Seborrhoisches Ekzem: Die Anzeichen beim Baby richtig deuten

Die Anzeichen des seborrhoischen Ekzem sind beim Baby recht einfach zu erkennen, da sich die Hauterscheinung meist auf dem Kopf bemerkbar macht. Deshalb ist diese Form des Ekzems als Kopfgneis bekannt. Er verläuft in der Regel harmlos und verschwindet innerhalb der ersten Lebenswochen oder -monate wieder, auch ohne Behandlung. Welche Symptome beim seborrhoischen Ekzem auftreten, erfahren Sie hier.

Welche Anzeichen für das seborrhoisches Ekzem sind beim Baby typisch?

Mutter kämmt ihr Baby und bemerkt die Symptome eines seborrhoisches Ekzem

Die Symptome beim seborrhoischen Ekzem können wenig bis stark ausgeprägt sein. Typisch ist eine schuppende Haut und Krustenbildung in Bereichen mit vielen Talgdrüsen, die sich bevorzugt an Kopfhaut, den Ohren und um die Augenbrauen zeigen. Seltener ist bei Babys eine Beteiligung der Wangen, der Brust, des Rückens oder der Beugefalten (beispielsweise unter den Achseln oder im Windelbereich) zu beobachten.

Die deutlichsten Anzeichen für ein seborrhoisches Ekzem beim Baby sind

  • dicke, fettige sowie festsitzende Schuppen auf der Kopfhaut,
  • die weißlich, gelblich oder bräunlich erscheinen und
  • meist keinen Juckreiz auslösen.

Darüber hinaus kann eine feine Schuppung auf Stirn und Gesicht beobachtet werden. Im Säuglingsalter tritt das seborrhoische Ekzem, das auch als Kopfgneis bekannt ist, vor allem in den ersten Lebenswochen auf und geht in der Regel bis zum dritten oder vierten Lebensmonat von selbst weg. Eltern sollten aber nicht in Sorge geraten, wenn ihr Baby über diesen Zeitraum hinaus Symptome eines seborrhoischen Ekzems zeigt. In manchen Fällen kann der Kopfgneis bis ins Kleinkindalter bestehen bleiben.

Seborrhoisches Ekzem: Verwechslungsgefahr der Symptome mit Milchschorf

Das seborrhoische Ekzem beim Baby wird häufig mit Milchschorf verwechselt. Die Anzeichen sind zwar ähnlich, doch mithilfe einiger Details voneinander zu unterscheiden. Während das Allgemeinbefinden beim Kopfgneis nicht beeinträchtigt ist, quengeln die Kinder mit Milchschorf mehr und sind weinerlicher, weil die Haut unter den Schuppen stark juckt, entzündet ist und nässt.

An Milchschorf leiden Säuglinge meist erst nach dem dritten Lebensmonat. Zwar lässt der Milchschorf oft nach mehreren Monaten von allein nach, doch kann dieser durch die beschwerlicheren Symptome – im Gegensatz zum seborrhoischen Ekzem – behandlungsbedürftig sein. Eltern sollten zur genaueren Abklärung einen Kinderarzt aufsuchen, der sie zur Linderung der Beschwerden bestens beraten kann.

Arztbesuch und Behandlung

Solange die Anzeichen des seborrhoischen Ekzems beim Baby nicht schwerwiegend sind, bedarf es im Normalfall keiner Behandlung der Kopfhaut. Sollte sich die Haut unter den Schuppen stark röten, nässen oder auf andere Hautbereiche übergreifen, ist es besser, einen Kinderarzt aufzusuchen. Möglicherweise steckt eine andere Hauterkrankung wie beispielsweise Neurodermitis oder Schuppenflechte hinter den Symptomen oder das seborrhoische Ekzem hat sich durch eine zusätzliche Infektion mit Bakterien oder Pilzen verschlimmert. In diesem Fall kann der Arzt eine entzündungshemmende, antibiotische (gegen Bakterien) oder antimykotische Salbe beziehungsweise Shampoo (gegen Pilze) verschreiben, die für einen bestimmten Zeitraum genutzt oder auf die Haut des Kindes aufgetragen werden.

Schuppen und Krusten immer nur schonend lösen

Selbst wenn die Anzeichen des seborrhoischen Ekzems beim Baby harmlos ausfallen, stören sich viele Eltern an dem äußeren Erscheinungsbild der Kopfhaut. Zudem kann der Kopfgneis unschön riechen; der Geruch erinnert mitunter an ranzige Butter. Für einen solchen Fall gibt es natürlich Mittel und Möglichkeiten, die Schuppen und Krusten sanft zu entfernen. Dies sollte jedoch niemals mit den Fingernägeln durch grobes Abkratzen erfolgen. Das kann die Haut unnötig verletzen und zu offenen Hautstellen sowie Entzündungen führen.

Sanftere Methoden sind Bäder, die mit einem milden und pH-neutralen Zusatz (zum Beispiel mit Weizenkleie oder etwas Baby-Öl) angereichert werden. Zuvor ist es ratsam, die Kopfhaut mit Öl oder speziellen hornlösenden Mitteln (in Apotheken erhältlich) zu behandeln. So können die Schuppen bis zum Ausspülen besser aufweichen und lassen sich leichter von der Kopfhaut lösen.

Seborrhoisches Ekzem: Ursachen und Entstehung

Warum manche Babys ein seborrhoisches Ekzem bekommen und andere nicht, ist bisher unklar. Faktoren, die eine Rolle bei der Entstehung spielen könnten, sind:

  • Überfunktion der Talgdrüsen
  • Besiedlung der Haut mit Hefepilzen (vor allem Pityrosporum ovale)
  • geschwächtes Immunsystem
  • erbliche Veranlagung
  • Pilzbefall des Darms

Die Ernährung hat nachweislich keinen Einfluss auf das seborrhoische Ekzem beim Baby. Allerdings können andere, äußere Einflüsse die sichtbaren Anzeichen verändern. So vermag Sonnenlicht die Schuppenbildung auf der Kopfhaut zu verbessern, während eine Verschlechterung beispielsweise durch Stress möglich ist.

Das könnte Sie auch interessieren:

So wird das seborrhoische Ekzem behandelt >>

Neurodermitis beim Baby >>