Zecken – das Wichtigste auf einen Blick
- Lebensraum der Zecken: hohes Gras, Gebüsch, Hecken, Waldrand, Unterholz; aktiv von März bis November
- Warum Zecken stechen: saugen Blut für ihre Ernährung, Entwicklung, Fortpflanzung
- Was tun nach Stich: Zecke schnell und vollständig entfernen, nicht quetschen, Wunde desinfizieren, Hautstelle beobachten
- Nicht verwenden: Öl, Kleber, Nagellack, Hitze
- Wann zum Arzt: bei ringförmiger Rötung (Wanderröte), Schwellung, Fieber, grippeähnlichen Symptomen
- Krankheiten: FSME (Virus, beginnt oft grippeähnlich, 1–2 Wochen nach Stich, kann sich schlimmstenfalls bis Hirnhaut- oder Gehirnentzündung entwickeln), Borreliose (Bakterien befallen Nervensystem, Gelenke oder Organe, Wanderröte), seltener Babesiose, Ehrlichiose, Anaplasmose
- FSME-Impfung: empfohlen in Risikogebiesten, auch für Kinder ab 1 Jahr, schützt vor FSME
- Vorbeugung: Körper nach Aufenthalt im Grünen absuchen (Kopf, Hals, Achseln, Genitalbereich, Kniekehlen), lange Kleidung, geschlossene Schuhe, Repellentien nutzen, Risikogebiete meiden
Was tun bei einem Zeckenstich beim Kind?
Haben Sie einen Zeckenstich bei sich oder Ihrem Kind entdeckt, sollten Sie die Zecke so schnell wie möglich vollständig aus der Haut entfernen. Idealerweise nutzen Sie dazu eine spezielle Zeckenpinzette oder eine Zeckenkarte (in der Apotheke erhältlich):
- Zecke knapp über der Haut greifen
- langsam und mit gleichmäßiger Bewegung gerade aus der Haut ziehen
- Zecke sollte nicht gequetscht oder verletzt werden
- leichtes Drehen der Zecke nur sinnvoll, wenn sie sich besonders schwer löst
In keinem Fall sollten Sie Öl, Klebstoff, Nagellack, Flüssigseife, Alkohol oder Zahnpasta auf die Zecke tropfen — dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Zecke gereizt wird und möglicherweise infektiösen Speichel in die Einstichstelle abgibt. Ebenfalls abzuraten ist von der Verwendung eines Feuerzeugs oder anderer Hitzequellen aufgrund der Gefahr sich zu verbrennen.
Reinigen Sie, nach erfolgreicher Entfernung der Zecke, die Einstichstelle mit Wunddesinfektionsmittel und beobachten Sie den jeweiligen Hautbereich im Anschluss. Eine Rötung zu Beginn ist normal — sollte diese jedoch größer werden, anschwellen oder etwa eine ringähnliche Form annehmen, gehen Sie zeitnah zum Kinder- oder Hautarzt.
Krankheitsüberträger: Ist ein Zeckenstich bei Kindern gefährlich?
Grundsätzlich sind Zeckenstiche nicht als gefährlich zu bewerten, dennoch übertragen Zecken eine Reihe von Krankheiten, die durchaus ein gesundheitliches Risiko darstellen können. Zu diesen zählen beispielsweise:
- Frühsommer-Meningoenzephalitis: ausgelöst durch FSME-Viren, typische Symptome sind grippeähnliche Beschwerden, Müdigkeit oder Kopfschmerzen, die Krankheit bricht üblicherweise eine bis zwei Wochen (selten erst vier Wochen) nach dem Zeckenstich aus1
- Borreliose: verursacht durch Borrelien; diese Bakterien befallen das Nervensystem, Gelenke oder Organe und können dort Schäden verursachen; übliche Erscheinungsform ist eine ringförmige, sich ausbreitende, rötlich-bläuliche Hautverfärbung (Wanderröte), die in der Mitte blasser ist als die restlichen Hautareale, möglicherweise treten auch Rötungen an anderen Bereichen als der Einstichstelle auf
- Babesiose: Ursache sind Parasiten der Gattung Babesia; übliche Beschwerden sind Müdigkeit, Fieber, Muskelschmerzen (häufiger als Menschen sind hier jedoch beispielsweise Hunde oder Rinder betroffen)
- Ehrlichiose: Ehrlichien-Bakterien lösen selten Symptome aus, in seltenen Fällen sorgen sie für Fieber, Übelkeit oder Schmerzen in Kopf, Rücken oder Muskeln
Zu den weiteren Krankheiten, die durch einen Zeckenstich ausgelöst werden, zählen unter anderem Anaplasmose, Fleckfieber (Rickettiose), Tularämie, das Alongshan-Virus oder das Krim-Kongo-Fieber.
Sollten Sie den Verdacht haben, dass Sie oder Ihr Kind an einigen der genannten Symptome infolge einer Zeckenstichs leiden, sollten Sie umgehend zum Allgemeinarzt gehen und die genaue Ursache der Beschwerden untersuchen lassen.
Zecken erklärt: Warum stechen Zecken?
Zecken stechen, da sie zu den Parasiten zählen, die sich vom Blut ihrer Wirte ernähren. Sie benötigen Blut für ihr eigenes Überleben sowie ihre Entwicklung. Außerdem nutzen sie das menschliche Blut, um genügend Energie zur Verfügung zu haben, eine ausreichende Anzahl an Eiern produzieren zu können. Blut spielt also ebenso bei der Fortpflanzung von Zecken eine wichtige Rolle.
