Ganz und gar nicht nach Babys Geschmack
Würden Sie während der Schwangerschaft ein Medikament einnehmen, das Ihnen nicht ausdrücklich ärztlich verordnet oder in der Apotheke als unbedenklich empfohlen wurde? Wohl kaum. Ebenso sollten Sie auch um bestimmte Nahrungs- und Genussmittel einen großen Bogen machen. An erster Stelle stehen hier Alkohol und Nikotin.
- Alkohol: Das Baby ist in Mamas Bauch dem Alkohol hilflos ausgeliefert. Denn in seiner kleinen Leber arbeitet das dafür verantwortliche Enzym, die Alkohol-Dehydrogenase, lediglich mit einer Leistung von vier Prozent im Vergleich zu einem Erwachsenen. Somit kann es den Alkohol nahezu nicht abbauen. Regelmäßiger Alkoholkonsum in der Schwangerschaft verursacht Gehirnschäden und schwere Wachstumsstörungen beim Embryo. Die Neugeborenen sind viel zu klein. Ihr Gehirn ist besonders stark betroffen und noch als Schulkinder haben sie Konzentrationsschwierigkeiten, Sprach- und Rechenprobleme und oft einen unterdurchschnittlichen IQ. Eine unkritische Schwelle gibt es nicht; selbst minimale Alkoholmengen können zu Fehlentwicklungen des Babys führen.
- Nikotin: Auch jede Zigarette in der Schwangerschaft ist eine zu viel. Denn Nikotin ist ein Gift, das das ungeborene Kind über die Nabelschnur mitraucht. Auch Passivrauchen ist schädlich! Raucht die werdende Mutter, so erhöht sich das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt drastisch. Nach der Geburt steigt die Wahrscheinlichkeit des plötzlichen Kindstodes. Die Kinder haben außerdem ein deutlich erhöhtes Risiko, an Asthma oder Leukämie zu erkranken, entwickeln häufiger Allergien und leiden oft unter Konzentrationsschwäche und Hyperaktivität.
- Und Koffein? Muss auch die Tasse Kaffee oder Tee daran glauben? Nicht unbedingt – aber einige Dinge sollten Sie beachten, damit es Ihrem Baby dabei gut geht. Denn auch Koffein gelangt in den kindlichen Blutkreislauf. Die Folgen sind ein beschleunigter Herzschlag und eine Überaktivierung des Nervensystems. Und genau wie beim Alkohol fehlt dem Baby noch die entscheidende Enzymaktivität in der Leber: Es braucht 20-mal so lange wie wir Erwachsene, um das Koffein abzubauen! Schwangere sollten daher höchstens 2 bis 3 Tassen Kaffee täglich trinken. Besser noch sind schwarzer oder grüner Tee, denn sie beinhalten nur etwa die Hälfte an Koffein. Übrigens: Milch im Kaffee bremst die Aufnahme des Koffeins!
Nein, Danke!
Auf diese Lebensmittel sollten Sie 9 Monate lang lieber verzichten:
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| Lebensmittel | in der Schwangerschaft vermeiden |
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| Rohes oder nicht durchgegartes Fleisch (Carpaccio, Tatar, luftgetrockneter Schinken und Salami etc.) | kann Krankheitserreger enthalten, die für Ihr Baby nicht ungefährlich sind (Toxoplasmose-Gefahr1) |
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| Rohmilch und Rohmilchprodukte (Käse etc.) | können Krankheitserreger enthalten (Listeriose-Gefahr2) |
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| Rohe Eier (Tiramisu etc.) | Salmonellen-Gefahr |
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| Roher Fisch (Sushi) | Belastung mit Bakterien |
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| Innereien | Oft hohe Schadstoffbelastung |
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Fußnoten:
1 Toxoplasmose ist eine häufig auftretende Infektionskrankheit. Der Erreger lebt hauptsächlich in Katzen, ist aber über die Nahrungskette durch rohes Fleisch, aber auch durch rohe Eier und Rohmilchprodukte übertragbar. Eine erstmalige Erkrankung der Mutter im ersten oder zweiten Schwangerschaftsdrittel kann zu erheblichen Schädigungen des ungeborenen Kindes führen.
2 Listeriose ist eine beim Menschen seltene, durch Bakterien verursachte Erkrankung. Die Erreger, sogenannte Listerien, sind für schwangere Frauen jedoch ein Problem, da die Infektion auf das ungeborene Kind übergehen und schwere Komplikationen hervorrufen kann: In bis zu 50 Prozent der Fälle kann es zu Blutvergiftungen oder gar Totgeburten kommen.



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