Seborrhoisches Ekzem: Baby behandeln und wenn ja, wie?

22. November 2018

Ein seborrhoisches Ekzem beim Baby zeigt sich meist in Form von Kopfgneis durch klebrige Schuppen und ist dann nur auf den Kopf und das Gesicht beschränkt. Behandeln muss man den Gneis nicht zwingend, da das Kind keine Beschwerden hat und die Kopfschuppen im ersten Lebensjahr von alleine weggehen. Schwerere Verläufe können sich aber weiter auf den Körper ausbreiten und auch zu Entzündungen und Juckreiz führen. Welche Optionen kommen bei der Behandlung des Babys generell infrage und kann die Homöopathie bei einem seborrhoischen Ekzem helfen?

Baby in der Badewanne, um ein Ekzem zu behandeln

Seborrhoisches Ekzem – Kopfgneis schonend beim Baby behandeln

In erster Linie kommen bei Babys äußerliche Maßnahmen zur Behandlung des seborrhoischen Ekzems zur Anwendung. Treten die Beschwerden des seborrhoischen Säuglingsekzems nur am Kopf auf, ist das sanfte Ablösen durch Olivenöl oder sogenannte Keratolytika (hornlösende Mittel) aus der Apotheke möglich, aber aus medizinischer Sicht nicht unbedingt nötig. Wer aus ästhetischen Gründen oder weil die Schuppenbildung unangenehm riecht, dennoch handeln möchte, sollte das Öl oder das medizinische Präparat auf Babys Kopfhaut sanft einmassieren und dort einige Zeit (am besten über Nacht) einwirken lassen. Die fettigen Krusten weichen auf und lösen sich, sodass Sie diese anschließend mit einem Kamm anheben und auskämmen können. Danach hilft ein Bad mit einem milden Babyshampoo, die restlichen Schuppen vom Haar und der Kopfhaut zu befreien.

Auf keinen Fall sollten Sie in Versuchung kommen, die Schuppen mit den Fingernägeln abzukratzen. Das kann nicht nur zu Eintrittspforten für Krankheitserreger führen, die auf der Haut für Entzündungen sorgen, sondern auch unschöne Narben hinterlassen.

Seborrhoisches Ekzem beim Baby alternativ mit Homöopathie behandeln

Die Homöopathie ist bei vielen Eltern eine beliebte alternative Behandlungsform, auch wenn sie wissenschaftlich umstritten ist, da es keinen eindeutigen Wirknachweis gibt. Nichtsdestotrotz berichten Anwender immer wieder vom positiven Nutzen. Eltern sollten daher für sich entscheiden, ob sie auf alternative Heilmethoden bei ihrem Kind setzen möchten oder nicht. Je nachdem wie sich das seborrhoischen Ekzem beim Baby äußert, gibt es verschiedene Wirkstoffe aus der Homöopathie, die bei der Behandlung zum Einsatz kommen können:

  • Lycopodium clavatum: die Kopfhaut ist entzündet mit dicken Krusten und es bilden sich Risse
  • Graphites: das Ekzem nässt und tritt mit übelriechenden, klebrigen Absonderungen auf
  • Sulfur: die Haut ist sehr trocken, gerötet, schuppt stark und das Ekzem geht mit Juckreiz einher
  • Calcium carbonicum: gelbliche, dicke, fettige Schuppen sind besonders am Hinterkopf zu beobachten

Meist werden Homöopathika als Globuli verabreicht. Es gibt sie in verschiedenen Potenzen, das sind Buchstabe und Zahl, die hinter der Bezeichnung des Mittels stehen (beispielsweise D12). Diese erlauben eine Aussage darüber, wie oft und in welchem Verhältnis der Inhaltsstoff aus der Ursubstanz verdünnt wurde. Die Wirkweise der homöopathischen Arznei beruht darauf, dass das jeweilige Mittel unverdünnt beim Gesunden ähnliche Symptome auslösen würde, wie die, die beim Erkrankten vorliegen. Homöopathen sprechen vom sogenannten Ähnlichkeitsprinzip. Je höher die Verdünnung, desto stärker soll die Wirkung ausfallen. Bei Kinder werden Homöopathika oft in D12 Potenzen verwendet. Dosis und Einnahmedauer sollten Sie immer mit einem erfahrenen Homöopathen abstimmen. Dieser hilft zudem bei der richtigen Mittelauswahl.

Behandlung des seborrhoischen Säuglingsekzems bei Entzündungen

In einigen Fällen ist das seborrhoische Säuglingsekzem hartnäckiger und kann sich auch auf andere Körperstellen als den Kopf ausbreiten. Hier sind insbesondere die Beugen wie Achseln, Ellenbeugen, Kniebeugen, aber auch die Hautfalten im Windelbereich zu nennen. Genau dort, wo besonders viele Talgdrüsen sitzen, entstehen leicht Hautirritationen. Die Haut rötet sich und beginnt zu nässen. Dann ist es wichtig, die entzündeten Hautstellen des seborrhoischen Ekzems beim Baby zu behandeln, mit Homöopathie allein ist es nicht getan. Der zuständige Arzt verschreibt eventuell eine kortisonhaltige Creme. Aber auch Salben oder Shampoos mit Antibiotika oder Antimykotika werden angewendet, wenn an der Entzündung Bakterien oder Pilze beteiligt sind. Zudem haben sich zinkhaltige Präparate und Panthenol bei der Behandlung von entzündeten Hautstellen, die auch bei einem wunden Po helfen, bewährt.

Welche allgemeine Maßnahmen können dem Kind helfen?

Neben der Behandlung des seborrhoischen Säuglingsekzems verbessern auch allgemeine pflegende Maßnahmen das Hautbild des Babys. Zur täglichen Hautreinigung sollten Sie vor allem lauwarmes Wasser und einen frischen Waschlappen nutzen, um Schmutz und überschüssige Schuppen zu entfernen. Wenn Sie auf pflegende Produkte nicht verzichten wollen, achten Sie darauf, dass die Pflegemittel pH-neutral sind und keine Farb-, Duft-, oder Konservierungsstoffe enthalten. Diese Inhaltsstoffe können die Haut zusätzlich reizen.

Außerdem ist es wichtig, ein feuchtes Hautmilieu zu verhindern, damit die Haut trocknen kann. Daher sollten Eltern darauf achten, ihr Kind nicht zu warm anzuziehen und auf synthetische Kleidung zu verzichten. Im Winter hilft es, das Baby nach dem Zwiebelprinzip, also in mehrere Schichten, zu kleiden. So können Sie nach Bedarf, zum Beispiel beim Wechsel von der kalten Winterluft in beheizte Räume, Kleidungsstücke abgelegen, um übermäßiges Schwitzen bei Ihrem Baby zu verhindern. Des Weiteren ist der Aufenthalt an der frischen Luft zu empfehlen, um das seborrhoische Ekzem indirekt zu behandeln. UV-Strahlen des Sonnenlichts können sich positiv auf das Hautbild beim seborrhoischen Ekzem auswirken. Allerdings sollte vor allem im Sommer darauf geachtet werden, dass der Sonnenschutz beim Baby nicht zu kurz kommt, um einen Sonnenbrand zu verhindern.
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