Dreimonatskoliken: Was hilft?

22. November 2018

Das Baby schreit unaufhaltsam, krümmt sich und lässt sich kaum oder gar nicht beruhigen: Viele Eltern erleben tagtäglich das gleiche Szenario – Dreimonatskoliken zehren an den Kräften und Nerven aller Beteiligten. Auch wenn es noch kein Allheilmittel dagegen gibt, können verschiedene Mittel gegen Koliken Linderung verschaffen. Erfahren Sie hier, was bei Dreimonatskoliken hilft.

Baby wird gepuckt und Hand auf den Kopf gelegt, als Hilfe gegen Dreimonatskoliken

Normales Babygeschrei – oder doch Dreimonatskoliken?

Dreimonatskoliken machen sich bemerkbar durch plötzliches Schreien, ohne erkennbaren Grund. Oftmals beginnt das Schreien ab der zweiten Lebenswoche und tritt meistens nachmittags, in den frühen Abendstunden, aber auch in der ersten Nachthälfte auf. Betroffene Kinder sind untröstlich und weinen schrill. Zudem haben die Babys häufig

  • zusammengeballte Hände,
  • angewinkelte Beine, die zum Körper gezogen sind,
  • ein rotes Gesicht,
  • einen harten Bauch und
  • leiden unter Blähungen.

Doch wie ist nun „normales“ Schreien von dem bei Dreimonatskoliken zu unterscheiden? Hier gilt die international gültige 3er-Regel: Schreit ein Baby insgesamt mehr als drei Stunden pro Tag, an mindestens drei Tagen in der Woche, über einen Zeitraum von drei Wochen und mehr, wird es als Schreibaby bezeichnet, dass möglicherweise an Dreimonatskoliken leidet.

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Dreimonatskoliken: Was hilft dabei, die Schreiattacken zu meistern?

Ein Mittel gegen Koliken, das allen Babys hilft, gibt es bisher noch nicht. Das liegt vor allem daran, dass die genauen Ursachen noch weitgehend unbekannt sind. Früher ging man davon aus, dass die Symptome ausschließlich durch Verdauungsbeschwerden verursacht werden. Heutzutage sprechen Experten im Zusammenhang mit Dreimonatskoliken oft auch von einer Regulationsstörung, bei der die Babys im Vergleich zu anderen mehr Schwierigkeiten dabei haben, ihr Verhalten angemessen zu regulieren und sich beispielsweise selbst zu beruhigen.

Und dennoch können Bauchweh und Blähungen bei Dreimonatskoliken eine Rolle spielen. Durch das viele Schreien sind die Bauchmuskeln der betroffenen Babys angespannt und sie schlucken jede Menge Luft. Die Folge: Das kleine Bäuchlein spannt, bläht auf und beginnt zu schmerzen. Was hilft in dieser Situation, den Magen und auch das Kind mit Dreimonatskoliken zu beruhigen? Dazu stehen verschiedene Mittel gegen Koliken zur Verfügung, die die Schreidauer und das Bauchweh vermindern können. Das Verhalten der Eltern spielt bei Dreimonatskoliken eine ebenso bedeutsame Rolle wie Arzneimittel oder die Homöopathie.

Durch das eigene Verhalten die Dreimonatskoliken ausbremsen

Nachfolgend finden Sie eine kleine Liste, was dabei hilft, den Schreiattacken Ihres Sprösslings den Wind aus den Segeln zu nehmen. Machen Sie sich aber immer wieder bewusst, dass manche Bemühungen nicht immer funktionieren. So können sie an einigen Tagen kleine Wunder bewirken und an anderen Tagen völlig wirkungslos bleiben.

  • Vermeiden Sie zu viel Trubel am Tag: Dinge wie laute Musik, lärmende Spielgeräte und tobende Geschwister sollten reduziert werden. Ein übervoller Kalender mit Terminen wie Einkaufen, Kinderarztbesuch, Krabbel- oder PEKiP-Kurs (Frühförderung mit dem Prager-Eltern-Kind-Programm) bedeutet für Kinder mit Dreimonatskoliken zusätzlichen Stress und die Programmpunkte werden bestenfalls entzerrt.
  • Versuchen Sie die Bedürfnisse des Kindes zu erkennen: Hat es Hunger? Ist seine Windel voll? Braucht es Ruhe? Aber: Seien Sie dabei auch nicht zu überfürsorglich. Der Grad ist sicher nur schmal, aber stehen Sie nicht immer sofort parat, wenn Ihr Baby weint, besonders wenn die Zeit des Einschlafens naht.
  • Ein Einschlafritual vermittelt Ihrem Kind Geborgenheit. Singen oder summen Sie ihm vor dem Einschlafen etwas vor. Außerdem können monotone Klänge beim Beruhigen nützlich sein, wie beispielsweise das Ticken einer Uhr, eine CD mit Meeresrauschen oder das Surren von laufenden Haushaltsgeräten.
  • Tagsüber, wenn das Baby gutgelaunt ist, halten Sie so viel Körperkontakt wie es geht. Tragen Sie Ihr Kind zum Beispiel mit einem Tragetuch, nehmen Sie es auf den Schoß oder legen Sie es von Zeit zu Zeit auf Ihren nackten Oberkörper. Dieser Tipp hilft manchmal auch während einer Schreiattacke.
  • Eine Babymassage oder ein warmes Bad hilft zusätzlich beim Entspannen. In Kursen (oft von Hebammen angeboten) erlernen Sie, wie Sie Ihr Kind richtig massieren. Bei Blähungen können Sie es auch selbst mit einer sanften Bauchmassage probieren. Kreisen (im Uhrzeigersinn) Sie mit den Fingern vorsichtig um den Nabel des Kindes herum und ziehen sie immer größer werdende Kreise. Machen Sie eine Massage nur dann, wenn sich der Bauch weich anfühlt.

