Husten bei Babys: Was hilft – und wovon ist abzuraten?

21. November 2018

Husten ist keine eigentliche Erkrankung, sondern ein Schutzmechanismus des Körpers, hervorgerufen durch Reizungen der Atemwege. Mit Staub- oder Rauchpartikeln belastete Luft kann Husten auslösen ebenso wie Fremdkörper, die durch Verschlucken in die Luftröhre gelangt sind. Am häufigsten tritt Husten jedoch als Folge von Atemwegserkrankungen auf – sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Es gibt zahlreiche Medikamente und Hausmittel, die versprechen, den Husten zu beseitigen. Was davon hilft und welche Mittel gegen Husten auch für Babys und Kleinkinder geeignet sind, haben wir für Sie zusammengestellt.

Kind bekommt von Mutter Medizin gegen Reizhusten

Was dem Baby hilft, richtet sich nach der Art des Hustens

Ärzte unterscheiden zwischen sogenanntem produktiven und unproduktiven Husten. Unproduktiver Husten ist ein trockener Reizhusten, der keinen Schleim zutage fördert. Diese Hustenart ist oft ein typisches Kennzeichen für eine beginnende Atemwegsinfektion wie beispielsweise eine Erkältung oder Grippe. Im späteren Verlauf der Erkrankung verändert sich der Husten häufig und wird produktiv – die infizierten Schleimhäute bilden dann vermehrt Sekret, welches als schleimiger Auswurf abgehustet wird.

Je nachdem, welche Hustenart vorliegt, unterscheiden sich auch die Behandlungsmaßnahmen. Beim trockenen Husten besteht das Ziel hauptsächlich darin, die Häufigkeit der Hustenanfälle zu reduzieren. Erwachsene und ältere Kinder nutzen dafür Hustenstiller (Antitussiva) – diese hemmen den Hustenreiz.

Bei der produktiven Form steht die Unterdrückung des Hustenreizes jedoch im genauen Gegensatz zum Behandlungsziel. Denn dadurch würde sich überschüssiges Sekret in den Atemwegen festsetzen und könnte nicht mehr ohne Hilfe abtransportiert werden. Der Husten befreit unseren Organismus von dem Schleim und sollte hier nicht unterdrückt, sondern unterstützt werden. Die Arzneimittel dienen deshalb in dem Fall dazu, das Sekret zu verflüssigen, zu lösen und das Abhusten zu erleichtern.

Wichtig: Wenn Sie sich dafür entscheiden, Ihrem Kind Hustenstiller zu geben, informieren Sie sich vorher bei Ihrem Arzt, welches Mittel dem Alter Ihres Kindes entsprechend angewandt werden darf. Einige Medikamente aus der Gruppe der Hustenstiller können bei kleinen Kindern gefährliche Nebenwirkungen wie Atemnot auslösen.

Tipps und Hausmittel gegen Husten bei Babys & Kleinkindern

Ob zur Schleimlösung oder gegen den Hustenreiz – bei kleinen Kindern ist hinsichtlich Medikamenten generelle Zurückhaltung geboten. Das Motto lautet: so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Oftmals sind dabei pflanzliche Wirkstoffe und Hausmittel gegenüber synthetischen Mitteln vorzuziehen. Um Ihrem Baby das Husten zu erleichtern, können folgende Hausmittel und Tipps helfen.

  • Geben Sie Ihrem Kind viel zu trinken. Dadurch wird das zähe Sekret, das sich in seinen Atemwegen festgesetzt hat, etwas verflüssigt und das Kind kann den Schleim besser abhusten. Zusätzlich wird der Hustenreiz gelindert, wenn der Rachenbereich durch häufiges Trinken feucht gehalten wird. Am besten eignet sich Wasser oder ungesüßter Tee. Auch für Babys, die noch gestillt werden und Husten haben, ist die erhöhte Flüssigkeitszufuhr wichtig. Geben Sie Ihrem Baby häufiger die Brust, wenn es an Husten leidet.
  • Achten Sie darauf, dass die Raumluft nicht zu trocken ist. Trockene Heizungsluft kann die angegriffenen Atemwegsschleimhäute Ihres Babys zusätzlich reizen und den Husten verschlimmern. Was dagegen hilft, ist regelmäßiges Lüften. Gerade im Winter können Sie die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen, indem Sie in der Wohnung mit Wasser gefüllte Schüsseln aufstellen oder feuchte Tücher aufhängen. Ein zusätzlicher Tipp: Lassen Sie im Bad für einige Minuten heißes Wasser in die Dusche oder Badewanne laufen. Wenn sich genügend Dampf gesammelt hat, können Sie Ihr Kind für etwa 15 Minuten ins Badezimmer setzen und die feuchte Luft einatmen lassen. Dadurch kann sich der Schleim in den Atemwegen etwas lösen und Ihr Baby besser atmen.1
  • Ab einem Alter von einem Jahr dürfen feuchte Brustumschläge und Halswickel angewandt werden. Bei Babys können Sie als Alternative zu diesem Husten-Hausmittel eine warme Mullbinde um den Brustkorb wickeln und die Kleidung darüber ziehen. Die Wärme ist nicht nur wohltuend, sondern wirkt auch entkrampfend und fördert die Schleimlösung.
  • Kräutertees sind ein bewährtes Hausmittel zur Bekämpfung von Husten. Babys können jedoch auf einige der pflanzlichen Bestandteile überempfindlich reagieren. Fragen Sie daher vorher den Kinderarzt.
  • Tee mit Honig und Zitrone hat sich zur Linderung von Reizhusten bewährt. Für Kinder ist die Zugaben in den Tee allerdings erst ab einem Alter von einem Jahr empfohlen.