Üblicherweise befallen Zecken eher wilde Tiere wie zum Beispiel Rehe oder Rotwild, dennoch sind auch Haustiere wie Hunde und Katzen nicht vor ihnen sicher. Hat sich eine Zecke erst einmal einen Wirt gesucht, bleibt sie dort in der Regel bis nach ihrer Blutmahlzeit — eine anschließende Übertragung vom Tier auf den Menschen ist demnach eher unwahrscheinlich. Unabhängig davon stechen Zecken allerdings auch Menschen (als Primärwirt) und sind dabei ein nicht zu unterschätzendes Risiko für übertragbare Krankheiten.
Wo ist der Lebensraum von Zecken?
Der typische Lebensraum von Zecken sind bevorzugt gemäßigte Klimaregionen (etwa Mitteleuropa) und dort insbesondere feucht-warme und schattige Gebiete in Bodennähe, wo sie auf ihren nächsten Wirt lauern. Dazu zählen beispielsweise:
- hohes Gras
- niedrige Hecken
- Gebüsch und Sträucher
- Waldränder
- Unterholz
In der Regel überwintern Zecken im Boden und werden ab Temperaturen über acht Grad aktiv. Damit ergibt sich ein ungefährer Zeitraum von März bis November, in denen die Zecken unterwegs sind, mögliche Wirte suchen und sich fortpflanzen.2
Zeckenstiche vermeiden — was tun nach einem Aufenthalt in der Natur?
Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Verhinderung von Zeckenstichen ist das Absuchen des Körpers (Ihres Kindes) direkt im Anschluss an einen Ausflug in die Natur. So können die Parasiten schnell entdeckt und rechtzeitig entfernt werden. Zu den typischen Körperstellen, an denen sich Zecken gerne niederlassen, gehören zum Beispiel:
- Kopf- und Halsbereich
- Achselhöhlen
- Armbeugen
- Genitalbereich
- Kniekehlen
Ebenso hilft es, bei Wanderungen oder Spaziergängen im Grünen, einige weitere Vorkehrungen zu treffen, um die kleinen Krabbler möglichst fernzuhalten.
Dazu zählen unter anderem:
- geschlossenes Schuhwerk
- lange Hosen
- langärmlige Oberteile
- Repellentien (Mittel zur Abwehr von Zecken und anderen Insekten)
- Risikogebiete meiden
Zeckenschutzmittel (Repellentien) wirken wie eine Art Schutz aus Duftstoffen — werden sie auf die Haut aufgetragen, verdunsten sie und geben Duftstoffe frei, welche bei Zecken auf den Orientierungssinn einwirken. Dadurch sind sie für kurze Zeit mehr oder weniger orientierungslos und nicht in der Lage einen Wirt zu lokalisieren.
Die folgende Grafik zeigt einen Überblick über die — laut dem Robert-Koch-Institut ausgewiesenen —Risikogebiete Deutschlands, in denen Zecken die Krankheit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) besonders häufig übertragen:3
Darüber hinaus ist es sinnvoll, sich und die eigenen Kinder gegen die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) impfen zu lassen. Grundsätzlich empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine FSME-Impfung für alle Menschen in FSME-Risikogebieten sowie für Personen, die beruflich gefährdet sind sich mit FSME zu infizieren (etwa Land- und Forstwirte).
Diese Empfehlung gilt auch für Kinder — sie können ab dem ersten Geburtstag gegen FSME geimpft werden. Üblicherweise sind drei Impfungen notwendig, bis ein vollständiger Schutz vorhanden ist.4 Sprechen Sie dazu mit Ihrem behandelnden Kinderarzt und lassen Sie sich beraten.
Häufig gestellte Fragen zu Zecken
Üblicherweise ist ein Zeckenbiss (bei Kindern) nicht gefährlich. In der Regel treten nur leichte Symptome wie Juckreiz auf. Dennoch können Zecken einige Krankheiten übertragen, die ein Gesundheitsrisiko darstellen. Dazu zählen beispielsweise Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Borreliose — seltener sind Babesiose, Ehrlichiose, Fleckfieber oder Tularämie.
Sobald sich die herkömmliche Rötung bei einem Zeckenstich vergrößert, anschwillt oder sich etwa ein roter Ring bildet, ist es sinnvoll zum Kinderarzt zu gehen. Ebenso ist dies empfehlenswert, wenn nach einem Zeckenstich grippeähnliche Symptome, starke Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Fieber sowie Schmerzen in Muskeln oder Gelenken auftreten.
Typischerweise entsteht bei Borreliose nach einem Zeckenstich eine rötlich-bläuliche Hautverfärbung an der Einstichstelle, die sich ringförmig ausbreitet (Wanderröte) oder gegebenenfalls auch an anderer Stelle als der Einstichstelle erscheint. In der Mitte des Rings ist die Einstichstelle in der Regel blasser als die restliche Haut. Hinzu kommen gegebenenfalls Symptome wie Fieber, Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Schweißausbrüche sowie Magen-Darm-Beschwerden.
Die Krankheit FSME tritt in der Regel eine bis zwei Wochen (selten erst vier Wochen) nach dem Zeckenstich auf. Bei einem Krankheitsausbruch sind die Betroffenen jedoch nicht ansteckend für andere Menschen.