Sie sind schwanger und husten nachts? Hustenstiller und Hausmittel helfen

Husten in der Schwangerschaft ist keine Seltenheit. Doch spätestens, wenn der eigene Schlaf – aber auch der des Partners – anhaltend gestört wird, sollten Sie über wirkungsvolle Maßnahmen zur Erleichterung nachdenken. Um nachts Abhilfe zu schaffen, stehen Schwangeren nicht nur Hustenstiller, sondern auch bewährte Hausmittel zur Verfügung.

Schwangere Frau kann trotz Husten nachts gut schlafen

Warum der Husten nachts zur Qual wird

Vor allem dann, wenn der Körper eigentlich zur Ruhe kommen sollte – also nachts – kann der Husten besonders lästig werden. Ein dadurch hervorgerufener Mangel an Erholungszeit führt zu starker Müdigkeit und unter Umständen auch zu Nervosität und Gereiztheit. Doch warum kommt es gerade nachts vermehrt zu Hustenanfällen?

  • Dies liegt in vielen Fällen an einem Infekt (beispielsweise einer Erkältung durch Viren), kombiniert mit zu trockener Raumluft im Schlafzimmer. Die Trockenheit sorgt dafür, dass die Schleimhäute empfindlicher werden und es schneller zum Hustenreiz kommt. Gerade in den Wintermonaten tritt diese Problematik durch die erhöhte Infektanfälligkeit und stark beheizte Räume gehäuft auf.
  • Ein weiterer Punkt ist die sogenannte Schwangerschaftsrhinitis, ein Schnupfen, der nicht durch Viren, sondern durch die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft ausgelöst wird. Bei einer verstopften Nase kommt es zu vermehrter Mundatmung und trockenen Schleimhäuten, die wiederum zum Husten führen.
  • Doch auch Sodbrennen (eine typische Beschwerde in der Schwangerschaft) kann nachts für Hustenanfälle sorgen. Durch die Liegeposition fließt mehr Säure aus dem Magen zurück in die Speiseröhre und greift so sogar die empfindlichen Schleimhäute im Rachen an – es kommt zum Hustenreiz.

Unabhängig von den bestehenden Ursachen gibt es eine Reihe von Hilfsmaßnahmen, die das Durchschlafen erleichtern und die Nachtruhe wiederherstellen.

Darum können Hustenstiller Schwangeren nachts helfen

Ein Hustenstiller (Antitussivum) ist ein Medikament zur Unterdrückung des Hustenreizes. Zur Anwendung sollte es nur bei trockenem Reizhusten kommen. Diese Empfehlung liegt darin begründet, dass bei einem Husten mit Schleimbildung das Abhusten nicht verhindert werden darf. Staut sich das Sekret nämlich in der Lunge zurück, kann dies im schlimmsten Fall zu einer Lungenentzündung führen.

Bei produktivem Husten sind Schleimlöser die richtige Wahl. Sie sorgen dafür, dass der festsitzende Schleim leichter abgehustet werden kann und schaffen so Erleichterung. Die Einnahme sollte allerdings nicht direkt vor dem Schlafengehen erfolgen, um das nächtliche Husten nicht noch zu fördern.

Doch nicht jedes Hustenmedikament ist für Schwangere geeignet. Einige Hustenstiller die auf das Hustenzentrum des Gehirns wirken, werden als überwiegend unbedenklich eingestuft. Da sie jedoch schnell zu einer Abhängigkeit führen können, sollte die Einnahmedauer so kurz wie möglich gehalten werden.1 Durch das Ausbleiben des Hustens wird das Schlafen wieder gewährleistet und der Körper kann sich erholen.

Doch Vorsicht: Hustenstiller und andere Medikamente sollten vor allem in der Schwangerschaft nur auf ärztliche Verordnung hin eingenommen werden, um mögliche negative Auswirkungen auf das ungeborene Kind zu vermeiden.

Hausmittel gegen Husten bei Nacht

Vor dem Griff zum Hustenstiller können Schwangere versuchen, mit Hilfe von bekannten Hausmitteln nachts wieder besser zu schlafen. Folgende Maßnahmen haben sich hierbei besonders bewährt:

Selbstgemachter Zwiebelsaft

Gerade wenn Ihnen ein infektbedingter Husten nachts den Schlaf raubt, kann Zwiebelsaft durch seine entzündungshemmende Wirkung für deutliche Linderung sorgen. Die Zubereitung ist ganz einfach: Eine Zwiebel in Würfel schneiden und anschließend mit etwa 200 Gramm Zucker kurz aufkochen. Sobald der Sud wieder abgekühlt ist, wird er durch ein Sieb gegossen und schon ist der selbstgemachte Hustensaft fertig. Nehmen Sie vor dem Schlafengehen und über den Tag verteilt immer wieder ein bis zwei Esslöffel zu sich, um dem Husten nachts vorzubeugen. Der Saft sollte kühl und dunkel gelagert und innerhalb einer Woche aufgebraucht werden.2

Inhalieren mit Salzwasser

Unter einem Hustenanfall zu leiden, ist gerade nachts eine störende und unangenehme Sache. Da in vielen Fällen zu trockene Schleimhäute die Ursache dafür sind, kann es helfen, sie per Inhalation zu befeuchten.

Um Verbrühungen vorzubeugen und den Wasserdampf nicht über das ganze Gesicht, sondern direkt in Mund und Nase zu verteilen, ist die beste Wahl ein Inhalator aus der Apotheke. Dieser wird mit einer Mischung aus Wasser und Salz befüllt (auf einen Liter Wasser kommen etwa neun Gramm Kochsalz), deren Dampf tief eingeatmet werden sollte. Idealerweise inhalieren Sie direkt vor dem Schlafengehen, um eine angenehme Nachtruhe zu gewährleisten.

Kartoffelwickel leicht gemacht

Kartoffeln sind in der Lage, sehr gut Wärme zu speichern. Diesen Effekt und die Tatsache, dass Wärme den Hustenreiz lindert, können Sie sich zu Nutzen machen. Für den Wickel werden etwa drei Kartoffeln gekocht, zerstampft und in ein Baumwolltuch geschlagen. Sobald der Wickel so weit abgekühlt ist, dass er sich auf der Haut angenehm anfühlt, kann das Tuch mitsamt der Kartoffeln auf die Brust gelegt werden. Die wohltuende Wärme sorgt gerade nachts für Linderung und Schlaf ohne Husten.

Husten durch Sodbrennen: Ist der nächtliche Hustenreiz durch Sodbrennen bedingt, kann es helfen, den Oberkörper beim Schlafen leicht hoch zu lagern, um das Zurückfließen der Säure in die Speiseröhre zu minimieren. Zudem sollte zwischen dem Abendessen und dem Schlafengehen eine Pause von mehreren Stunden liegen.

Raumluft feucht halten

Ein zusätzlich sehr wichtiger Aspekt ist das Erhöhen der Luftfeuchtigkeit in den Wohn- und Schlafräumen. Regelmäßiges Öffnen der Fenster und eine Schale mit Wasser auf der Heizung können helfen, das Raumklima zu verbessern und Schwangeren nachts auch ohne Hustenstiller das Schlafen zu ermöglichen.

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1 Lichtmaneker, Nicole: Arzneimittelempfehlungen in der Schwangerschaft: Ein Leitfaden für Apotheker, Ärzte und PTA. Eschborn: Govi-Verlag 32015. S.25.
2Jahn, Ruth: Natürlich gesund mit Hausmitteln: So behandeln Sie Beschwerden rezeptfrei und ohne Nebenwirkungen. Axel Springer Schweiz AG 2013. Kapitel 3.