Was hilft bei Bauchschmerzen in der Schwangerschaft?

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft sind eine ganz normale Begleiterscheinung – quer durch alle Trimester: vom ersten Ziehen beim Einnisten des Eis über Morgenübelkeit und Verstopfungsprobleme bis hin zu Übungswehen. Was bei Bauchschmerzen in der Schwangerschaft hilft, hängt also ganz davon ab, was sich dahinter verbirgt.

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft sind meist harmlos

Frau in der Schwangerschaft liegt im Bett, weil Ruhe und Entspannung gegen Bauchschmerzen hilft.

Krämpfe in Bauch und Unterleib, die während der Schwangerschaft auftreten, basieren häufig auf den Veränderungen im Körper. Die Mutterbänder zum Beispiel, die die Gebärmutter, fachsprachlich auch Uterus genannt, in ihrer stabilen Position halten, dehnen sich kontinuierlich mit und das führt bisweilen zu starken Bauchschmerzen, die von Hebammen mit dem Einreiben spezieller Öle behandelt werden. Außerdem helfen neben Ruhe und Entspannung vor allem eine Runde Schwimmen oder einfach ein warmes Bad. Richtig temperiert – also nicht wärmer als 40 Grad – entlastet das Wasser den Körper, sodass sich auch Rücken und Gelenke entspannen können und sich die Muskelpartien in Schultern und Nacken entkrampfen.

Macht man das Baden zur kleinen Zeremonie, dann tut das nicht nur dem Körper, sondern ebenso der Seele gut.

Schon gewusst? Durch die veränderte Haltung in der Schwangerschaft können Rückenschmerzen entstehen, die bis in den Bauch ausstrahlen. Hilft ein entspannendes Bad nicht, dann eignen sich leichte Dehn- oder Yogaübungen und viel Bewegung.

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft helfen dabei, Belastungen zu erkennen

Schwangere Frauen sind besonders gut darin, auf ihren Körper und seine Zeichen zu hören. Überanstrengung zum Beispiel – und da kann Hausarbeit bereits genügen – zeigt sich als Erstes durch einen härter werdenden Babybauch und einen ziehenden Schmerz. Mit dem Ergebnis, dass die Schwangere in der Regel genau das Richtige macht und freiwillig einen Gang hinunterschaltet.

Vorsichtig sollten Frauen sein, wenn sie spüren, dass Stress zu den Bauchschmerzen führt. Denn dieser lässt sich auch in der Schwangerschaft nicht immer vermeiden: ein Todesfall, Probleme mit dem Partner oder den größeren Kindern, beruflicher Ärger, gesundheitliche und/oder existenzielle Sorgen – das Baby zeigt schnell, wenn es ihm zu viel wird, und diese Zeichen sollte die Schwangere ernst nehmen. Eine kleine Auszeit im Alltag kann schon Abhilfe schaffen. Ein Schwimmbadbesuch, eine Tasse Tee mit hochgelegten Füßen oder ein Spaziergang an der frischen Luft – das hilft bei Bauchschmerzen in der Schwangerschaft oft Wunder.

Erste Hilfe, wenn das Kind ungünstig liegt:
Manchmal ist auch die Kindslage schuld an den Bauchschmerzen. Hier gibt es einen Trick: Gehen Sie in den Vierfüßlerstand und versuchen Sie sich vollkommen zu entspannen. Durch die Schwerkraft bekommt das Baby mehr Platz und nutzt diesen, um sich eine andere Position zu suchen.

Grundsätzlich sollten schwangere Frauen immer dann, wenn sie merken, dass sie sich nicht hundertprozentig wohlfühlen, eine Pause einlegen. Auf die Seite legen, Füße hoch und kräftiges Durchatmen können bereits nach wenigen Minuten die Bauchschmerzen abklingen lassen.

Was hilft, wenn Verdauungsbeschwerden hinter den Bauchschmerzen stecken?

Häufig sind die Gründe für Bauchschmerzen in der Schwangerschaft harmlos und man findet leicht etwas, das hilft. Rund die Hälfte aller Schwangeren leidet zum Beispiel unter Verdauungsproblemen, die sich durch Bauchweh äußern. Sie sind relativ leicht zu diagnostizieren, weil oft Verstopfung, Blähungen, Sodbrennen und Magendruck hinzukommen. Das erste Hilfsmittel bei Bauchweh, das durch Verdauungsprobleme hervorgerufen wird, ist viel zu trinken. Vor allem Wasser und ungesüßte Früchtetees bringen Schwung ins Verdauungssystem. Von bestimmten Gewürzen und Kräutern weiß man ebenfalls, dass sie bei Bauchweh helfen können: Kümmel, Anis, Ingwer und Fenchel sind hier die Spitzenreiter, vor allem in Form von Tee. Wenige Tassen über den Tag verteilt getrunken können während der Schwangerschaft bereits das Mittel sein, das am schnellsten hilft.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ernährung: Ballaststoffreich sollte sie sein und viel Vollkorn enthalten. Denn die Ballaststoffe haben die Eigenschaft, im Darm aufzuquellen und dadurch dafür zu sorgen, dass es schneller zum erwünschten Stuhlgang kommt. Viele Frauen schwören auf Pflaumensaft oder getrocknetes Obst, um den Darm in Schwung zu bringen und die Symptome zu beseitigen.

Darf ich in der Schwangerschaft Medikamente gegen Bauchschmerzen nehmen?

Abführmittel sollten Schwangere genauso meiden wie jedes andere Medikament, das nicht unbedingt notwendig ist. Sind die Bauchschmerzen allerdings sehr stark und hilft nichts anderes, dann kann der Arzt oder Apotheker ein Mittel empfehlen, das dem Baby nicht schadet. Ohne fachkundigen Rat sollten Schwangere allerdings auf Medikamente verzichten, da es sensible Phasen während der Schwangerschaft gibt, in denen scheinbar harmlose Medikamente großen Schaden anrichten können. Nur der Arzt oder Apotheker kann Nutzen gegen Risiko richtig abwägen.

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft: Manchmal hilft nur der Gang zum Arzt

Natürlich werden auch Schwangere nicht von den gängigen Krankheiten verschont: Eine Magen-Darm-Grippe, eine Entzündung oder auch eine Lebensmittelvergiftung können durchaus ebenfalls der Auslöser für die Bauchschmerzen sein. Ist dies der Fall, dann ist ärztliche Überwachung notwendig, damit dem Ungeborenen nichts passiert.

Sobald zu Bauchschmerzen in der Schwangerschaft Fieber, Blutungen oder Ausfluss hinzukommen, hilft eine Selbstbehandlung nicht mehr. Stattdessen sollte man unverzüglich den Rat eines Arztes oder einer Hebamme einholen. Starke Blutungen sind ein Notfall und erfordern einen Rettungswagen.

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