Versuchen Sie beim Austesten der verschiedenen Möglichkeiten stets Ruhe zu bewahren und nicht zu schnell von einem zum nächsten Versuch zu wechseln. Ihr Baby braucht Zeit, um darauf zu reagieren und sich zu beruhigen.

Mittel gegen Koliken: Entschäumende Medikamente

Zur symptomatischen Behandlung bei Dreimonatskoliken kommen auch entschäumende Medikamente mit dem Wirkstoff Simeticon zum Einsatz, die überschüssige Gasblasen im Darm abbauen und gegen Blähungen wirksam sind. Diese Mittel gegen Koliken können vom Kinderarzt verschrieben oder zur Selbstmedikation erworben werden. Durch die Gabe kann sich auch die Häufigkeit, Dauer und Stärke der Schreiattacken vermindern.

Dreimonatskoliken: Sanfte Mittel aus der Homöopathie

Homöopathie kann bei einigen Dreimonatskoliken-Babys hilfreich sein. Fragen Sie dazu auch einen Kinderarzt, der zusätzlich in der klassischen Homöopathie ausgebildet ist, um ein passendes Mittel gegen die Koliken zu wählen. Die Auswahl richtet sich immer nach der Verfassung und den Beschwerden des Kindes. Nachfolgend ein paar Substanzbeispiele mit kurzer Erläuterung, wann diese zum Einsatz kommen:

  • Chamomilla recutita: Das Baby ist ungeduldig, schreit, und ist vor allem in den Abendstunden kaum zu beruhigen.
  • Colocynthis: Der Magen des Kindes gluckert und grummelt, es gehen vermehrt Winde und auch durchfallartiger Stuhl ab. Colocynthis ist das klassische Mittel gegen Koliken.
  • Dioscorea villosa: Der gesamte Bereich des Bauches ist berührungsempfindlich. Schmerzen treten intervallartig auf und verschlechtern sich im Liegen.
  • Lycopodium clavatum: Das Baby ist bereits nach wenigen Minuten Trinken satt. Beschwerden erscheinen direkt danach und beginnen vor allem nachmittags.

Was hilft noch bei Dreimonatskoliken? Neben der Homöopathie finden auch pflanzliche Wirkstoffe Anwendung. Fenchel, Anis, Kümmel oder Kamille besitzen schmerzlindernde und entkrampfende Eigenschaften. Eine kleine Menge als Tee gegeben oder als Öl auf das Bäuchlein massiert, verschafft einigen Kindern Linderung.

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Wichtig für Eltern: Ruhe bewahren und Hilfe suchen

Ziehen Sie die Notbremse, wenn Sie merken, dass Sie mit Ihren Nerven am Ende sind. Suchen Sie sich Rat bei Ihrem Kinderarzt, wenn die Mittel gegen Koliken nicht anschlagen. Schütteln Sie niemals aus Verzweiflung Ihr Kind, um es vom Schreien abzuhalten. Hals und Kopf Ihres Babys sind sehr empfindlich. Durch solche kurzen unachtsamen Bewegungen können Sie Ihr Kind lebensgefährlich verletzen. Legen Sie Ihr Kind lieber sicher in ein Bettchen oder den Laufstall und verlassen Sie für einen Moment den Raum, um kurz Luft zu schnappen und durchzuatmen, bevor Sie sich wieder Ihrem Baby widmen. Machen Sie sich immer wieder bewusst, dass Sie nicht schuld an der Situation sind und dass es mit zunehmendem Alter des Kindes besser wird.

Versuchen Sie kleine Auszeiten im Alltag zu gewinnen. Wenn Ihr Kind schläft, Sie von Ihrem Partner, einer Freundin oder den Großeltern abgelöst werden, machen Sie etwas nur für sich, um neue Kraft zu tanken. Ob Sie beim Spaziergang, mit einem Bad oder guten Buch abschalten, ist dabei nicht wichtig, Hauptsache es tut Ihnen gut und hilft beim Erholen.

Redaktion
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