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Phtohustil Pastillen bei Reizhusten

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Aber Achtung: Da viele bekannte Hausmittel gegen Husten für Babys ungeeignet sind, sollten Sie vor der Anwendung Rücksprache mit Ihrem Kinderarzt halten. Das gleiche gilt für Naturarznei. Für Kinder ab einem Jahr sind beispielsweise pflanzliche Hustenreizstiller aus der Eibischwurzel geeignet. Hinweise zur Einnahme von Arzneimitteln für Kinder entnehmen Sie stets der Packungsbeilage oder Sie fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Selbstgemachter Hustensaft für Kinder und Babys

Sie können Hustensaft auch selbst herstellen. Dazu benötigen Sie folgende Zutaten:

  • 1 Teelöffel getrockneter Thymian
  • 1 Teelöffel getrockneter Salbei
  • ¼ Liter Wasser
  • 100 Gramm gehackte Zwiebel
  • 100 Gramm brauner Zucker

Geben Sie alle Zutaten zusammen und bringen Sie sie zum Köcheln. Kochen Sie die Mischung so lange bis der Zucker vollständig aufgelöst ist. Anschließend drücken Sie den Sud durch ein Sieb. Der so gewonnene Hustensaft ist gekühlt bis zu fünf Tage haltbar. Wenn Ihr Kind bereits den Kindergarten besucht, können Sie drei Mal täglich einen Esslöffel geben . Bei Babys ist hingegen auch Hustensaft, den Sie selbst hergestellt haben, nicht uneingeschränkt geeignet.2 Fragen Sie immer erst einen Arzt – er wird Ihnen sagen, welche Art von Hustensaft einem Baby ohne Bedenken verabreicht werden darf.

Schokolade gegen Husten – zu schön, um wahr zu sein?

Schokolade – um diese süße Sünde ranken sich unzählige Mythen. Glücklich soll sie machen, das Immunsystem stärken und sogar dem Alterungsprozess entgegensteuern. Nun wollen Forscher in der Schokolade einen Stoff entdeckt haben, der gegen Husten hilft und so arm an Nebenwirkungen ist, dass er sogar für Babys geeignet sein könnte – doch was ist an dieser Nachricht dran? Die Antwort liegt in einem Bestandteil der Kakaobohne, dem Theobromin. Diese Substanz hemmt den Hustenreiz und übersteigt laut Studienergebnissen in seiner Wirksamkeit sogar den Arzneimittelstoff Codein, der typischerweise in Hustenstillern vorkommt. Während Codein bei Kindern aufgrund der teils schweren Nebenwirkungen (beispielsweise dem Auslösen von Atembeschwerden) nicht verwendet werden darf, bleiben bei dem natürlichen Stoff aus der Schokolade derartige Probleme weg.3

Einen Haken hat die Sache allerdings: Obwohl die Forschungsergebnisse für die Entwicklung eines neuen Medikaments auf der Basis von Theobromin relevant sind, bessert sich der Husten nicht durch ein gelegentliches Stück Schokolade. Um eine echte Wirkung zu erzielen, müsste täglich mindestens eine Tafel Bitterschokolade gegessen werden. Wer trotzdem versuchen möchte, die Genesung seines Kindes mit Schokolade zu versüßen, sollte auf Produkte mit einem hohen Kakaoanteil (mindestens 70 Prozent) und wenig Zucker setzen.

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