von Ausfluss, Blutungen, Fieber oder anderen Symptomen. Denn dann besteht zum einen die Gefahr einer Fehlgeburt und zum anderen die einer schwerwiegenden Erkrankung wie die des HELLP-Syndroms. Es gilt also zwischen harmlosen und pathologischen Ursachen zu unterscheiden.

Schwangere Frau liegt mit Bauchschmerzen am Sofa und denkt über die Ursachen nach

Schwangerschaft: Die Veränderungen sind zu spüren

Bauchschmerzen können bereits auf eine Schwangerschaft hindeuten, wenn die Frau davon noch gar nichts weiß. Denn schon bei der Einnistung der Eizelle beginnt ein Prozess, den manche Frauen durch ein unangenehmes Ziehen im Unterleib spüren. Im Lauf der Zeit passt sich die Gebärmutter den anderen Umständen an, die Blutversorgung wird intensiviert. Die sogenannten Mutterbänder dehnen sich und schützen beziehungsweise stabilisieren die Gebärmutter. Das kann sich durchaus in starken und leicht krampfartigen Schmerzen im Unterbauch äußern. Vor allem am Anfang und gegen Ende der Schwangerschaft ist das häufig die Ursache für Bauchweh.

Wächst das Baby, dann können seine Tritte sich ebenfalls als Schmerz bemerkbar machen. Dieser Schmerz, den viele Frauen anfangs wie das Schlagen eines Schmetterlingsflügels beschreiben und der sich mit der Kraft des Babys steigert, ist für die Frau sehr schnell von anderen Bauchschmerzarten zu unterscheiden. Liegt das Baby günstig, dann kann man die Tritte manchmal sogar sehen.

Schwangere Frauen leiden häufig unter Bauchweh bedingt durch Verdauungsbeschwerden. Auch das liegt an den Veränderungen, die der Körper durchläuft. Das Magen-Darm-System arbeitet aufgrund der Hormone etwas langsamer, Muskeln wie der Magenschließmuskel werden weicher. Magendruck, Übelkeit, Sodbrennen sowie Verstopfung können die Folge sein. Eine solche Verstopfung kann sich sehr schmerzhaft auswirken. Genau wie Blähungen, die ebenfalls als Ursache für Bauchschmerzen in der Schwangerschaft infrage kommen.

Bauchschmerz-Ursache Wehen: Der Körper übt

Wie der Name schon sagt: Wehen tun weh. Allerdings besteht ein ziemlicher Unterschied zwischen den Übungswehen (Braxton-Hicks-Kontraktionen), den Senkwehen und den eigentlichen Geburtswehen. Übungswehen tauchen bereits relativ früh auf, teilweise ab der 20. Schwangerschaftswoche. Der Bauch wird für etwa eine Minute hart und der Schmerz ist ziehend: Die Gebärmutter übt. Senkwehen dagegen treten erst wenige Wochen vor der Geburt auf und die Bauchschmerzen sind zwar unregelmäßig, aber krampfartiger. Man erkennt diese Wehen vor allem daran, dass das Baby mit ihnen tiefer ins Becken rutscht. Die Schwangere kann jetzt wieder besser atmen und mehr essen, weil die Organe mehr Platz im Bauchraum haben.

Sind Geburtswehen die Ursache für meine Bauchschmerzen? Wenn die Bauchschmerzen zum Ende der Schwangerschaft hin in regelmäßigen Abständen kommen und die Frau das, was sie gerade macht, vor Schmerzen unterbrechen muss, dann kann sie davon ausgehen, dass die Geburt bevorsteht. Gleiches gilt, wenn die Wehen bei einem warmen Bad nicht weggehen oder sogar stärker werden.
In den meisten Fällen sind die Auslöser für das Bauchweh einer Schwangeren schnell gefunden. Aber die Ursachen für Bauchschmerzen in der Schwangerschaft sind nicht immer harmlos. Neben Komplikationen mit der Plazenta können auch ein Gebärmutterriss oder das sogenannte HELLP-Syndrom die Schmerzen hervorrufen.

Gefahr im letzten Schwangerschaftsdrittel

Das HELLP-Syndrom ist eine seltene, aber äußerst schwere schwangerschaftsbedingte Erkrankung, die sich erst im letzten Schwangerschaftsdrittel zeigt und die sowohl für das Baby als auch für die Mutter lebensbedrohlich werden kann. Bei der Schwangerschaftsvergiftung sind Blutgerinnung und Leberfunktion massiv gestört, das Kind muss so schnell wie möglich per Kaiserschnitt geholt werden. Das HELLP-Syndrom zeigt sich durch:

  • Massive Schmerzen im Oberbauch, ausgehend von rechts und bis in die Schulter und den Rücken ziehend
  • Wassereinlagerungen in Händen, Füßen und Gesicht
  • Sehstörungen
  • Anstieg des Blutdrucks
  • Gelbfärbung der Haut
  • Hautjucken
  • Eiweiß im Urin
  • Starke Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall

Eine sichere Diagnose kann nur im Labor anhand bestimmter Blut- und Leberwerte sowie der Zahl der Blutplättchen gestellt werden.

Entzündungen im Bauchraum sind auch in der Schwangerschaft möglich

Gutartige Geschwülste in der Gebärmutter (Myome) sowie flüssigkeitsgefüllte Tumore im Eierstock (gutartige Ovarialzysten) können auch in der Schwangerschaft entstehen und Bauchschmerzen verursachen. Kritisch wird es, wenn sich der Eierstock um seine eigene Achse dreht und damit die Blutversorgung abgeklemmt wird. Mediziner sprechen hier von einer Ovarialtorsion. Es handelt sich um einen Notfall, der sich ebenfalls durch starke Bauchschmerzen bemerkbar macht.

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft können natürlich die gleichen Ursachen haben wie normalerweise: Magen-Darm-Grippe, Magenschleimhaut-, Blinddarm-, Gallenblasen- oder Bauchspeicheldrüsenentzündung. Auch eine Erkrankung der Harnwege kommt als Auslöser in Betracht.

Fehlgeburt: Traurige Ursache für Bauchschmerzen in der Schwangerschaft

Vorsicht ist geboten, wenn zu Beginn der Schwangerschaft starke Unterleibsschmerzen von Übelkeit und Erbrechen sowie Fieber begleitet werden. Die Ursache hierfür kann eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter sein, die sich nicht nur durch Schmerzen, sondern auch durch Schwindel und Blutungen äußern kann. Aber auch ein drohender Abgang, also eine vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft, kann der Grund für Bauchschmerzen in der Schwangerschaft sein.

Traurige Wahrheit: Wissenschaftler schätzen, dass rund 30 Prozent aller Schwangeren von einem Abgang (Abort) betroffen sind. Teilweise bereits so früh, dass sie davon kaum etwas merken. Man geht davon aus, dass der Körper den Embryo abstößt, weil er aus irgendeinem Grund nicht lebensfähig war, und spricht daher vom „Alles-oder-nichts-Prinzip“.
Aber auch nach dem ersten Trimester können noch Fehl- beziehungsweise Totgeburten auftreten. Sollten Sie die oben beschriebenen Symptome bei sich feststellen, dann ist es wichtig, so schnell wie möglich Kontakt zu einem Arzt oder einer Hebamme aufzunehmen.

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