Husten in der Schwangerschaft: Welche Medikamente sind erlaubt?

Auch während einer Schwangerschaft ist Husten keine Seltenheit. Ausgelöst durch einen Infekt oder eine Allergie kann er schlafraubend und lästig, mitunter sogar schmerzhaft sein. Die meisten Menschen greifen in dieser Zeit zu Schleimlösern, Hustenstillern oder anderen Arzneien, um sich Erleichterung zu verschaffen. Da jedoch viele Medikamente Auswirkungen auf das ungeborene Kind haben, ist beim Husten in der Schwangerschaft ein wenig mehr Vorsicht geboten.

Schwangere Frau trinkt eine Tasse Tee, um Husten ohne Medikamente zu behandeln

Sie sind schwanger? Das sollten Sie bei der Wahl des Hustensaftes beachten

Medikamente gegen Husten in der Schwangerschaft richten sich in der Regel entweder nach dem Auslöser der Erkrankung oder nach den Symptomen. Bei trockenem Reizhusten können Hustenstiller eine wirkungsvolle Hilfe sein, während bei produktivem Husten oftmals Schleimlöser eingesetzt werden.

Hustenstiller bei Reizhusten

Hustenstiller (Antitussiva) unterdrücken den Hustenreiz. Sie wirken über das zentrale Nervensystem und haben einen beruhigenden Effekt auf das Hustenzentrum des Gehirns. Da das Husten ein Schutzreflex des Körpers ist, sollten Antitussiva so wenig wie möglich und am besten nur nachts zum besseren Durchschlafen eingesetzt werden. Bei einem produktiven Husten, also wenn es zu Schleimbildung kommt, sollte ganz auf ihren Einsatz verzichtet werden. Wird der Husten unterdrückt, kann es in der Lunge zu einem Sekretstau kommen, der im schlimmsten Fall eine Entzündung der Lunge nach sich zieht1.

Da die Einnahme von Medikamenten bei Husten in der Schwangerschaft grundsätzlich gut durchdacht werden sollte, gilt dies auch für Antitussiva. Bestimmte Wirkstoffe können in allen Phasen der Schwangerschaft eingesetzt werden – welche dies sind, entscheidet der behandelnde Arzt. Die Einnahmedauer sollte aufgrund der erhöhten Gefahr einer Abhängigkeit jedoch nur wenige Tage betragen.2

Schleimlöser in der Schwangerschaft

In vielen Fällen wird der Husten durch vermehrte Schleimbildung in den Bronchien ausgelöst. Um Linderung zu verschaffen, verordnet der Arzt Schleimlöser, sogenannte Sekretolytika. Diese verflüssigen das Sekret und erleichtern so das Abhusten. Wichtig ist, den Schleimlöser nicht direkt vor dem Schlafengehen einzunehmen, da es sonst über die Nacht hinweg zu vermehrter Sekretverflüssigung und damit zu Husten kommen kann.

Über die gesamte Schwangerschaft ist die Einnahme von bestimmten, vom Arzt empfohlenen, schleimlösenden Medikamenten gegen Husten möglich. Generell sollten werdende Mütter jedoch bestenfalls auf Sekretolytika verzichten, um den kindlichen Organismus nicht unnötig zu belasten. Eine Lösung des festsitzenden Schleims kann in den meisten Fällen auch durch Inhalation, vermehrte Flüssigkeitszufuhr und den Einsatz von anderen bewährten Hausmitteln erreicht werden.

Pflanzliche Hustensäfte

Kann Hustensaft auf pflanzlicher Basis eine Option für schwangere Frauen sein? Häufig als Mittel gegen Husten empfohlen werden Säfte mit Thymian- oder Efeuextrakt und Cineol (Eukalyptus). Sie enthalten zwar Inhaltsstoffe pflanzlichen Ursprungs, gelten in medizinischen Kreisen deswegen jedoch nicht automatisch als unbedenklich. Gerade als Medikamente gegen Husten in der Schwangerschaft sollte vor der Einnahme zunächst immer Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden. Dies liegt in der Tatsache begründet, dass es sich bei pflanzlichen Mitteln oft um Mischungen aus verschiedenen Inhaltsstoffen handelt, zu denen bei vielen Produkten noch keine verlässlichen Erfahrungswerte vorliegen. Festgehalten werden muss jedoch, dass bisher auch keine Meldungen über eine für das Kind schädliche Wirkung bekannt sind.3

Husten in der Schwangerschaft: Medikamente oder Hausmittel?

Die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft sollte generell kritisch betrachtet werden. Auch wenn viele Wirkstoffe als unbedenklich gelten, ist der grundsätzlich sicherere Weg, soweit wie möglich auf Arzneimittel zu verzichten. Gerade bei einem leichten Husten, der ohne schwerwiegende Grunderkrankung oder Begleitsymptome einhergeht, gibt es einige Tricks, die Linderung verschaffen können. Sollten Sie schwanger sein und auf Hustensaft verzichten wollen, bieten sich unter anderem folgende Hausmittel an:

  • Heißer Kartoffelwickel: Hierfür müssen drei Kartoffeln gekocht, zerstampft und nach dem Überprüfen der Temperatur in ein Tuch gewickelt auf die Brust gelegt werden. Die tiefgehende Wärme kann den Hustenreiz lindern.
  • Inhalation mit Kochsalz: Ein Dampfinhalator aus der Apotheke wird mit heißem Salzwasser (auf einen Liter Wasser kommen neun Gramm Salz) befüllt. Das Einatmen des entstehenden Wasserdampfes befeuchtet die Schleimhäute und der Schleim löst sich.
  • Viel trinken: Ein ausgeglichener Wasserhaushalt unterstützt den Körper dabei, sich selbst von Giftstoffen zu befreien und den Hustenschleim möglichst flüssig zu halten. Eine tägliche Zufuhr von mindestens 1,5 Liter

Sollte es trotz allem zu einer Verschlechterung der Symptomatik kommen, sind Medikamente gegen Husten möglicherweise auch in der Schwangerschaft unumgänglich. Ihr Hausarzt und Ihr Frauenarzt sind hierbei die besten Ansprechpartner.

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1 Smollich, Martin/Jansen, Alexander C.: Arzneimittel in der Schwangerschaft und Stillzeit.Stuttgart: Hippokrates Verlag 22010. S.34.
2 Lichtmaneker, Nicole: Arzneimittelempfehlungen in der Schwangerschaft: Ein Leitfaden für Apotheker, Ärzte und PTA. Eschborn: Govi-Verlag 32015. S.25.
3 Pharmazeutische Zeitung: Schwangerschaft: Selbstmedikation. URL: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=55025 (26.02.2018).