Die Symptome einer Windeldermatitis: Wunder Po oder Windelsoor?

22. November 2018

Von Rötungen bis hin zu Pickelchen und rissiger Haut – eine Windeldermatitis kann sich unterschiedlich äußern. Um die Haut richtig zu behandeln ist es für Eltern wichtig, die Schädigung der gereizten Bereiche einschätzen zu können. Vor allem sollten sie den Unterschied zwischen den Symptomen einer Windeldermatitis und denen einer Windelsoor erkennen, um die Haut passend zu pflegen.

Symptome der Windeldermatitis und der Unterschied zu Windelsoor

Geröteter, wunder Babypo.

Entzündete Haut am Baby-Po, die mit rissigen Stellen und Pickelchen einhergehen kann – mit einer Windeldermatitis kämpft fast jedes Baby einmal. Schuld daran sind unter anderem Windeln, die die empfindliche Haut der Kleinen reizen und wenig Luft an den Po lassen. Werden die Beschwerden stärker und verändert sich die Haut, kann unter Umständen Windelsoor vorliegen.

Was ist Windelsoor?

Bei einer Windeldermatitis ist die normale Schutzhülle der Haut beschädigt. Dadurch kann eine Infektion, ausgelöst durch Pilze, entstehen. Die Erreger, die natürlicherweise im Stuhlgang vorkommen können und eigentlich unproblematisch sind, werden über den Kot ausgeschieden und siedeln sich an den betroffenen Hautstellen an. Es kommt zu stärkeren Beschwerden und einer Veränderung der ursprünglichen Windeldermatitis-Symptome, was Ärzte als Windelsoor bezeichnen.

Um den Unterschied zwischen den Symptomen einer Windeldermatitis und denen einer Windelsoor zu erkennen, sind hier die Merkmale beider Krankheitsbilder aufgeführt:

Die Symptome einer leichten Windeldermatitis

Bei einer leichten Windeldermatitis ist die Haut ein wenig entzündet und nur ein kleiner Bereich im Genital- oder Analbereich rötet sich. Stellen mit einer Ansammlung von Pickelchen sind möglich. Betroffene Babys verspüren eventuell beim Stuhlgang oder Wasserlassen brennende Schmerzen und sind in diesen Situationen quengelig und weinerlich.

Behandlung: Mit geeigneten Tipps können Sie die Symptome in den Griff bekommen und Ihrem Baby zu Linderung verhelfen. Wie genau Sie dabei vorgehen, erfahren Sie in unserem Text zu Hausmitteln bei Windeldermatitis.

Die Symptome einer starken Windeldermatitis

Hellrote Pickel und rissige Haut treten dann im Großteil des Windelbereichs auf und können sich zudem bis auf die Innenseite der Oberschenkel ausbreiten. Das Baby ist zunehmend unruhig.

Behandlung der Windeldermatitis: Die Beschwerden des Kindes sind hier möglicherweise etwas schlimmer, aber dennoch können Sie die stärkere Form selbst behandeln und die Symptome der Windeldermatitis lindern. Helfen die Maßnahmen nicht, sollten Sie aber einen Kinderarzt aufsuchen. Er kann Sie bei der Behandlung beraten und eine entzündungshemmende Salbe verschreiben.

Die Symptome von Windelsoor

Liegt Windelsoor vor, ist die Haut noch stärker gerötet und entzündet. Der flächige Ausschlag ist begrenzt von roten Pickeln oder Bläschen und kann sich sogar auf andere Körperteile, zum Beispiel auf Beine und Bauch, ausbreiten. Im Gegensatz zur Windeldermatitis sind hier zusätzlich die Hautfalten betroffen.

Ein Blick in den Mund kann hilfreich sein:
In den meisten Fällen tritt Windelsoor in Kombination mit dem sogenannten Mundsoor auf. Die Infektion wird durch den selben Erreger (Candida albicans) ausgelöst und sorgt für weißlich-graue Flecken auf Wangen oder Zunge. Beobachten Sie diesen Belag im Mundraum Ihres Kindes, können Sie ziemlich sicher auf Windelsoor schließen.

Behandlung: Bei Windelsoor sollten Sie einen Kinderarzt aufsuchen, denn dabei handelt es sich um eine Pilzinfektion. Um sie zu behandeln, sind spezielle Salben nötig, die eine antimykotische Wirkung aufweisen und dadurch den Pilzerreger bekämpfen können.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob es sich bei Ihrem Kind um die Symptome einer leichten oder starken Windeldermatitis handelt oder ob sogar Windelsoor vorliegt, fragen Sie Ihre Hebamme um Rat. Sie hat ein geschultes Auge und kann zusätzlich Tipps zur Behandlung geben. Alternativ verweist sie Sie mit Ihrem Kind an einen Kinderarzt.

Was begünstigt eine Windeldermatitis und ihre Symptome?

Die Kombination aus Urin, Stuhl und der Reibung der Windel ist für die noch nicht vollständig ausgeprägten Schutzmechanismen der Baby-Haut eine Herausforderung. Da kann es schnell passieren, dass wunde Stellen und die typischen Symptome einer Windeldermatitis, wie Entzündungen oder rissige Haut, auftreten. Doch es gibt auch weitere Umstände, die die Entstehung der Windeldermatitis begünstigen. Dazu zählen:

  • Durchfall
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn
  • seltenes Windelwechseln
  • säurehaltige Ernährung
  • zu kleine, zu engsitzende oder luftundurchlässige Windeln

Häufiger Stuhlgang und die Zusammensetzung des Stuhls können die Haut reizen und so zu den Symptomen einer Windeldermatitis führen. Gerade wenn Sie oder Ihr Baby viele säurehaltige Speisen zu sich nehmen, ist auch der Stuhl des Babys angesäuert. Falls Sie stillen, müssen also auch Sie Ihre Ernährung beobachten – gerade wenn Ihr Kind an einem wunden Po leidet. Zu scharf gewürzte Speisen können eine mögliche Ursache der Windeldermatitis sein oder die Beschwerden bei einer bestehenden verschlimmern.

Mehrmaliges Windelwechseln und die richtige Windelgröße bringen Luft an den Po und die Haut kann sich regenerieren. Lassen Sie das Kind ruhig öfter nackt auf dem Bauch oder Rücken liegen, damit sich der Baby-Po erholen kann. Achten Sie ebenfalls darauf, dass Sie die Windeln nicht zu fest verschließen, damit während des Tragens etwas Luft an den Windelbereich kommt.

Romina Enz
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Medizinredakteurin und Biologin